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Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte
DPAErst im "heute journal", dann in den "Tagesthemen": Mit seinem Auftritt im Abendprogramm des deutschen Fernsehens verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn. Und das, obwohl er sogar "haufenweise" zustimmende Mails bekommen haben will.
http://www.spiegel.de/kultur/literat...826153,00.html
- #1 06.04.2012 08:08 von
warum den Mann so ernst nehmen
Warum versucht man überhaupt, diesen Mann so ernst zu nehmen? Der ist ein Künstler, der sich phantasievolle Geschichten ausdenken und sie sprachlich gut verpacken kann. Wenn der sich politisch äußert, das ist doch nicht anders, als wenn es der Schreiner Huber am Stammtisch täte. Ich muss an den Saddam-Hitler-Vergleich von Hans Magnus Enzensberger denken. Der hat dann später irgendwann von sich gegeben, wenn irgendwo in der Welt ein Konflikt ausbräche, könne der deutsche Intellektuelle ebenso wenig mitreden wie die deutsche Putzfrau.
- #2 06.04.2012 08:23 von
Nun kam ich nicht umhin, den Text auch zu lesen. Zu sehr wurde in den letzten Tagen mit der Kelle in den Pudding gehauen.
Das bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen!
Ich bin darauf hereingefallen! - #3 06.04.2012 08:28 von
Armer alter Mann
Unsere Aufregung wäre allerdings nicht notwendig, wenn er sich nicht selbst so ernst nehmen würde - in nicht zu überbietender Überheblichkeit als "allerhöchste moralische deutsche Instanz". Mit der Meinung eines vielleicht schon etwas verwirrten, alten Mannes könnte ich leben - solange er nicht versucht, sich mir als mein Gewisen aufzudrängen.
- #4 06.04.2012 08:37 von
- Kopfgeburt -
Da wollte einer Aufsehen erregen und er hat es geschafft.
- #5 06.04.2012 08:42 von
Die breite Zustimmung
Die breite Zustimmung glaube ich ihm unbesehen. Auch in der Öffentlichkeit. Schliesslich ist Antisemitismus in der Linken und bei den Islamophilen weit verbreitet. Widerspruch zu diesen Gruppen gilt als politisch inkorrekt und hätte es nicht Israel getroffen, aber wäre der Inhalt ähnlich abstruss gewesen, hätte er den immer gleichen Beifall für all die Asbstrusitäten erhalten, die bei diesen Themen als richtig und diskutabel gelten.
Denn es bleibt dabei, die gesamte Nachbarschaft legt wert auf die Auslöschung Israels aus religiösen Gründen.
Den Anspruch auf das Land kann man den Juden schlecht absprechen, da sie den Tempelberg schon 1600 Jahre vor der Entstehung des Islam bebauten, also heute schon mehr als 3000 Jahre anerkannte Geschichte an dieser Stelle aufzuweisen haben.
Es geht um die Beanspruchung der einzigen Wahrheit mittels Gewalt in Israel und anderswo, bei der kleinen jüdischen Enklave inmitten der letztgültigen Wahrheit aber ganz besonders. - #6 06.04.2012 09:13 von
Infam ist, dass Grass einen Reflex unterstellt, obgleich er selbst den altbekannten Weg geht - eine wirre und mittlerweile selbst differenzierte Position wird angeblich von irgendwelchen anonymen Emailschreiber unterstützt, in der "gleichgeschalteten" Medienlandschaft aber nicht gewürdigt. Dabei berichtet man seit Tagen darüber, nur offenbar meint Grass, dass hier ein offener Diskurs über seine plumpen Theorien erfolgen müsse oder gleichgeschaltet ist, was nicht seinem Ansatz folgt.
Dass das in dem Alter üblichem Informations- und Wahrnehmungsverhalten entspricht, nehme ich ihm dabei nicht übel - irgendwann umnachtet auch der frischeste Geist... - #7 06.04.2012 09:23 von
Infam ist vor allem, hier den Begriff "angeblich" einzusetzen. Ich würde die Zahl der Zustimmungen zu Grass in den verschiedensten Online-Medien von SPON über tagesschau.de, sueddeutsche.de, TAZ bis hin zur "Welt", die ja nun wirklich unverdächtig ist, israelfeindlich zu sein, auf gut und gerne 70-80% schätzen. Das mag jetzt nicht repräsentativ sein, das aber quasi als Hirngespinst eines älteren Herrn darzustellen, ist schon eine abenteuerliche Sichtweise.
- #8 06.04.2012 09:29 von
........
dass er viele zustimmende mails erhalten hat glaube ich wohl..,
aber warum bietet ihm nun auch jede Zeitung, jedes Medium mit dem Gedicht eine Bühne??? - #9 06.04.2012 09:33 von
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