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Präsident Gauck in Afrika: Nachhilfe vom Demokratielehrer

DPADen Jahrestag seiner Präsidentschaft verbringt Joachim Gauck im fernen Äthiopien. Das deutsche Staatsoberhaupt will dort über Freiheit und Demokratie sprechen. Die Gastgeber kann er damit wenig begeistern.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-889578.html
  1. #1

    Was

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den Jahrestag seiner Präsidentschaft verbringt Joachim Gauck im fernen Äthiopien. Das deutsche Staatsoberhaupt will dort über Freiheit und Demokratie sprechen. Die Gastgeber kann er damit wenig begeistern.

    Bundespräsident Gauck zu Besuch in Äthiopien - SPIEGEL ONLINE
    Gauck sagt, ist den Gastgebern doch egal, solange er nur finanzielle Hilfen verspricht. Seine Zuhörer sind alle handverlesen und hören nur das, was sie hören wollen.
  2. #2

    Ja, schon...

    Zitat von forumgehts? Beitrag anzeigen
    Gauck sagt, ist den Gastgebern doch egal, solange er nur finanzielle Hilfen verspricht. Seine Zuhörer sind alle handverlesen und hören nur das, was sie hören wollen.
    ...aber er sagt es wenigstens! Ich kenne viele westliche Politiker, welche sehr gerne wachsweiches Schwurbeldiplomatendeutsch benutzen oder Klippenthemen gleich ganz umschiffen, um der mitgereisten Industriedelegation nur ja keinen Auftrag zu versauen!
  3. #3

    Hat Gerhard Polt...

    als Demokratielehrer im Auftrag der Hans Seidel Stiftung nicht schon alles zum Thema Demokratie in Afrika gesagt?

    "Dear Tschurangrattlers, after Plato and Cicero came directly... Dr Müller. Or, as we call him in Bavaria, the Ochsensepp. What do democrats actually want? Democrats always want a majority. In Bavaria, absolute majority. How, ladies and gentlemen, do you get a majority? This is not so easy."

    Ernsthaft, in einer Zeit, in der das Wort Demokratie bei uns umgedeutet wird in "Konsequentes brechen des Eides, dem Volk zu dienen in einem Maße, bis die Wut des Volkes in reine Resignation übergeht und die Untertanen alles mit sich machen lassen", brauchen wir anderen Staaten bestimmt nichts über Demokratie erzählen. Wenigstens hat Herr Gauck in Äthiopien sicher seine Ruhe vor diesem lästigen Frauenpack, das ständig gleichberechtigt sein will. Dort praktiziert man noch Infibulation und dann ist Ruhe.
  4. #4

    Zitat von crocodoc_jl Beitrag anzeigen
    als Demokratielehrer im Auftrag der Hans Seidel Stiftung nicht schon alles zum Thema Demokratie in Afrika gesagt?

    "Dear Tschurangrattlers, after Plato and Cicero came directly... Dr Müller. Or, as we call him in Bavaria, the Ochsensepp. What do democrats actually want? Democrats always want a majority. In Bavaria, absolute majority. How, ladies and gentlemen, do you get a majority? This is not so easy."
    Verdammt, das wollte ich auch gerade sagen... die Ähnlichkeiten sind frappierend.

    Ich denke auch, dass belehrende Worte, noch dazu aus dem Kontinent, der Afrika dereinst versklavte und ausbeutete, hier wohl eher Fehl am Platz sind. Die Afrikaner wollen nicht bemuttert werden, das will doch eigentlich niemand.
  5. #5

    Irrelevant

    Absolut vorhersehbar was Gauck sagt. Von ihm kommt sicher nichts mehr in den weiteren vier (!) Jahren, das irgendwie unsere oder sonst eine Gesellschaft voranbringen würde.
    In Afrika ein bisschen nett verdruckste Belehrungen zu erteilen, das ist ebenso relevant als ob in China ein Sack Reis umfällt.
    Vielen Dank lieber Spiegel, Bildzeitung und sonstige "Leitmedien" für diesen Präsidenten.
    Aber klar, zu den obligatorischen Anlässen müht man sich halt wieder ein anerkennendes Textchen ab, und freut sich still über den Coup den man gelandet hat: dem Volk eine neoliberale Schlaftablette verpasst.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Den Jahrestag seiner Präsidentschaft verbringt Joachim Gauck im fernen Äthiopien. Das deutsche Staatsoberhaupt will dort über Freiheit und Demokratie sprechen. Die Gastgeber kann er damit wenig begeistern.

    Bundespräsident Gauck zu Besuch in Äthiopien - SPIEGEL ONLINE
    Oha, da kommt der Bundesopi und erzählt den Menschen was von Demokratie. Natürlich ist er von Gott mit einem Sendungsbewusstsein ausgestattet und verkündet die höchsten Werte der Menschheit, nämlich Demokratie und Rechtsstaat. Das diese jedoch nicht auf jedes Volk und jeden Staat anzuwenden ist, vergisst der werte Herr natürlich geflissentlich.

    Wieso sich viele Staaten in Afrika versuchen dem westlichen Einfluss zu entziehen, ist selbstverständlich. Wer möchte sich ständig belehren lassen von Menschen, welche unter einer anderen Kultur aufgewachsen sind und die kulturellen Eigenheiten der afrikanischen Völker gar nicht nachvollziehen wollen. Jedes Volk, jede Kultur muss seinen eigenen Weg gehen und die vielfach vertretene Ansicht, dass die gesellschaftliche Entwicklung immer hin zu einer Demokratie geht, ist mehr als fraglich und wohl eher unserem Ethnozentrismus und Überlegenheitsgefühl geschuldet. Wer behauptet nicht gerne von sich selber an der Spitze der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung zu stehen?
  7. #7

    Nicht vergessen

    Nicht vergessen, dass ein Landesdirektor (m/w) der deutschen Entwicklungshilfe (GIZ) mit Ehepartner, der offiziell gefördert auch bei der GIZ arbeitet, gemeinsam mit Reisespesen locker auf 18.000 Euro steuerfrei pro Monat kommt zwei Monatsgehälter Bonus und Weihnachtsgeld. Dafür könnten sie monatlich exakt achthundertzwanzig (820) äthiopische Arbeiter/innen beschäftigen oder 1000 Kinder ernähren. Das ist die Realität, über die Gauck natürlich nicht spricht.
  8. #8

    Demokratie für Ignoranten

    Na, ich bin nicht so sicher das man anderen etwas von Demokratie erzählen kann wenn dieselbige zu Hause an allen Ecken brennt.
    Unabhängig davon darf man auch nicht den Fehler machen zu denken das eine aufgesetzte Demokratie sofort auf wundersame Weise einen Wohlstand in den Ländern Afrikas herbeiruft.
    Das Elend und die Armut haben andere Gründe. M.E. mitunter auch das dieses Zeitalter der Aufklärung praktisch dort nicht stattgefunden hat.
    Während der Kolonialisierung hat man einst sehr darauf wert gelegt den Leuten einzuimpfen das man immer recht folgsam sein soll und nicht das Gehirn einschalten sollte. Mit dabei waren viele religiöse Organisationen, welche die Bevölkerung im dunklem heilten. Sie füttert die Leute mit Aberglaube und religiösen Märchen (mitunder auch das jede Regierung von Gott auserwählt wird und nicht anzuzweifeln ist). Das Spielchen wurde dann nach dem Abzug der Besatzungsmächten erfolgreich weitergeführt. Im Stil geht das Theater weiter.
    Profitieren tun aber nicht nur die korrupte Politiker und religiöse multi-Millionäre...der Westen macht da fleißig mit und buddelt/saugt günstig an den Bodenschätzen.
    Am Ende bleibt die frage: wenn die Bevölkerung für blöd verkauft wird, kann nirgendwo eine Demokratie entstehen?
  9. #9

    der

    chinesische Weg funktioniert in Afrika offenbar besser. Was sagt uns das?


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