Warum muss man eigentlich über jedes dämliche Filmchen soviel Aufhebens machen?
Komplexes Gedankenspiel über menschliche Moral oder gut getarnter Gewaltporno? David Cronenbergs "Tödliche Versprechen" lädt auch in der DVD-Fassung zum Sinnieren über das Böse im Menschen ein.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,560450,00.html
Warum muss man eigentlich über jedes dämliche Filmchen soviel Aufhebens machen?
ganz guter film. nur warum hierzu ein forenthema und was soll überhaupt dann das thema sein?
also /close
Ich habe den Film versucht zu mögen, aber dazu ist er zu banal, zu konstruiert. Die unbehagliche Stimmung, die sich zu Anfang in der Magengegend einnistet, schlägt wegen der haarsträubenden Aktionen (insbesondere der Protagonistin) irgendwann nur noch in Magenschmerzen um. Nur noch selten hat man den Eindruck, dass man es hier mit echten denkenden Menschen und richtigen Gangstern oder Gesetzeshütern zu tun hat. Zu oft erinnerten mich die Akteure an Abziehbildchen überzeichneter 70er Jahre Serien-Stereotypen. Peinlich, dass man so etwas noch im Jahre 2007/2008 vorgesetzt bekommt.
Der Film ist im Grunde nur eine Anhäufung von Klischees und vorhersehbaren Storyfetzen. Ständig erwischt man sich dabei, dass man sich die flache Hand gegen die Stirn dreschen will, weil man wieder Zeuge unmöglichen Blödsinns wurde.
Der Gewaltgrad ist zwar hoch, aber für durchschnittliche Horrorfilme/Actionfilme-Gucker erträglich.
Wirklich Schade um den Rest, der mir sehr gefallen hat. Schauspiel, Regie, Atmosphäre, Milieu und Intension haben mir zugesagt, aber das Drehbuch war Klassen schlechter als eine normale Soap-Episode.
Als ich den Artikel über "Tödliche Versprechen" gelesen habe, da habe ich mich ernsthaft gefragt, ob der Autor und ich denselben Film gesehen haben! Großes Kino? Meisterwerk? Zum Nachdenken anregend? Neee, sorry, keine Spur davon!
Die hochgepriesene Anfangsszene, in der einem Friseurkunden die Kehle durchgeschnitten wird, ist unnötig brutal und effekthaschend, schon das hat mich irritiert. Dann, für eine kurze Zeit, baut der Film so etwas wie einen interessanten, spannungssteigernden Plot auf, der allerdings nur so lange hält, bis die Hauptdarstellerin sich in aberwitzigen, völlig idiotischen Handlungen verliert und damit die ganze Faszination tötet. Ich meine, welcher normale Mensch würde auf die blutrünstige Russenmafia zugehen und ihnen ins Gesicht schreien, daß man über sie bescheid weiß? Und das natürlich alleine, ganz schutzlos! Und der böse Killer und "Leichenbeseitiger", der auf die armen, armen Protagonisten angesetzt wird, entpuppt sich - oh Wunder! - als Undercover-Polizist. So ein Quatsch!
Mit Abstand am meisten hat mich aber schockiert, daß hier ein sehr ernstes und trauriges Thema - nämlich das des Menschenhandels und der Zwangsprositution von Mädchen aus dem Ostblock - als reißerischer, platter Unterhaltungs-Thriller verwurstet worden ist, der zu keinem Zeitpunkt Lösungsansätze oder Denkanstöße bietet sondern nur auf Emotionen, Blut und Action setzt. Das finde ich nicht akzeptabel! Was kommt denn als nächstes? Eine Familienkomödie über Natascha Kampusch? Ein Actionthriller mit den Opfern von Amstetten? Es gibt auch im TV und Kino gewisse Grenzen, die eingehalten werden sollten.
Grüße,
Marco
Nachdem ich lobende Rezensionen über den Film gelesen hatte, fing mein erster Kinobesuch des Jahres 2008 mit diesem Film und mit großen Erwartungen an. Ich verrate es gleich – der Film enttäuscht in allen Aspekten.
Ich spreche selbst Russisch und ich muss sagen, dass ich den Film alleine schon des argen, aufgesetzten und übertriebenen russischen Akzents wegen nicht ernst nehmen konnte. Okay, mag sein, dass es an der deutschen Version gelegen haben könnte, wären da nicht noch viele andere Dinge, die einem den Filmgenuss verderben.
Man fragt sich ständig, warum die russischen Gangster die seltsame Angewohnheit haben, die englischen Muttersprachler erst auf Russisch anzusprechen und dann das Gesagte ins Englische zu übersetzen. Oder sie beginnen einen Satz auf Russisch, um diesen im nächsten Zug auf Englisch zu beenden. Da diese Gestalten kaum als Kulturbotschafter wahrzunehmen sind, muss man annehmen, dass dies der „besseren“ Verständlichkeit dienen sollte (?). Die Authentizität der Handlung leidet stark an der Unfertigkeit der Charaktere: alle Schauspieler wirken unecht; man hätte sie besser anhand einer Russischprüfung statt ihrer großen Namen engagieren müssen. Trotz der Sympathie mit Viggo Mortensen fällt er bei mir in der Rolle des russischen Gangsters durch.
Die dauerhafte Beschallung mit dem Argot-Begriff des Diebes im Gesetz (vor v sakone) mag den westlichen Zuschauer beeindrucken, ermüdet und irritiert jedoch schnell das Gehör eines Russen.
Die Geschichte der vergewaltigten und bei der Geburt ihres Kindes gestorbenen Frau wird mit einem lachhaften Akzent und einer „niedlichen“ Betonung vorgetragen, so als würde die Stimme aus dem Off ein Kindermädchen erzählen – ein naives Provinzmädchen gerät in die Hände von Bösewichten, man möchte es retten, doch dazu ist es schon zu spät.. Es berührt nicht und ist weit entfernt vom Niveau von „Lilja 4-ever“. Warum hat die Protagonistin so viel Vollmacht, über das Schicksal des Babys zu entscheiden? Warum schreit das Baby im Koffer nicht, während es entführt wird? „Es war so bequem darin“, - wird man sich denken und sich innerlich noch über viele andere Dummheiten im Film aufregen.
Der vielfach zitierte Radikalismus Cronenbergs in der Darstellung der Gewalt und Pornografie ist minimalistisch im Vergleich mit anderen „Skandalregisseuren“, man nehme beispielsweise Gaspar Noe… Selbst die tragende Szene des Films – die Messerstecherei in der Sauna – unterstreicht einerseits sehr gut die Hilflosigkeit und Verletzbarkeit des nackten menschlichen Körpers, andererseits versucht sie voller Komplexe Mortensens Geschlechtsorgan vor den Augen des Zuschauers zu verbergen.
Nach den überschwänglichen Lobeshymnen in der TV-Movie habe ich mir den Film gekauft (ohne vorher zu leihen, was ich selten tue und auch so schnell nicht wieder) und war am Ende zwar irgendwie beeindruckt, aber auch enttäuscht. War das alles? Ich bin kein Freund von Gewaltorgien und das akustisch minutiöse Kehledurchgesäbele, mal von vorne, mal von hinten, turnt mich nicht besonders an, aber gut, man war ja vorgewarnt. Mich interessierte Viggo Mortensen, dessen Leistung vorab so gelobt worden war und ja, er ist in seiner Darstellung an die Grenzen gegangen, nicht zuletzt durch die nackten Tatsachen in der Sauna. Da ich kein Russisch kann, fand ich den Akzent in der englischen Fassung schon cool.
Aber wo war ein Fünkchen Logik in der Story? Die russische Variante des „Don Corleone“ bot zwar in ihrer Umgebung jede Menge Lokalcolorit, aber letztlich unverständlich blieb doch, warum nur der mitwissende Onkel und nicht die ganze Familie, vor allem die Hebamme, aus dem Weg geräumt werden sollte. Dass diese sich geradezu blödsinnig verhielt, indem sie diesem bedrohlichen Mann seine Vergehen auf offener Straße und vor Zeugen vorhielt, wurde hier schon bemängelt. Ihre Reaktion auf das Verschwinden des Onkels war auch unglaubwürdig. Wer fragt schon den vermutlichen Täter danach, anstatt in dieser Notsituation nun doch die Polizei einzuschalten? Die Auflösung, dass der vermeintlich eiskalte Killer Nicolai in Wirklichkeit ein Undercover-Agent des Scotland Yard ist, war ein bisschen billig, also in Wirklichkeit ein wahrer Gutmensch trotz der düsteren Vergangenheit, siehe auch die Rettung des Onkels und des Babys. Hab mich natürlich gefreut, dass das übrigens wirklich niedliche Baby überlebt hat, aber man fragt sich nicht zuletzt, wie die Undercover-Tätigkeit Nicolais trotz der dramatisch verabreichten initiirenden Tatoos weitergehen soll, nachdem der Mafiaboss mit seiner Hilfe erfolgreich verhaftet wurde.Viel Lärm um nichts letzten Endes.