Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte

DPAErst im "heute journal", dann in den "Tagesthemen": Mit seinem Auftritt im Abendprogramm des deutschen Fernsehens verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn. Und das, obwohl er sogar "haufenweise" zustimmende Mails bekommen haben will.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...826153,00.html
  1. #1

    warum den Mann so ernst nehmen

    Warum versucht man überhaupt, diesen Mann so ernst zu nehmen? Der ist ein Künstler, der sich phantasievolle Geschichten ausdenken und sie sprachlich gut verpacken kann. Wenn der sich politisch äußert, das ist doch nicht anders, als wenn es der Schreiner Huber am Stammtisch täte. Ich muss an den Saddam-Hitler-Vergleich von Hans Magnus Enzensberger denken. Der hat dann später irgendwann von sich gegeben, wenn irgendwo in der Welt ein Konflikt ausbräche, könne der deutsche Intellektuelle ebenso wenig mitreden wie die deutsche Putzfrau.
  2. #2

    Nun kam ich nicht umhin, den Text auch zu lesen. Zu sehr wurde in den letzten Tagen mit der Kelle in den Pudding gehauen.

    Das bestätigte meine schlimmsten Befürchtungen!

    Ich bin darauf hereingefallen!
  3. #3

    Armer alter Mann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Um zur Abwechslung mal ein richtiges Tabu zu brechen und echte Fakten zu nennen: Günter Grass wird im Oktober 85 Jahre alt. Womöglich wäre es besser, jemand würde ihm sanft den Griffel entwinden.

    Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Unsere Aufregung wäre allerdings nicht notwendig, wenn er sich nicht selbst so ernst nehmen würde - in nicht zu überbietender Überheblichkeit als "allerhöchste moralische deutsche Instanz". Mit der Meinung eines vielleicht schon etwas verwirrten, alten Mannes könnte ich leben - solange er nicht versucht, sich mir als mein Gewisen aufzudrängen.
  4. #4

    - Kopfgeburt -

    Da wollte einer Aufsehen erregen und er hat es geschafft.
  5. #5

    Die breite Zustimmung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst im "heute journal", dann in den "Tagesthemen": Mit seinem Auftritt im Abendprogramm des deutschen Fernsehens verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn. Und das, obwohl er sogar "haufenweise" zustimmende Mails bekommen haben will.

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    Die breite Zustimmung glaube ich ihm unbesehen. Auch in der Öffentlichkeit. Schliesslich ist Antisemitismus in der Linken und bei den Islamophilen weit verbreitet. Widerspruch zu diesen Gruppen gilt als politisch inkorrekt und hätte es nicht Israel getroffen, aber wäre der Inhalt ähnlich abstruss gewesen, hätte er den immer gleichen Beifall für all die Asbstrusitäten erhalten, die bei diesen Themen als richtig und diskutabel gelten.
    Denn es bleibt dabei, die gesamte Nachbarschaft legt wert auf die Auslöschung Israels aus religiösen Gründen.
    Den Anspruch auf das Land kann man den Juden schlecht absprechen, da sie den Tempelberg schon 1600 Jahre vor der Entstehung des Islam bebauten, also heute schon mehr als 3000 Jahre anerkannte Geschichte an dieser Stelle aufzuweisen haben.
    Es geht um die Beanspruchung der einzigen Wahrheit mittels Gewalt in Israel und anderswo, bei der kleinen jüdischen Enklave inmitten der letztgültigen Wahrheit aber ganz besonders.
  6. #6

    Infam ist, dass Grass einen Reflex unterstellt, obgleich er selbst den altbekannten Weg geht - eine wirre und mittlerweile selbst differenzierte Position wird angeblich von irgendwelchen anonymen Emailschreiber unterstützt, in der "gleichgeschalteten" Medienlandschaft aber nicht gewürdigt. Dabei berichtet man seit Tagen darüber, nur offenbar meint Grass, dass hier ein offener Diskurs über seine plumpen Theorien erfolgen müsse oder gleichgeschaltet ist, was nicht seinem Ansatz folgt.

    Dass das in dem Alter üblichem Informations- und Wahrnehmungsverhalten entspricht, nehme ich ihm dabei nicht übel - irgendwann umnachtet auch der frischeste Geist...
  7. #7

    Zitat von Macca1001 Beitrag anzeigen
    Infam ist, dass Grass einen Reflex unterstellt, obgleich er selbst den altbekannten Weg geht - eine wirre und mittlerweile selbst differenzierte Position wird angeblich von irgendwelchen anonymen Emailschreiber unterstützt, in der "gleichgeschalteten" Medienlandschaft aber nicht gewürdigt. Dabei berichtet man seit Tagen darüber, nur offenbar meint Grass, dass hier ein offener Diskurs über seine plumpen Theorien erfolgen müsse oder gleichgeschaltet ist, was nicht seinem Ansatz folgt.

    Dass das in dem Alter üblichem Informations- und Wahrnehmungsverhalten entspricht, nehme ich ihm dabei nicht übel - irgendwann umnachtet auch der frischeste Geist...
    Infam ist vor allem, hier den Begriff "angeblich" einzusetzen. Ich würde die Zahl der Zustimmungen zu Grass in den verschiedensten Online-Medien von SPON über tagesschau.de, sueddeutsche.de, TAZ bis hin zur "Welt", die ja nun wirklich unverdächtig ist, israelfeindlich zu sein, auf gut und gerne 70-80% schätzen. Das mag jetzt nicht repräsentativ sein, das aber quasi als Hirngespinst eines älteren Herrn darzustellen, ist schon eine abenteuerliche Sichtweise.
  8. #8

    ........

    dass er viele zustimmende mails erhalten hat glaube ich wohl..,

    aber warum bietet ihm nun auch jede Zeitung, jedes Medium mit dem Gedicht eine Bühne???
  9. #9

    Nein, bei euch Rechten.

    Zitat von kuehtaya Beitrag anzeigen
    Schliesslich ist Antisemitismus in der Linken und bei den Islamophilen weit verbreitet.
    Nein, der Antisemitismus ist bei euch Rechten zuhause, und zwar schon lange, historisch gewachsen und auf grauenhafte Weise belegbar.