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Glück oder Können?: Pokerspielern drohen Steuernachforderungen

DPAGewinne aus Glücksspielen sind in Deutschland generell steuerfrei. Doch nun muss ein Gericht prüfen, wann Poker-Profis mit dem Kartenspiel eine gewerbliche Tätigkeit ausüben. Ein Urteil soll nach SPIEGEL-Informationen noch in diesem Jahr fallen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...850830,00.html
  1. #1

    Legt man die Maßstäbe zugrunde, nach denen im Internet Urheberrechtsverletzungen in gewerblich und nicht gewerblich unterschieden werden, dann müßte die Antwort auf die Frage "wann Üben Poker-Profis mit dem Kartenspiel eine gewerbliche Tätigkeit aus" konsequenterweise "IMMER!!!" lauten
  2. #2

    optional

    Das richtige Blatt entscheidet vielleicht mal das einzelne Spiel. Auf lange Sicht hat er aber genauso viele gute und schlechte Blätter wie alle anderen. Wenn er trotzdem deutlichen Gewinn macht, ist es kein Glücksspiel. Die Geschicklichkeit besteht darin, gute und schlechte Blätter zu unterscheiden und entsprechend zu handeln.
  3. #3

    optional

    Die Definition einer gewerblichen Tätigkeit (§1 Abs 2 HGB: auf Dauer geplant und ausgelegte wirtschaftliche Tätigkeit) gibt es bereits (wenngleich teilweise sehr unterschiedlich ausgelegt), die Frage ist also weniger WANN sondern OB. Da in Deutschland Lotto, Poker und co in einem Topf als Glücksspiel angesehen werden aber der Staat sicherlich kein Interesse daran hat Verluste aus ebensolche von der EkSt absetzen zu lassen.
  4. #4

    Zitat von renee gelduin Beitrag anzeigen
    Die Definition einer gewerblichen Tätigkeit (§1 Abs 2 HGB: auf Dauer geplant und ausgelegte wirtschaftliche Tätigkeit) gibt es bereits (wenngleich teilweise sehr unterschiedlich ausgelegt), die Frage ist also weniger WANN sondern OB. Da in Deutschland Lotto, Poker und co in einem Topf als Glücksspiel angesehen werden aber der Staat sicherlich kein Interesse daran hat Verluste aus ebensolche von der EkSt absetzen zu lassen.
    Ist doch ganz einfach, ein Profi könnte Startgelder etc. absetzen, der normale Durchschnittsspieler der 20€ im Monat verliert betreibt das nicht mit Gewinnerzielungsabicht -> Liebhaberei
  5. #5

    Steuersparmodell?

    Ich weiß nicht, ob ein gerichtlicher Erfolg der Steuerbehörden wirklich ein Erfolg wäre.

    "Pokerspiel als Steuersparmodell - wie realisieren Ihre Verluste"

    Über diese Schiene bringt man jedes Einkommen auf Null. Man muss sich ja nur mit Spielern aus anderen, nicht-pokersteuerpflichtigen Ländern verabreden, die Infrastruktur dafür lässt sich aufbauen. "Hintenrum" fließen dann 95-99% des "verlorenen Geldes" wieder zurück.

    Da "vernichte" ich als z.B. [ich nenne hier mal lieber keine Berufsgruppe] doch gerne 100.000 meines Jahreseinkommens in meinem Zweitberuf "gewerblicher Pokerspieler".

    Oder wie wär's mit Ltd.-Konstrukten?

    Besser als jeder Film- und Schiffsfonds.
  6. #6

    Wenn die Gewinne besteuert werden,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gewinne aus Glücksspielen sind in Deutschland generell steuerfrei. Doch nun muss ein Gericht prüfen, wann Poker-Profis mit dem Kartenspiel eine gewerbliche Tätigkeit ausüben. Ein Urteil soll nach SPIEGEL-Informationen noch in diesem Jahr fallen.

    Hunderten Pokerspielern drohen Steuernachforderungen - SPIEGEL ONLINE
    dann muss man aber auch konsequent die Verluste dagegenrechnen. Und die Verluste muss man dann auch mit dem normalen Gehalt verrechnen können. Werbungskosten gibt's dann: Die Fahrt zu Turnieren, Kosten fürs Hotel etc. pp.

    Wer immer nur in der Dimension "Gerechtigkeit" denkt und die Vernunft vergisst, der produziert nur solchen Steuerirrsinn. Und dann werden auch noch oft Steuern nachträglich erhoben. Die denken nur bis 1, aber nicht bis 2, 3 und 4. Die erhöhen natürlich erstmal die Einnahmen des Staates, aber nur oberflächlich. Sie ruinieren Existenzen, d. h. die Ausgaben für Hartz IV und Co. steigen. Übrigens ist das Geld auch nicht weg, weg, wenn es nicht versteuert wird. Davon wird konsumiert und investiert und gelangt auf anderen Wege ins Steuersäckel.

    Unsere Steuerfritzen sind wie Stalins Schergen. Bei Stalin musste der Plan erfüllt werden und wenn dafür die Sauen geschlachtet werden mussten. Die Folge: Im Jahr darauf gab's keine Ferkel mehr, alle litten Hunger, nur weil der Plan im Jahr zuvor erfüllt werden musste. Doch anstatt den Fehler einzugestehen, hat man Sündenböcke gesucht: Kulaken. Heutzutage sind vermeintliche Steuerhinterzieher die Sündenböcke.
  7. #7

    Zitat von Baader Beitrag anzeigen
    Ist doch ganz einfach, ein Profi könnte Startgelder etc. absetzen, der normale Durchschnittsspieler der 20€ im Monat verliert betreibt das nicht mit Gewinnerzielungsabicht -> Liebhaberei
    Ähnlich wie bei Lotto und co gibt es auch beim Pokern nur eine ganz winzige Minderheit die keine Gewinnerzielungsabsicht hegt. Ausserdem ist die Auslegung in der Praxis (bezüglich Gewerbe) sehr uneinheitlich. D.h. Sie können zB mit einem halben Dutzend eBayauktionen bereits als gewerblich eingestuft werden, während es ebenso schon Urteile gab bei denen ein eigentliches Gewerbe zur Liebhaberei deklariert wurde...

    Ihrem Nachposter stimme ich zu. Mir sind aus Polen ähnliche Verfahrensweisen bekannt bei denen im Falle von EkSt-fragen einfach Verlustquittungen in Casino und co eingesammelt wurden. Ist auch hier in Deutschland ohne weiteres möglichs eine Verluste (in gewissem Sinne) hochzurechnen. Mald avon abgesehen dass Gevatter Staat keine Chance hat entsprechende Abrechnungen zu prüfen, weil sie keine ("Spiel")Konten einsehen.
    Für die in Deutschland im Offlinebetrieb befindlichen Buchmacher und Pokeranbieter mag das in Zukunft eine potenzielle Meldepflicht (ähnlich bei Banken) möglich sein, vielleicht auch bei Anbietern die sich lieb Kind machen wollen. Aber bei den weltweiten, deutlich zahlreicheren Anbietern im online und offlineBetrieb wird auf Granit gebissen.
  8. #8

    Poker ist kein Glückspiel

    Vielmehr eine Mischung, manchmal ist es egal welche Karten da kommen. Es geht um Strategie, Glück und Können. Also her mit den Steuern!
  9. #9

    Dialektik?

    Schon witzig, diese Pokerspieler.
    Wenns ums Glückspielverbot geht, ist Poker ein Geschicklichkeitsspiel. Wenns um Steuern geht auf einmal ein Glückspiel.

    Ein salomonisches Urteil wäre: Ja, es ist ein Glückspiel und es werden deshalb keine Steuern erhoben. Da aber das Geld aus illegalen Glückspielen stammt, wird es eingezogen:-)


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