dapdPassagiere am Frankfurter Flughafen müssen sich auch am Freitag auf erhebliche Behinderungen und Verspätungen einrichten. Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat angekündigt, ihren für Donnerstagnachmittag angesetzten Streik am Freitag fortzusetzen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...815589,00.html
Ein Grundrecht der Menschen in Deutschland ist auch das auf körperliche Unversehrtheit, welches durch die Inbetriebnahme der neuen Landebahn in FRA in weiten Teilen des Rhein-Main-Gebietes nicht mehr gewahrt wird. Und jetzt?
Wenn man fliegt, muss man mit so etwas rechnen. Mein Gott, in Frankreich, Italien, Griechenland (früher), wird ständig gegen irgendetwas gestreikt. Die Menschen stranden und irgendwann fliegen sie weiter. An FRA gibt es tolle Hotels, tolle Shops, alles supi mit vielen Niedriglohn-Jobs, damit sich jeder alles leisten kann (von den Gästen, nicht die Arbeiter), da wird es den Reisenden an nichts fehlen. Mal abgesehen davon, dass diese es oft, zumindest als Interviewte in Fernsehberichten enspannter sehen, als viele andere hier.
hier mal die genau die aktuellen zahlen und die (unverschämten) forderungen:
Vorfeldkontrolle: Das Gehalt betrug 53.000 Euro im Jahr 2011. Forderung der Gewerkschaft GdF: 50 Prozent mehr auf 79.600 plus 10 Prozent Zulagen minus 13 Prozent Arbeitszeit. Unterm Strich wären das, so rechnet Fraport, 73 Prozent mehr Gehalt.
Senior Vorfeldkontrolle. Das Gehalt betrug 69.200 Euro im Jahr 2011. Forderung der Gewerkschaft GdF: 25 Prozent mehr auf 86.700 plus 10 Prozent Zulagen minus 13 Prozent Arbeitszeit. Unterm Strich wären das, so rechnet Fraport, 48 Prozent mehr Gehalt.
Senior Verkehrszentrale: Das Gehalt betrug 51.800 Euro im Jahr 2011. Forderung der Gewerkschaft GdF: 28 Prozent mehr auf 60.700 plus 10 Prozent Zulagen minus 10 Prozent Arbeitszeit. Unterm Strich wären das, so rechnet Fraport, 48 Prozent mehr Gehalt.
Senior Vorfeldaufsicht: Das Gehalt betrug 42.000 Euro im Jahr 2011. Forderung der Gewerkschaft GdF: 45 Prozent mehr auf 60.700 plus 10 Prozent Zulagen minus 9 Prozent Arbeitszeit. Unterm Strich wären das, so rechnet Fraport, 64 Prozent mehr Gehalt.
Leider haben sie bei der Aufzählung vergessen, dass die Vergütung von Dr. Stefan Schulte (Vorsitzender) zwischen 2009 (997,5 Tsd €) und 2010 (1324,2 Tsd €) um 32 % gestiegen ist (Nachzulesen in Fraport AG | Geschäftsberichte ==> Einzelabschluss 2010 / Seite 52).
Für den Jahresabschluss 2011 liegen mir leider noch keine Zahlen vor. Aber es würde mich nicht wundern, wenn sich das Gehalt wieder im 2stelligen %-Bereich erhöht (alles ohne Wertung ob überhaupt verdient!).
Bei den anderen Personen des Vorstandes sieht es ganz ähnlich aus!
Vielleicht verstehen Sie jetzt u.a. die "gewünschten" Gehaltssprünge.
mfg
Klaus
Die eigentliche Tragik ist nicht die Forderung der GdF als solche, sondern die daraus resultierenden Folgen. Wie in Stuttgart vor 3 Jahren, hat die GdF jetzt auch in Frankfurt mit der Saat der Gier, die Belegschaft gespalten. In meinen Augen ein unverantwortliches Vorgehen, zumal die Protagonisten sich am Ende des sozialen Kahlschlags im wahrsten Sinne des Wortes, in ihren goldenen Turm zurückziehen können. Was bleibt, ist eine entsolidarisierte Belegschaft.
Markus Kohler
Vorsitzender der komba Gewerkschaft am Landesflughafen Stuttgart