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Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte

DPAErst im "heute journal", dann in den "Tagesthemen": Mit seinem Auftritt im Abendprogramm des deutschen Fernsehens verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn. Und das, obwohl er sogar "haufenweise" zustimmende Mails bekommen haben will.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...826153,00.html
  1. #20

    Asimo sagt:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst im "heute journal", dann in den "Tagesthemen": Mit seinem Auftritt im Abendprogramm des deutschen Fernsehens verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn. Und das, obwohl er sogar "haufenweise" zustimmende Mails bekommen haben will.

    Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Es ist schrecklich zu sehen, wie ein schwarz/weiß-Denken die Öffentichkeit domniert (wie weiland Bush Jr. es proklamierte). Nur weil manKritik an Israle äußert, heißt das weder, dass man für den Iran ist, noch dass man generell etwas gegen Israel haben muss.
    Grass provoziert. Man muss aber den Kern der Provokation betrachten. In Israle gibt es eine Bewegung die Eskalation betreibt (nur, um das vorwegzunehmen, im Iran natürlich ebenfalls). Als Pazifist muss man das kritisieren.
    Israel ist weder böse, noch gut, gleiches gilt für den Iran. Beiden Ländern geeminsam ist, dass dort Populisten Eskalation betreiben. Das ist gefährlich, darauf sollte man hinweisen, dem sollte man entgegenwirken.
    Frieden muss keien Illusion sein, Krieg führt nur zu Elend.
  2. #21

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die eigentliche Tragik dieser Affäre aber liegt (...) in der Ahnung, dass der Künstler als kritischer Kommentator der Zeitläufte ausgedient haben könnte.
    Grass-Rechtfertigung im TV: Hoffentlich die letzte Tinte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Das ist eine sehr kluge Feststellung. In der Tat taugen Kunst & Kultur hierzulande nur noch als Stereotypen, Stichwort- bzw- Motivgeber für kleinbürgerliche Konzepte, deren Ideale sich ungebrochen nach einer gegenständlichen Harmonie der Spätromantik sehnen.
  3. #22

    Zitat von tmpsec Beitrag anzeigen
    Können wir uns darauf einigen, dass der Antisemitismus sowohl in Teilen der rechten, wie auch der linken Szene vorhanden ist? Wenn auch zum Teil aus unterschiedlichen Gründen. Was die grauenhafte Belegbarkeit angeht, stimme ich Ihnen allerdings ohne 'wenn und aber' zu.
    Es gibt sicher auch linke Antisemiten, allerdings steht die "linke" Grundeinstellung des Internationalismus eigentlich j e d e m
    Rassismus entgegen, der sich immer nur auf die ethnische Herkunft von Menschen gründet. Rassismus an eine einzelne Nation oder auch Religion zu binden ist ein völlig falscher Ansatz, weil sonst alle Animositäten verschiedener Staaten und der Kirchen als Rassismus zu werten wäre. Man käme sonst zu der abenteuerlichen Vorstellung, der Krieg zwischen den USA und dem Irak wäre ein rassistischer gewesen.
    Oder ein religiöser. In diesem Fall aber liegen die Ursachen eher im geopolitischen und/oder wirtschaftlichen Umfeld.
    Demzufolge ist eine "linke" Kritik an der Regierung Israels kein Antisemitismus!
    (PS: Das Wort "links" steht in Anführungszeichen, weil eigentlich doch völlig unklar ist, was dieser Begriff inzwischen nun wirklich bezeichnet! Von mir ist deshalb die klassische Linke, die sich eben auf den Internationalismus beruft, gemeint.)
  4. #23

    Zitat von haberdachs Beitrag anzeigen
    Nein, der Antisemitismus ist bei euch Rechten zuhause, und zwar schon lange, historisch gewachsen und auf grauenhafte Weise belegbar.
    Bitte? Bei den Rechten zu Hause? Zum Thema Linke und Antisemitismus sage ich nur 3 Dinge: Israel, RAF und Palestina.
  5. #24

    Zum Nachdenken eine Frage

    Zitat von asimo Beitrag anzeigen
    Es ist schrecklich zu sehen, wie ein schwarz/weiß-Denken die Öffentichkeit domniert (wie weiland Bush Jr. es proklamierte). Nur weil manKritik an Israle äußert, heißt das weder, dass man für den Iran ist, noch dass man generell etwas gegen Israel haben muss.
    Grass provoziert. Man muss aber den Kern der Provokation betrachten. In Israle gibt es eine Bewegung die Eskalation betreibt (nur, um das vorwegzunehmen, im Iran natürlich ebenfalls). Als Pazifist muss man das kritisieren.
    Israel ist weder böse, noch gut, gleiches gilt für den Iran. Beiden Ländern geeminsam ist, dass dort Populisten Eskalation betreiben. Das ist gefährlich, darauf sollte man hinweisen, dem sollte man entgegenwirken.
    Frieden muss keien Illusion sein, Krieg führt nur zu Elend.
    In welchem TV-Sender wurde zu welcher Zeit das gesamte Interview übertragen? (Achtung: TV, nicht Netz!)
  6. #25

    Peinlich

    Zitat von asimo Beitrag anzeigen
    Es ist schrecklich zu sehen, wie ein schwarz/weiß-Denken die Öffentlichkeit dominiert (wie weiland Bush Jr. es proklamierte). Nur weil man Kritik an Israel äußert, heißt das weder, dass man für den Iran ist, noch dass man generell etwas gegen Israel haben muss.
    Grass provoziert. Man muss aber den Kern der Provokation betrachten. In Israel gibt es eine Bewegung die Eskalation betreibt (nur, um das vorwegzunehmen, im Iran natürlich ebenfalls). Als Pazifist muss man das kritisieren.
    Israel ist weder böse, noch gut, gleiches gilt für den Iran. Beiden Ländern gemeinsam ist, dass dort Populisten Eskalation betreiben. Das ist gefährlich, darauf sollte man hinweisen, dem sollte man entgegenwirken.
    Frieden muss keinen Illusion sein, Krieg führt nur zu Elend.
    Es ist schon fast peinlich, wie auf das Gedicht von Günter Grass reagiert wurde. Jede Kritik an der israelischen Regierung, und die ist wirklich angebracht, wird sofort wutschnaubend als Antisemitismus gebrandmarkt. Ich sage es deutlich, die Regierung Nethanjahu ist eine Katastrophe, für Israel und den ganzen nahen Osten. Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Es muss möglich sein, dies deutlich zu sagen, ohne als Antisemit beschimpft zu werden.
    Dass die Regierung Ahmadineschad eine Möchtegernkopie von Hitlers Naziherrschaft ist, steht außer Diskussion, zu deutlich sind die Parallelen.
  7. #26

    Zitat von dachauerthomas Beitrag anzeigen
    Jede Kritik an der israelischen Regierung, und die ist wirklich angebracht, wird sofort wutschnaubend als Antisemitismus gebrandmarkt.
    Und das ist genau eben nicht so. Es geht nicht um die grundsätzliche Kritik, es geht darum, wie Grass es gesagt hat. Und da tappt er genau in die Falle "ich habe auch ausländische Freunde, aber ..." und "es muss doch mal gesagt werden, dass ..."

    Haben Sie hier schon mal Jubelartikel darüber gelesen, dass Israel eine Mauer baut oder sein Siedlungsprogramm weiter führt? Ich kann mich daran nicht erinnern. eher an kritische Artikel zu dem Thema.

    Also: Kritik an Israel wird natürlich nicht automatisch als Antisemitismus gebrandmarkt.
  8. #27

    Grass, Wulff - eine Linie

    Christian Wulff wurde "zurückgetreten", weil er nicht bereit war, den in der Schublade liegenden ESM-Vertrag ("verfassungsfeindliche Finanzdiktatur") zu ratifizieren. Günter Grass wird herabgewürdigt, weil er die heilige Kuh Israel (israelische Regierung) kritisiert.

    Deutsche Redakteure sehen sich als Sachwalter der Mainstream-Politik. Angesichts der Eigentums- und Machtverhältnisse bei den Medienkonzernen bleibt ihnen nichts anderes übrig.
  9. #28

    Merkwürdiger Ansatz !

    Zitat von kuehtaya Beitrag anzeigen
    Die breite Zustimmung glaube ich ihm unbesehen. Auch in der Öffentlichkeit. Schliesslich ist Antisemitismus in der Linken und bei den Islamophilen weit verbreitet. Widerspruch zu diesen Gruppen gilt als politisch inkorrekt und hätte es nicht Israel getroffen, aber wäre der Inhalt ähnlich abstruss gewesen, hätte er den immer gleichen Beifall für all die Asbstrusitäten erhalten, die bei diesen Themen als richtig und diskutabel gelten.
    Denn es bleibt dabei, die gesamte Nachbarschaft legt wert auf die Auslöschung Israels aus religiösen Gründen.
    Den Anspruch auf das Land kann man den Juden schlecht absprechen, da sie den Tempelberg schon 1600 Jahre vor der Entstehung des Islam bebauten, also heute schon mehr als 3000 Jahre anerkannte Geschichte an dieser Stelle aufzuweisen haben.
    Es geht um die Beanspruchung der einzigen Wahrheit mittels Gewalt in Israel und anderswo, bei der kleinen jüdischen Enklave inmitten der letztgültigen Wahrheit aber ganz besonders.

    Mit dieser Begründung würden Sie aber viele Konflickte gutheissen. Also alle Indianerstämme incl. der Südamerikanischen, alle Eskimos, die Ureinwohner von Australien usw..., Alle würden dann ja "gerechte Kriege" führen. Die waren alle schon vorher dort, wo jetzt Andere sind, die sie von dort vertrieben haben.

    Oder möchten Sie gerne mit zwei verschiedenen Maßen messen ?

    Das alles weil ein Gedicht ein Land anprangert, das sich atomwaffenrechtlich auf den Niveau von Nordkorea bewegt ?

    Ich bin zu Tode betrübt über jedes Leben dass genommen wurde und wird, in ganz besonderen Maßen hinsichtlich der deutschen Geschichte, über Jüdisches.
    Ich heisse deswegen aber auch keine von Israel ausgehende Gewalt gut.

    Im Gegensatz zu Israel hat der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, die friedliche Nutzung der Atomkraft steht ihm damit frei. Ob der Iran nun an A-Waffen bastelt, weiss ich nicht. Andere scheinen es ja zu wissen. Ich hoffe nur, dass diese Informationen etwas gehaltvoller sind als die zu Saddams Massenvernichtungswaffen.

    Ach, wussten Sie, dass das CIA 1973 Salvador Allende, den demokartisch gewählten Präsidenten Chiles aus dem Amt gepuscht hat und dafür diese unsägliche Mititärjunta unter Pinochet eingesetzt hat.

    Oder wussten Sie, das Bin Laden durch die Amerikaner aufgebaut und mit Waffen und ultraortodoxen Islamisten versorgt wurde um die Russen aus Afghanistan zu vertreiben.

    Auch Saddam Hussein war lange Jahre ein guter Verbündeter der USA.
    Aufgerüstet durch die Amerikaner hat er seit 1980 einen Angriffskrieg gegen den Iran geführt. Grundlos !

    Sagen wir einfach mal so: Ich nehme Aussagen der USA eigentlich eher als Lügen wahr.

    Mich macht das Gerede Israels bezüglich des Iran auch mehr als stutzig.
    Ein Land das in besetzten Gebieten, also nicht eigenen, sondern fremden Gebieten Siedlungen baut und nicht im Traum daran denkt diese Siedlungen bei einer Einigung wieder abzugeben, was soll man davon halten ? Disqualifizieren die sich damit nicht selber ?

    Ich habe absolut nichts gegen Juden, aber vor diesem Unrecht des israelischen Staates verliesse ich meine Augen auch nicht.
  10. #29

    Alte dürfen keine eigene Meinung mehr haben?

    Die Grundaussage des obigen Kommentars ist nahe an einer Beleidigung. Im Prinzip sagt der Autor nichts anderes, als dass Herr Grass Aussagen seiner Senilität geschuldet wären und unterstellt, dass alte Menschen ohnehin nicht mehr in der Lage wären, eine eigene Meinung sinnvoll zu vertreten - und daher zu schweigen hätten ... Schade, dass solche Meinungen ein Forum bei SPON finden.


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