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Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers

Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag. Er sagt, es gehe ihm um den Weltfrieden. Aber das ist Mummenschanz. Tatsächlich will er auf den letzten Metern noch einmal Recht behalten - und zwar aus ganz persönlichen Gründen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825879,00.html
  1. #90

    Ich war schon oft in beiden Ländern.

    Zitat von Layer_8 Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, wieviele Foristen hier schonmal in Israel waren...

    oder im Iran
    Beruflich natürlich. Beide Länder sind etwa gleich unangenehm.
    Meiner Erfahrung nach ist die Anzahl der gefährlichen Spinner in beiden Ländern ungefähr gleich hoch. Der große Unterschied ist allerdings, daß wir das Geld für die Waffen, die wir Israel schenken, vorher erst im Iran verdienen müssen.
    Mit Israel un Iran haben sich zwei gesucht und gefunden.
    Mir tun nur die Bürger beider Länder leid, die sichtlich unter ihren radikalen Regierungen leiden.
  2. #91

    Nicht Fakten, sondern Einordnung

    Zitat von restauradores Beitrag anzeigen
    was ist an dem Fakt falsch, dass Israel sich jeglicher Kontrolle über SEIN Atomprogramm/Atomarsenal entzieht?
    Was an diesem Fakt ist ein "Ausfall"?
    Wieso hat ein sich bedroht gefühltes Israel etwas mit einer Entziehung Israels jeglicher Atomkontrolle zu tun?
    Was haben die Beweggründe von Günter Grass dieses so und jetzt zu schreiben mit dem oben genannten Fakt zu tun?
    Sie missverstehen. Niemand hat infrage gestellt, dass Israel nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten ist. Auch, wenn der Besitz solcher Waffen nicht bewiesen ist. Grass verwechselt hier aber Bedrohende und Bedrohte, und zwar in der naiven Art des nützlichen Idioten. (Zur Erinnerung, das sind die, die meinten in der UdSSR Stalins gebe es z.B. völlige Meinungsfreiheit). Nützliche Idioten sind nie dumm aber eitel und ertragen es nicht, dass sie keine Gestaltungsmacht haben, obwohl sie doch Intellektuelle sind. Bei Grass ist dieses Nichtertragen mittlerweile feststehender Bestandteil seiner Mimik geworden: Alle Linien zeigen nach unten. So werden aus diesen Leuten Besserwisser und Rechthaber, die mit einer kruden, sophistischen Logik kommen, die sich jeder Erfahrung und jedem gesunden Menschenverstand entzieht und immer, wie sie selbst, unrealistisch ist. Das ist ja auch der Grund, warum sie Intellektuelle sind und bei der Lösung der (Welt-)Probleme keine Role spielen.
  3. #92

    Sie Ärmster, schöner Urlaub ist perdu

    Zitat von abi68 Beitrag anzeigen
    Mir geht es ähnlich.
    Mein letzter schöner Urlaub in Israel war 1981, damals konnte man noch im eigenen Auto das Westjordanland besuchen.
    Seitdem hatte ich unzählige mal beruflich mit Israelis zu tun und mußte folgendes lernen: In diesem Land leben mittlerweile zu viele Menschen, die ich auf keinen Fall als Nachbar haben möchte.
    Deshalb bin ich froh, daß dieses Land 3,5 Flugstunden entfernt liegt und andere diese Nachbarschaft aushalten müssen.
    das muss schlimm sein: damals schöner Urlaub sogar mit eigenem Auto (von woher gebracht?). Und nun ein garstiges undemokratisches Land mit Revolutionsgarden, Gefängnis für Unverschleierte Frauen, Folterungen.... Ach so, da wären wir ja im Iran, und Sie waren ja in Israel. Aber dennoch, aber dennoch: Sie sollten mal mit dem eigenen Auto in den Iran Fahren, Iran fahren. Dann würde die Optik wieder korrigiert.
  4. #93

    beitrag

    Zitat von veritas75 Beitrag anzeigen
    Herr Grass hat lediglich darauf hingewiesen das die Juden das Potential dazu haben. Vernichtungspläne hat Herr Grass den Juden nicht unterstellt. Mit keinen Wort, Herr Fleischhauer! Wer so falsche Schlüsse zieht, stellt sich selbst ins Abseits.
    Zunächst Zu Ihrem gedanklichen Grundfehler: Juden sind nicht mit Israelis gleichzusetzen. Das eine bezeichnet den Anhänger einer bestimmten Glaubensrichtung (hier irrelevant), das andere den Angehörigen eines bestimmten Staates.

    Dann zu Grass' Grundfehler: Er unterscheidet nicht sauber - und das ist peinlich - zwischen Israelis und der israelischen Staatsführung. Die Israelis sind eine genauso meinungsverschiedene Bevölkerung wie die Deutschen. Die "Israelis" wollen deswegen gar nicht. Allenfalls einzelne.

    Somit bleibt festzustellen, dass Grass' wohl allein die israelische Staatsführung meinen kann, die aus 2 Motivationen handelt: 1. Sicherung der eigenen Macht durch Aufrechterhaltung des Konflikts und 2. Die Lehre der Vergangenheit, niemals "Schwäche" zeigen zu dürfen, was die israelische Staatsführung irrig mit "Konzessionen" gleichsetzt.
  5. #94

    57567567

    Zitat von fauleoma Beitrag anzeigen
    .............................................. natürlich mit Unterstützung der amerikanischen Juden. Wenn man genau hinhört, wird die Geschichte selbst Obama langsam zu heiß. Und das ein atomarer Erstschlag von Israel gegen den Iran einen Weltkrieg auslösen wird, wissen wir alle, .................................................. ...............
    hm, da muß ich mich mal als blöd outen. Mir war bisher nicht klar, daß ein israelischer Erstschlag einen Weltkrieg auslösen wird. Aus zwei Gründen:
    1. das ist nicht Kermits-was-passiert-dann-Maschine, es gibt keine Voraussage der Abfolge der Ereignisse. Also meine prinzipielle Skepsis gegen Leute, die behaupten den Gang der Dinge voraussehen zu können.
    2. Ich habe einfach noch nie über die Folgen eines israelischen atomaren Erstschlags nachgedacht, weil dieser selbst höchst unwahrscheinlich ist. Die Behauptung ist mir ernsthaft (na ja, hier im Forum kann man ja jeden Unsinn lesen) erstmals bei Grass untergekommen. Die ganze reale Debatte geht maximal um die Zerstörung iranischer Atomanlagen.
  6. #95

    Grass, Israelkritik und Antisemitismus

    Da "bricht" Grass sein Schweigen. Theatralisch, sonst wäre es überhört, denn Kritik an israelischen Kriegsdrohungen gibt es immerhin schon. Mit welchen Argumenten und ob erst mit 84, würde ich ihm bestreiten, aber der Streit über seine Intention bleibt Spekulation, wenn auch stets interessant im Land der Hitler und Henker, das typischerweise die ersten Konzentrationslager der Opposition vorbehielt - darunter auch einigen Dichtern und Denkern.
    Zu denen gehörte Grass damals nicht, sondern überlebte jung die Heimat im Untergang, fand wohl erst im Frieden die Ursache zur Wirkung einschließlich Holocaust, der im gewesenen Alltag begann.
    Wen solch Krieg und Massenversagen der Erwachsenenwelt nicht wenigstens ein Stück weit traumatisiert, ist suspekter als ein Grass in seiner Holperigkeit. Kurzum: Wenn Deutsche sich schwer tun mit Kritik an Israel, dann ist mir das lieber als wäre es umgekehrt.
  7. #96

    Viele Menschen fragen sich ...?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag. Er sagt, es gehe ihm um den Weltfrieden. Aber das ist Mummenschanz. Tatsächlich will er auf den letzten Metern noch einmal Recht behalten - und zwar aus ganz persönlichen Gründen.

    Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Sehr gehrter Herr Fleischhauer,
    Es sind sicher viele, die Ihre Ansicht teilen, aber erheblich mehr teilen sie nicht! Zumindest nicht die, die den Text gelesen haben.
    Vielmehr stelle ich Ihnen die Frage, ob die Inszenierung gespielter Entrüstung unter dem Vorwurf, Herr Grass habe per se eine Israelfeindliche Einstellung, eine leider dilettantisch entwickelte PR-Kampagne ist, um das Thema "Frieden in Nahost" in den öffentlichen Focus zu rücken!
    Es hätte keiner öffentlichen Diffamierung der Person Günter Grass bedurft, um auf die drohende Eskalation in Nahost aufmerksam zu machen.
  8. #97

    Ich bin entsetzt ...

    ... über das gleichgeschaltete Medien-, Politik- und gesellschaftliche Echo zu diesem "Gedicht" von Herrn Grass. Es verblüfft mich in welch kurzer Zeit dieses Statement ein so enormes, einheitliches Echo erzeugt.
    Unabhängig vom Inhalt, den ich persönlich zutreffend finde (und nicht als antisemitisch betrachte), kann doch in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmen. Wir preisen unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit. Aber wenn ein Tabuthema angesprochen wird, drehen alle durch.
    In diesem Fall: Äußert man Kritik an dem Handeln von Israel, ist man ein Antisemit.
    Ich habe bis jetzt noch nicht einen Versuch unserer meinungszeugenden Medien wahr genommen, in dem man sich objektiv mit den angesprochenen Punkten auseinandersetzt. Nur Polemik, Diskreditierung und Maulkorb- Argumentation.

    Achso.
    Lieber Herr Fleischhauer, besonders in den letzten 2 Absätzen Ihres Beitrages haben Sie sich für mich als seriöser Journalist disqualifiziert. Es schein mir, dass Sie sich über das "palästinensische Volk" lustig machen wollen. Sehr peinlich, da muss ich mich sogar für Sie fremd schämen.
  9. #98

    tintenkiller

    Zitat von swisssimon Beitrag anzeigen
    Bloss: Erwirbt sich jemand wirklich durch das Schreiben von Romanen die Kompetenz, die ihn dazu befähigen soll, die Rolle des glorreichen Augenöffners zu übernehmen?
    das ist aus meiner sicht die falsche frage.
    die eigentliche frage liegt m.e. nach in der motivation einer (solchen) stellungnahme. themen gibt es viele und zeitpunkte für die äusserung ebenfalls. auch die waffe, pardon, das medium ist frei wählbar. warum also jetzt und auf diese weise? grass selbst nennt den weltfrieden als motiv. edel edel. gut, mal angenommen er hätte recht - dann machen wir es so, wie er vorschlägt und dann ist alles gut? muss wohl, denn jetzt ist die tinte alle. pech fürs ozonloch, den müll, das wasser, die pandemien, die energie, der platz, den 1.fc köln undundund

    oder hatte er am ende doch einen anderen verwendungszweck für seine tinte in sinn?
  10. #99

    "Auf den letzten Metern" und.......

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alle fragen sich, was Günter Grass zu seinem Ausfall gegen Israel bewegt haben mag. Er sagt, es gehe ihm um den Weltfrieden. Aber das ist Mummenschanz. Tatsächlich will er auf den letzten Metern noch einmal Recht behalten - und zwar aus ganz persönlichen Gründen.

    Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ...... ähnlich formulierte Entgleisungen sind kennzeichnend für die babylonische Arroganz Fleischhauers. Man kann ihn getrost überlesen und vergessen, also zukünftig besser ersparen!








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