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Gratisärzte: Notaufnahme für die Mittelschicht

dapdIn die Praxis von Uwe Denker kommen die Verlierer des Gesundheitssystems. Er behandelt Patienten ohne Versicherungsschutz. Im Wartezimmer sitzt die abgestürzte deutsche Mittelschicht. Besuch bei einem Mediziner, der lieber arbeitslos wäre.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828347,00.html
  1. #60

    Zitat von Medman Beitrag anzeigen
    Ich habe mit dem Artikel ein Problem. Auf der einen Seite steht die Empathie für die Menschen, die in eine solche Praxis müssen, die unverschuldet in Schwierigkeiten gekommen sind und nun keine Krankenversicherung mehr haben.

    Auf der anderen Seite sehe ich auch das Solidarsystem in Deutschland. Ich habe mich (trotz mehrfachen anstrengenden Versuchen meines Versicherungsberaters) als Selbständiger dazu entschlossen im GKV System zu blieben - obwohl es teurer ist und obwohl man weniger Leistungen erhält. .....
    Ich stimme Ihnen weitgehend zu, aber das Problem ist nicht nur auf die PKV beschränkt. Dasselbe Problem gibt's in der GKV auch. Hab ich selbst schon im Bekanntenkreis erlebt. Der Sohn meiner Nachbarin war als Student familienversichert, aber die Familienmitversicherung lief dann mit seinem 25. Geburtstag aus. Sich selbst im Studententarif weiterzuversichern, konnte er sich aber nicht leisten, also hat er's gelassen. Und die Krankenversicherung hat sich auch nicht bei ihm gemeldet wegen Weiterversicherung usw. Zum Arzt musste er in der Zeit nicht. Und da er Student war, hatte er logischerweise auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder II, sodass auch nicht auf diese Weise seine Krankenkassenbeiträge übernommen wurden. Er ist halt das Risiko eingegangen und hatte Glück, dass ihm in der Zeit nichts passiert ist. Aber wenn das der Fall gewesen wäre, hätte er auch ein mächtiges Problem gehabt.
    Aber als er dann über ein Jahr später mit dem Studium fertig war, dann einen Job gefunden hat und dann logischerweise wieder in seine ursprüngliche GKV reinwollte, hat er erfahren, dass das zwar geht, dass er aber Leistungen erst in Anspruch nehmen darf (außer akute Notfälle), wenn er die 2.500€ für die Zeit des Nichtversichertseins (wirklich kurios) nachgezahlt hat. Aber ohne wirksamen Versicherungsschutz hätte er gar nicht arbeiten dürfen ... ein ziemliches Dilemma. Ihm blieb dann nichts anderes übrig, als einen Kredit aufzunehmen, um den Betrag abzahlen zu können. Da er dann nach dem Studium einen guten Job gekriegt hat, hatte er Glück, dass ihm diese Möglichkeit mit dem Kredit blieb und er so wieder ins System reingekommen ist, aber die allermeisten anderen in dieser oder einer ähnlichen Situation haben das Glück nicht.
  2. #61

    Sie waren definitiv noch nie Selbstständig

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    "Bislang haben Denker und seine Kollegen 150 Menschen kostenlos behandelt."

    Wow, da haben die Kollegen also im Schnitt einen Patienten alle 4 Tage gesehen. Und dann vorallem Leute, die gerne sparen möchten. Die noch Geld für schicke Klamotten haben, aber bei Arzt nix zahlen mächten.

    Das Mitleid hält sich wirklich in Grenzen.
    Ihr Sachverstand ist ein Beispiel weswegen dieses Debakel so lange
    schwelt.
  3. #62

    Zitat von flipworld12 Beitrag anzeigen
    Das deutsche Gesundheitssystem verfehlt seine Aufgabe bei der Mittelschicht - dem Kern des Volkes, der die Verantwortung selber trägt und nicht an andere delegiert. Während sich Arbeiter solidarisieren, können sich viele Selbstständige keinen Versicherungsschutz leisten oder nur unter harten wirtschaftlichen Bedingungen. In unserer Gesellschaft wird immer weniger an das Bürgertum gedacht! Nur die Privatwirtschaft kann Abhilfe schaffen. Mehr Wettbewerb in der Versicherungswirtschaft und Aufhebung der gesetzlichen Krankenversicherung zu Gunsten freier Marktwirtschaft ist die Lösung.
    Quatsch. Die PKV ist doch das Problem im System und nicht die GKV. Sie wollen also mehr Solidarität, indem Sie Solidarität abschaffen und durch nicht regulierte Marktwirtschaft ersetzen? Das Problem ist doch kein Wettbewerbsproblem, sondern ein Regulierungsproblem. Es gibt da einfach eine eklatante Lücke in der Gesetzgebung.
    Das einfachste, sicherste und effektivste für alle wäre es, wenn alle ... vom Beamten, über den Abgeordneten bis zum Angestellten und Selbständigen in eine Bürgerversicherung einzahlen. Somit hätte auch jeder das Recht, im Notfall nicht im Regen stehengelassen zu werden. Die Privatwirtschaft schafft da gar nix. Die ist doch am ehesten darin interessiert, mit ihren "Kunden" Rendite zu machen. Schauen Sie sich mal in der freien Marktwirtschaft USA das Gesundheitssystem an ... 30% der Bevölkerung komplett ohne Gesundheitsvorsorge.
    Denken Sie mal ein bisschen nach, bevor Sie irgendwas ins Forum schreiben, was Ihnen grad so einfällt!
  4. #63

    Ich glaube es ist ein wenig komplizierter

    Zitat von Yami Beitrag anzeigen
    der mindestversicherungsbeitrag ist einfach zu hoch.
    selbst in der gkv muss man mindestens 150€ (inkl.pflege) zahlen,denn bei wenig einkommen (unter 875€)bei freiwilligen mitgliedern gilt der prozentsatz von 15,5 nicht.die ....
    WennSie Hartz4 beantragen und Sie waren vorher in einer
    PKV kommen Sie nicht in einer GKV rein.Sie müssen sich bei Ihrer
    ehemaligen GKV wiederversichern.
  5. #64

    Falsch!!!

    Zitat von zenfire Beitrag anzeigen
    Das klingt aber arrogant. Und: Es soll jetzt nicht herzlos klingen, aber "Herr Hampel" unterscheidet sich von vielen anderen nun mal dadurch, dass er sich entschieden hat, aus der Solidargemeinschaft auszuscheiden, wofür er nun die Quittung bekommt. Das tut mir für ihn in seiner jetzigen Situation zwar ein wenig (nicht sehr) leid, war aber von ihm und allen die es ebenso tun beabsichtigt. Basistarif in der PKV und selbst zahlen beim Arzt wären Alternativen die verhindern würden, dass man wie "die anderen, die hierher kommen" Almosen annehmen müsste.

    Viel ärgerlicher finde ich das System der PKV. Hier werden Gelder privatisiert und anschließend wird dann gejammert, wenn die Allgemeinheit (hier die gesetzlich Versicherten) nicht einspringt.
    Wenn ich mich, meine Frau und drei Kinder in der GKV versichere, dann kommt Sie das untern Strich teurer, als wenn ich in der PKV bin.

    600 Euro decken niemals die Kosten für 5 Personen ab.
  6. #65

    Ich hoffe, ...

    Ich hoffe, der Fall "Hampel" ist frei erfunden.
    Keiner kann -ohne rot zu werden- behaupten, der Herr Hampel hätte nicht 1 Euro pro Woche zurücklegen können, um eine ärztliche Untersucheung zu bezahlen. Es ist nicht verboten und auch nicht unmöglich, als Selbstzahler zum Arzt zu gehen.
    Was wird hier eigentlich wieder für eine überflüssige Sau durch's Dorf getrieben?
  7. #66

    Zitat von f.orenstöpsel Beitrag anzeigen
    WennSie Hartz4 beantragen und Sie waren vorher in einer
    PKV kommen Sie nicht in einer GKV rein.Sie müssen sich bei Ihrer
    ehemaligen GKV wiederversichern.
    Aber nur bei Alter > 55
  8. #67

    erst den Sozialpakt aufkündigen um die billige Private Versicherung zu haben und dann einen auf Sozial machen, wenn man die Mitmenschen doch braucht.
    Solche Leute sind doch eher was für den Darwin - Award
  9. #68

    345343453

    Zitat von Medman Beitrag anzeigen
    .................................................. ........
    Auf der anderen Seite sehe ich auch das Solidarsystem in Deutschland. Ich habe mich (trotz mehrfachen anstrengenden Versuchen meines Versicherungsberaters) als Selbständiger dazu entschlossen im GKV System zu blieben - obwohl es teurer ist und obwohl man weniger Leistungen erhält. Warum? Weil ich im Notfall auf die Solidarität der anderen bauen kann, jetzt schon für ältere und damit kränkere Versicherte bezahle, so wie später jüngere gesunde Versicherte für mich als Leistungsempfänger bezahlen werden.

    Diese Wahl hatte jeder der im Artikel erwähnten Personen und diese haben sich für die günstige Luxusvariante der PKV entschieden - mit dem Risiko das es zu Situationen kommen kann, in der sie nicht mehr versichert sind und nicht zurück können in das Solidarsystem..................................... ......

    Na ja. Ich bin in der gleichen Lage, habe mich vor 20 Jahren dafür entschieden freiwillig in der gesetzlichen KV zu bleiben. Habe ich sicher ein paar Jahre draufgezahlt, inzwischen wäre vermutlich eine priv KV teurer.
    Trotzdem, ich wage nicht, da jemandem einen Vorwurf zu machen. Gerade am Anfang sind ein 200€ weniger monatliche Belastung viel Geld. Und das mit der Solidarität ist ja so uncool, ich habe das damals nur ungern erzählt. Ich habe in anderen Bereichen Fehler gemacht, soll ich auf die eine richtige Entscheidung stolz sein?

    Die PKV ist eine Option, so lange man die erlaubt und bewirbt ist es auch OK, wenn sich Leute dafür entscheiden. Und es ist eben auch Aufgabe der Gesellschaft, die Leute aufzufangen. Keine Frage, wenn jemand sagt schweizer Modell, ich bin dafür.
  10. #69

    Zitat von habebe Beitrag anzeigen
    ...
    Die Reform von Ulla hat dazu geführt, dass all diejenigen die nicht versichert waren nun auch noch Strafe zahlen sollen in Form von Rückzahlung der Beiträge ab dem zeitpunkt wo sie nichtversichert waren. So ein Schwachsinn kann nur jemand einfallen, der nicht in der Realität lebt.
    ...
    Ja, finde ich auch. Man sollte noch weiter gehen und die Versicherungen verpflichten, auch Risiko-Lebensversicherungen für die abzuschließen, die gerade auf dem Sterbebett liegen. Warum sollten die auch Beiträge für die Zeiten zahlen, in denen sie noch nicht dem Tod auf der Schippe standen. Bei KFz-Haftpflichtversicherungen ist es doch ähnlich: warum zahlen, wenn nichts passiert!!


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