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Glosse: Hurra, wir leben noch!

Sie vernichtete Abermillionen Arbeitsplätze und Billionen Euro. Trotzdem kommt die Krise bei vielen Deutschen bislang nicht an. Ein privater Rückblick von Thomas Tuma.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,666514,00.html
  1. #1

    Erst wenn die Krise zu Ende geht, muss sie bezahlt werden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie vernichtete Abermillionen Arbeitsplätze und Billionen Euro. Trotzdem kommt die Krise bei vielen Deutschen bislang nicht an. Ein privater Rückblick von Thomas Tuma.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,666514,00.html
    wie wahr.....
    einerseits -
    herrlich geschrieben und beobachtet !
    andererseites -

    schon ein wenig verachtend gegenüberjenen die es schon erwischt hat - die Karstadtverkäuferin, die Leute von Quelle, Märklin usw.die jetzt bereits ohne Job sind....
    die haben den Spass am Einkaufen schon verloren....
    webman
    alles wird gut - von wegen ...:)
  2. #2

    Es klart auf

    Die soziologische Grundlegung für diese Wahrnehmung ist von Ferdinand Tönnies in seinem kleinen Buch "Gemeinschaft und Gesellschaft" nachzulesen, ein heute im "Diskurs" der Totalgesellschaft weitgehend mißachtetes Werk. Die "kalte" Gesellschaft, der bloße Reflexionsraum, in dem die Subjekte gar nicht vorkommen und Marx recht behält, ist ohne "warme" Gemeinschaft nicht zu ertragen. Beide zusammen heben sich dialektisch im "Gemeinwesen" auf, was Tönnies aber so noch nicht sah.

    Die Vorsteher der Systeme werden bis zum Kollaps weiterwurschteln. Danach aber wird kein Stein auf dem andern bleiben, denn alle Begriffe in allen Sphären der Ökonomie, Politik und Ideologie werden sich auf einen Schlag als falsch oder verlogen erwiesen haben - der jüngste Tag, wie er den Ostblock ja schon ereilte. Insofern ist "Hurra, wir leben noch" kein bißchen selbstironisch oder gar lustig, sondern eine bloße Feststellung.
  3. #3

    hm!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie vernichtete Abermillionen Arbeitsplätze und Billionen Euro. Trotzdem kommt die Krise bei vielen Deutschen bislang nicht an. Ein privater Rückblick von Thomas Tuma.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,666514,00.html
    in der Hamburger Straße wo Herr Thuma lebt, kann ich mir sehr gut vorstellen das dort die Krise noch nicht angekommen ist,wenn man als Nachbarn Ärzte ,Ingeneure und Sozialarbeiter wohnen hat,die noch Arbeit und auch etwas Anerkennung besitzen. Von der "Unterschicht" will ich mal garnicht reden.Bleiben wir mal bei der Mittelschicht..Da gibt es soviele Ängste,Abstürze,Resignation,es geht quer Beet..Diese Menschen klammern sich noch an allem fest was es zu halten gibt. Man zeigt nicht nach Außen das es einem schlechter geht,der "kleine Mann oder Frau" schämt sich noch. Schlimm wirds wenn diese Klientel nichts mehr halten kann und die Krise nicht mehr zu verschleiern ist dann fällt auch die letzte Fassade und dann wirds eng!!!!Hoffen wir das es nicht soweit kommt.
  4. #4

    Arrogant

    Die Ansichten des Autors zeigen leider nur, wie weit er von der wirklichen Gesellschaft entfernt lebt. würde er sich einmal unter Berufseinsteigern umhören, würde er sich für seinen Text ganz schnell schämen. Ich (Uniabsolvent) kenne in meinem Freundeskreis kaum jemanden, der nach der Uni überhaupt eine Arbeit findet. Es wird eben nicht eingestellt. Dass sich im Hamburger Vorort noch nichts verändert hat, liegt wohl am deutschen Arbeitnehmerschutz. Wer einmal drin ist im System hats gut. Reinkommen ist in schlechten Zeiten aber fast unmöglich.
  5. #5

    Fette Boni

    Zitat von dinapasch Beitrag anzeigen
    in der Hamburger Straße wo Herr Thuma lebt, kann ich mir sehr gut vorstellen das dort die Krise noch nicht angekommen ist,wenn man als Nachbarn Ärzte ,Ingeneure und Sozialarbeiter wohnen hat,die noch Arbeit und auch etwas Anerkennung besitzen. Von der....
    Hauptsache der Dax kommt in diesem Jahr noch über 6000 Punkte. Dann gibts fette Boni.
  6. #6

    Die Finanzkrise ist Schuld!

    Das gute an der Finanzkrise ist, dass sie an allem Schuld ist. Als ob Märklin, Quelle und Karstadt nicht auch ohne Finanzkrise zugemacht hätten. Die Zeiten ändern sich nun mal. Vor ein paar Jahren hätte man der Globalisierung die Schuld daran gegeben. Und noch ein paar Jahre früher wäre die EU Schuld daran gewesen. Oder das Waldsterben.

    Schuld sind immer die anderen und ganz bestimmt nicht die Modelleisenbahnfans, die versagt haben ihr veraltetes Freizeitvergnügen an die nächste Generation weiterzugeben.
    Da brettert die Automobilindustrie in die Krise, weil man dort meint, dass alle Leute unbedingt ein 3 Tonnen schweres Auto brauchen. Und wenn man die auf Halde produzierten Karren nicht losbekommt, obwohl man eine -0,5% Prozent Finanzierung und einen roten Teddybär dazulegt, wer ist Schuld: Die Finanzkrise!

    Was hätten wir bloss ohne die Finanzkrise gemacht. Vermutlich hätte Deutschland alle Schulden zurückgezahlt und wir würden weiter in Milch und Honig schwimmen. So wie die Jahre vor der Finanzkrise. Obwohl, da haben wir ja auch schon Geld ausgegeben, das wir nicht haben. Warum eigentlich? Da war doch gar keine Finanzkrise. Egal.

    Ich finde es genial, dass man in der Regierung sagt: Jetzt machen wir noch ein paar fette Jahre weiter wie zuvor, aber dann, im Jahr sowieso, da fangen wir dann an richtig zu sparen. Das nehmen wir uns ganz fest vor!

    Und was könnte Schuld sein, dass es dann leider doch nicht klappt? Ich ahne es bereits: Es wird das Klima sein.
  7. #7

    Bei mir ist die Kriese angekommen!

    Bei mir ist die Kriese angekommen,
    bin seit oktober Arbeitslos habe mittlere Reife bin 25 jahre alt mit jahrelanger berufserfahrung stecke gerade in einem Kursus zur weiterbildung in einer IHK mit mir ca noch 200 menschen denen es genauso geht wie mir.
    In unserem raum stehen 20 PC´s davor sitzen 20 leute
    gute 15 inclusive meiner einer sind von der Kriese hart getroffen und wen mir einer sagt er merkt von der kriese nix das soll er froh sein trifft genug menschen!
  8. #8

    will ich nicht sagen

    Zitat von sivalovic Beitrag anzeigen
    Die Ansichten des Autors zeigen leider nur, wie weit er von der wirklichen Gesellschaft entfernt lebt. würde er sich einmal unter Berufseinsteigern umhören, würde er sich für seinen Text ganz schnell schämen. Ich (Uniabsolvent) kenne in meinem Freundeskreis kaum jemanden, der nach der Uni überhaupt eine Arbeit findet. Es wird eben nicht eingestellt. Dass sich im Hamburger Vorort noch nichts verändert hat, liegt wohl am deutschen Arbeitnehmerschutz. Wer einmal drin ist im System hats gut. Reinkommen ist in schlechten Zeiten aber fast unmöglich.
    ich glaube noch nicht mal das dieser Artikel arrogant ist. Vielmehr sehe ich hier, das Menschen die in einem Umfeld leben wo es keine sichtbare Armut oder im Bekanntenkreis noch keine Arbeitslosigkeit gibt,(auch Uniabsolventen) die Welt nur aus ihrer Sichtweise sehen.Erst wenn solche "Eltern" mitansehen müssen, das ihre Kinder die studiert haben auch keine Arbeit bekommen, erst dann sind auch sie in der Krise angekommen und die Sichtweise wird anders..
  9. #9

    Schuld sind immer die anderen...

    hier wird so getan, als wären nur ein paar Bänker schuld an allem und sonst hätte niemand von diesem "Luftblasensystem" profitiert.
    Tatsache ist, dass wir alle - vom Hartz IV-Empfänger über den Rentner bis zum Facharbeiter - schon lange von den Früchten zukünftiger Ernten zehren.
    Nur ein paar Beispiele:
    Wenn von virtuellen Vermögen Privatjets und Jachten gebaut wurden, entstanden Arbeitsplätze und Einkommen.
    Jedes Jahr werden die Rentenkassen mit Milliardenbeträgen bezuschusst.
    Alle Sozialleistungen werden auch von Steuererträgen aus virtuellen Geschäften mitfinanziert.
    Jeder private Geldanleger will Rendite erzielen.
    Etc., etc., etc.....

    Leider sind jetzt ein paar Ernten verhagelt worden.
    Und damit werden wir alle auch irgendwie in Zukunft den Gürtel enger schnallen müssen; ob uns das gefällt oder nicht. Denn bis jetzt kennt niemand ein System, das "Wohlstand für alle" besser erreicht als die Marktwirtschaft.


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