Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers

Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag. Er sagt, es gehe ihm um den Weltfrieden. Aber das ist Mummenschanz. Tatsächlich will er auf den letzten Metern noch einmal Recht behalten - und zwar aus ganz persönlichen Gründen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825879,00.html
  1. #10

    Ja, wirklich?

    Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag
    Ist das so? Fragen sich das "alle"? Ich habe eher den Eindruck, dass man leidenschaftlich streitet, ob Grass nun im Recht oder Unrecht ist. Aber dass sich angeblich "alle" über seinen "Ausfall" wundern, halte ich doch für die recht subjektive Behauptung einiger Autoren. Ein zu simples und durchsichtiges Stilmittel, um für den restlichen Artikel eine Begründung zu finden. Man baue auf einem Fundament auf, dass man sich zu Beginn erstmal herbeischreibt.
  2. #11

    Es ist mir so was von peinlich...

    ... und ich verstehe auch nicht wirklich in Gänze, wie Herr Fleischhauer entgegen sonstigen Gepflogenheiten einen Kommentar verfassen kann, der voll und ganz den Punkt getroffen hat. Aber in diesem Fall muss ich voll und ganz zustimmen wenn nicht gar applaudieren.

    Dennoch erlaube ich mir, Herr Fleischhauer, Ihre Gedanke an einem Punkt noch etwas zu pointieren: Ihre Erklärung der Umschuldungstrategie von Schuld, die Grass hier vollzieht, ist ja nicht seine Erfindung sondern war vielmehr - psychologisch gesehen - eine der ganz wichtigen Voraussetzungen, die es deutschen Mördern erst erlaubte, Millionen von Menschen ins Gas resp. in die Vernichtung zu schicken. Erst das Bewußtsein, dass die Opfer eigentlich die Täter sind, wie es nun auch wieder bei Grass zum Ausdruck kommt, schuf die vermeintliche moralische Rechtfertigung und damit eine der wesentlichen Voraussetzungen, diesen größten Genozid aller Zeiten auch in die Tat umsetzen zu können.

    Also, lieber Herr Fleischhauer, wenn sie es schon denken, dann sprechen Sie es doch aus, "was bisher ungesagt blieb": In welche Tradition dieser alte Mann sich gerade (in vollem Bewußtsein, das ist wohl die Frage) stellt.
  3. #12

    Feige und Schamlos

    Also da fällt noch einer in das allgemeine journalistische Geheul ein, tut dann aber noch dazu so als ob er und nicht Gras die allgemein verachtete (wenn nicht verfolgte) Minderheitsmeinung vertreten würde.
  4. #13

    Häme eines Rechthabers

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag. Er sagt, es gehe ihm um den Weltfrieden. Aber das ist Mummenschanz. Tatsächlich will er auf den letzten Metern noch einmal Recht behalten - und zwar aus ganz persönlichen Gründen.

    Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Lieber Herr Fleischauer, wo ist hier der Sachverhalt? Ausser Häme und Polemik lese ich nichts. Gehen Sie bitte doch auf die Thematik ein und versuchen Sie die Argumente von Grass zu wiederlegen. Aber, das ist ja auch nicht Ihre Stärke.
  5. #14

    °^°

    Man Fleischhauer, was war das denn wieder für ein Ding?

    Bischen Mainstream-Dichter-Bashing? Klar, der Mann ist ja im linken Lager zu verorten.

    Das nächste mal reimt sich das abgelieferte Gedicht vielleicht auch, dann kann man es besser als Lyrik erkennen.
    Alle, die Lyrik auch ohne Reime erkennen können, können auch erkennen, auf welchem Niveau diese Kolumne mal wieder geschreiben ist.
  6. #15

    Sehr netter, polemischer Artikel :)

    ...und irgendwie erkennen die meisten Grass-Verteidiger nicht, dass sich niemand vor Israel-Kritik verwahrt - das ist schlicht nicht das, was Grass vorgeworfen wird.
  7. #16

    Zwischen zwei Haltestellen

    Zitat von Friedelmaus Beitrag anzeigen
    Wie schön für die Feuilltonisten, dass Grass sich mal wieder zum Anp. hergegeben hat. Wenn dieses Gedicht so schlecht,blöd, unklug, falsch, gemein ist - warum darauf reagieren?
    Das Jemand wie Günther Grass die Öffentlichkeit sucht, ist seinem Job immanent. Ich finde es lustig, wie viele "Kritiker" jetzt mit ihrem Gebell genau das tun, was er beabsichtigt.
    Friedelmaus
    Immerhin hat Grass mal wieder für Wind in den Feuilletons gesorgt. Ob dies nun die erhoffte Frische brachte oder bloß aufgewirbelten Staub?

    Fleischmanns Rezept ist allerdings altbewährt.
    Wozu sich mit den Argumenten des Gegners auseinandersetzen, wenn man ihm unlautere Motive unterstellen kann. Flugs noch ein paar schwarze Flecken aus der Vita dazu und fertig ist das Pamphlet zwischen zwei U-Bahn Haltestellen.

    Dies gilt allerdings für die meisten Kommentare:

    Die Frage der Bedrohung des Weltfriedens wird ebenso wenig erörtert wie die Erstschlagdoktrin. Dafür wird die Person einer eingehenden kritischen Betrachtng unterworfen. Reicht das denn?
  8. #17

    Zitat von Cube1974 Beitrag anzeigen

    Also bitte zeigen Sie mir doch beispielhaft, und sagen wir in einer Art "Beweis" auf, was für Sie dieses Gedicht zu einem "Ausfall gegen Israel" macht.

    C.
    Hallo? Haben Sie das Gedicht überhaupt gelesen?
  9. #18

    schweigen ist gold...

    Zitat von Friedelmaus Beitrag anzeigen
    Wie schön für die Feuilltonisten, dass Grass sich mal wieder zum Anp. hergegeben hat. Wenn dieses Gedicht so schlecht,blöd, unklug, falsch, gemein ist - warum darauf reagieren?
    Das Jemand wie Günther Grass die Öffentlichkeit sucht, ist seinem Job immanent. Ich finde es lustig, wie viele "Kritiker" jetzt mit ihrem Gebell genau das tun, was er beabsichtigt.
    Friedelmaus
    ...aber schweigen bedeutet auch zustimmung. und da grass nunmal nicht als provinzieller stimmungsmacher gilt (zu recht?) gebietet der sport eine antwort auf augenhöhe. bestand nicht das wertvolle an sarrazins publikation in der anregung der diskussion und der öffnung des themas für eine neue, große zielgruppe?
  10. #19

    Noam Chomsky Interview

    Es ist zwar etwas länger, aber ich denke dieses Chomsky-Interview
    Interview mit Noam Chomsky (1/4) - YouTube
    ist es durchaus wert mal angesehen zu werden.

    Und der Teil zu "außenpolitischen Strategien der USA, Israels und Europas in Bezug auf den Iran" gibt zumindest mal einen anderen Blickwinkel frei.

    Avram Noam Chomsky ist übrigens jüdischer Abstammung.