REUTERSDie Koalition streitet erbittert über die "Herdprämie" - jetzt wirft der Deutsche Familienverband eine neue Forderung in den Ring: Das Betreuungsgeld müsse deutlich höher sein als geplant. Erziehungsarbeit sei schließlich gleichwertig mit Erwerbsarbeit
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...840704,00.html
Bei dieser ganzen Diskussion stellt sich mir bzw. uns ganz konkret die Frage, was eine Familie (meistens die Frau) erhalten soll, wenn man vor Gericht geht, um einen KITA Platz zu erhalten. Wahrscheinlich gewinnt man ja diesen Fall, nur worauf soll man klagen. Schadensersatz? Das wäre lustig, denn dann würde meine Lebensgefährtin auf 60 000 Euro klagen, was Ihrem Brutto Jahresgehalt entspricht...
Selbst die 700 Euro wären dann noch nicht ausreichend....
..... wir haben ja zuviel Geld. Ja, dass ist wieder echte KisuZ-Ideologie.
Was soll es schon, dass es erst 170 Mrd familienpolitische Leistungen pro Jahr gibt. Das nächste Etappenziel ist nah : 200 Mrd. Mit einer Aufstockung des Betreungsgeld wird es schon klappen. Aber eines ist klar : die Gier wird auch dann nicht gestillt sein.
Selten so gelacht am frühen Morgen.
Hat der Herr auch eine Notenpresse im Keller stehen? Bei dem Betrag bekomm ich auch 3 Kinder und höre auf zu arbeiten. lohnt sich ja dann nicht mehr.
Oder besser noch: ich lass die von einer 1€-Kraft privat betreuen und geh zusätzlich noch halbtags arbeiten.
Entschuldigen Sie bitte die Polemik, aber ich kann gerade nicht anders.
Bitte schlüsseln Sie mir diese Summe doch mal auf, statt nur zu behaupten!
Aber - trotz unserer Kinder - halte ich diese Forderung für absurd. Sie zeigt, wie sehr das Anspruchsdenken an den Staat inzwischen etabliert wurde. Erziehungsarbeit ist wie Erwerbsarbeit. Korrekt. Und zwar im eigenen Auftrag. Da darf Mann Frau durchaus 700€ zahlen - oder umgekehrt, was zugegebenermaßen im Moment noch die seltenere Variante ist. Aber warum soll der Staat diese Arbeit bezahlen?
Und wenn es Erwerbsarbeit wäre - dann müsste der Lohn dafür aber ganz sicher auf Sozialleistungen angerechnet werden. Was dieser "Familienverband" da fordert, ist: Die "Erwerbsarbeit Erziehung" soll vom Staat steuerfrei bezahlt werden.
Da fühle ich meine Familie nicht mehr vertreten.
Meiner Ansicht nach sollte der Staat Rahmenbedingungen und Infrastruktur schaffen. Ob das KITA, Schule, Straße, Schiene, Strom, Bahn, Sicherheit, ... angeht. Der Staat schafft die Grundlage für die Bürger und die Wirtschaft. Inzwischen erwartet der Bürger Vollversorgung. Kein Wunder, auch die Wirtschaft investiert ja nur noch ungerne, wenn nicht Subventionen geboten werden.
Wenn Erziehungsarbeit Arbeit ist, sollte sie auch bezahlt werden - aber auch "qualitätsgesichert" sein. Das einkommensunabhängige Erziehungsgeld i.S. einer Lohnersatzleistung an Familienarbeitende wäre dann der richtige Weg. In diesem Umfeld wärn 700 Euro monatlich eher noch zu wenig.
Und die KiTa wäre dann eben nicht mehr (fast) kostenlos, sondern würde zu Marktpreisen angeboten werden müssen. Dann hätten Eltern die Wahl: "make or buy".
Man müsste nur Kriterien entwickeln, nach denen Eltern, die ihr Kind vor der Glotze verwahrlosen lassen, das Erziehungsgeld gekürzt oder aberkannt werden kann. Das kann doch nicht so schwer sein, jedenfalls nicht schwerer, als in staatlicher Verwaltung zigtausende von KiTa-s aus dem Boden stampfen und hierfür eine Infrastruktur, bis zum Haushalts- und Personalvertretungsrecht erfinden. Nur: in so etwas ist unsere Bürokratie erprobt, dagegen im Gestalten von etwas Vernünftigem, das direkt in der Bevölkerung ankommt (vor allem unten und in der Mitte), ist sie gänzlich inkompetent.
..., dass in Deutschland nicht genügend Kinder geboren werden! Diese Forderung zeigt, wie unsere Gesellschaft tickt: "Kinder nur gegen Bares. Schließlich ist das Erziehen von Kindern auch Arbeit."
Letzteres wird niemand bestreiten, es ist tatsächlich Arbeit. Allerdings wäre die Menschheit bereits ausgestorben, existierte diese Einstellung, dass sie ganz normal entlohnt werden sollte, schon länger.
Ich stelle mir das gerade vor: Alle Menschen mit Kindern arbeiten gar nichts anderes und werden dafür so entlohnt wie Menschen ohne Kinder. Muss man wohl nicht weiterdenken.
Eigentlich habe ich immer gedacht, Menschen setzen in der Regel Kinder in die Welt, weil sie selbst etwas davon haben. Und damit meine ich nicht Geld für Erziehungsarbeit!