Zitat von
blata
Vor 2 Wochen hat mein Partner nach einer langen Spielerkarriere nun endlich in eine Therapie begonnen.
Jahrelang hat er heimlich seine Zeit in den Casinos verbracht und dort tausende von Euros verzockt. Und dabei wurde es ihm von der Glücksspiel-Industrie leicht gemacht: Casinos gibts mittlerweile an jeder Ecke. Und dort wächst zunehmend eine Freizeit-Kultur, die vor allem junge Menschen reizt. Casinos öffnen schon morgens, Cafe gibts meistens um sonst. Man trifft dort "Freunde", die sich mehr und mehr zum sozialen Umfeld der Spieler entwickeln. Es ist letztendlich dann nicht mehr nur das Spiel, sondern das Casino wird auch mehr und mehr zum Treffpunkt. Was bleibt? Mein Partner hinterlässt eine völlige traumatisierte Mutter, eine in ihrem Vertrauen völlig erschütterte Partnerin, einen enttäuschten und sprachlosen Freundeskreis, einen Schuldenberg ...... Das Spiel hat im Endeffekt nicht nur ihn seelisch und psychisch ruiniert, sondern auch sein soziales Umfeld. Man hat ihm hier und da Geld geliehen, ohne zu ahnen wofür es missbraucht wird, abgesehen davon hat das Spiel ihn kriminalisiert, dadurch das er Freunde zu allerletzt bestohlen hat. Dieses Verhalten als Mechanismus der Sucht als Krankheit zu akzeptieren fällt schwer. Nicht nur er, sondern auch ich als Partnerin muss mich therapeutisch behandeln lassen, um den "Schock", so lange belogen und bestohlen worden zu sein zu verarbeiten.
Ich hoffe, die Politik versteht irgendwann, dass es hier nicht nur um Geld geht, sondern um die Zerüttung ganzer sozialer Gefüge wie Familie, Beziehung und Freundschaft.
Hier werden nicht nur finanzielle Probleme geschaffen, sondern die Betroffenen und ihr gesamtes engeres Umfeld werden massiv mit einer kaum aushaltbaren psychischen Belastung konfrontiert, die zu beheben meist langwierig und ebenfalls recht kostspielig ist.