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Gewalt gegen Polizisten: Angepöbelt, angespuckt oder attackiert

DPAIm Polizeidienst angepöbelt, angespuckt oder sogar attackiert: Die Zahl der Angriffe auf Uniformierte ist in vielen Bundesländern deutlich angestiegen. Die Innenminister beklagen mangelnden Respekt vor den Beamten.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...848783,00.html
  1. #1

    Einfluss des eigenen Auftretens

    Es ist vermutlich Tatsache, dasz die Gewaltt gegen Polizisten zunimmt. Dies ist bedauerlich, denn das sog. Gewaltmonopol des Staates hat durchaus berechtigte Gründe. Andererseits scheinen unsere Verantwortlichen keinerlei Einblicke in die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung zu haben: Das Auftreten der Polizei hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr gewandelt. Sie wirkt heute schon rein äußerlich aggressiver aufgrund der veränderten Uniformen und Fahrzeuge. Die Art der Ausrüstung scheint immer stärker eher für Bürgerkriege als für die normalen Aufgaben geeignet. Das extrem brutale Vorgehen von Sonderkommandos und die dabei erfolgenden Fehlgriffe komplettieren dieses Bild. - Dies alles berechtigt nicht dazu, Gewalt gegen Polizisten zu beführworten. Aber auch bei diesen Dingen wäre es Zeit, den Fehler zu erkennen und den Rückwärtsgang einzulegen.
  2. #2

    Betroffene zeigten viele Delikte nicht mehr an, weil die Angriffe oft nicht oder nur geringfügig bestraft würden, sagte der Berliner Landeschef Michael Purper.
    Das dürfte eines der Hauptprobleme sein.
    Polizisten angreifen&beleidigen bleibt oft folgenlos, aber wehe, man fährt mit dem Auto mal ein paar km/h schneller als zulässig und wird geblitzt oder parkt falsch, da ist die zuverlässige Ahndung garantiert und geht tlw. richtig in's Geld.
  3. #3

    Jaja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    IIn Baden-Württemberg zählte das Innenministerium im vergangenen Jahr 3240 tätliche Angriffe auf Beamte nach 1300 Fällen im Vorjahr. In jedem zweiten Fall wurde ein Polizist verletzt.
    Gewalt gegen Polizisten: Zahl der Angriffe hat 2011 zugenommen - SPIEGEL ONLINE
    Klar, zum Beispiel "verletzt" durch Licht:

    "Dieter R., 54, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Seine angeb*liche Straftat bestand darin, einem Polizisten durch Blenden mit einer Taschenlampe aus ,ungefähr 5 bis 20 Meter Entfernung‘ ein Augenödem zugefügt zu haben. Die Staatsanwaltschaft machte es wie bei vielen Demonstranten: Sie schickte einen Straf*befehl über 180 Tagessätze, ab 91 gilt man als vorbestraft.“ Der Beschuldigte ging vor Gericht und erfuhr: Die Ermittler hatten sein Lampenlicht als *Laserstrahl ausgelegt. "

    Joe Bauers Flaneursalon | Bauers Depeschen


    Aber Polizisten sind eben immer irgendwie Opfer - auch wenn sie Täter sind:


    "S21: Polizei sieht sich als Bauernopfer
    (...) Ermittelt wird auch gegen zwei Führungskräfte

    In einem Fall geht es um den Schlagstockeinsatz eines Polizisten, die restlichen elf Fälle beziehen sich auf den Einsatz der Wasserwerfer. Ermittelt wird dabei auch gegen zwei Führungskräfte: Zum einen gegen den damaligen Leiter des entsprechenden Einsatzabschnittes im Schlossgarten – einen Stuttgarter Polizeioberrat und früheren Revierleiter, der seit Juni 2011 als Referent im Innenministerium Dienst tut, zum anderen gegen den Staffelführer, der die Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei Biberach anführte. Die anderen neun Beschuldigten sind die Kommandanten und Rohrführer von drei der Wasserwerfer, die damals zum Einsatz kamen und durch deren Strahl mehrere Menschen verletzt wurden."

    Stuttgart 21: S21: Polizei sieht sich als Bauernopfer - Stuttgart 21 - Stuttgarter Nachrichten
  4. #4

    Zitat von Merkelertrager Beitrag anzeigen
    ..........- Dies alles berechtigt nicht dazu, Gewalt gegen Polizisten zu beführworten. Aber auch bei diesen Dingen wäre es Zeit, den Fehler zu erkennen und den Rückwärtsgang einzulegen.
    Wenn ich unsere Ordnungshüter sehe, dann fällt mir ganz spontan, ein US Krimi ein. Ich habe nicht erwartet, dass dt Polizisten mit einer Pickelhaube auftreten, aber als nachgemachte US Cops stören sie mich sehr. Wir haben doch genügend Traditionen aus denen man auch etwas basteln könnte.

    Die Gewalt gegen Alles und Jeden findet doch schon verbal innerhalb von Familien statt und das sind die Anfänge, der Gewalt, die sich dann auch in der Öffentlichkeit fortsetzt. Das betrifft dann öffentliche Verkehrsmittel, sowie auch Schulen und Lokalitäten.

    Da würde es helfen, wenn man das auch bei Schulen und Lokalen radikal bekämpfen würde. Komischer Weise, benahmen sich die Westdeutschen beim Auftauchen eines Vopos plötzlich sehr gesittet, vielleicht ist Angst doch ein guter Lehrmeister. Verständnisvolle Eltern und Lehrer genießen auch wenig Respekt, also Liebe als Mittel zur Erziehung, kann man auch vergessen;o).

    MfG. Rainer
  5. #5

    Das wundert mich nicht...

    Zitat von Merkelertrager Beitrag anzeigen
    (...)Sie wirkt heute schon rein äußerlich aggressiver aufgrund der veränderten Uniformen und Fahrzeuge. Die Art der Ausrüstung scheint immer stärker eher für Bürgerkriege als für die normalen Aufgaben geeignet. (...)
    ...dass die sich schützen müssen. Wer einmal gesehen hat, wie brutal Demonstranten - ganz bestimmte sicherlich nur - vorgehen, der wundert sich darüber nicht.

    Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Es sind auch und vor allem die "normalen" Streifenpolizisten, die unter Ausschreitungen leiden. Das hat mit der Ausrüstung nichts zu tun, sondern damit, das solche Dinge in Deutschland nicht geahndet werden. Was passiert denn jemanden in Deutschland, der sich in einer Gruppe von 10 Leuten gegen die Polizei stark tun will und die Polizisten bepöbelt? Nicht, einfach nichts.
    Und es ist wie in der Erziehung, wenn ich meinen Kindern das erste Pöbeln gegen mich als Vater durchgehen lassen würde, dann habe ich verloren.
  6. #6

    Ist alles schön und richtig !

    Wieso aber kenne ich in Berlin zu 90% Polizisten, die sich ausnahmslos an Opfern vergreifen, wenn diese sie zur Hilfe auffordern ??
  7. #7

    Verfehlte Politik auf Kosten beider Seiten …

    … zunächst vielen Dank für diesen Beitrag, schon ein sehr guter Ansatz:
    Zitat von Merkelertrager Beitrag anzeigen
    Es ist vermutlich Tatsache, dasz die Gewaltt gegen Polizisten zunimmt. Dies ist bedauerlich, denn das sog. Gewaltmonopol des Staates hat durchaus berechtigte Gründe. Andererseits scheinen unsere Verantwortlichen keinerlei Einblicke in die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung zu haben: Das Auftreten der Polizei hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr gewandelt …
    Neben eben dieser Erkenntnis scheint die nächste Übung zu sein die Bürger in Uniform am Ende vermehrt gegen die Bürger ohne Uniform einsetzen zu wollen. Die Zeiten werden schlimmer, die Not größer und die Kluft zwischen Regierungspolitik und Volkswillen immer offensichtlicher. Das bedeutet die zahl der Konflikte wird aus verschiedensten Gründen zunehmen. Auch dies soll keine Legitimation für irgendeine Gewalt sein, nur die Politik schafft es nicht im Sinne der Bürger zu regieren und die anstehenden Proteste dürfen dann im Zweifel von der Polizei niedergeknüppelt werden.

    Den Artikel selbst sehe ich als Meinungsmache und Argumentationshilfe künftig ein wenig mehr und härter auf Demonstranten einprügeln zu dürfen, da die Polizisten hier schon mal in die Opferrolle geschrieben werden. Sie haben zweifelsohne einen beschissenen Job und spätestens wenn sie auf Freunde und Verwandte einprügeln müssen wird sich erweisen ob sie Bürger oder Schergen sind.

    Ich plädiere allerdings in der Zwischenzeit dafür (nicht ganz ohne Sarkasmus) auch die andere Seite der Bürger nicht unbedingt hochzurüsten aber wenigstens mit mehr Schutzkleidung auszustatten, damit die Dellereien nicht so viele blaue Flecken nach sich ziehen, wenn sich schon die Bürger im Namen der Demokratie und zum Schutz der „Werte“ und der 1% Minderheit verprügeln müssen, wie hier beschrieben:

    Volk nicht für die von ihm ausgehende Gewalt gerüstet … und es bleibt dabei, dass jede Form von Gewalt abzulehnen ist und nochmals betont, dass erst eine falsche Politik uns in diese Richtung führt. Diese Debatte könnte man jetzt seitenweise mit Argumenten füllen.
  8. #8

    optional

    "Die Innenminister beklagen mangelnden Respekt vor den Beamten."

    alternativ beklage ich den mangelndes respekt der beamten gegenüber den bürgern. immer wenn ich die interaktion zwischen diesen beiden gruppen beobachte springt einem in der regel die zu tage gelegte arroganz ersterer ins auge. natürlich sollte man nicht alle über einen kamm scheren, aber ein wenig mehr freundlichkeit würde teilweise vielleicht schon ein stück weiter helfen. für beide seiten. das bild des "freund und helfers" haben viele wohl schon verloren...
  9. #9

    46456

    Zitat von Merkelertrager Beitrag anzeigen
    Es ist vermutlich Tatsache, dasz die Gewaltt gegen Polizisten zunimmt. Dies ist bedauerlich, denn das sog. Gewaltmonopol des Staates hat durchaus berechtigte Gründe. Andererseits scheinen unsere Verantwortlichen keinerlei Einblicke in die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung zu haben: Das Auftreten der Polizei hat sich in den letzten zwanzig Jahren sehr gewandelt. Sie wirkt heute schon rein äußerlich aggressiver aufgrund der veränderten Uniformen und Fahrzeuge. Die Art der Ausrüstung scheint immer stärker eher für Bürgerkriege als für die normalen Aufgaben geeignet. Das extrem brutale Vorgehen von Sonderkommandos und die dabei erfolgenden Fehlgriffe komplettieren dieses Bild. - Dies alles berechtigt nicht dazu, Gewalt gegen Polizisten zu beführworten. Aber auch bei diesen Dingen wäre es Zeit, den Fehler zu erkennen und den Rückwärtsgang einzulegen.

    Sie glauben, die Friedens- oder Konfliktforschung hilft da weiter? Bei hemmungslosen Angriffen aus dem Nichts? Die funktionieren, weil es keine Sanktionen gibt, und weil Gewalt gegen Polizisten in vielen Bereichen der Gesellschaft akzeptiert ist. Die Form der Fahrzeuge und Uniformen sind aggressiver? Blau statt grün, und grün beruhigt bekanntlich, also Aggression. Oder wie? Also ich hab schon idiotische Polizisten gesehen, aber wirklich Aggressionen auslösende? Also ich glaube, das sieht man nur, wenn man es partout sehen will. Bügerkrieg? Sonderkommandos? Ich bewege mich tagtäglich in der Hauptstadt, ist mir nie vorgekommen. Also, zugegeben ich demonstriere allenfalls im Rahmen genehmigter Demos und halte mich von Randalierern fern. Vielleicht sollte man nicht jede Ausrede zählen lassen. Wem der Schnitt der Uniform nicht passt, hat noch lange nicht das Recht, das mit Gewalt durchzusetzen. Ich denke, da hilft nur konsequentes Bestrafen. Wer Polizisten grundlos attackiert, begeht eben eine einfache Körperverletzung. Er beleidigt aber auch den Staat, verunsichert Polizisten und untergräbt damit die öffentliche Ordnung. Vielleicht sollte man alle Maßnahmen Polizisten an ihrer Arbeit zu hindern, als erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ordnung einstufen. So geht es nicht weiter.


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