PR im Netz: Schlechte Werbung schadet der Demokratie

Werbung ist gut für das Netz, so lange sie gut ist.*Hässliche Werbebanner hingegen könnten sogar die Demokratie gefährden,*warnt*Sascha Lobo: So*birgt Facebooks Börsengang*eine Bedrohung für*professionellen Online-Journalismus.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...803266,00.html
  1. #20

    Wenn die Werbung Platz macht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werbung ist gut für das Netz, so lange sie gut ist.*Hässliche Werbebanner hingegen könnten sogar die Demokratie gefährden,*warnt*Sascha Lobo: So*birgt Facebooks Börsengang*eine Bedrohung für*professionellen Online-Journalismus.

    PR im Netz: Schlechte Werbung schadet der Demokratie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Lieber Herr Lobo, nichts gegen Sie persönlich und ihre subkotane Affinität zu anspruchsvoll desodoriertem Marketing, aber ich sehe in "Facebooks Börsengang" keine Bedrohung des gesunden Menschenverstands. Und ich glaube, die anderen 6,5 Milliarden Menschen neben mir, die weder einen Facebook-Account haben, noch einen einzigen Gedanken an dieses ominöse Facebook jemals verschwendet hätten, sehen noch nicht einmal ein Thema darin. Was soll das auch sein? Muß ich mich mit soetwas als SPON-Leser beschäftigen? Könnten wir uns darüber nicht besser im realen Leben, meinetwegen in einem hässlichen Stadtpark, darüber unterhalten, gewissermassen von Face zu Face, während wir unsere Aufmerksamkeit hin und wieder dem einen oder anderen medialen Informationshaufen zukommen lassen, der uns von sabbernden, journalistischen Zeitgenossen als Dünger unseres demokratischen Selbstverständnisses hinterlassen wurde? Ihr aufgeblähtes Marketinggedöns ist mir und vielen anderen ziemlich Wurst, da können Sie wöchentlich so viel Kot Culture ablassen, wie Sie wollen. Wichtig ist doch einzig und allein, daß Sie ihre Marke am rechten Fleck tragen. Und hoffentlich steuerfrei. Wünsche weiterhin gute Geschäfte, möglichst ohne Buchstabenverlust. Wuff!
  2. #21

    Zitat von Meckermann Beitrag anzeigen
    Es gibt noch Werbebanner im Netz? Ist ja interessant. Muss wohl mal Adblock ausschalten...
    I lol'd hard...

    Manchmal rollen sich mir bei Lobos Nichtigkeiten die Fußnägel hoch. Über so langweiligen Quatsch derart ausufernd zu schreiben, könnte mich zur alten Journalistenweisheit hinreißen: Kürzen!
  3. #22

    Noch nie ...

    ... habe ich Reklame irgendwelcher Art, auch nicht den bestgemachten Banner (was ist das eigentlich genau?) im Internet beachtet. Von Anfang habe ich es mir mit eiserner Disziplin und Konsequenz antrainiert und auch stets durchgehalten, Reklame jeglicher Art absolut nicht und niemals zu beachten. Wenn ich in irgend einen anderen Text einen werbenden Hinweis entdecke, denke ich automatisch, ihr könnt mich allemal im Mondschein besuchen. Die Werbung, die mich erwischt und vom Hocker haut, die müsste erst einer mal erfinden. Werbefritzen sind für mich der Gipfel aller irdischen Vergeblichkeit.
  4. #23

    Nicht nur Onlinewerbung - sondern auch Onlinemedien selbst

    Es ist beileibe nicht nur die schlechte Onlinewerbung, die den Onlinejournalismus schon heute in eine immer prekärere Lage bringt. Es sind vor allem die langweilig gestalteten, meist schwer leserlichen und ungenügend strukturierten Onlinemedien selbst, die sich selbst dorthin bringen. Onlinemedien als Abklatsch bisheriger Printmedien zu entwickeln, in denen bisherige Textformate und Formatierungen quasi 1:1 ins Internet übertragen werden, wird m.M. langfristig kaum funktionieren - weil es den speziellen Nutzungsanforderungen des Internets auf Computermonitoren nicht gerecht wird. Onlinemedien verlangen wegen der Unmenge an Informationen im Internet viel mehr Struktur, Unterteilung, m.M. ingesamt auch viel kleinere Formate der Informationen. Fließtext funktioniert im Internet auch deswegen viel weniger, weil User hier viel mehr Angebote und Möglichkeiten haben, auf eben diese anderen Angebote "wegzufließen". Die viel größere Menge von Informationen im Internet verlangt m.M. eine viel stärkere Konzentration und Fokussierung auf das Wesentliche von Informationen und damit zwangsläufig auch deren Verkürzung. Im Internet zählen wegen des Überangebots an Informationen noch viel mehr Informationsgehalt als bloße Textlänge mit wenig Inhalt und künstliche in die Länge gezogene, aufgeblähte Texte. Derart unattraktive Onlinemedien, in deren Einerlei sich User wenig wohl fühlen, sind letztlich auch wenig attraktiv für die Werbewirtschaft.
    Der Börsengang von Facebook ist m.M. nicht der entscheidende Markstein für die Existenz der Onlinemedien. Die richtig "heiße Phase" für den Onlinejornalismus setzt in der Phase des Medienwandels ein, wo die finanzielle Basis der sie querfinanzierenden Printmedien soweit wegbricht, dass sie immer weniger imstande sind, ihre Online-Ableger mit diesen Printerlösen querzufinanzieren. Dann heißt es top oder flop und sich wirklich einen Kopf zu machen. Weitsichtige Medienmacher bauen dem natürlich vor und fangen bereits vorher, also gestern damit an - aber anscheinend werden auch Journalisten nur aus Schaden klug.
  5. #24

    .

    Zitat von herontronic Beitrag anzeigen
    Sogenannte AdBocker-Nutzer halten sich gerne für die aufgeklärte Intelligenz im Netz - man liest es in den Kommentaren hier immer wieder zwischen den Zeilen deutlich heraus. Letztendlich sind sie allerdings zugleich die Schmarotzer und Totengräber des Internets, denn ohne Werbung wird sich kein Angebot langfristig halten können. Wenn die geliebten Webseiten also ihr Angebot einschränken oder gar aufgeben müssen und das Bezahlnetz kommt, dann dürfen sich die Angesprochenen gerne selber auf die Schulter tippen.

    Statt Tageszeitung zu kaufen täglich alles online lesen zu können und noch nicht einmal den Preis der Werbung dafür zahlen zu wollen, das ist derart grenzenlos egoistisch, das hat was von "Mir egal, ob der Klimawandel stattfindet oder nicht, ich bin für uneingeschränktes Tempo auf deutschen Autobahnen". Unabhängig davon, dass die Qualität des Gelesenen mutwillig zerstört wird.

    Wer Journalismus also wirklich schätzt (und davon gehe ich aus, wenn man zumindest SPON statt BILD online liest), sollte AdBlocker ausschalten... und nicht noch mit der Nutzung angeben.
    Unsinn. Werbeblocker-Nutzung ist pure Notwehr. Das Blinken der Banner - geschenkt, man scrollt halt weiter. Wirklich störend ist aber die signifkante Verlängerung der Ladezeiten einer Seite (ein Gesichtspunkt, der Lobo letztlich recht gibt, auch wenn er von diesem gar nicht erwähnt wird). Als ich auf Werbeblocker umgestiegen bin, galt das mit der überlangen Ladedauer gerade auch für SpOn.

    Im übrigen habe ich auch ein Abo für den gedruckten Spiegel (dessen Qualität weiterhin um Längen vor SpOn liegt) und trage dadurch vermutlich deutlich mehr zur Finanzierung dieses Onlineangebots bei als jeder Werbebannergucker.
  6. #25

    nicht möglich

    [QUOTE=grglmhmpf;9297807]Unsinn. Werbeblocker-Nutzung ist pure Notwehr. Das Blinken der Banner - geschenkt, man scrollt halt weiter.
  7. #26

    nicht möglich

    [QUOTE=grglmhmpf;9297807]Unsinn. Werbeblocker-Nutzung ist pure Notwehr. Das Blinken der Banner - geschenkt, man scrollt halt weiter.

    Würde man ja gerne, aber da ist schon wieder der nächste blinkende Blender. Manchmal sind es so viele, dass es nicht möglich ist, den Text hier zu lesen. Ich habe daraufhin Spiegel angeschrieben, mein Verständnis bekundet, aber doch gebeten, Maß zu halten. Die Antwort war, wie zu erwarten, sehr seicht.
    Darum bin ich froh jetzt von Adblock gehört zu haben.
    Wie schon gesagt wurde, die Seiten sind selber schuld, wenn sie die Toleranzschwelle überschreiten.
  8. #27

    die welt geht unter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werbung ist gut für das Netz, so lange sie gut ist.*Hässliche Werbebanner hingegen könnten sogar die Demokratie gefährden,*warnt*Sascha Lobo: So*birgt Facebooks Börsengang*eine Bedrohung für*professionellen Online-Journalismus.

    PR im Netz: Schlechte Werbung schadet der Demokratie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    ..das heißt früher gab es keine Demokratie weil es kein online Journalismus gab? Jetzt ist die Demokratie gefährdet weil FB an die Börse geht? Echt peinliche Schlussfolgerung.

    Mittlerweile habe ich das Gefühl das viele Artikel und Kommentare künstlich aufgebauscht werden um mit einer höheren Klickrate im nächsten Redaktionsmeeting zu glänzen. Gerade dieses kämpfen um jeden Klick beeinträchtigt die Qualität der Artikel auf SPON in letzter Zeit deutlich.
  9. #28

    Äpfel und Birnen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Werbung ist gut für das Netz, so lange sie gut ist.*Hässliche Werbebanner hingegen könnten sogar die Demokratie gefährden,*warnt*Sascha Lobo: So birgt Facebooks Börsengangeine Bedrohung für professionellen Online-Journalismus.

    PR im Netz: Schlechte Werbung schadet der Demokratie - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Ich frage mich jetzt, wo im Netz ich jetzt "professionellen Onlinejournalismus" finde, der durch hässliche Werbebanner gestört wird.
  10. #29

    ...

    Ein Punkt wurde gar nicht angesprochen. Daß Werbung im Internet nämlich sogar kontraproduktiv sein könnte. Für den der wirbt und den der verlinkt. Mir jedenfalls geht es so, daß ich die allermeiste Werbung im Netz auch ganz ohne Filter kaum wahrnehme. Aus den Augenwinkeln vielleicht, aber im Prinzip indifferent. Wenn allerdings ein Popup aufgeht oder einer dieser Plärrfilme von selbst startet, dann durchflutet mich regelmäßig eine ziemlich große Portion Hass auf den dahinter steckenden Schuldigen, d.h. die Webseite, die sowas zulässt und natürlich der Hersteller, der solche Werbung schaltet. Insofern ist das auch ein Beitrag zur Demokratie, denn solche Seiten werden irgendwann komplett ignoriert.

    Daneben kann man auch die ketzerische These aufstellen, daß die allermeisten Medien auch ganz ohne Internet versagen, wenn es um ihre gesellschaftliche Kontrollfunktion geht.
    Wichtiger ist, daß der Netzzugang viel prominenter abgesichert werden sollte...von mir aus sogar als Menschenrecht festgeschrieben, alle Inhalte für alle, an jedem Ort und jederzeit. Das Internet ist dann nämlich selbst die gesellschaftliche Kontrollinstanz, die Presse wird nicht zwangsläufig benötigt.
    Z.B. der Fall Guttenberg. Ohne Internet wäre die Sache doch im Sande verlaufen. Nur weil Freiwillige dort eine erdrückende Beweislast zusammengetragen haben und zwar konstant jenseits der üblichen Medienhalbwertszeiten, erst und allein deshalb musste Guttenberg zurücktreten. Die Presse hatte kaum substantiellen Anteil daran.

    Langfristig wird es darauf hinauslaufen, daß man mit Information eben kein Geld mehr verdienen kann. Das muß nicht schlecht sein. Deshalb wird es auch keinen Zusammenbruch der Kultur oder qualitativ hochwertiger Inhalte geben. Man müsste halt anfangen, die Leute unabhängig davon zu bezahlen. Die sogenannte Marktwirtschaft ist sowieso am Ende.