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Gletschermumie: Forscher enthüllen Ötzis Krankenakte

EURAC/ Samadelli Marco 5300 Jahre nach seinem Tod stellen Forscher dem Gletschermann Ötzi seine Diagnose: Er vertrug keine Milch und hatte Herzprobleme - das ergab die Analyse seines Erbguts. Seine nächsten Verwandten lebten demnach auf Inseln im Mittelmeer.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...818062,00.html
  1. #30

    Koevolution

    Alle angesprochene Punkte sind Teil des sich derzeit rasend schnell entwickelnden Forschungskomplexes der Koevolution von menschlicher Kultur und Genom. Die durch kulturelle Nischenbildung bewirkte Bevorzugung mancher Genvarianten und die dadurch hervorgerufene enorme Beschleunigung der menschliche Evolution ist eines der interessantesten Felder der derzeitigen Wissenschaft.

    Der Einfluß der Viehhaltung auf die Laktosetoleranz im Erwachsenenalter (eigentlich eine Verirrung der Natur) ist das bekannteste Beispiel. Auch der Hang zur Arteriosklerose wird durch die Nahrungsgrundlage beeinflußt - Ötzi stammt aus einer Zeit, bevor die entsprechenden Gene zurückgedrängt wurden.

    Die Farbe von Augen, Haaren und Haut wird dagegen ehr mit Vorlieben bei der sexuellen Partnerwahl zusammengebracht - auch das stark durch die Kultur beeinflußt.

    Der Autor des Spiegel-Artikels hat das nicht wirklich begriffen. Das kann man ihm aber nicht wirklich zum Vorwurf machen; das Thema wird schließlich hierzulande nur mit spitzen Fingern angefaßt. Denn ein Zusammenhang zwischen Genom und Kultur ist wortwörtlich rassistisch. Vor allem, wenn es nicht mehr nur um Milch und braune Augen geht. Sondern um Gene, welche Einfluß haben auf das Sprachvermögen, auf gruppeninterne Kooperation oder das Zahlenverhältnis von Jungen und Mädchen bei der Geburt.

    Zum Weiterlesen empfehle ich "The 10.000 year explosion", "Molecular Nutrition and Genomics: Nutrition and the Ascent of Humankind" oder "How culture shaped the human genome: bringing genetics and the human sciences together".
  2. #31

    ...

    Zitat von SirLurchi Beitrag anzeigen
    Gut, ich gehöre zu den Mutanten, kann literweise Milch in mich reinkippen, ohne das etwas schlimmes passiert (die Gewichtszunahme erwähne ich mal nicht ...^^), aber die Mehrheit meiner Mitmenschen verträgt das nicht.
    Das kann noch kommen. In jungen Jahren (bis zu meinem ca. 23. +/- 1 Lebensjahr) konnte ich auch sehr viel Milch trinken. Irgendwann ging das nicht mehr, also aufpassen!
  3. #32

    ...

    Zitat von cassandros Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub Nein:
    Das Lab ist ein Gemisch aus Proteasen. Diese Magen-Enzyme spalten Proteine (Eiweiß) und sorgen so für das Gerinnen der Milch.
    Dem Milchzucker (Lactose) tun diese Enzyme nichts.
    Den Milchzucker bauen im weiteren Verlauf der Käseherstellung die Milchsäurebakterien ab!

    Vielleicht verstand sich Herr Ötzi schon auf die Kunst der Käseherstellung.
    Ist im Lab vielleicht auch Laktase (ist ja auch ein Enzym) vorhanden, die die Laktose abbaut?
  4. #33

    Rass-elbande

    Zitat von Toebbens Beitrag anzeigen
    Der Autor des Spiegel-Artikels hat das nicht wirklich begriffen. Das kann man ihm aber nicht wirklich zum Vorwurf machen; das Thema wird schließlich hierzulande nur mit spitzen Fingern angefaßt. Denn ein Zusammenhang zwischen Genom und Kultur ist wortwörtlich rassistisch. .
    Naßrosche Schaumschlägerrhetorik in allen Ehren, aber was soll denn da "rassistisch" sein?
  5. #34

    leider falsch

    [QUOTE=stimmvieh_2011;9729212]Umgekehrt ist es richtig: Laktosetoleranz, die sich in Europa entwickelt hat, hat den Ackerbauern und der europäischen Bevölkerung einen entscheidenden Vorteil im Überlebenskampf verschafft.QUOTE]

    Leider falsch. Die Laktosetoleranz "entstand" so richtig wohl in den Steppen Zentralasiens, wurde "perfektoniert im alten Anatolien, als die ersten indogermanischen Völker Zentralasiens dort einwanderten wie die späteren Hethiter_innen, Luwier_innen, Thraker_innen und durch anatolische Viehzüchter_innen, die dank Klimaerwärmung und der damit verbundenen Versteppung, kam man in das fruchtbarere Südost- und Mitteleuropa, was man genetisch schon lange bewiesen hat, das nämlich "unsere" Kühe hier anatolische Vorfahren_innen haben. Sprich auch die Menschen damals aus der Region nach Europa einwanderten, sich dort mit den protokeltischen Stämmen mischten und so die Laktosetoleranz in Europa etablierten. Siehe Hallstadtkulturen, Kurganhypothesen, altanatolische Sprachen als erste verschriftlichte indogermanische Sprachen und die Geschichte der Viehzucht in Europa, angefangen ab ca 6000 v. Chr, über die Donau kommend...
  6. #35

    zwei Haltestellen zu früh

    Zitat von Hüsse Beitrag anzeigen
    Ist im Lab vielleicht auch Laktase (ist ja auch ein Enzym) vorhanden, die die Laktose abbaut?
    Laktase (= Lactase) wird von Schleimhautzellen des Dünndarms gebildet.
    Die Verdauung des Milchzuckers passiert also erst im Darm.

    Im Magen (Bildungsort des Labs) kommt es nicht vor.

    Das Lactasegen ist nur in Darmzellen aktiv:
    LCT - lactase - Genetics Home Reference
  7. #36

    aber irgendjemandem

    Zitat von ReneMeinhardt Beitrag anzeigen
    denn heutige Ärzte sind ja nicht mal in der Lage, eine korrekte Diagnose an lebenden Patienten zu stellen. Was versetzte sie denn in die Lage, dies aber für einen schon seit jahrhunderten toten zu stellen? NICHTS.
    müssen Sie glauben. Z.B. den Technikern, die Ihren Computer, mit dem Sie posten entwickelt und gebaut haben.
    Es gibt natürlich "heutige Ärzte" - auch solche, die fachkundige und ausgewogene Diagnosen stellen können. Man sollte es nicht glauben! Es gibt auch Wissenschaftler, die einen Toten (Ötzi) nach dem Stand der Forschung analysieren können. Ich gehe davon aus, dass die entsprechenden Originalpublikationen fachlich exzellent sind. Dazu zählt auch die Limitierung der Aussagekraft der Forschungsergebnisse. Das mag im Artikel verkürzt wiedergegeben sein. Aber glauben Sie mir die Konkurrenz inder Fachwelt ist sehr kritisch. Wenn einen das Thema interessiert lohnt es sich sicher tiefer einzusteigen. Dann weiss man was man glauben kann und nicht - was sicher belegt ist, was eine Vermutung/ zu prüfende Hypothese ist.
    Machen Sie sich einfach die Mühe und dann WISSEN Sie was Sie GLAUBEN können, anstatt hier einen lächerlichen Vergleich mit ihrem Hausarzt zu ziehen!
  8. #37

    Danke...

    Zitat von Gebetsmühle Beitrag anzeigen
    laktose-intolleranz ist keine krankheit, sondern für erwachsene aus naturvölkern völlig normal. das liegt daran, dass milch in der urzeit für kinder gedacht war und nicht für erwachsene. deshalb war die fähigkeit milchzucker zum verdauen nicht gegeben. erst die moderne zivilisation mit der milchviehzucht hat das geändert.
    ...das Sie das richtig gestellt haben. Die Laktosetoleranz der(haupsächlich) Nordeuropäer basiert auf einer Mutation, welche in der Region der Existenz zuträglich war. 80% der erwachsenen Weltbevölkerung verträgt keine Laktose.
  9. #38

    Ein Loch ist in der Theorie

    Zitat von whitestboyalive Beitrag anzeigen

    Leider falsch. Die Laktosetoleranz "entstand" so richtig wohl in den Steppen Zentralasiens, wurde "perfektoniert im alten Anatolien, als die ersten indogermanischen Völker ...
    Und wie kam die Toleranz dann "wieder" nach Ostafrika (wo ja die Menschheit ihren Ursprung hat)?

    "Für die Massai spielen Rinder und Ziegen ...eine große Rolle. ....Die früheren Massai haben sich fast nur von Tierprodukten ernährt – meist von einer Mixtur aus Blut und Milch (saroi),..."
    - TANSANIA - Erleben Sie eine Safari, den Kilimanjaro oder Sansibar mit unseren Afrikareisen | Massai

    "Belege dafür haben Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena beim Hirtenvolk der Massai im ostafrikanischen Kenia gefunden. ....
    Demnach nehmen die Massai zum Frühstück stark gesüßten Milchtee zu sich. Einige Massai verzehren vormittags „Porridge“, einen flüssigen Brei aus Maismehl, Wasser, etwas Milch und Zucker. Zum Mittag gibt es meist Milch und „Ugali“, eine Art Polenta, die aus Maisgrieß und Wasser zubereitet wird. Das Abendessen gleicht dem Mittag. ..."

    - Gesund trotz Mangelernährung? | Mein Gesundheitszentrum
  10. #39

    Frauen in allen Ehren,

    [QUOTE=whitestboyalive;9732134]
    Zitat von stimmvieh_2011 Beitrag anzeigen
    Umgekehrt ist es richtig: Laktosetoleranz, die sich in Europa entwickelt hat, hat den Ackerbauern und der europäischen Bevölkerung einen entscheidenden Vorteil im Überlebenskampf verschafft.QUOTE]
    ...die späteren Hethiter_innen, Luwier_innen, Thraker_innen und durch anatolische Viehzüchter_innen, die dank Klimaerwärmung und der damit verbundenen Versteppung, kam man in das fruchtbarere Südost- und Mitteleuropa, was man genetisch schon lange bewiesen hat, das nämlich "unsere" Kühe hier anatolische Vorfahren_innen haben. ...
    doch Sie treiben es auf die Spitze. Ich finde es "als Mann allerdings" nicht diskriminierend, wenn man Völker herkömmlich ohne "innen" benennt - wie sollen Völker ohne Frauen denn existieren außer "Ali Baba und die 40 Räuber"? Zu den "Kühen" (weibl. - wo bleiben die Bullen - ich fühle mich als Mann diskriminiert), die "Vorfahren_innen" haben, fällt mir nichts mehr ein. Gut, dass ich mit Ihnen nichts zu tun haben muss und auch nicht mit Ihren Vorfahr_innen und Nahrfahr_innen und Freund_en/innen.


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