Gut für die Sportart Judo, solche Vorbilder zu haben, die sich darüber hinaus auch noch so sympathisch präsentieren können und dennoch stets vollen Einsatz zeigen. Mit 33 Jahren in einer so physischen Sportart noch einmal Silber zu gewinnen kann gar nicht hoch genug bewertet werden, auch wenn Bischof bei seinen Kämpfen bei den Kampfrichtern etwas vom Olympiasieger-Bonus zu zehren schien.
Leider kommt Judo im Fernsehen extrem taktisch rüber (und ist es im Männerbereich wohl tatsächlich auch). Die Anzahl guter Aktionen pro Kampf liegt bei 2-3. Ansonsten eine halbe Minute Kampf um den Griff, dann oft Pseudoaktivitäten. Viele Kämpfe werden durch "weniger Bestrafungen" gewonnen. Ich fürchte das wirkt eher abstoßend auf Nicht-Judokas und es kann auch nicht im ursprünglichen Sinn der Sportart sein.
Bis 14 Jahren habe ich es selber sehr intensiv betrieben und man kann nur Werbung dafür machen. Es ist technisch, athletisch und taktisch sehr vielseitig, das Verletzungsrisiko hält sich in Grenzen. Die Bewegungen sind natürlich, Beweglichkeit, Reaktionsvermögen und Gleichgewichtssinn werden bestens geschult.
Bei den Kindern ist auch viel mehr los, da gibt es alle paar Sekunden eine Aktion. Sowas wie Griffkampf gab's gar nicht, jeder packt den anderen am Kimono und dann werden die Würfe halt angesetzt wie es klappt oder auch nicht.
Das einzige wo man aufpassen muss ist das Gewichtsgemache, wenn sich schon 13-/14-jährige auf ein Wettkampfgewicht herunterhungern müssen ist das nicht mehr spaßig.

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