Getöteter US-Teenager: Erst schießen, dann fragen

AFPDer Fall des erschossenen schwarzen US-Teenagers Trayvon Martin, 17, wird immer mehr zum Politikum. Tausende fordern die Festnahme des Todesschützen, Aktivisten rufen Präsident Obama zum Handeln auf. Die wahre Schuld aber liegt bei Amerikas "Notwehr-Gesetzen".

http://www.spiegel.de/panorama/justi...823219,00.html
  1. #50

    Zitat von dermitder Beitrag anzeigen
    Schwieriges Thema.
    So viel anders ist das deutsche Notwehrrecht aber auch nicht.
    Einfach mal "schneidiges Notwehrrecht" bei der Suchmaschine nach Wahl eingeben.
    Das deutsch Equivalent zu "Stand your ground": Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen".
    Spannend auch bei Nothilfe...
    Die deutsche Notwehr/Nothilfe unterscheidet sich von den us-amerikanischen Versionen ganz erheblich. Der Grundsatz "Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen" bezeichnet lediglich den Umstand, dass ein Zurückweichen an Stelle von körperlichen Gegenwehr als milderes Mittel nicht notwenig, da meist nich gleich geeignet, ist. Eine tödliche Gegenwehr i.S.d. § 32 StGB is nur in sehr engen Grenzen und als ultima ratio gestattet.
    Im übrigen würde eine "gefühlte" Gefahr dem deutschen Rechtinstitut der Notwehr zutiefst zuwiderlaufen und dürfte wohl auch kaum mit dem dt. Rechtsverständnis - sei es auf moralischer oder normativer Ebene - vereinbar sein.
  2. #51

    Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
    Nun - das und nur das ist zu prüfen.
    Hätten Sie gern. Nein, hier ist auch zu prüfen, warum die Polizei vertuschen wollte, Beweise ignorierte, Zeugenaussagen manipulieren wollte, sich nicht über den Täter informierte (der ja nach Polizeiaussagen "sauber" war, was schlicht eine Lüge war).
    Möglich, aber wir wissen es nicht, aus der Tatsache, daß sie die Notwehr-Version des Schützen akzeptiert haben lässt sich allein jedenfalls nicht sinnvolles schließen.
    Aus der Tatsache, das Druck auf Zeugen ausgeübt wurde und der Polizeinotruf unter Verschluss gehalten wurde hingegen schon.

    Die Begeisterung, mit der Sie hier ohne jede Kenntnis der Faktenlage ganz offensichtliches Fehlverhalten entschuldigen, spricht jedenfalls nicht dafür, daß Sie vom Rechtsstaat eine Ahnung haben.
  3. #52

    Titellos

    Zitat von chaika Beitrag anzeigen
    Dieses Urteil auf das sich bezogen wird, stellt in der deutschen Rechtsliteratur eine Minderheitenmeinung da, denn einfach mal durch die Tuer zu schiessen, ist nach einhelliger Meinung wohl nicht zu rechtfertigen. Soweit ich mich erinnern kann, wurde das Urteil zu recht auch dahingehend kritisiert. Was die Richter zu einem solchen Urteil bewogen hat, bleibt letztlich unverstaendlich.
    Es wurde anerkannt, dass der Rocker durch sein Umfeld, seine Tätigkeiten und sein Verhalten sich Feinde gemacht hat, denen zugetraut wurde, ihm nach seinem Leben zu trachten. Das ist ein Unterschied, wenn Max Mustermann in München in der Maximilianstraße durch seine Tür schießt.
  4. #53

    und ich sage es auch hier nochmal:

    DAS IST KEIN SCHWARZER!
    Sucht euch ein anderes Unterscheidungsmerkmal!

    Nennt ihn meinetwegen Afroamerikaner, wobei das Afro separierend ist und von "normalen" Amerikanern unterscheidet. Besser wäre "Mitglied einer kulturellen Minderheit".

    Stellt euch einfach vor, ihr würdet jedesmal "Jude" schreiben, wenn ihr "Schwarzer" schreibt. Daneben? Erfasst! Vielleicht ändert sich ja mal was im deutschen Sprachgebrauch.
  5. #54

    .

    Schön, wegen einem Kriminellen mal wieder von einem Land voller Rassisten zu sprechen. Liebes Forum, Barack Obama möchte mit euch einmal über Vorurteile sprechen.
  6. #55

    Notwehrrecht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die wahre Schuld aber liegt bei Amerikas "Notwehr-Gesetzen".

    Immerhin haben die in den USA ein funktionierendes Notwehrrecht im Gegensatz zu Deutschland. Die Gesetze der USA sehen es vor das ein Mensch sich selbst verteidigen darf und das ist in einem freiem Land auch ein Grundrecht.
    Selbst wenn dadurch auch mal ein Unschuldiger zu Tode kommt, geben die vielen Fälle von erfolgreicher und rechtmäßiger Selbstverteidigung den US-Gesetzen recht. Die Polizei kann nun mal nicht immer überall sein.
  7. #56

    Notwehr Gesetze

    Die USA haben ganz hervorragende Notwehr Gesetze. Nicht so wie in Deutschland wo am Ende das Opfer auch noch schuld ist und dem Agressor eine Entschaedigung zahlen muss wenn er beim Pruegel beziehen nicht still haelt.
    Der jetzige Fall in Florida ist das klar ein Mord und hat mit Notwehr ueberhaupt nichts zu tun. Der Wachmann hat den Jungen verfolgt, zur Rede gestellt und dann als dieser sich vermutlich gewehrt hat erschossen. Der Agressor war ganz klar der Wachmann der den Jungen ohne Grund verfolgt und anschliessend getoetet hat. Von Notwehr keine Spur.
  8. #57

    ja

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Was eigentlich ein Unding ist, wo das Gesetz eigentlich ausdrücklich einröäumt das der sich wehrende sich eben nicht noch extra Gedanken über Verhältnismäßigkeit machen muss. Aber im Täterschutzrechtssystem wird das einfach ignoriert
    Da sind wir einer Meinung. Der Opferschutz wird in Deutschland zu gering beachtet im vergleich zum Täterschutz.
  9. #58

    ...

    Zitat von K.U.R Beitrag anzeigen
    und ich sage es auch hier nochmal:

    DAS IST KEIN SCHWARZER!
    Sucht euch ein anderes Unterscheidungsmerkmal!

    Nennt ihn meinetwegen Afroamerikaner, wobei das Afro separierend ist und von "normalen" Amerikanern unterscheidet. Besser wäre "Mitglied einer kulturellen Minderheit".

    Stellt euch einfach vor, ihr würdet jedesmal "Jude" schreiben, wenn ihr "Schwarzer" schreibt. Daneben? Erfasst! Vielleicht ändert sich ja mal was im deutschen Sprachgebrauch.
    Sie sind ja ein ganz verkrampfter. :)
    Für solche Ansichten bekommen Sie in Deutschland natürlich von ähnlich verkrampften Hippies, die ja alle total locker drauf sind, Zustimmung. Im rest der Welt allerdings eher ein verständnisloses Stirnrunzeln.
  10. #59

    Schon witzig wie hier die Wahrheit verdreht wird...

    Nochmals die Ausgangslage,... das Gesetz ist ja schon alt. Ist ja nicht vor ein paar Wochen erlassen worden. Komisch, die ganzen Experten hier und in den USA... wo waren die denn die ganze Zeit? Und komisch, da wird immer gleich behauptet, solche Gesetze wären "rassistisch" motiviert... Komisch, da gab und gibt es doch Wahlen... Und war dieses Gesetz da jemals ein Thema? Da fragt man sich ja, weshalb die angeblich "diskriminierten" Leute nicht fähig sind, ein Katalog von solchen Gesetzen aufzustellen und zu sagen, werden diese Gesetzte nicht geändert, wählen wir "dich" nicht...

    Weiterhin sollte man sich die Zahlen mal anschauen. Wenn man den hier wieder die üblichen USA Hetze anhört, könnte man ja den Eindruck gewinnen, da werden täglich tausende Menschen getötet und die "Täter" würden sich alle auf das Gesetz berufen....

    Nochmals, ich bin sicher kein Anhänger von dem Gesetz. Und es ist für uns Deutsche sicher schwierig, so ein Gesetz rechtlich zu akzeptieren.

    Aber diese Heuchelei hier ist auch schon abwegig. Fakt ist, wenn man die Kriminalitätrate der USA anschaut. Die Farbigen "stellen" ein den Morddelikten einen im Verhältnis zu ihren Anteil in der Gesamtbevölkerung, viel zu hohen Anteil. Nur "komischerweise" wird darüber nie berichtet. Da wird nie von "Rassismus" u.ä. geschrieben. Weil es ja politisch unkorrekt ist, gegen farbige Menschen zu schreiben...

    Andersherum, wenn es ein Vergehen gibt (und unterstellen wir einmal diese im Artikel beschriebene Vergehen wäre auch nach US Recht strafbar), und das Opfer ist ein Farbiger, der Täter aber nicht, dann ist die Aufregung gleich groß....

    Wie gesagt, kein Unrecht kann durch anderes Unrecht gerechtfertigt werden. Nur diese Heuchelei die hier immer betrieben wird, indem man sich nur "aufregt", wenn das Täter / Opfer Profil einen gefällt, ist doch wirklich peinlich!