DPADie Preise für Getreide steigen weltweit, die Uno warnt vor einer Lebensmittelkrise. Für Entwicklungsminister Niebel ist klar: Am drohenden globalen Hunger ist auch die Produktion von Biosprit Schuld. Der FDP-Politiker fordert das sofortige Aus für den Verkauf von E10 in Deutschland.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...850230,00.html
Niebel soll nicht nur fordern - er soll auch begründen. Kausal, rational. Kann er das nicht - soll er aufs Maul hocken. Will er nicht dann ist das Fürstchen halt nur ein Würstchen und muss gespült werden.
In der einschlaegigen Literatur liest man desoefteren, dass der fuer Biogas und Biosprit verwendete Mais ohnehin Futtermais ist, der sich von dem von Menschen verzehrten Koernermais unterscheide. Insofern ist mir nicht ganz klar, wie dieser Mais die Nahrungsmittelsituation entschaerfen soll? Hoechstens die fuer Tierfuttermittel.
Da das Drama absehbar war (Fail mit Ansage) sollte der Mann noch etwas mutiger werden - und gleich Schadenersatz unter Verlust aller Rentensprüche von denjenigen fordern, die diesen Unsinn zu verantworten haben.
Und wenn man schon so weit ist - dann haben wir gleich die Steilvorlage für Wowereit und Genossen in Aufsichtsrat und Vorstand (Stichwort: Berlin Flughafen) - streicht ihnen die Bezüge, lasst sie für ihr Versagen haften - dann endlich geht ein Ruck durch Politik und Herrschaft und man überlegt sich zweimal schwachsinnige Sachen nur aus Gründen des Lobbytums einzuführen.
Theorie 1
Praxis 6 - Sommerlochgeschwätz, das nimmer umgesetzt wird.
Was soll daran gut sein, frage ich mich?
Der Anteil des für den Biosprit benötigten Getreides ist gemessen an der weltweiten Getreideproduktion relativ gering. Die Getreidepreise würden zum einen nicht deshalb sinken, weil das Getreide an Stelle der Nutzung im Biosprit dann als Lebensmittel zur Verfügung stehen würde. Die Bauern würden dann in rentablere alternative Erzeugnisse investieren als eben in Getreide.
Nein, Biosprit hat die geringsten Auswirkungen auf den Getreidemarkt. Eher gilt es, das Spekulantentum mit lebensnotwendigen Rohstoffen und Ressourcen zu unterbinden. Da kann Niebel ja mal zuerst bei seiner Clientel anfangen: Deutsche Bank, Commerzbank u. a.
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet 2012 eine Ernte von 44,2 Millionen Tonnen (Mio. t) Getreide. (Quelle: www.agrarheute.com).
Davon 4% = 1,768 Mio. Tonnen!
Wir verbrennen 1,768 Mio. Tonnen Getreide im Jahr!
Es gibt Millionen Menschen, die nicht mal ein 1 kg Getreide am Tag zum Essen haben.
Aber Vater Staat trägt dafür Sorge, daß ausreichend Getreide auf unseren Strassen verbrannt wird. Sind unsere Trittins und Künasts denn endlich im Polit-Schlaraffenland, wenn wir die restlichen 40 Mio Tonnen auch verbrennen?
Diese grünen Knalltüten fordern die Verbrennung von Nahrungsmitteln aber stellen sich nachher mit Friedenstaube am Kopp hin und fordern Frieden in den Ländern der dritten Welt.
Diese Kriege werden mit zunehmende Verknappung von Rohstoffen (auch Lebensmittel) nachweislich zunehmen.
Geharnischte Reden, wenn wieder Panzer exportiert werden. Aber selber die Entstehung von Kriegen forcieren.
Wann endlich kümmern sich die ****** Grünen um die Renaturierung von Tiefseegräben? Alle in Container und ab nach unten.
Die Idee ist richtig gut. Niebel spielt sich als Weltenretter auf und wir dürfen das teurere E5 tanken. Da hat man ja vor kurzem noch extra Steuern draufgepackt, weil es ja sooooo böse ist. Extrageld für den Staat unter dem Deckmantel des Gutmenschen. Gibt es dafür einen Bonus für Herr Niebel?
Wollen Sie mal was wissen?
Wußten Sie, daß Ethanol den Dampfdruck des Benzins drastisch erhöht und daß die Raffinerien daher schon beim ganz normalen E5 massive Probleme haben, den maximal zulässigen Dampfdruck gemäß EN228 einzuhalten? Der Motor selbst wird mit E10 ganz sicher keinen Schaden nehmen, aber Teile wie Hochdruckpumpen, Einspritzventile, Regelventile aller Art, Kraftstoffleitungen etc. Das wurde hier schon oft genug durchgekaut. Und es kann schon bei E5 zu Funktionsstörungen unter bestimmten Betriebsbedingungen kommen wie bei meinem Fahrzeug:
Jahrelang gab es mit meinem Fahrzeug keinerlei Probleme, aber vor einigen Jahren kam es plötzlich immer wieder an immer der gleichen Stelle zu Motorruckeln - wenig im Winter bis zu sehr stark im Sommer (so stark, daß der Motor erst bei nahezu Vollgas überhaupt wieder zündet). Ich fahre auf meiner Hausstrecke ca. eine halbe Stunde lang durchgehens bei hoher Last und komme dann bergab in eine geschwindigkeitsreduzierte Zone (es geht stufenweise bis 60 km/h runter). Danach, wenn's eben wird und man wieder leicht Gas geben muß, um die Geschwindigkeit zu halten, ruckelt's mehr oder weniger stark. Nach einiger Zeit verschwindet das Ruckeln, und der Motor läuft wieder normal.
Die Werkstatt fand nichts. Inzwischen bin ich dank ausführlicher Tests meinerseits und Beratschlagung mit meinen Kollegen (Automobilzulieferer für Motorsteuersysteme) ziemlich sicher, warum's ruckelt: Es bilden sich im sehr langen Schubbetrieb Dampfblasen. Beweis: Fährt man völlig idiotisch d.h. bremst immer nur kurz und eher kräftig runter (statt ausrollen zu lassen) und fährt zwei Gänge niedriger, um immer ein wenig auf dem Gas bleiben zu können (der Kraftstoff steht dann nicht lange in der fuel rail und wird dann auch nicht heiß), ruckelt später nichts.
Warum entstanden plötzlich Dampfblasen? Das Ruckeln fing rückblickend gesehen genau dann an, als die Mineralölindustrie von der Politik gezwungen wurde, massiv Ethanol beizumischen. Bisher kaum mit Ethanol versetztes Benzin wurde plötzlich mit 5% Ethanol versehen. Das läßt den Dampfdruck steigen, was die Dampfblasenbildung begünstigt.
Wieviele Leute mag es geben, denen Ähnliches widerfahren ist, und bei denen die Werkstatt ebenfalls keinen Zusammenhang zum Sprit herstellen konnte? Solche Fälle tauchen daher auch in keiner Statistik auf!
O.k., moderne Injektoren sind anders konstruiert als diejenigen in meinem Auto. Aber soll ich mein im Grunde voll funktionsfähiges altes Auto nur deswegen in die Presse zu fahren, weil irgendwelche Vollpfosten zu blöd waren, die Folgen ihrer Entscheidungen zu überblicken? Das wäre schließlich der größte ökologische Unsinn (abgesehen von dem ökonomischen)!