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Grass' Israel-Schelte: Dichter im Abseits

dapdGünter Grass ist Schriftsteller - aber auch eine politische Figur. Sein Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran hat deshalb in Berlin heftige Reaktionen aus den Reihen von Regierung und Opposition provoziert. Die Zeilen des Nobelpreisträgers stoßen fast ausnahmslos auf Ablehnung.

Grass' Israel-Schelte: Dichter im Abseits - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #10

    Im Abseits.

    Zitat aus dem Artikel:
    "Das ist ein Gedicht und kein politischer Beitrag", sagt Montag. "Bei Günter Grass handelt es eben um einen Schriftsteller, und mit dem muss man sich nicht streiten."
    Mit wem soll man sonst streiten?
    Und ist ein Gedicht nicht Politik, wenn Politik menschliches Handeln/Denken ist?
    War Grass nicht genau das, was man im Deutschunterricht vor vielen Jahren einen streitbaren Geist nannte?
    Ist ein Schriftsteller und sein Werk in einem Vakuum, unangreifbar, unwidersprechbar?
    Nein.
    Hier muss widersprochen werden, hier muss Stellung bezogen werden.
    Ja zu Israel, nein zu diesem Iran. Das ist nicht diskutierbar, das ist nicht verhandelbar.
    Und Herr Grass sollte nocheinmal darüber nachdenken. Aus dem Abseits bekommt er vielleicht den besseren Überblick.
  2. #11

    Die Waffeninspektoren damals im Irak

    Na ja, zunächst muss man schon anmahnen, dass der iranische Präsident bei den Vereinten Nationen Reden gehalten haben soll, in denen er dem Land Israel unverhohlen an den Kragen wollte. Das ist nicht hinnehmbar. Dazu wird er jetzt noch verdächtigt Atomwaffen zu bauen. Beides zusammen ist ein großes Problem. Andererseits muss man aber doch eindringlich auf die Geschehnisse im Vorfeld des Irakkrieges hinweisen. Die von Bush vorgebrachten und hauptsächlich vom BND erfundenen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein hat es nie gegeben. Das steht zwischenzeitlich außer Zweifel. Der Krieg mit angeblich weit über 100.000 toten Zivilisten hat trotzdem stattgefunden. Und Grass? Vermutet, dass Israel auch so ein "Fehler" unterlaufen könnte wie Bush? Das anzumahnen ist wichtig und richtig. Die Rechtfertigung, warum er sich das traut, ist misslungen.

    Er hat es als Literaturnobelpreisträger für Literatur irgendwie ungeschickt formuliert. Vermutlich ist er mit seiner Biografie und dem Presseskanadal vor ein paar Jahren um seine verschwiegene SS-Jugend-Vergangenheit zu befangen und ungelenk damit. Er ist Nobelpreisträger für Literatur. Also bitte, nehmen Sie einer respektvollere Haltung ein. Alt-Nazi ist er sicher nicht.
  3. #12

    Alter, Geltungssucht, Arroganz

    Was mich an Günter Grass abstoßend verstört, ist seine unglaubliche Selbstabsolution, sein bigotter moralischer und absoluter Anspruch an die Handlungsmaximen von Menschen und Staaten. Ich frage mich, ob das mit Altersstarrsinn oder dem Nobelpreis zusammenhängt. Hierbei muss man nicht mal die Rekrutierung des Grass in die Waffen-SS bemühen. Die nahmen in der Endphase des WK 2, wen sie kriegen konnten. Dafür konnte er als Jugendlicher vermutlich nichts. Verschwiegen schien ihm trotzdem lange lange Jahre opportun. Fazit: Grass ist recht eitel und will wahrgenommen werden. Selbst im Alter noch.
  4. #13

    Zitat von innajjanni Beitrag anzeigen
    Nehmen wir mal an, der israelische Angriff verläuft planmäßig, die Atomanlagen werden konsequent zerstört und das Mullah-Regime (und vermeintliche Verbündete dieses Regimes) verzichtet auf Vergeltung und lenkt erneuten Friedensverhandlungen ein.

    Was würde passieren?

    Der Iran wäre zumindest vorläufig vollständig auf Erdöl angewiesen, da Atomstrom nicht mehr möglich wäre. Dies hätte ebenfalls eine Export-Verminderung zur Folge, was besonders uns Europäern nicht gefallen dürfte. Das Regime hingegen würde weiteren Rückhalt in der eigenen und in den angrenzenden Bevölkerungen erhalten und könnte sein verqueres Gedankengut besser in den Köpfen der Menschen verankern!

    Somit denke ich, dass Herr grass garnicht mal so verkehrt liegt. Wenn den Israelis und uns westlichen Verbündeten wirklich so viel am Frieden gelegen ist, dann müsste man viel eher das Mullah-Regime im Iran stürzen und einen demokratischen Wandel aktiv unterstützen.

    Durch einen israelischen Angriff aber (der nur auf die Atomanlagen zielt, nicht aber auf das Regime selber) - ob mit oder ohne Atombombe des Irans - wird sich die ohnehin angespannte Lage nur weiter verschärfen.

    Viele Grüße
    der iran gewinnt doch -offiziell- noch überhaupt keine energie aus akws.
    und zu grass´ geschreibsel: er redet dort von der auslöschung der iraner durch israel. dies wurde nie auch nur erwähnt und die israelis haben auch nicht die bevölkerung, sondern einzig die atomanlagen auf der- möglichen- abschussliste.. der iran hingegen will israel von der weltkarte löschen, das ist offizielle ansage. und daher ist dieses "gedicht" einfach dumm und geschmacklos. bei aller kritik an israel.
  5. #14

    er traut sich, Bewußtsein zu schärfen

    Gut dass er das Thema anspricht. Und damit eine Diskussion anstößt. Niemand sonst traut sich dazu klare Worte zu sagen. Selbst Obama traut sich nicht.Die Rechten dürfen das nicht, die Juden nicht, die Moslems nicht - und dennoch zieht da unten eine Gefahr auf, die bald nicht mehr beherrschbar ist. Deshalb ist der Vorschlag von Grass im Gedicht ,BEIDE Staaten in ihrem Atomprogramm international zu überwachen ,doch ein tolles Ziel für ALLE Politiker. Warum wird nicht in der Sache diskutiert sondern nur personalisiert und polemisiert ? Ist das die Hilflosigkeit unserer Politiker von rechts bis links ???



    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass ist Schriftsteller - aber auch eine politische Figur. Sein Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran hat deshalb in Berlin heftige Reaktionen aus den Reihen von Regierung und Opposition provoziert. Die Zeilen des Nobelpreisträgers stoßen fast ausnahmslos auf Ablehnung.

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  6. #15

    Blankoscheck ?

    Zitat von Apologet Beitrag anzeigen
    Ich bin selten mit Cem Özdemir einer Meinung.

    Heute bin ich`s.

    Gut gesagt: Keinen Zweifel lassen wer der Agressor ist und auf wessen Seite wir stehen werden.

    Gut gesagt.
    Derjenige der den ersten Militärschlag ausführt ist also nicht der Agressor ?
    Israel hat selbstverständlich das Recht auf SelbstVERTEIDIGUNG; aber rechtfertigt das einen völkerrrechtswidrigen Angriff auf ein souveränes UNO Mitglied ?
    Mit der israelischen Argumentation können Sie JEDEN Angriff auf einen anderen Staat rechtfertigen. Der Holocaust darf nicht als Freibrief zum Bruch des Völkerrechts dienen - dafür ist er zu wichtig, auch für die Israelis. Zum Glück gibt es dort auch gemässigte Stimmen. Man kann nur hoffen daß die Vernunft siegt.
  7. #16

    entrüstend?

    Ich habe grade das "Gedicht" gelesen, zunächst einmal ist es kein schönes Gedicht, es liest sich eher wie ein Halboffener Kommentar der eher aus ganz normalen versen eher wie eine Prosa anmutet. Das die juten Politiker und alle drüber entrüstet sind find ich super lustig. Wenn Herr Grass eine unbequeme Diskussion aufwirbeln wollte hat er das sehr gut geschafft, alle äussern sich shokiert. Hat er wirklich was unsagliches ausgesprochen? Für ein deutschen bestimmt... Ich stimme nicht in jeder Hinsicht zu, da der Wahnsinn dieser Region alle Menschen betrifft und garantiert nicht einsitig Israel ( was der Author des Gedichtes am Ende auch ausppricht um sich von einer Antisemitischen Haltung / Richtung zu distanzieren wenngleich jede Kritik zu Israel in dieser Richtung geht, was lustigerweise auch im Gedicht geschrieben wird um sich zu "entlasten" ). Man kann sicherlich keinen der Beteiligten hier die Hand reichen, die Spinnen eben alle allersamt. Leider werden irgendwelche Lobbyistische / Staats Interessen vertreten => aka das Israelische Volk ist teilweise auch gemässigt und will nicht diese Situation. Schwer schwer Stellung zu nehmen, vorallem für ein Deutschen. Generell gilt kein Tema sollte Tabu sein und alle Diskussionen sind interessant. Wer weiss, maybe hat Herr Grass den Ursprung des 4 Weltkrieges erkannt (3er war der Kalte Krieg). Heult jetzt rum, aber später wird solch ein Denkanstoss oder bedauern über die Auslieferung eines Ubootes was den Nuclear Dawn über die "unschuldigen" Zivilisten in Iran gebracht hat garantiert gewürdigt bzw als wegweisend Friedens bla bla gewürdigt. Was kann Israel nur machen für den Frieden? Dieses Thema ist wie über das Sinn des Lebens zu philosophieren, eine schöne Sache mit sehr sehr vielen wenn und abern und Gegensätzen und vorallem Paradoxen. So wie die Situation im Staate Palestina / Israel, und der ach so shockierende Kommentar eines Deutschen ex SS Opa-Schriftsteller... Show must go on.
  8. #17

    Grass ist nicht allein!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass ist Schriftsteller - aber auch eine politische Figur. Sein Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran hat deshalb in Berlin heftige Reaktionen aus den Reihen von Regierung und Opposition provoziert. Die Zeilen des Nobelpreisträgers stoßen fast ausnahmslos auf Ablehnung.

    Grass' Israel-Schelte: Dichter im Abseits - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Zum wiederholten Male üben Schriftsteller berechtigte Kritik am Kurs des Staate Israel. Mankell ( Wallander ), Jostein Gaarder ( Sofies Welt ) und jetzt Günter Grass sind tapfer genug, sich gegen Israels Kriegstreiberei zur Wehr zu setzen !
  9. #18

    Es lebe die Heuchelei!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Günter Grass ist Schriftsteller - aber auch eine politische Figur. Sein Gedicht zum Konflikt zwischen Israel und Iran hat deshalb in Berlin heftige Reaktionen aus den Reihen von Regierung und Opposition provoziert. Die Zeilen des Nobelpreisträgers stoßen fast ausnahmslos auf Ablehnung.

    Grass' Israel-Schelte: Dichter im Abseits - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ablehnung, weil endlich jemand sich wagt offen die Israel USA Politik im Nahosten in Frage zu stellen??.....oder weil man Angst hat wieder als Antizionistisch abgestempelt zu werden??...
  10. #19

    Schwierig

    Zitat von senneka Beitrag anzeigen
    Was mir dazu einfällt: Günter Grass hat in zwei Dingen recht.
    Es ist tatsächlich hierzulande so, dass man die Politik Israels nur äußerst vorsichtig kritisiert und man dabei immer betonen muss, dass man kein Antisemit ist.
    Grass hat außerdem recht in der Befürchtung, dass ein israelischer Präventivschlag auf den Iran massiv den Weltfrieden gefährdet und die terroristische Bedrohung, gerade auch für Israel selber, enorm erhöht.

    Vergessen hat er aber über die Bedrohung der Existenz Israels durch die iranische Atompolitik zu reden und darüber dass die Bedrohung des Friedens von der hasserfüllten iranischen Führung ausgeht und Israel eine Lösung sucht, sich dagegen zu wehren. Dass allerdings ein Präventivschlag eine vernünftige Lösung ist, bezweifle ich auch.
    Diesen Ansichten stimme ich zu.
    Israel und Iran haben Angst vor dem je anderen. Der "Westen" fürchtet, dass einer angreift. Grass mahnt konkret die Regierung, kein dt. U-Boot an Israel zu verkaufen. Das ist sozusagen das Einzige, was die dt. Regierung gegen den Krieg "tun" kann (außer Appellen u.ä.)


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