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Präsidentschaftswahlen: Ägyptens Militär kämpft um seine Handelsmacht

Getty ImagesSie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels: Ägyptens Armee ist eine gigantische Wirtschaftsmacht - und will es auch nach der Wahl bleiben. Die Generäle blockieren jede Reform. Doch ohne sie kann der neue Präsident den maroden Staat kaum retten.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...834623,00.html
  1. #1

    Was erforderlich ist,

    ist erstens eine zweite Privatisierungswelle. Eine erste fand unter Wirtschaftsminister Rachid im Jahre 2004 statt, gekoppelt mit starker Handelsliberalisierung. Die Ergebnisse waren erstaunlich; die Jahre 2005-08 zählten zu den besten in der ägyptischen Wirtschaftsgeschichte.
    Zweitens wäre eine Reform des Arbeitsmarkts dringend notwendig. In einer 2008 durchgeführten Studie des Werltwirtschaftsforums über die Effizienz nationaler Arbeitsmärkte landete Aegypten von 134 untersuchten Ländern auf dem letzten Platz. Der (formelle) Arbeitsmarkt ist völlig überreguliert, niemand blickt durch die zahlreichen Bestimmungen durch. Es ist Praxis, dass Arbeitnehmer am erwsten Arbeitstag eine undatierte Kündigung unterschreiben müssen, mittels derer sie später jederzeit entlassen werden können. Für die meisten Unternehmer und Arbeitnehmer bleibt daher nur die Flucht in die Informalität. In den Staatsbetrieben hängen Anstellung und Bezahlung leider eher von Beziehungen als von persönlicher Leistung und Fähigkeit ab. Dauerhaft schadet das der Wirtschaftsleistung und versaut die Moral.
  2. #2

    jede Regierung gut, die...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels: Ägyptens Armee ist eine gigantische Wirtschaftsmacht - und will es auch nach der Wahl bleiben. Die Generäle blockieren jede Reform. Doch ohne sie kann der neue Präsident den maroden Staat kaum retten.

    Ägypten Militär will Macht in der Wirtschaft nach den Wahlen wahren - SPIEGEL ONLINE
    Mir ist jede Regierung Ägyptens recht, die den Menschen in den von Israel besetzten Palästinensergebieten ihre Würde wiedergibt und die Verträge mit Israel aufkündigt, die unter Mubarak zum Vorteil desselben und Israels abgeschlossen wurden.
  3. #3

    Demokratie schreien hilft bestimmt

    Die Entstehungsgeschichte dieses Trusts ist nicht uninteressant. Vielleicht hätte man auch erwähnen können, daß das Land seit Nasser deutliche sozialistische Tendenzen hat. Oder man hätte die feine aber kleine Information unters Volk bringen können, daß die Finanzierung des Militärs ausschließlich durch die USA erfolgt, die auch den Staatshaushalt massiv unterstützen. Vielleicht könnte man auch mal erwähnen, daß Ägypten bettelarm ist, und das funktioniert nur mit schützenden Notkonstruktionen. Was Ämterpatronage und Schiebereien angeht, waren wir im Mittelalter schon weiter.

    Schreibt doch mal was über die verwandtschaftlichen und finanziellen Beziehungen im Verlagswesen sagen wir mal in Uganda. Oder St. Pauli.
  4. #4

    Arabischer Frühling?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels: Ägyptens Armee ist eine gigantische Wirtschaftsmacht - und will es auch nach der Wahl bleiben. Die Generäle blockieren jede Reform. Doch ohne sie kann der neue Präsident den maroden Staat kaum retten.

    Ägypten Militär will Macht in der Wirtschaft nach den Wahlen wahren - SPIEGEL ONLINE

    Über 85 Prozent der Bevölkerung in Ägypten haben die Islamisten und die Moslembruderschaft gewählt. Wenn es nach dem Volk geht entsteht dort ein islamistischer Gottesstaat mit all seinen Folgen. Islamische Milizen werden dann Jagd auf unverschleierte Frauen und auf alles "nicht-islamische" mache. Gemäßigte Moslems und christliche Kopten werden nach Europa zu Millionen fliehen müssen. Gott sei Dank gibt es in Ägypten ein Militär, dass die fanatischen Islamisten in Schach halten kann.

    Gott sei Dank für uns hier in Europa!
  5. #5

    Zusammenfassung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels: Ägyptens Armee ist eine gigantische Wirtschaftsmacht - und will es auch nach der Wahl bleiben. Die Generäle blockieren jede Reform. Doch ohne sie kann der neue Präsident den maroden Staat kaum retten.

    Ägypten Militär will Macht in der Wirtschaft nach den Wahlen wahren - SPIEGEL ONLINE
    Das kann man dann wohl für die zukünftige Entwicklung folgendermaßen zusammenfassen: Entweder ein islamistischer Präsident setzt sich gegen das Militär durch und wirtschaftet das Land komplett herunter, oder es gibt einen Präsidenten von Militärs Gnaden, unter dem der Status quo zumindest gewahrt wird; sozusagen Mubarak reloaded ...
  6. #6

    Kein Wunder

    "Sie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels"

    Kein Wunder, dass diese Armee bei Angriff der Israels 1967 förmlich zerbröselte. Wie alte Backwaren und Nudeln und wie der Putz bei den Luxushotels.
  7. #7

    Geschichtsschreibung

    Zitat von Grafsteiner Beitrag anzeigen
    "Sie betreibt Bäckereien und Tankstellen, Nudelfabriken und Luxushotels"

    Kein Wunder, dass diese Armee bei Angriff der Israels 1967 förmlich zerbröselte. Wie alte Backwaren und Nudeln und wie der Putz bei den Luxushotels.
    Ist das eine Andeutung, daß eine weit unterlegene Armee ein technisch hochgerüstetes Land hat überfallen wollen ?
  8. #8

    Titel

    Zitat von internetwitcher Beitrag anzeigen
    Über 85 Prozent der Bevölkerung in Ägypten haben die Islamisten und die Moslembruderschaft gewählt. Wenn es nach dem Volk geht entsteht dort ein islamistischer Gottesstaat mit all seinen Folgen. Islamische Milizen werden dann Jagd auf unverschleierte Frauen und auf alles "nicht-islamische" mache. Gemäßigte Moslems und christliche Kopten werden nach Europa zu Millionen fliehen müssen. Gott sei Dank gibt es in Ägypten ein Militär, dass die fanatischen Islamisten in Schach halten kann.

    Gott sei Dank für uns hier in Europa!
    Haben Sie schon mal daran gedacht, das sich das Militär aus der Aegyptischen Bevölkerung rekrutiert? Wer sagt ihnen, das der Prozentsatz der Islamwähler bei den Uniformierten niedriger ist als im Rest der Bevölkerung? Was die Jagd auf alles "nicht-islamische" angeht, wenigstens einer der Gottesstaaten ist da eher tolerant. Der Iran hat z.B. eine relativ grosse jüdische Gemeinde.
  9. #9

    Nicht viel anders als anderswo!

    Ganz ähnlich verhält es sich auch in anderen Ländern auf der Erde! Denn wer die Macht hat, hat bekanntlich auch das Geld! Und das wissen auch die Generäle! Oder ein paar hohe KP Funktionäre aus China, die allerdings nach außen hin von sich behaupten, immer noch ein paar überzeugte Kommunisten zu sein! Und das ganze nutzen, um andere Leute, die gegen die eigenen Finanzinteressen verstoßen, ins Gefängnis zu werden oder aber unter Hausarrest zu stellen! Und wenn nichts anderes wirklich fruchtet, ist man auch dazu bereit, sie umzubringen! (Oder gegen die eigene Bevölkerung auf brutalste Art und Weise militärisch vorzugehen!) Putin in Russland ist da nicht wirklich viel anders (mit bereits 130 Millionen Dollar als eigenem privaten Vermögen, wie unlängst in einer russischen Zeitung zu lesen!) Ebenso wie der Sohn von Diktator Kim Jong II aus Nordkorea und ein paar seiner engsten politischen Freunde! Erstwenn wir diese (zugegebenermaßen im Einzelfall manchmal nur sehr schwer zu durchschauenden weil mitunter sehr komplexen) Zusammenhänge klar erkennen und sie uns bewußt machen, der kleine Mann auf der Straße, aber auch einige der Politiker an der Spitze unserer westlichen Demokratien selber, werden wir irgendwann dazu in der Lage sein, als Weltgemeinschaft auch gezielt dagegen vorzugehen! Mit dem Ziel vielleicht einer besser Welt! Für uns alle! Mark S. Reade, Komponist, Hannover


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