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Gewaltsame Proteste: Tunesiens Hauptstadt versinkt erneut im Chaos

In Tunesien begannen die Aufstände im Nahen Osten, jetzt scheint der gewaltsame Protest in das Land zurückzukehren: Schwere Unruhen erschüttern die Hauptstadt Tunis.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...747933,00.html
  1. #20

    geistlos

    Zitat von regentrude Beitrag anzeigen
    Was für ein Hochmut gegenüber der Armut! Nennen Sie mir eine einzige Volkserhebung eines satten, reichen, materiell zufriedenen Volkes, das nur und ausschließlich die Demokratie wollte. Ich weiß keine. Wir Europäer sind doch nicht anders. "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu ihr!" Wenn es in der DDR Pralinen, Litschis und Ferraris geregnet hätte, meinen Sie, es hätte da einen Ausftand gegeben? Eher im Westen! It's the economy, stupid (Letzteres nicht persönlich gemeint). Haben Sie selber nie um materieller Vorteile willen den Mund gehalten? Na? Nie??? Wie war das neulich, als Ihre Chefin Ihnen so doll auf die Nerven ging? Sind Sie da hinmarschiert und haben ihr so richtig die Meinung gesagt, den Rauswurf in Kauf nehmend?
    Sie haben teils recht, teils nicht, da sie zu oberflächlich betrachten. Der Weg Europas zu Demokratie war ein Weg zuletzt über 600 Jahre,,...und mit hunderten Jahren früheren Phasen die schon dahin führten. Da sie sich nur auf die wenigen Tage der Revolution focusieren, können sie wahren Zusammenhänge nicht verstehen.
    Die Philosophie der Demokratie (die bis heute noch nicht erreicht ist) findet sich in Griechenland, im römischen Reich, in der christlichen (nicht kirchlichen) Philosophie,
    in den Denken der Säkularen, in der Aufklärung, im Humanismus, in der Begründung der Ethik der Wissenschaften,...und und und.... und und dann auch in den wenigen Tagen der Revolutionen....
  2. #21

    Zitat von Tunesier Beitrag anzeigen
    Ein Bürgerkrieg kann dort nur dann entstehen, wenn jemand die demokratische Entwicklung verhindern würden. Solche Parteien gibt es bestimmt im Innen wie im Außen. Im Innen sind es die Leute, die im alten Regime Vorteile hatte. Im Außen sind es die Leute, die immer überzeugen wollen, dass Araber und islamische Länder nie zu Demokratie fähig sind. Außerdem fürchten sie, dass diese Länder zukünftig auf Augenhöhe mit ihnen sprechen würden, was aus deren Sicht Nachteile mitbringen würde.
    Sie merken gar nicht wie sehr das was sie selber schreiben typisch für das ist was den Demonstranten in Tunesien fehlt.

    Immer betrachtet man sich als Objekt des Handelns anderer, "jemand" der demokratische Entwicklungen verhindern will, die bösen Länder im Westen etc.. Ausser Stande das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen legt man sich vorher schon mal die Ausreden parat wenn es mit der Demokratie doch mal wieder nicht geklappt hat.

    So wird das nix mit der Revolution, da kann man sich noch so modern Kleiden und gebildet sein.

    Im Iran war es doch ähnlich, man wollte zwar Veränderungen ist aber doch froh wenn die Entscheidungen von irgendeiner alten Vaterfigur getroffen werden, in Ägypten spielt die Armee diese Rolle, und bei ihnen ist es irgendein Germium aus Rechtsanwälten, Intelektuellen etc..

    Demokratie ist wenn man selber Verantwortung übernimmt.

    Und dann dieser ewige Kampf um Anerkennung der aus ihrer letzten Zeile hervorgeht. "Seht her wie wir demonstrieren, jetzt respektiert uns doch endlich."
  3. #22

    Völliger Quatsch [2]

    Zitat von Tunesier Beitrag anzeigen
    Machen Sie ein Account in Facebook, dann werden Sie sehen, worüber die Menschen so sprechen. Unfassbar!
    Soso, Sie erfahren also, wovon die Leute reden über einen Account in Facebook. Nun frage ich Sie, werter Tunesier, wie viele Leute in Tunesien, so prozentual gesehen, einen Computer samt Internetanschluss samt Facebookaccount besitzen und inwieweit man vom Geschwätz dieser Gruppe auf die allgemeine Stimmung der einfachen Leute schließen kann.
    Die Revolutionen haben spezielle Gesetze, und selbst wenn zunächst mal die Gebildeten und Vernetzten die Bambule anzetteln mit hehren Wünschen nach Freiheit und Demokratie - wenn die Revolte in die Gänge kommt, springen oft noch andere auf. Geduld ist kein Merkmal einer Revolution, Gewalt schon eher. Und zur Gewalt greifen zuerst diejenigen, die am wenigsten zu verlieren haben - und das sind NICHT Schüler und Studenten. Ob diese Zukurzgekommenen nun für Demokratie prügeln und zündeln oder für, ähm, nennen wir es mal: materielle Umverteilung - ich wäre mir nicht so sicher, ob ein Facebook-Account darüber Rückschlüsse erlaubt.
  4. #23

    Tunesier

    Zitat von Tunesier Beitrag anzeigen
    Außerdem fürchten sie, dass diese Länder zukünftig auf Augenhöhe mit ihnen sprechen würden, was aus deren Sicht Nachteile mitbringen würde.
    Ganz genau so ist es.Ich hoffe das nicht das geschieht,was meine Befürchtung ist - diverse Kräfte haben absolut kein Interesse an einer Demokratisierung und werden alles versuchen die Region im Chaos versinken zu lassen.
  5. #24

    Die Völker bluten für die Konten der Reichen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Tunesien begannen die Aufstände im Nahen Osten, jetzt scheint der gewaltsame Protest in das Land zurückzukehren: Schwere Unruhen erschüttern die Hauptstadt Tunis.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...747933,00.html
    Tunesien, Lybien.............Afghanistan.....

    Die Blutspur führt durch die Jahrzehnte hindurch immer in 'den Westen'.
  6. #25

    Demokratie

    Zitat von Tunesier Beitrag anzeigen
    Ein Bürgerkrieg kann dort nur dann entstehen, wenn jemand die demokratische Entwicklung verhindern würden. Solche Parteien gibt es bestimmt im Innen wie im Außen. Im Innen sind es die Leute, die im alten Regime Vorteile hatte. Im Außen sind es die Leute, die immer überzeugen wollen, dass Araber und islamische Länder nie zu Demokratie fähig sind. Außerdem fürchten sie, dass diese Länder zukünftig auf Augenhöhe mit ihnen sprechen würden, was aus deren Sicht Nachteile mitbringen würde.
    Immer der alte Schmarrn mit der Demokratie. Nachdem die tyrannischen Diktatoren entfernt sind, koennten die Leute sich nun um den Aufbau der "Demokratie" im Sinne der westlichen Regierungsform kuemmern. Statt dessen Proteste (wofuer, wogegen ?), "karnevaleske" Atmosphaere mit Jugendlichen die wie rasierte Affen herumtanzen und dann zu pluendern beginnen, Angriffe auf die Polizei als letzte Ordnungsmacht ... Nach Jahrhunderten paternalistischer Autokraten und Dikatoren soll nun ueber Nacht partizipatorische Demokratie ausbrechen, mit "one man, one vote." Geschichte von Jahrhunderten und Gegenwaart zeigen, dass in diesen arabischen Nationen nur durch dikatatorische Regime mit bestenfalls dem Volk vaeterlich-gnaedig gegenueberstehenden Herrschern so etwas wie ein Staat und Staatswesen aufrecht erhalten werden koennen.
    Da geht es nicht um "Augenhoehe" sondern um eine mit westlichen Ideen unvereinbare Lebensauffassung.
    simpelkopp
  7. #26

    Gewünschte Bahnen

    Zitat von arkor Beitrag anzeigen
    ...dann kann man die Entwicklung in gewünschte Bahnen lenken...
    Welche Bahnen wünscht wer?

    Ich sehe keine "gewünschte" Bahn, außer weg mit den alten Machthabern!

    Ansonsten, ohne jegliche Verwaltung, ohne jegliche Organisation gehen die Staaten in Nordafrika den Weg Jugoslawiens. JAhrzehnte langes Chaos und danach befürchte ich auch nichts Besseres.

    Das habe ich von Anfang an so gesehen und auch geschrieben.

    Demokratie ist keiner der gewünschten Wege.

    Schon eher ein Gottesstaat wie im Iran.
  8. #27

    Es gibt auch das rationale Tunesien in dieser schwierigen Übergangsphase

    Politische Transformationsprozesse sind besonders schwierig, wenn ein Diktator eine politische Wüste hinterlassen hat. Nach dem überraschenden Abgang des Diktators gab es keine andere verfassungsmässige Lösung, als den Parlamentspräsidenten zum Interims-Präsidenten zu ernennen und den Premierminister im Amt zu lassen. Das Land versucht, schnellstens eine neue parlamentarische Verfassung zu entwerfen un die Wahlgesetze zu ändern. Wahlen, die bisher immer gefälscht wurden, benötigen mindestens 5 Monate Vorbereitungszeit. Soll das Land im Chaos versinken und den demonstrationstrunkenen Jugendlichen die Führung überlassen ? Falls die Eindämmung nicht erfolgreich sein sollte, werden die Militärs gezwungen sein, diese Übergangsphase selbst in die Hand zu nehmen, was sie nicht wollen. Zum Glück ist ein Tunesien (zumindest momentan) ohne Demokratie nicht mehr konsensfähig. Auch davon sollte Herr Mathieu mal berichten, ist natürlich nicht spektakulär !!
  9. #28

    Aus Protest gegen Erniedrigung

    "nachdem der Gemüsehändler Mohammed Bouazizi sich aus Protest gegen Erniedrigung und Willkür selbst in Brand setzte."

    War es nicht so, dass er sich in Brand steckte, weil er von einer Frau geohrfeigt wurde? Man hört immer so einiges Verschiedenes. Und dass er sich eigentlich gar nicht anstecken wollte?

    Was jetzt in Tunesien kommt, scheint eher das Xaos!

    Und das in dem Land, dessen Organisation noch am besten zu sein scheint. Wie soll es da erst in den anderen Staaten werden?
  10. #29

    ein totaler wandel wie jetzt

    benötigt auch gewisse kluge köpfe, die zumindest einen gewissen bildungsstandard haben, um jene nun nötigen freien posten und ämter ausfüllen zu können, will man nicht mit einer elite regieren, die im westen sich versteckte und jetzt morgenluft schnuppert. hinzu kommt der teils sehr hohe anteil an billigchinesen, die in bestimmten bereichen bis dato noch immer überall für fast nichts arbeiten, und die ein gewisses problem mit sich bringen. china erpresste bis dato solche wirtschaften- bzw arbeitete gut mit diktatoren zusammen, daher auch von da veto gegen verurteilungen vor dem int. gerichtsfof wie im falle gaddafi. china kommt nur, wenn es seine menschen mitbringt. das wird nun zum problem, denn jugendliche ohne bildung und ausbildung kann niemand von jetzt bis in einer minute in arbeit bringen. natürlich ist das ein problem, ohne moss nix los, und die die jetzt teilweise protestieren verlangen einen anteil am neuanfang, an arbeit, so einfach ist das, nur interessiert das ersteinmal niemanden. und ehrlich, niemand kommt mal eben um die ecke und legt eine fertige verfassung vor, soetwas dauert. ohne gute parteienstruktur kann man auch nicht wählen. also etwas realismus bitte. und der westen, er sollte den teufel tun und sich einmischen. wie es menschen geht, die nur eine funktionierende armee zum selbsterhalt schaffen wollen, die beim aufbau helfen, das bemerkten wir gerade letzte woche in afghanistan. dazu gehört rückhalt im eigenen kand, und den gibt es derzeit für himmelfahrtskommandos wohl eher nicht, so einfach ist das.


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