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Präsidentschaftswahl in Russland: Putins falsche Mehrheit
APIm Wahlkampf hat der künftige Kreml-Herr ganz auf seine klassische Klientel gesetzt: die mehr als sechzig Millionen Russen, die von Staatsgeldern abhängen. Junge, gut-ausgebildete Großstädter aber, die er zur Modernisierung der Wirtschaft braucht, hat er verprellt.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...819192,00.html
- #40 04.03.2012 17:33 von JohnBlank
Des Euro falsche Mehrheit
Ja ja, zum Euro wurden wir auch befragt und konnten wählen, oder? Ach ne, durften wir nicht, unsere Bundestagelite wusste es für uns ja besser. Und Putin weiß, was für Russland das beste ist.
Euro und Intransparenz,das gehört zusammen. Lasst uns erstmal vor der eigenen Haustür kehren, dann können wir mit dem Finger auf andere zeigen.
Echt, als junger deutscher Bürger lach ich über solche Meldungen. Der Vergleich von mir ist dreist, aber hey, die Banken sind noch immer dreist, und unsere Politiker machen da auch noch mit. Also bin ich auch dreist, die Bundstagsabgeordneten sind meine Vorbilder :) - #41 04.03.2012 17:33 von
Lupenreine Demokraten
Für lupenreine Demokraten wie den Herrn Matthias Schepp gibt es natürlich falsche und richtige Mehrheiten.
Wird der "Richtige" gewählt, dann von der richtigen Mehrheit.
Wird der "Falsche" gewählt, dann von der falschen Mehrheit.
Saubere Demokraten seid ihr alle, die so denken! Und dazu gehört offenbar eine große Zahl westlicher Journalisten. - #42 04.03.2012 17:34 von
Qualität des Artikels
Ich bin kein SPON-Journalismus-Freund, wie man aus anderen Strängen weiss. Diesen Artikel muss ich aber mal verteidigen. Das ist gut recherchiert, nicht primitive Stimmungsmache und auch eine gute Analyse, die einwandfrei als solche zu erkennen ist.
Ein Lichtblick zum Sonntag. Danke, Herr Schepp! - #43 04.03.2012 17:38 von
Doch, ich kann mich erinnern
- #44 04.03.2012 17:44 von
Westliches Missverständnis
Das - recht bornierte - Missverständnis vieler "Westler" ist ja, dass ein Staat für wirtschaftlichen und sozialen Fortschrit zwangsläufig Demokratie - und hier auch nur das, was der jeweilige Autor darunter versteht - braucht. Was aus westlicher Sicht politisch "rückwärtsgewandt" wirkt, muss nicht automatisch schlechter funktionieren (aus Sicht der Einheimischen) - fragen Sie nur mal die Leute in Singapur, ob sie lieber einen Wulff und grüne Wutbürger hätten als ihr autoritäres "alles sauber" Regime... Die Antwort wäre für Sozialromantiker sicher enttäuschend... Für das funktionieren der Volkswirtschaft ist einzig nötig, dass der Staat die adäquaten Rahmenbedingungen schafft (in Russland aktuell bei weiten nicht gegeben), ob diesem Staat nun aber am Ende des Tages ein Mann, eine Partei oder ein demokratisches Parlament vorsteht, ist der Ökonomie herzlich egal.
- #45 04.03.2012 17:45 von
Die Falsche Mehrheit
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Schepp. Das Prinzip "EINE PERSON, EINE STIMME" ist längst überholt. Es kann nicht sein, dass ein unerfahrener, ungebildeter, politisch uninformierter Bürger genau soviel Gewicht in Wahlentscheidungen erhält wie andere.
Ich bin für die Einführung der Stimmgewichtung. Im Übrigen gar kein neues Prinzip, da es im alten Rom geläufig war. Vorstellbar wäre, dass die Stimme von ungebildeten, uninformierten, aber auch kinderlosen oder arbeitslosen Bürgern weniger Gewichtung erhält.
Mit einer solchen Regelung hätte Putin die Wahl nie gewonnen, was ja unser Hauptanliegen ist. - #46 04.03.2012 17:48 von
In Deutschland sinkt die Kaufkraft
"231 %, bitte.
Wie man einem Artikel entnehmen kann, auf dem hier im Forum hingewiesen wurde. Beruht auf Zahlen des russischen Statistischen Bundesamtes. Und die brauchen nicht zu fälschen, um der politischen Klasse zu dienen. Weil das echte Erfolge von Politik sind.
Die dort angegebenen Zahlen haben mich vom Stuhl gehauen. Ich glaube, ich muss mal meine "Nachrichtenmagazin" wechseln. Denn bei dieser manipulierten Informationsvergabe bleibt man ja einer der Deppen im "Tal der Ahnungslosen". - #47 04.03.2012 17:49 von
Demokratie
Herr Schepp behauptet nicht, dass die Wahl undemokratisch war, zumindest kann ich das in dem Artikel nicht finden.
Herr Schepp behauptet nur, dass Herr Putin diejenigen vergrätzt hat, die er für die Umsetzung seiner Ziele am Nötigsten bräuchte.
Und glauben Sie mir, das hat er. Ich habe russische Bekannte aus genau dieser Gruppe.
Uebrigens, selbst wenn die Analyse nicht so treffend wäre: Wie schon oben gesagt, ist dieser Artikel in seiner Qualität ein seltener Lichtblick auf SPON. Ich würde das auch anerkennen können, wenn ich in dieser Frage anderer Meinung wäre (wie ich es bisweilen bei der Kolumne "Frau Sibylle" getan habe). - #48 04.03.2012 17:59 von
Mehr als sechzig Millionen Wähler
Mehr als sechzig Millionen Wähler und über 50% aller Wählerstimmen bei ca. 60% Wahlbeteiligung sind in Rußland ein Mißtrauensvotum der Wähler.
Das ist bei uns anders. Wenn hier eine Partei knapp 5% der Stimmen aller Wähler erhält, dann darf sie sie Mitregieren, den Vizekanzler stellen und Wirtschafts- und Außenpolitik machen. Weil sie demokratisch gewählt wurde - #49 04.03.2012 18:00 von
Soweit Sie die Demokratie kritisieren, die in der Ausgestaltung des immer weiteren Ausbaus des Sozialstaats immer höhere Rechnungen auftürmt, die von späteren Generationen zu bezahlen sind, gebe ich Ihnen vollkommen recht.
Die Diktatur KGB-Putins ist eben jedoch nicht mit der in Singapur zu vergleichen, da sind die Chinesen eben viel klüger und die russische Räuberdespotie viel dümmer. Russland wird nicht Äonen wie Singapur werden, dafür gibt es viele Gründe, z.B.
1) Diebesmentalität der Staatsorgange
2) Weitverbreitete Korruption
3) keine wettbewerbsfähige Industrie ausser Waffenproduktion und -handel
4) Schiere Grösse des Landes, unterentwickelte Infrastruktur
5) Mafiöses Rechtssystem
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