Giftschlamm-Unglück: Ungarns Polizei nimmt Chef der Katastrophenfabrik*fest

Ungarn geht gegen den Betreiber der Tonerdefabrik vor, deren Rotschlamm den Ort Kolontár geflutet hat. Der Chef des Unternehmens wurde nun festgenommen, außerdem soll es unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,722476,00.html
  1. #1

    Das ging jetzt wohl nicht mehr anders

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ungarn geht gegen den Betreiber der Tonerdefabrik vor, deren Rotschlamm den Ort Kolontár geflutet hat. Der Chef des Unternehmens wurde nun festgenommen, außerdem soll es unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,722476,00.html
    Nach der Verseuchung war noch behauptet worden, die Daemme seien gerade inspiziert worden (und alles sei in Ordnung gewesen).
    Doch dann tauchten Videos auf, und es war deutlich zu sehen, dass die rote Bruehe durch den Damm durch sickerte.
    Nun droht ein weiterer Bruch.

    Hat die Polizei denn schon das Vermoegen der Besitzer einfrieren lassen, denn in den vergangen Jahren haben die in einem wirtschaftlich ganz freien Umfeld grosse Summen 'erwirtschaftet'?
  2. #2

    35 000€ Versichert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ungarn geht gegen den Betreiber der Tonerdefabrik vor, deren Rotschlamm den Ort Kolontár geflutet hat. Der Chef des Unternehmens wurde nun festgenommen, außerdem soll es unter staatliche Kontrolle gestellt werden.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,722476,00.html
    Laut verschiedenen Nachrichtenagenturen ist das Unternehmen nur mit einer Haftpflicht von 35.000€ Deckungssumme abgesichert, jeder Autofahrer würde sich mit so einer Versicherung strafbar machen, aber auch in Ungarn wird offenbar Marktwirtschaft betrieben: Gewinne werden privatisiert, Schäden und Verluste sozialisiert. Wenn nun der Betriebsleiter des Aktienunternehmens ins Gefängnis muss, so klingt das sehr stark nach dem üblichen Bauernopfer.
  3. #3

    ^^

    Welche Deppen haben denn diese Fabrik betrieben?
    Und welche Verbrecher haben das genehmigt?
    Die würden Atommülltonnen wohl auch auf einem Haufen
    neben dem AKW stapeln. Wenn der Haufen umkippt
    und die Tonnen in die nächsten Dörfer rollen, machts
    auch nichts.

    Verseucht solch ein See nicht das Grundwasser? Oder
    schwimmt die ätzende Brühe oben?
  4. #4

    Gibt wieder nichts zu lernen

    Zitat von hundini Beitrag anzeigen
    Welche Deppen haben denn diese Fabrik betrieben?
    Das sind keine Deppen, sondern markorientierte Unternehmer.
    Und welche Verbrecher haben das genehmigt?
    Wahrscheinlich ganz normale (vielleicht ein bisschen) korrupte Beamten.
    Der eigentliche Skandal liegt aber nicht bei den Deppen oder Verbrechern, sondern bei denen, die EU Gesetze machen.
    Die einzig akzeptable Regelung für alle Unternehmen wäre:
    - ein Unternehmen, das Schaden verursachen kann (wohl so ziemlich alle) muss eine - eventuell durch einer Rückversicherung gesicherte - Versicherung abschliessen, die Reparatur aller Schäden bezahlt, sowie gewisse Beträge als Schmerzensgeld u.ä.
    - den Rest überlässt man den Versicherungen. Die werden dann schon die Kontrolle von gefährlichen Objekten übernehmen, aus ureigenem Interesse. Das Gesetz sollte aber vorsehen, dass Versicherungen bei grösseren Katastrophen Sofortzahlungen an die Opfer aufbringen müssten (aber weit unter den Gesamtkosten), damit die nicht so ohne Hilfe gelassen werden.

    Die Tatsache, dass so eine Gesetz nicht EU-weit existiert, (auch in Deutschland nicht, z.B. KKWs) zeigt nur, dass die Politiker korrupt oder inkompetent sind.

    Das wiederum ist aber nichts Neues. So lernen wir auch aus dieser Katastrophe gar nichts.
  5. #5

    Wann lernen wir dazu?

    Mit jedem neuen Tag fragt man sich, wieviel wir auf unserem Planeten eigentlich noch verseuchen und kaputt machen wollen. Wir behandeln die Erde, als ob wir eine zweite als Zweitwohnung an einem Schleppseil am Bootshaken hätten - aber wir sollten endlich aufwachen, denn wo wollen wir eines Tages hin, wenn wir endlich alles unter blutrotem Giftschlamm begraben haben?
    Haben wir aus den ganzen früheren Umweltkatastrophen hausgemachter Art noch immer nix gelernt?
    Sandoz, Seveso, Tschernobyl, die immer wieder kehrenden Ölpest-Verschmutzungen ...
    ..... gibt es eigentlich noch einen Flecken Erde, auf dem ich mal meine Enkelkinder werde spielen lassen können, ohne Vollschutzanzug und Schnuffi-Atemmaske?
    Darth Vader und sein Atemhelm lassen grüßen.
  6. #6

    Hoffentlich Allianz versichert

    Die fabrik ist bei der Allianz versichert. zur Deckungshöhe möchte die Allianz derzeit keine Angaben machen.
  7. #7

    Wieso ???

    Wurde diese enorme Menge an Giftschlamm denn überhaupt gesammelt. Was wollten die denn damit machen ? Warten, bis die Sonne das ganze verdunstet - oder was ???

    Hier ist wohl an einer regelmäßigen fachgerechten Entsorgung gespart worden - und jetzt haben die Leute die Quittung bekommen !!!
  8. #8

    Steht

    Zitat von weltbetrachter Beitrag anzeigen
    Wurde diese enorme Menge an Giftschlamm denn überhaupt gesammelt. Was wollten die denn damit machen ? Warten, bis die Sonne das ganze verdunstet - oder was ???
    doch links: "Es ist ein übliches Verfahren, die rote Brühe in Auffangbecken zu leiten, wo sie dann zu einer ungefährlichen, tonartigen Masse trocknet."