Präsidentschaftswahl in Russland: Putins falsche Mehrheit

APIm Wahlkampf hat der künftige Kreml-Herr ganz auf seine klassische Klientel gesetzt: die mehr als sechzig Millionen Russen, die von Staatsgeldern abhängen. Junge, gut-ausgebildete Großstädter aber, die er zur Modernisierung der Wirtschaft braucht, hat er verprellt.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...819192,00.html
  1. #40

    Des Euro falsche Mehrheit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Wahlkampf hat der künftige Kreml-Herr ganz auf seine klassische Klientel gesetzt: die mehr als sechzig Millionen Russen, die von Staatsgeldern abhängen. Junge, gut-ausgebildete Großstädter aber, die er zur Modernisierung der Wirtschaft braucht, hat er verprellt.

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    Ja ja, zum Euro wurden wir auch befragt und konnten wählen, oder? Ach ne, durften wir nicht, unsere Bundestagelite wusste es für uns ja besser. Und Putin weiß, was für Russland das beste ist.

    Euro und Intransparenz,das gehört zusammen. Lasst uns erstmal vor der eigenen Haustür kehren, dann können wir mit dem Finger auf andere zeigen.

    Echt, als junger deutscher Bürger lach ich über solche Meldungen. Der Vergleich von mir ist dreist, aber hey, die Banken sind noch immer dreist, und unsere Politiker machen da auch noch mit. Also bin ich auch dreist, die Bundstagsabgeordneten sind meine Vorbilder :)
  2. #41

    Lupenreine Demokraten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Wahlkampf hat der künftige Kreml-Herr ganz auf seine klassische Klientel gesetzt: die mehr als sechzig Millionen Russen, die von Staatsgeldern abhängen. Junge, gut-ausgebildete Großstädter aber, die er zur Modernisierung der Wirtschaft braucht, hat er verprellt.

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    Für lupenreine Demokraten wie den Herrn Matthias Schepp gibt es natürlich falsche und richtige Mehrheiten.
    Wird der "Richtige" gewählt, dann von der richtigen Mehrheit.
    Wird der "Falsche" gewählt, dann von der falschen Mehrheit.
    Saubere Demokraten seid ihr alle, die so denken! Und dazu gehört offenbar eine große Zahl westlicher Journalisten.
  3. #42

    Qualität des Artikels

    Zitat von arthur_dannenberg Beitrag anzeigen
    "Putins Mehrheit ist eine quantitative, aber keine qualitative".
    Es ist schon befremdlich, von einer Redaktion, die als links gilt, solche Sätze zu hören. Sie bedient sich dabei der Rethorik aus dem Lager der russichen "liberalen" Opposition. Die letztere erlaubt sich Phrasen wie "Russisches Volk ist ein genetischer Abschaum". Bravo Spiegel!
    Ich bin kein SPON-Journalismus-Freund, wie man aus anderen Strängen weiss. Diesen Artikel muss ich aber mal verteidigen. Das ist gut recherchiert, nicht primitive Stimmungsmache und auch eine gute Analyse, die einwandfrei als solche zu erkennen ist.

    Ein Lichtblick zum Sonntag. Danke, Herr Schepp!
  4. #43

    Doch, ich kann mich erinnern

    Zitat von shorty969 Beitrag anzeigen
    Dann erzählen Sie uns doch jetzt mal, welche qualitativ hochwertigen Kandidaten denn nicht zugelassen wurden. Die müssen irgendwie an mir vorüber gegangen sein. Kann mich auch nicht daran erinnern, das da mal welche hier bei SPON vorgestellt wurden.
    Der Spiegel hat darüber mal berichtet. Irgendwelche schmalbrüstige Marionetten der Oligarchen. Vielleicht wird Putin ja deshalb gewählt, weil er nicht einer dieser Blutsauger am russischen Volk ist, der seine Lebensabschnittsgefährtin in Nizza mit Juwelen behängt.
  5. #44

    Westliches Missverständnis

    Zitat von Eluis Beitrag anzeigen
    Ich kann ja meistens den SPON Artikeln nicht zustimmen, aber dieser hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Putin wird das Land eher nach rückwärts bewegen, Richtung SU. Das kann man aber auch so sehen. Ein rückständiges Russland, welches als Hauptrohstofflieferant brav liefert ist eigentlich im europäischen Sinne. Für die Einheimische Bevölkerung bleibt eben alles wie gehabt.

    Bin froh, dass ich da nicht leben muss.
    Das - recht bornierte - Missverständnis vieler "Westler" ist ja, dass ein Staat für wirtschaftlichen und sozialen Fortschrit zwangsläufig Demokratie - und hier auch nur das, was der jeweilige Autor darunter versteht - braucht. Was aus westlicher Sicht politisch "rückwärtsgewandt" wirkt, muss nicht automatisch schlechter funktionieren (aus Sicht der Einheimischen) - fragen Sie nur mal die Leute in Singapur, ob sie lieber einen Wulff und grüne Wutbürger hätten als ihr autoritäres "alles sauber" Regime... Die Antwort wäre für Sozialromantiker sicher enttäuschend... Für das funktionieren der Volkswirtschaft ist einzig nötig, dass der Staat die adäquaten Rahmenbedingungen schafft (in Russland aktuell bei weiten nicht gegeben), ob diesem Staat nun aber am Ende des Tages ein Mann, eine Partei oder ein demokratisches Parlament vorsteht, ist der Ökonomie herzlich egal.
  6. #45

    Die Falsche Mehrheit

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Putins Mehrheit ist eine quantitative, aber keine qualitative"
    Putins Sieg: Die falsche Mehrheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Ich gebe Ihnen Recht, Herr Schepp. Das Prinzip "EINE PERSON, EINE STIMME" ist längst überholt. Es kann nicht sein, dass ein unerfahrener, ungebildeter, politisch uninformierter Bürger genau soviel Gewicht in Wahlentscheidungen erhält wie andere.

    Ich bin für die Einführung der Stimmgewichtung. Im Übrigen gar kein neues Prinzip, da es im alten Rom geläufig war. Vorstellbar wäre, dass die Stimme von ungebildeten, uninformierten, aber auch kinderlosen oder arbeitslosen Bürgern weniger Gewichtung erhält.

    Mit einer solchen Regelung hätte Putin die Wahl nie gewonnen, was ja unser Hauptanliegen ist.
  7. #46

    In Deutschland sinkt die Kaufkraft

    Zitat von thueringenomsker Beitrag anzeigen
    im Gegensatz zu Deutschland oder den pleiten USA kann sich Putin in Russland leisten, die Renten, die Gehaelter der Beamten und Staatsangestellten, der Polizei und der Armee sowie viele andere Sozialleistungen um teilweise bis zu 100%!!!! zu erhoehen!!
    (...)
    "231 %, bitte.

    Wie man einem Artikel entnehmen kann, auf dem hier im Forum hingewiesen wurde. Beruht auf Zahlen des russischen Statistischen Bundesamtes. Und die brauchen nicht zu fälschen, um der politischen Klasse zu dienen. Weil das echte Erfolge von Politik sind.

    Die dort angegebenen Zahlen haben mich vom Stuhl gehauen. Ich glaube, ich muss mal meine "Nachrichtenmagazin" wechseln. Denn bei dieser manipulierten Informationsvergabe bleibt man ja einer der Deppen im "Tal der Ahnungslosen".
  8. #47

    Demokratie

    Zitat von rascher Beitrag anzeigen
    Für lupenreine Demokraten wie den Herrn Matthias Schepp gibt es natürlich falsche und richtige Mehrheiten.
    Wird der "Richtige" gewählt, dann von der richtigen Mehrheit.
    Wird der "Falsche" gewählt, dann von der falschen Mehrheit.
    Saubere Demokraten seid ihr alle, die so denken! Und dazu gehört offenbar eine große Zahl westlicher Journalisten.
    Herr Schepp behauptet nicht, dass die Wahl undemokratisch war, zumindest kann ich das in dem Artikel nicht finden.

    Herr Schepp behauptet nur, dass Herr Putin diejenigen vergrätzt hat, die er für die Umsetzung seiner Ziele am Nötigsten bräuchte.

    Und glauben Sie mir, das hat er. Ich habe russische Bekannte aus genau dieser Gruppe.

    Uebrigens, selbst wenn die Analyse nicht so treffend wäre: Wie schon oben gesagt, ist dieser Artikel in seiner Qualität ein seltener Lichtblick auf SPON. Ich würde das auch anerkennen können, wenn ich in dieser Frage anderer Meinung wäre (wie ich es bisweilen bei der Kolumne "Frau Sibylle" getan habe).
  9. #48

    Mehr als sechzig Millionen Wähler

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Wahlkampf hat der künftige Kreml-Herr ganz auf seine klassische Klientel gesetzt: die mehr als sechzig Millionen Russen, die von Staatsgeldern abhängen. Junge, gut-ausgebildete Großstädter aber, die er zur Modernisierung der Wirtschaft braucht, hat er verprellt.

    Putins Sieg: Die falsche Mehrheit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Mehr als sechzig Millionen Wähler und über 50% aller Wählerstimmen bei ca. 60% Wahlbeteiligung sind in Rußland ein Mißtrauensvotum der Wähler.
    Das ist bei uns anders. Wenn hier eine Partei knapp 5% der Stimmen aller Wähler erhält, dann darf sie sie Mitregieren, den Vizekanzler stellen und Wirtschafts- und Außenpolitik machen. Weil sie demokratisch gewählt wurde
  10. #49

    Zitat von el-gato-lopez Beitrag anzeigen
    Das - recht bornierte - Missverständnis vieler "Westler" ist ja, dass ein Staat für wirtschaftlichen und sozialen Fortschrit zwangsläufig Demokratie - und hier auch nur das, was der jeweilige Autor darunter versteht - braucht. Was aus westlicher Sicht politisch "rückwärtsgewandt" wirkt, muss nicht automatisch schlechter funktionieren (aus Sicht der Einheimischen) - fragen Sie nur mal die Leute in Singapur, ob sie lieber einen Wulff und grüne Wutbürger hätten als ihr autoritäres "alles sauber" Regime... Die Antwort wäre für Sozialromantiker sicher enttäuschend... Für das funktionieren der Volkswirtschaft ist einzig nötig, dass der Staat die adäquaten Rahmenbedingungen schafft (in Russland aktuell bei weiten nicht gegeben), ob diesem Staat nun aber am Ende des Tages ein Mann, eine Partei oder ein demokratisches Parlament vorsteht, ist der Ökonomie herzlich egal.
    Soweit Sie die Demokratie kritisieren, die in der Ausgestaltung des immer weiteren Ausbaus des Sozialstaats immer höhere Rechnungen auftürmt, die von späteren Generationen zu bezahlen sind, gebe ich Ihnen vollkommen recht.

    Die Diktatur KGB-Putins ist eben jedoch nicht mit der in Singapur zu vergleichen, da sind die Chinesen eben viel klüger und die russische Räuberdespotie viel dümmer. Russland wird nicht Äonen wie Singapur werden, dafür gibt es viele Gründe, z.B.

    1) Diebesmentalität der Staatsorgange
    2) Weitverbreitete Korruption
    3) keine wettbewerbsfähige Industrie ausser Waffenproduktion und -handel
    4) Schiere Grösse des Landes, unterentwickelte Infrastruktur
    5) Mafiöses Rechtssystem