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Präsidentendebatte bei Anne Will: So toll ist Gauck auch wieder nicht
dapdKonsens über den Kandidaten? Über Joachim Gauck kann es durchaus Dissens geben. Das zeigt sich bei Anne Wills Talk über den nächsten Bundespräsidenten. Munter und bisweilen sogar geistreich geht es beim Abwägen von Freiheit und sozialer Sicherheit zu.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,817034,00.html
- #60 23.02.2012 09:51 von
Sehr geehrter Herr Gauck,
nach all dem was in den vergangenen Monaten mit dem Amt des BP geschehen ist und wie Ihre Kandidatur zustande gekommen ist, hätte ich an Ihrer Stelle sofort nein gesagt. Sie können gewiss sein, dass die Medien Sie so auseinander nehmen werden, dass zu guter letzt von Ihnen nicht viel übrig bleibt. Machen Sie sich und ihre Lebensgefährtin nicht zum Spielball schlechter deutscher Politik. Fahren Sie wieder nach Wien und leben Ihr altes Leben in Ruhe weiter. Die BRD und allen voran die Kanzlerin ist einen Joachim Gauck nicht wert.
- #61 23.02.2012 09:54 von
- #62 23.02.2012 09:55 von
Aw
Sie haben ja richtig Ahnung, scheint mir, richtige Westdeutschen- oder Spätergeborenenahnung.
Als ob es eine Möglichkeit gegeben hätte, die Mitgliedschaft in der FDJ zu verweigern, es sei denn, man hätte eine Karriere als Leichenwäscher angestrebt. Und die Pseudo-Funktionärsposten innerhalb einer Gruppe wurden nicht an Interessenten vergeben, sondern, weil es einer machen musste, an den, der zu spät kam, wenn alle Pseudoposten wie Schriftführer schon weggeschnappt waren. - #63 23.02.2012 09:55 von
Ein Anfang
Die Sendung war endlich einmal ein Anfang, sich mit der Person Gauck auseinanderzusetzen. Danke dafür.
Interessanterweise ist ausgerechnet die Rolle Gaucks, des großen Aufklärers, noch ziemlich ungeklärt. Manche hegen sogar den Verdacht, er hätte seine eigene Stasi-Akte manipuliert. Die Gelegenheit dazu hatte er jedenfalls.
Als Bundespräsident und langjähriger Aufklärer muss sich Gauck natürlich selbst gefallen lassen "durchleuchtet" zu werden. Daran ist nichts schlechtes und genau das hat er über Jahre ja auch selber getan. Nach den Maßstäben seiner Behörde haben Personen des öffentlichen Lebens weniger Privatsphäre. Und das ist auch richtig so.
Ich habe bisher den Eindruck, dass Gauck bisher noch sehr stark auf ein Thema fixiert ist. Er scheint irgendwie in den 90ern stehen geblieben zu sein.
Sein Gesellschaftsmodell scheint dem der USA sehr ähnlich zu sein: viel Freiheit, wenig Soziale Gerechtigkeit, streng gläubig.
Ich bin gespannt, wie sich Gauck entwickelt und freue mich auf zahlreiche Debatten. Vielleicht kann er mich ja davon überzeugen, dass Arbeitslose nur verantwortungslose faule Säcke sind und Ausländer ihre Identität aufgeben müssen, wenn sie hier leben. Ich kann es mir nicht vorstellen weil ich sicherlich die besseren Argumente habe. Deshalb scheue ich auch nicht die Debatte und hoffe dann auch andere Personen von meinem Standpunkt überzeugen zu können.
@stuhlsen: lustiger Kommentar. Anne Will ist allerdings lesbisch und hat eine feste Partnerin. Daher nein, zwischen Precht und Will läuft nichts :) - #64 23.02.2012 09:56 von
Gauck ist ein alter Mann, dessen Weltbild sich offenbar komplett an seinen DDR-Erfahrungen von anno dunnemals orientiert. Zu den heutigen Fragestellungen und Problemen scheint er nichts beizutragen können - siehe seine unsäglichen Anmerkungen zur Occupy-Bewegung.
Ist mir unverständlich, dass der Mann zum Hoffnungsträger stilisiert wird, gerade so, als hätten wir alle drauf gewartet, dass endlich der große Heilsbringer am Horizont auftaucht - #65 23.02.2012 09:58 von
Das kommt ...
... auf das mediengenehme Wohlverhalten an. Das Schema sieht so aus:
1) Alten Präsidenten demontieren - erledigt
2) Neuen Präsidenten installieren - erledigt
3) Informationen sammeln, die Punkt 1) wieder ermöglichen - Dauerauftrag
4) Prüfen, ob Erwartungen an Präsidenten erfüllt werden
4.0.1) Falls ja: Weiter mit 3)
4.0.2) Falls nein: Weiter mit 1)
Dieses Schema hat sich schon jahrzehntelang bewährt... - #66 23.02.2012 10:01 von
- #67 23.02.2012 10:05 von
Ich finde es auch in Ordnung, jeder soll tun und lassen, was er will, in seinem Privatleben. Das passt zu dem erzkonservativen Bild: Versorgungsehe auf dem Papier, gleichzeitig macht mann, was er will. So etwas gab es vor einigen Jahrzehnten und Jahrhunderten noch viel öfters. ;-)
Für diejenigen, die mit der "Moralkeule" kommen wollen: Dieses Lebensmodell ist ungefähr so unanständig und unmoralisch wie der sonstige Mief, aus dem die Träume der 50er Jahre gemacht sind. Und sowas verwechseln manche auch noch mit "modern" und tolerant. LOL - #68 23.02.2012 10:05 von
- #69 23.02.2012 10:05 von
Anne Will merkt man ihre mangelnde Distanz zu ihren Gästen bisweilen an, was sie aber nicht unsympathisch macht. Bis auf die unselige Linke Franke war die Runde gut besetzt und qualifiziert, über Gauck zu sprechen. Precht hat sich wie immer wacker geschlagen, vor allem weil er ziemlich distanziert und über der Runde schwebend philosophierte. Di Lorenzo hatte wohl ein wenig seinen Guttenberg im Hinterkopf. Winkler kommentierte klug und süffisant. Sehr gut gefallen hat mir Vera Lengsfeld, die kompromisslos und sicher ein wenig überdreht die Agitatorin der SED an den Pranger stellte. Ich wünschte mir als ein Mensch, der die DDR nur als Kind mit ihren Organisationen wahrgenommen hat, viel mehr kritische Auseinandersetzung mit diesen Menschen.
Ich glaube es würde sehr viel mehr zur Verständigung von Ost und West beitragen, würde dieses Thema zu einem zentralen für Gauck werden.
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