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Giffords-Attentat: Mutmaßlicher Schütze von Tucson nicht prozessfähig

Er soll sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt haben, darunter die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords. Doch zu einem Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Tucson wird es zumindest vorerst nicht kommen. Ein Gericht hält ihn für psychisch krank.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...764966,00.html
  1. #10

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    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Sie haben echt keine Ahnung, davon aber eine Menge.
    Gottseidank gibt es aber das christliche Prinzip der Vergebung bei Reue oder bei von dauerhaft ausgehender Gefährlichkeit des Täters diesen auf Lebenszeit von Anderen weitestgehend zu isolieren.
    [/QUOTE]

    Einen Menschen auf Lebenszeit zu isolieren finde ich weitaus grausamer und menschenverachtend als ihn mit einer sanften Methode hinzurichten. Von daher würde ich hier Sie des Sadismus bezichtigen.

    Das "Prinzip der Vergebung" ist so eine Sache: Was ist mit Leute die Nicht-Christen sind, oder mit jenen, die nicht vergeben können und darunter seelisch leiden, dass ein solchter Täter nach dem, was er getan hat nicht exekutiert wird? Erfahrungsgemäß kommt es für viele Menschen einer Art Katharsis gleich, wenn der Mensch, der ihren Angehörigen so etwas angetan hat, exekutiert wird: Für viele Leute bedeutet das Wissen um die Hinrichtung der Mörder ihrer Angehörigen einen erheblichen Zuwachs von Lebensqualität und einen Spender von inneren Frieden.
  2. #11

    humanistischer Henkersknecht ?

    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Billige Polemik, die ich nicht weiter kommentiere.
    Wie sie meine Vorwürfe kommentieren zeigt das es eben keine billige Polemik ist sondern sich dahinter ein krudes Weltbild ihrerseits bzgl. psychischer Erkrankungen versteckt.

    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Die Hinrichtung eines Mörders, der anderen Menschen unsagbares Leid angetan hat, hat - selbst wenn er unzurechnungsfähig sein sollte - >>>
    Ein psychisch Kranker kann sich wie ein Raubtier verhalten, ohne das ihm dieses Verhalten bewußt ist. Es ist zudem in den USA kinderleicht auch für "Verrückte" an Waffen heran zu kommen. Welche Schuld hat denn nun ein "Verrückter" an diesem "kranken System". Bei uns hätte dieser "Irre" ein solches Massaker nicht anrichten können, die Täter die wir hatten waren nachweislich nicht geisteskrank sondern frustriert oder verzweifelt, juristisch sind das erhebliche Unterschiede die insbesondere ein Humanist wie sie es sein wollen beachten sollte.

    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Nö, ich bin ein Humanist: Jemand der - bar aller Aggressionen und auch frei von jedem Frust - die Welt zu einem etwas menschlicheren und gerechteren Ort machen will.
    In dem man nach dem Prinzip "Auge um Auge" verfährt?

    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Und das heißt in diesem Fall, dass man es jemandem wie Loughner nicht durchgehen lässt grausam zu morden und dann in einer kuschelige Therapie betüttelt zu werden. >>>
    Niemand ist gezwungen Gefängniswärter oder Pfleger zu werden. Wer es macht sollte an seine Aufgaben denken und nicht daran hierdurch billige Rachegedanken an Schwächeren zu befriedigen. Wenn sie Therapien für kuschelig halten beziehen sie ihr Wissen darüber wohl aus der Boulevardpresse.

    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Einen Schwerverbrecher hinzurichten macht ihn nicht - wie Sie behaupten - zum Opfer. Eine Mörder für seine Tat hinzurichten macht den Mörder genausowenig zum Opfer eines "Mordes" wie es einen Kidnapper >>>>
    In den USA sind bereits mehrfach Unschuldige hingerichtet worden, ein System das so rücksichtslos mit Straftätern verfährt wie die USA ist üblicherweise keine Demokratie in der die Unschuldsvermutung zählt.
    Dabei meinte ich nicht einmal den Täter selbst sondern seine Familie, als ich von unschuldigen Opfern sprach.


    Zitat von Zsasz Beitrag anzeigen
    Loughner hat grausam und brutal andere Menschen ermordet, ihn mit einer sanften Methode hinzurichten (z.B. die Verabreichung von Benzodiazepinen so dass er einfach friedlich einschläft) würde heißen ihm eine Strafe zuzufügen, die weniger schlimm ist als die Tat die er begangen hat: Das ist völlig verhältnismäßig.
    Villeicht sind sie nicht richtig über das amerikanische Rechtssystem informiert:

    http://www.youtube.com/watch?v=LK_6qcwhoYI

    Dr. Robert Blecker ist in den USA ein absoluter Befürworter von brutaler Hinrichtung, wg. des "Reueeffekts" oder wie er das bezeichnet. Solche Henkersknechte haben bei der Todesstrafe das Sagen:

    http://www.youtube.com/watch?v=89C2Q...eature=related

    Wesentlich anders denken Diktatoren, Schwerverbrecher oder Terroristen auch nicht.

    Ciao
    DerDemokrator

    P.S. Texas ist der US-Bundesstaat mit den meinsten Hinrichtungen weltweit nach: China,Pakistan, Nordkorea und Iran. Kein Land davon, außer den USA bezeichnen sich als Demokratie!
  3. #12

    .

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Wie sie meine Vorwürfe kommentieren zeigt das es eben keine billige Polemik ist sondern sich dahinter ein krudes Weltbild ihrerseits bzgl. psychischer Erkrankungen versteckt.
    Diese Art der Argumentation ist schon Mal zutiefst unreif: Wer Ihre Meinung nicht teilt hat also eo ipso ein "krudes Weltbild". In der Diskussionstheorie nennt man das wohl Brunnenvergiftung.

    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Ein psychisch Kranker kann sich wie ein Raubtier verhalten, ohne das ihm dieses Verhalten bewußt ist.
    Yup. Und was macht man mit unkontrollierbaren Raubtieren, wie tollwütigen Hunden? Richtig: Sie einschläfern.


    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    Es ist zudem in den USA kinderleicht auch für "Verrückte" an Waffen heran zu kommen. Welche Schuld hat denn nun ein "Verrückter" an diesem "kranken System".
    Das Menschenrecht auf Selbstverteidigung, i.e. privaten Waffenbesitz (worauf Sie wohl abzielen), ist mitnichten krank. Wo ich Ihnen beipflichte ist, dass es zuwenige Filter im amerikanischen Waffenhandelssystem gibt um entsprechende Käufer außen vor zu lassen. Das enthebt den Täter aber nicht der Verantwortung für sein Tun.


    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    In dem man nach dem Prinzip "Auge um Auge" verfährt?
    Nö. Ich plädiere für eine vergleichsweise milde Behandlung des Täters: Er hat andere grausam und brutal massakriert - dafür soll er nur sanft und gewaltlos durch eine Medikamentenüberdosierung in eine andere Welt versetzt werden.


    Zitat von Demokrator2007 Beitrag anzeigen
    In den USA sind bereits mehrfach Unschuldige hingerichtet worden, ein System das so rücksichtslos mit Straftätern verfährt wie die USA ist üblicherweise keine Demokratie in der die Unschuldsvermutung zählt.
    Es sitzen auch Unschuldige im Gefängnis. Nach Ihrer Logik dürfte man demnach niemanden in Gefängnissen festhalten, da dort ja auch unschuldige Menschen landen können was dann Freiheitsbreaubung ist. Davon ab: Es sterben bei vielen Dinge viele unschuldige Menschen. Der Mobilität werden viele Tausend Verkehrstote geopfert - was meinen Sie wieviele davon noch am Leben sein könnten wenn man den motorisierten Verkehr auf öffentliche Verkehrsmittel reduzieren würde und private Kraftfahrzeuge verbieten würde: 90% weniger Verkerhsaufkommen auf den Straßen (nur ein paar Busse) und infolgedessen drastisch weniger Tote. Doch die gesellschaft sagt: die Mobilität von Millionen ist uns den Preis einiger tausend unschuldiger Toter im Jahr wert. Das ist eine Güterabwägung. In den USA werden ca. 50 Exekutionen pro Jahr vollstreckt. Nehmen wir eine Fehlerquote von maximal 5% an, dann wären da 2-3 Unschuldige bei. Tragische Einzelschicksale, gewiss. Aber die gibt es in vielen Bereichen.
  4. #13

    @ Zsasz

    So viel Arroganz auf einem Fleck ist in der Tat bemerkenswert. Tod im Strassenverkehr und Tod durch Exekution sind in ihrer Ursache mitnichten vergleichbar, wenn auch das Ergebnis dasselbe ist.
    Bleibt zu wünschen, dass nicht Sie oder jemanden aus Ihrer Familie, sollten Sie in den USA leben, einestages ein "tragisches Einzelschicksal" ereilt.
  5. #14

    Die Frage nach der Moral

    Ich traue beiden Vorrednern zu, Handlungen nach einem angemessenen moralischem Maßstab beurteilen zu können. Die Frage, die sich hier allerdings stellt, ist, wie können wir hier moralisch argumentieren. Oder besser: können wir jemanden, der sich seiner Tat nicht bewusst ist und der die Fähigkeit seine eigenen Handlungen einzuschätzen nicht besitzt, zu einer derart harschen Strafe verurteilen? Es gibt Wissenschaftler, die proklamieren, dass unser Handeln und unser Charakter genetisch determiniert sind und wir eben nicht, wie bisher angenommen, als leere Leinwand auf die Welt kommen. Können wir dann verurteilen, wenn der Verurteilte gar nicht seiner Handlungen Herr war? Diese Annahme geht natürlich grundsätzlich gegen die grundlegende Annahme des Vorhandensein eines freien Willens, die getroffen wird, um überhaupt ein Rechtssystem zu etablieren.

    Nein, psychische Krankheiten, Behinderungen oder angeborene Verhaltensauffälligkeiten müssen in einen Urteilsspruch Eingang finden. Dabei ist es natürlich notwendig bezüglich der Schwere zu unterscheiden. Das Urteil für eine Tat unter Alkoholeinfluss sollte nicht generell abgeschwächt werden. Ist besagte Person jedoch alkoholkrank und abhängig und ist die Tat vor dem Hintergrund der Abhängigkeit geschehen, muss man das beachten. Genauso gilt das für andere Auffälligkeiten wie Pädophilie, von der wir mittlerweile wissen, dass sie weiter verbreitet ist, als wir denken. Wenn kranken Menschen nicht von vorneherein geholfen wird oder zumindest die Möglichkeit der Hilfe ohne soziale Stigmatisierung geschaffen wird, können wir nicht derart urteilen. Der Unterschied zwischen der Tötung eines Menschen aufgrund seiner Beschaffenheit (sei es Euthanasie, Tötung aufgrund der Religion oder die Tötung von weiblichen Kindern) ist etwas fundamental anderes als die Tötung eines Menschen aufgrund von Handlungen, die aufgrund fehlender Hilfe bei einer gravierenden Behinderung geschehen.

    Die Schwere dieser Tat macht es schwer, eine Schuldminderung anzuerkennen. Nichtsdestotrotz muss eine Gesellschaft offen mit diesen Dingen umgehen und sie in Betracht ziehen. Wenn wir nicht früh helfen und behandeln, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Lage eskaliert.

    Ich möchte jetzt hier nicht für Straffreiheit Stimmung machen. Ist ein Unheil geschehen, muss reagiert werden. Eine harte Verurteilung ohne diese Punkte in Betracht zu ziehen kann jedoch nicht in Frage kommen.


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