Prüfbericht: Ärzte machen mit Unsinn Kasse

Stoßwellen-Therapie, Vitamin-Kur, Schnarch-Entwöhnung: In deutschen Arztpraxen*erfreuen sich Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) großer Beliebtheit. Doch was ist Schrott und*was seriös?*Unabhängige Experten haben nun gängige IGeL*bewertet. SPIEGEL ONLINE zeigt zehn*klassische Fälle.*

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...810942,00.html
  1. #60

    Aerztegier

    Die im Bericht erwaehnte Lichttherapie bei Winterdepression ist durch folgendes zu toppen: Ich suchte einen neuen Arzt auf , wurde gruendlich untersucht mit dem Ergebnis, dass mein Sauerstoffgehalt im Blut zu niedrig sei (ich bin Raucher).
    Ich sollte 10 Sauerstofftherpiesitzungen a 30. Min. in der Praxis erhalten. Kosten fuer die Sitzung ca. 15 Euro.
    Ich habe erwiedert, ich wuerde mich lieber selbst therapieren und 10 Spaziergaenge a 60 Min. machen.
    Ich habe die Praxis nie wieder betreten.
  2. #61

    ....

    Zitat von emma Beitrag anzeigen
    ...Letztlich ist jeder erwachsene Mensch für sich selbst verantwortlich und hat jede erdenkliche Möglichkeit der Information über ein vielleicht fragwürdiges Angebot.

    Dass manche Ärzte Dank stetig schrumpfender Regelleistungsvolumen, steigender Regressforderungen und immer längerer Arbeitszeiten bei sinkenden Einkünften inzwischen nur noch über Privatleistungen ihre Praxis halten können, wäre auch mal ein interessantes Thema....
    Sorry, aber einen Arztbesuch und die Auswahl von Zusatzleistungen kann man eben nicht mit einem Einkauf im Mediamarkt vergleichen. Denn bei dem Aufschwatzen von derartigen Leistungen wird mit den Ängsten der Menschen vor Krankheit gespielt. Und es wird das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient, dass die Ärzte ja besonders gern thematisieren, schamlos ausgenutzt. Die Patienten sind eben nicht nur taffe, desillusionierte (was die Beweggründe der Ärzte anbelangt) und bestens informierte Mittdreißiger, sondern oftmals verunsicherte ältere Menschen, die noch alles glauben, was ihnen der "Gott in weiß" vorbetet.

    Und was die armen, am Rande der Pleite lavierenden, niedergelassenen Ärzte angeht:

    Vor nicht allzu langer Zeit stand im Spiegel ein Interview mit dem Vetreter der Ärzteschaft für die Verhandlungen über die Honorarhöhen. Darin bestätigte er, dass die mit den Kassen ausgehandelten Honorare für Allgemeinärzte einem Durchschnitt je Monat von 10.000 Euro je Praxis - nach Abzug aller Kosten (!!!) - entsprechen. Das Sahnehäubchen Privatpatient kommt dann noch obenauf.
    Wie ein Vorredner schon vorschlug: Alle Ärzte sollten Angestellte sein. Z.B. bei der Krankenkasse. Von mir aus sollen sie dafür auch 10.000 Euro/Monat erhalten. Dann bräuchten sie nämlich keine Energie mehr darauf zu verschwenden, den Patienten unnötigen Mist aufzuschwatzen und können sich voll und ganz dem widmen, was ja ihren Sonntagsreden entsprechend das Wichtigste ihres Berufes ist: Für die Patienten da zu sein.
  3. #62

    Krankheit als Weg

    Ich würde Ihnen allen mal das Buch "Krankheit als Weg" von dem Arzt R. Dahlke empfehlen, dann würden weitaus größere Zusammenhänge deutlich. Klassische Schulmedizin kann niemals heilen, immer nur Symptome ausschalten bzw. verschieben... Aber für die meisten ist es bequemer, weiterhin zum (Schul-)mediziner zu laufen und sich teure Behandlungen verschreiben zu lassen, anstatt die Eigenverantwortung für sich und die eigene Gesundheit zu übernehmen...
  4. #63

    Ihren Beitrag

    Zitat von saschaegg Beitrag anzeigen
    Wann lernen Ärzte eigentlich, dass die allermeisten gut ausgebildeten Akademiker weniger als 10000 Euro im Monat verdienen? Und die leisten auch nicht weniger für die Gemeinschaft als die Ärzte.
    unterschreibe ich sofort!

    Ein niedergelassener Arzt mit Kassenzulassung verdient nach Steuern / Praxiskosten / Altersvorsorge locker seine 100000-150000€ im Jahr und macht sich mit Sicherheit nicht kaputt in seinem Job....
    Dazu kommt, dass er für Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen im Normalfall noch nicht einmal zur Rechenschaft gezogen wird.
    Ein Paradebeispiel für schlampige und ignorante Arbeitsweise ist die Zunft der Orthopäden.... die züchten sich ihre Kunden heran und haben überhaupt kein Interesse an einer Heilung der Beschwerden... Im Gegenteil, die Kunden lassen fast alles mit sich machen in der vergeblichen Hoffnung auf Linderung.... Ich erlebe diese Veranstaltung jetzt seit 10 Jahren bei meiner Frau und mein Respekt vor dem Medizinerberuf ist auf einem maximalen Tiefpunkt angekommen....
    In meinem Beruf in der IT bemisst sich die Qualität meiner Arbeit nach dem Prinzip "geht oder geht nicht". Bei "geht nicht" gibt es Ärger mit dem Kunden oder kein Geld oder noch schlimmeres (Regress).
    Bei den Ärzten sind die Konsequenzen für Falschbehandlungen im Normalfall vernachlässigbar, dank der hervorragend funktionierenen Lobby....
  5. #64

    Zitat von Katzenliebhaber Beitrag anzeigen
    Wie die steigenden Arztzahlen zu werten sind wissen Sie sehr gut (Frauenanteil, Arbeitsbedingungen etc.).
    Der Trend geht sicherlich hin zu angestellen Ärzten zB in Ärztehäusern, deren Träger ganz unterschiedlich sein können.
    Und dann bin ich gespannt wie mit IGeL umgegangen wird, also zB Attesten oder Reiseimpfungen ;)
    Kasse macht immer einer.....
    Jede Arzthelferin, die aus dem Nähkästchen plaudert, kann über diese eine unter unzähligen anderen Betrugsmaschen in Arztpraxen (im ganz großen Stil werden hier die Geldpötte der Versicherungen/des Gesundheitssystems und die Geldbörsen der Patienten aka Opfer geschröpft zur rücksiochtslosen Selbstbereicherung einer kaum bis ncioht kontrollierten Mafia aus Ärtzen, Apothekern udn Pharmakonzernen) berichten. Igel-Leistungen, Abrechungsbetrug von nicht erbrachten Leistungen wobei der nicht stattgefundene aber abgerechnete Arztkontakt nur ein Punkt von vielen und der geringste ist, und unzählige Sachen mehrn in Zusammenarbeit mit besagten Apotheken udn Pharamkonzernen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist die Ärtzeszene und die gesamtze Gesundheitsbranchce incl. Kliniken eine große Mafia, ähnlich der Nahrungsmittelindustrie um Monsanto u.ä.
  6. #65

    Zitat von Katzenliebhaber Beitrag anzeigen
    Wie die steigenden Arztzahlen zu werten sind wissen Sie sehr gut (Frauenanteil, Arbeitsbedingungen etc.).
    Der Trend geht sicherlich hin zu angestellen Ärzten zB in Ärztehäusern, deren Träger ganz unterschiedlich sein können.
    Und dann bin ich gespannt wie mit IGeL umgegangen wird, also zB Attesten oder Reiseimpfungen ;)
    Kasse macht immer einer.....
    Jede Arzthelferin, die aus dem Nähkästchen plaudert, kann über diese eine unter unzähligen anderen Betrugsmaschen in Arztpraxen (im ganz großen Stil werden hier die Geldpötte der Versicherungen/des Gesundheitssystems und die Geldbörsen der Patienten aka Opfer geschröpft zur rücksichtslosen Selbstbereicherung einer kaum bis nicht kontrollierten Mafia aus Ärtzen, Apothekern und Pharmakonzernen) berichten. Igel-Leistungen, Abrechungsbetrug von nicht erbrachten Leistungen wobei der nicht stattgefundene aber abgerechnete Arztkontakt nur ein Punkt von vielen und der geringste ist, und unzählige Sachen mehr in Zusammenarbeit mit besagten Apotheken und Pharmakonzernen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist die Ärzteszene und die gesamtze Gesundheitsbranchce incl. Kliniken eine große Mafia, ähnlich der Nahrungsmittelindustrie um Monsanto u.ä.
    Traurig aber wahr - und das sind Berichte aus erster Hand, von vielen unterschiedlichen "ersten Händen". Realität in D. Und anderswo sicher auch.
  7. #66

    Zitat von Waldesmeister Beitrag anzeigen
    Also wer für solchen Blödsinn und überflüssige Behandlungen (und das sind die meisten dieser Dinge nunmal) aus seiner eigenen Tasche freiwillig Geld ausgeben will, kann das gerne machen. Derjenige muss dann halt auf andere schöne Dinge verzichten.
    ... genau wie einer, der sich 'nen Flachbildfernseher für 2.000 € kauft. Der muss dann halt auf eine nicht den WANZ-Kriterien entsprechende Medizin verzichten.
  8. #67

    Im Allgemeinen habe ich viel Respekt für die Medizin und bin immer wieder begeistert über die Fortschritte, die sie gemacht hat und immer noch macht.
    Die Dreistigkeit mancher, ich betone: mancher Vertreter der medizinischen Kunst eignet sich aber durchaus dazu, das Vertrauen in die Medizin - nach dem pars-pro-toto-Prinzip - wirksam zu untergraben.
    Beispiel aus eigener Erfahrung:

    Arzt A, um die 45. Praxis sieht aus wie ein Designerladen, Praxishilfen offensichtlich an der kurzen Leine und auf Perfektion angstgedrillt; im Warteraum Kunstalben, Yacht- und Polo-Hochglanzmagazine, Wasser mit Zitronenscheiben in dänischen Karaffen. Wartezeiten trotz minutengenau festgelegter Termine zwischen 30 und 60 Minuten:

    -> kleine OP nötig. Alles kein Problem, machen wir ambulant hier in der Praxis. Ach, Sie sind gesetzlich versichert…*schade… machen wir trotzdem, kostet mal eben eine kleine Zuzahlung, alles kein Thema…*na ja, so zwischen 1200 und 3500 Euro, das entscheiden wir erst bei der OP…*meine Kollegin macht das schon mit Ihnen ab, wir können auch noch eine Null-Zinsen-Finanzierung anbieten, das ergibt für Sie doch einen Zinsvorteil…
    Arzt B, um die 40. Moderne, aber eher schlichte Praxis, entspannte, professionelle und nette Stundenhilfen. Wartezeiten bei Terminen: zwischen null und drei Minuten:

    -> dieselbe kleine OP - kein Problem, machen wir in dem kleinen katholischen Krankenhaus um die Ecke, die GKV bezahlt das, Ihnen entstehen keine Kosten außer der normalen Krankenhaus-Zuzahlung von einigen Euro…

    Preisfrage: welcher Arzt hat mich als Patienten behalten? ;)

    Preisfrage 2: existiert die Praxis des Arztes A immer noch? (Hint: Die Antwort lautet "nein".)
  9. #68

    Hier mal ein Auszug aus den Therapieverfahren eines Heilpraktikers:

    Fußreflexzonentherapie
    Rückenbehandlung nach Breuß-Dorn
    tibetanische Rückenmassage (energetische Rückenarbeit)
    Lymphdrainage
    Homöopathie
    Schüßler Salze
    Bachblütentherapie
    Phytotherapie
    Immunaufbau (Eigenblut-, Mistel-, Thymustherapie / Aufbauspritzen)

    Wo auf der Kassenagitationsseite gegen Igel-Leistungen tauchen die Heilpraktiker auf? Verlangt da jemand 24 h Bedenkzeit? Wird da von Kassenseite gepoltert? Nein! Und das völlig zu Recht. Denn warum sollte der mündige Bürger nicht selbst entscheiden.
  10. #69

    Eigenverantwortung

    Zitat von flanke Beitrag anzeigen
    Sorry, aber einen Arztbesuch und die Auswahl von Zusatzleistungen kann man eben nicht mit einem Einkauf im Mediamarkt vergleichen. Denn bei dem Aufschwatzen von derartigen Leistungen wird mit den Ängsten der Menschen vor Krankheit gespielt. Und es wird das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient, dass die Ärzte ja besonders gern thematisieren, schamlos ausgenutzt. Die Patienten sind eben nicht nur taffe, desillusionierte (was die Beweggründe der Ärzte anbelangt) und bestens informierte Mittdreißiger, sondern oftmals verunsicherte ältere Menschen, die noch alles glauben, was ihnen der "Gott in weiß" vorbetet....
    Ich kaufe mir kein Gerät, ohne mich vorher gründlich zu informieren. Genauso verfahre ich auch, wenn eine größere medizinische Behandlung nötig sein sollte. Im übrigen kümmere ich mich, wie viele andere Menschen auch, ggf. um meine "verunsicherten, älteren" Verwandten, wenn sie Unterstützung wünschen. Und falls ich zu einem Arzt kein Vertrauen aufbauen kann, gehe ich natürlich zu einem anderen - die freie Arztwahl haben wir ja zum Glück noch in Deutschland.

    Es ist natürlich immer einfacher, die Folgen von Desinteresse und eigener Nachlässigkeit auf andere abzuschieben. Die "Götter in weiß" sind übrigens irgendwann im letzten Jahrhundert ausgestorben. Heute werden sie nur noch selten beschworen, meist wenn die Argumente schwach sind.