Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag

dapdIsraelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.

Kritik an Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE
  1. #150

    Zitat von Legacy Beitrag anzeigen
    Tut man es trotzdem wird man eben dafür hingehängt oder zerrissen. War das jemals anders ? Nein.
    Wo wurde irgendjemand hingehängt oder zerrissen? Wenn man sich kontrovers äußert, muss man sich der Kritik stellen können, ob über Israel, Einwanderung, Harz IV oder Nachtflugverbote. Kritik gehört nämlich auch zur freien Meinungsäußerung dazu, oder sehen Sie das anders?
  2. #151

    Wir Deuteschen müssen nur den Mut haben zu sagen,was wir für richtig halten,

    Zitat von Legacy Beitrag anzeigen
    Man muß sich nichts ansichtskonform hinbasteln. Es reicht völlig sich die Realität anzuschauen, meinen Sie nicht auch ?
    Es gibt eben Leute wie Grass, oder z.B. auch Sarrazin, die sprechen das aus was Millionen Menschen >denken<. Das ist das Problem in Deutschland wenn es um brandheiße oder kritische Themen geht - die Meinung darf man sich im Kopf bilden - aber um Gottes Willen nicht aussprechen, soweit sind wir hier schon Dank bestimmter Vereine, Räte und Institutionen. Tut man es trotzdem wird man eben dafür hingehängt oder zerrissen. War das jemals anders ? Nein.

    Die Deutschen sollten endlich auch den Mut haben, zu sagen, was sie für richtig halten, auch wenn wir die nach den Wertevorstellungen der westlichen Welt inakzeptable Politik der israelischen Machthaber kritisieren und dafür natürlich als Atisemiten beschimpft werden. Dieses Rückgrat müssen wir zeigen, wenn wir aus unserer Geschichte ein wenig gelernt haben.
    In vielen Kriegen hat sich Israel (mit Hilfe der USA) bravourös gegen arabische Angreifer verteidigt und die Sympathie der ganzen Welt war auf seiner Seite. Aber das ist lange her.
    Heute ist Israel bis an die Zähne bewaffnet, auch mit Atomwaffen, liquidiert seine Feinde nach eigenem Gutdünken überall auf der Welt, versucht Atomschläge zu provozieren (Angriff auf das US-Kriegsschiff "Liberty") und praktiziert eine menschenverachtenden Palestinenser- und Siedlungspolitik. Und dann noch die Erstschlagsgrier der herrschenden israelischen Machthaber, die angeblich so viel demokratischer und besser als die mittelalterlichen Glaubenskrieger im Iran sind. Heute genießt Israel nicht mehr die uneingeschränkte Sympathie auf dieser Welt. Unseren Wertevorstellungen in Europa entsprechen jedenfalls die Machthaber auf beiden Seiten nicht. Und das zu sagen, dazu müssen wir einfach nur den Mut haben, so wie Günter Grass. Die Warnung vor Kriegstreibern kommt zu spät, wenn der Nahe Osten in Flammen steht. Diffamierung als Antisemit, Hassprediger und dergl. sind argumentative Offenbarungseide, die uns nicht abschrecken.sollten! Man kann nur hoffen, dass unsere Regierung genug Rückgrad hat und sich nicht in einen Nah-Ost-Krieg hineinziehen lässt, der von einen sogenannten Präventivschlag Israels oder der USA provoziert wird.
  3. #152

    nene

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.

    Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    .........

    Das ist doch völliger Unsinn. Zwar ist dieses Gedicht, wie so viele Werke Grass` literarisch minderwertig, aber in der Aussage klar, berechtigt und eindeutig. Wo, bitte, soll das Klischee liegen, wenn das aggressive Verhalten Israels angeprangert wird, wenn angeprangert wird, daß Israel wie selbstverständlich und völlig unkontrolliert über Dutzende von Nuklearsprengköpfen verfügt, anderen Staaten aber schon das Streben nach diesen Waffen als teuflische Tat ausgelegt wird.
    Die Klischees pflegen also ganz andere!
    rabenkrähe
    Geändert von ( um Uhr)
    Es gibt ein Leben vor dem Tod. Der wahre Pazifist ist bereit, mit der Waffe für seine Überzeugung zu kämpfen.....
  4. #153

    Wo ??

    Zitat von d.dave Beitrag anzeigen
    Wo wurde irgendjemand hingehängt oder zerrissen? Wenn man sich kontrovers äußert, muss man sich der Kritik stellen können, ob über Israel, Einwanderung, Harz IV oder Nachtflugverbote. Kritik gehört nämlich auch zur freien Meinungsäußerung dazu, oder sehen Sie das anders?
    Ich bitte Sie - wie würden Sie das nennen was man derzeit mit Herr Grass macht oder seinerzeit mit Herr Sarrazin gemacht hat ? Das ist Zerriss vom Feinsten, wenn man das nicht schon mediale Hinrichtung nennen will. Aber ich gebe Ihnen insofern recht, das wer den Finger in die Wunde legt auch mindestens so stabil sein sollte um das entsprechend Maß an Gegenkritik zu vertragen. Wenn diese Gegenkritik jedoch, wie im Fall Grass, darin endet Antisemitismus zu unterstellen oder gar nicht abgelegte SS-Ideologie, so zeugt das von einer unglaublichen Argumentlosigkeit der Gegenseite und macht sie somit nicht besser als den Protagonisten in dieser Komödie. Und das ist ja wirklich nichts Neues von den Beschönigern der israelischen Politik.
  5. #154

    Zitat von Legacy Beitrag anzeigen
    Ich bitte Sie - wie würden Sie das nennen was man derzeit mit Herr Grass macht oder seinerzeit mit Herr Sarrazin gemacht hat ? Das ist Zerriss vom Feinsten, wenn man das nicht schon mediale Hinrichtung nennen will.
    Sollen jetzt Gegenmeinungen rationiert werden?

    Aber ich gebe Ihnen insofern recht, das wer den Finger in die Wunde legt auch mindestens so stabil sein sollte um das entsprechend Maß an Gegenkritik zu vertragen.
    Gut, dann sind wir einer Meinung.

    Wenn diese Gegenkritik jedoch, wie im Fall Grass, darin endet Antisemitismus zu unterstellen oder gar nicht abgelegte SS-Ideologie, so zeugt das von einer unglaublichen Argumentlosigkeit der Gegenseite
    Bei so viel Selbstinszenierung ist es auch logisch, dass er selbst auch als Thema seines Gedichts behandelt wird. Dass es nicht gut gegen ihn ausfällt, darf bei so einer Steilvorlage, die er selbst geliefert hat, nicht sonderlich wundern.

    Vielleicht hat er gehofft, dass der Antisemitismusvorwurf (den er selber thematisiert hat) das eigentliche Tabu wäre... tja, falsch gelegen. Auch das fällt mittlerweile unter der freien Meinungsäußerung, auch das muss er verkraften können.

    Meiner Meinung nach wird er weder durch Antisemitismus noch durch seine Vergangenheit getrieben, sondern durch seine unermessliche Geltungssucht.

    und macht sie somit nicht besser als den Protagonisten in dieser Komödie. Und das ist ja wirklich nichts Neues von den Beschönigern der israelischen Politik.
    Ihm ging es in diesem Publicity-Stunt nie um die eigentliche Debatte um Israels (genauer: Netanyahus) Politik, sondern um ihn selbst.
  6. #155

    Zitat von d.dave Beitrag anzeigen
    Ihm ging es in diesem Publicity-Stunt nie um die eigentliche Debatte um Israels (genauer: Netanyahus) Politik, sondern um ihn selbst.
    ...und was hat das nochmal mit der Frage der Richtigkeit der Aussage zu tun? Richtig - nix.

    Die einzige Antwort auf ein Argument ist ein Gegenargument, nicht das Verunglimpfen des Redners.
  7. #156

    Ich finde den Begriff Erstschlag überaus passend, wobei ich finde, das viel zu wenig über die Intention des Gedichtes nachgedacht wird.
    Denn sehr interessant an dem Werk von GG ist doch, das der Finger passend, wie gemacht, pünktlich, in die Wunde gelegt wurden ist. Und das auch noch von einem Deutschen.
    Hätte dieses Gedicht ein Franzose oder Engländer geschrieben, es wäre gar nicht hochgespült worden. dagegen Grass, gleich noch mit mit einer, wohl erzwungenen, SS-Vergangenheit.
    Ist denn keinem aufgefallem wem das ganze Theater nützt? Grass ist alt, der hat dadurch kaum mehr Schaden. Und auch keinen Nutzen. Wem nützt das Alles also? Denn würde es niemanden nützen, wäre das Gedicht nie erschienen. Mir fiel, als ich das erste mal von dem Gedicht hörte und die Andeutung auf einen atomaren Erstschlag von Israel, die Veröffentlichten Planspiele der Russen wie sie in 2 Wochen am Atlantik stehen könnten, ein. "Erträumt" von einer russischen Hellseheerin, aber mit ausgeklügeltem taktischen und richtigem Wissen. Hust, hust ich hör die trapsen. Damals wurde damit jeglicher , wenn auch nur gedachte, Vormarsch der Russen gestoppt. Einfach, in dem rechtzeitig ein Planspiel in der Öffentlichkeit auftaucht, das sie es könnten. Und jeder drüber nachsinnieren konnte und die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht wurde.

    Also zurück zum Gedicht, wirklich neu ist doch nur die Notiz das Atombomben fallen könnten, logisch korrekt da der Iran sich immer tiefer einbuddelt. Wenn, wenn nur so ein Plan in der Schublade tasächlich war, nun ist er hinüber. Also wem, nützt es? Na unserem Obama, der Wahlkampf macht und keinen Iran-Israel-Krieg möchte. Der, der Israel auch nicht die dicken Bunkerbrecher geben will, damit Israel sicher den Iran wegbomben könnte. So sitzt also der Israeli da und kann nicht, obwol wer, wie er öffentlich ja zugibt, gerne wöllte.
  8. #157

    Was ich sehe...

    ...ist ein einziger krasser Widerspruch

    In Deutschland sieht man sich (richtigerweise) in der historischen Verpflichtung gegenüber Israel (nie wieder Holocaust, Massenmord, Krieg von deutschem Boden) unterstützt aber im gleichen Atemzug die unkontrollierte, illegale Ausrüstung des zu beschützenden Staates mit Waffen, die zig Millionen Menschenleben auslöschen können....

    Nichts hören - Nichts sehen - Nichts reden - Staatsräson
  9. #158

    Dichterische Freiheit

    Die Doppelmoral, mit der die Diskussion seitens der Printmedien an erster Stelle geführt wird, zeigt auf, wie ubiquitär die Meinungsfreiheit in Deutschland vertreten (ist)/sein soll: am Besten nur für die Presse! Da ist Einer berühmt, ein gepriesener Dichter und Schriftsteller, und schreibt die Wahrheit, und was passiert: die sonst so auf Wahrheit und Überparteilichkeit geeichte Presse fühlt sich berufen, da noch einen drauf zu setzen, und wahrhaftiger den Wahrhaftigen zu rügen. Und wer sich alles opportunistisch ins Zeug legte! Eine Sauc(s)e, DAS! Aber seit wann ist es verpönt, die Außenpolitik eines souveränen Staates künstlerisch zu kritisieren? Nun, ich bin kein Dichter oder Schriftsteller, und sage: wo er Recht hat, hat er Recht!