Grass belehrt Gabriel: "Dann eben Neuwahlen, verdammt!"

Die SPD ist seine Partei, aber kann es sein, dass Günter Grass meint, sie gehöre ihm tatsächlich? Der Nobelpreisträger diskutierte in Berlin mit SPD-Chef Gabriel. Eigentlich ging es um Grass' Rolle im Wahlkampf für Willy Brandt - dann aber schnell um den*aktuellen Kurs der Sozialdemokraten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...790586,00.html
  1. #60

    #48

    Zitat von abundzu Beitrag anzeigen
    Staatliche Aufsicht und Verstaatlichung sind für mich zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Und nach meiner persönlichen Meinung ist staatliche Aufsicht in so einem sensiblen und "systemrelevanten" Sektor dringender erforderlich als z.B. auf dem Benzinmarkt.
    Sie haben recht. Grass sprach von der staatlichen Kontrolle und nicht von Verstaatlichung.

    M.M.n. ist der Staat mit der ständigen Kontrolle der Banken überfordert. Ein Gesetz sollte hier Klarheit schaffen können. Ich plädiere für eine Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken. Das nimmt ihnen nebenbei auch die Systemrelevanz.
    Sollte eine Geschäftsbank dennoch staatliches Geld benötigen, kann sie dies gegen die Abtretung von Anteilen an den Staat bekommen.
  2. #61

    dann...

    Zitat von niepmann Beitrag anzeigen
    Mit diesem Spruch haben Sie tief ins Klo gegriffen.
    Lassen Sie den Bürger weg, dann ist diese Auffassung immer noch kotzbrockig, aber hinzunehmen.
    Als Bürger haben Sie die Pflicht, die Würde des Menschen und sein Recht auf freie Meinungsäusserung zu achten. Das impliziert auch die individuelle Position zum Internet.

    Die Relevanz eines Menschen mag man an seiner Sozialkompetenz
    bemessen, die Ihnen anscheinend fehlt. Grass hat sie.
    ...fangen sie doch mal mit ihrer Pflichterfüllung an und achten auch diese Meinungsäußerung.
    Kompetenz muss man haben, nicht beurteilen....
  3. #62

    ...

    Zitat von knut beck Beitrag anzeigen
    Grass Interventionen zugunsten meiner Partei, sind mir immer ein wenig peinlich gewesen. Leider ist die SPD völlig machtlos gegen diesen Literaturnobelpreisträger, der sich partout in den Kopf gesetzt hat, meine Partei mit seinen Statements zu beglücken.
    [...]

    ... begnüge ich mich damit, ihm einen gutgemeinten Wink mit dem Zaunpfahl zu geben.
    Ich hatte mich schon gewundert, wieso der selbsternannte Public Relations Manager der SPD hier noch nichts geschrieben hat - da isser ja endlich.

    Herr Beck - eine Partei, die spätestens seit grob geschätzten 12 Jahren jeden Wink mit dem Zaunpfahl (eigentlich winken viele schon mit ganzen Zäunen) ignoriert, weil die Fleischtöpfe des Neoliberalismus für diejenigen, die an den richtigen Stellen devot betteln, genügend Brosamen abwerfen - eine solche Partei sollte sehr leise sein, wenn es um die Belehrung anderer geht.

    Mag ja sein, daß Herr Grass nicht Ihre Vorstellung von Sozialdemokratie trifft.

    Meine und die vieler anderer trifft er sehr wohl.
    Sie dürfen natürlich Ihre historischen "Vorbilder" (wie Ebert/Noske, die die Revolution niederschlagen ließen, statt sich an ihre Spitze zu setzen, oder wie Schröder/Clement/Steinmeier, die die sozialdemokratischen Ideale noch einmal verrieten) gern weiter in ihren persönlichen rosabewölkten Himmel loben.
    Um es mit Volker Pispers zu sagen: "Wir haben Demokratie. Hier braucht man nicht mal nachdenken, bevor man was sagt."

    Aber Sie sollten dann mit den entsprechenden Reaktionen rechnen. Und umgehen können.