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Getötete Journalisten in Syrien: Zehn Raketen auf die Zeugen des Grauens
AP/ Sunday TimesSie starben im Bombenhagel des syrischen Regimes: Mit Marie Colvin und Rémi Ochlik sind in Homs zwei erfahrene Kriegsreporter ums Leben gekommen. Drei weitere Journalisten wurden teils schwer verwundet. Womöglich galt die Attacke gezielt den Berichterstattern aus dem Westen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...816934,00.html
- #50 23.02.2012 12:14 von
- #51 23.02.2012 15:50 von
- #52 23.02.2012 18:14 von
Zynismus ist doch nur eine Art mit unangenehmer Realität fertig zu werden. Ist etwas zu "tragisch" für einen, reagiert man gern mit Zynismus oder zieht es ins Lächerliche, so muss man sich nicht mit der Realität und den beinhaltenden Emotionen auseinander setzten. Ein "selber Schuld" oder "Berufsrisiko" nimmt mich als Konsumenten der Informationen komplett aus der Betroffenheit und Vernatwortung.
Also stellen sie sich lieber der Realität und weichen dieser nicht mit Zynismus aus. - #53 23.02.2012 18:18 von
nana...
Sie haben da nicht richtig gelesen!
Über dem unter Anführungszeichen stehenden Absatz steht: NIR ROSEN SAGT!
Also nicht ich, sondern Nir Rosen hat hier, wie sagen Sie, etwas "zusammengeschrieben"...
Also nochmal:
Nir Rosen sagt:
"Die Menschen hätten Angst vor einem Bürgerkrieg, urteilt Nir Rosen, ein Autor, der gerade sieben Wochen in Syrien war. "Das syrische Fernsehen diffamiert die Opposition geschickt als religiöse Sektierer und Terroristen. Gewalt gibt es auch von dieser Seite. Die Leute haben Angst", so Rosen. "Das Regime impft ihnen ein: 'Wenn wir fallen, gibt es Bürgerkrieg wie im Irak oder Libanon.' Deshalb ertragen die Leute ein korruptes, brutales Regime, denn die Alternative ist in ihren Augen noch viel schlimmer."
Laut UN0 3000 Opfer bei Gewalt in Syrien | tagesschau.de - #54 23.02.2012 18:39 von
- #55 23.02.2012 18:39 von
Ja und die Frage steht im Raum, warum "wir" mit diesen Diktaturen zusammenarbeiten.
Leider ist es nämlich doch die Realität, die sich ungebrochen zynisch verhält.
Haben wir eigentlich dem Regime in Riad schon die Pistole auf die Brust gesetzt, dessen "Rechtsystem" einen jungen Mann zum Tode verurteilen wird? Nicht? Warum nicht?
Hey, DENEN drohen wir doch nicht mit Krieg, diplomatischen Reibereien oder wirtschaftlichen Widerständen...neee, denen verkaufen wir Panzer...
Wie kann man nur so zynisch sein...wie "wir"?
Nahezu schrankenloser Zynismus, bloss ziehen wir es vor ihn heuchlerisch "Pragmatismus" zu nennen.
"Weltweiter Krieg gegen den islamistischen Terror!" Fein - bloss...warum reden wir dann nicht endlich Tacheles mit den Wahabitenschergen, die mit Ölmillionen weltweit Moscheen und "Hassprediger" finanzieren, die genau diesen Krieg am köcheln halten? Ach stimmt, die Saudis sind ja die Guten....
Erinnern Sie sich noch, als vor 10 Jahren BKA-Beamte im Libanon bestimmte Antworten auf bestimmte Fragen suchten? Nicht? Na da hätte man sich auch auf kritische Medien konzentrieren müssen, denn im "Krieg gegen den Terror" musste man plötzlich alles "differenziert betrachten" (O-Ton Schröder)
Boah ey haben wir ein Glück dass die Beamten wichtige Informationen beschaffen konnten. Das WIE interessiert die meisten doch einen Scheissdreck (sorry, aber das scheint mir die einzig angemessene Wortwahl).
Mit welchem Recht zeigen wir mit dem Finger auf die Diktatoren? Völlig klar: Weil diese eben dummerweise gerade in Ungnade gefallen sind.
Alle anderen Diktatoren stören uns nicht die Bohne.
Zur Erinnerung: Die CIA liess Terrorverdächtige nach Syrien und Ägypten verschleppen, weil die dortigen Verhörspezialisten "effektivere Methoden" anwenden konnten als im Geltungsbereich der US-Verfassung. Wohlgemerkt war Syrien zu diesem Zeitpunkt schon Mitglied der "Achse des Bösen", was aber unsere strahlenden westlichen Volksführer kein bisschen irritiert.
Nuja - fällt denn einer der Spitzbuben, hat man es eben immer schon gewusst, stand immer schon auf Seiten der Opposition, und naja mein Gott, die Waffenhilfen ans Regime waren ja eigentlich auch nur Finanzspritzen an die Rüstungsschmiede im eigenen Wahlkreis, das darf man nicht so eng sehen, es ging doch um Arbeitsplätze.
Unser Aussenminister hat vor Jahresfrist Gaddafi noch eine wichtige Rolle zugedacht. Sarkozy war dabei ihm zwei AKW zu besorgen.
Nein. Niemand hat ein Recht auf diese "Diktaturen" zu schimpfen - ausser deren Opfern, denen mein volles Mitgefühl gilt.
Alle anderen sind opportunistische Heuchler.
Aber schon klar: "WIR" Foristen sind die Zyniker...
Was wäre eigentlich gewesen, wenn die Waffen nicht die Journalisten getroffen hätten (wie vermutlich gewollt), sondern irrtümlicherweise eine in der Nähe stattfinden Hochzeitsgesellschaft (wäre ja nicht das erste mal in dieser Weltregion...)?
DAS wäre mal eine wirklich zynische Zwickmühle für alle Berufsbetroffenen... - #56 23.02.2012 19:00 von
es...
es geht jetzt um HOMS.
Vergessen Sie das nicht.
Weil ich gestern etwas nicht regeln konnte, bedeutet nicht, dass ich daher auch jetzt wegschauen muss. Und weil ich bei dem einen Nachbarn ein Unrecht nicht verhindern kann, bedeutet nicht, dass ich auch wegschauen darf, dort, wo ich es verhindern könnte. - #57 23.02.2012 19:21 von
Solche gezielten Angriffe haben doch die USA hoffähig gemacht, indem sie unliebsame Pressezentren gezielt beschossen. Ich kann mich daran erinnern, dass "Krisenberichterstatter" einst weithin sichtbare "PRESS"-Kennung am Körper und Fahrzeug trugen, um nicht beschossen zu werden. Aber wenn sogar die offiziellen staatlichen Pressezentren angegriffen werden dürfen, wenn es dem Westen gefällt, dann darf man von der Gegenseite keine Gnade erwarten. Natürlich sorgen westliche "Reporter" auf "Rebellen“seite für eine Stärkung deren Kampfeswillens, schließlich will man ja zum Helden erklärt werden. Den "Kriegsberichterstatter" interessiert dabei auch nicht, ob diese "heldenhaften" "Rebellen" in Afghanistan als Terroristen bezeichnet würden - die machen schließlich nur das, was (eingeschleuste) "Rebellen" so tun.
- #58 23.02.2012 19:39 von
Neenee, so einfach kommen Sie mir nicht davon:
Unser zynischer Alltag besteht nicht daraus, den Fehler von gestern nicht zu wiederholen.
Der Heuchler (nicht SIE persönlich) spricht vom Unrecht, dass er LEIDER angeblich nicht verhindern kann, während er in Wahrheit ebendieses Unrecht zementiert (Panzer für Saudis!).
Und DA liegt die Wurzel des Zynismus. Sinnvoller wäre es daher, nicht den Zynismus zu rügen, sondern die Bigotterie offen anzugehen. - #59 24.02.2012 09:51 von
Wer profitiert, der hält den Mund.
[QUOTE=manschu;9692920]Deutsche Firmen liefern Überwachungstechnik, die solche gezielten Anschläge möglich machen. Wurde auch hier möglicherweise deutsche Technik eingesetzt?
Wer die Technik liefert ist im Grunde wurscht.
Eine Einteilung in Gut und Böse wird schwierig, denn nicht nur die üblichen Schurken wie Russland (Waffenlieferant und Beschützer eigener strategischer Interessen) oder China (erprobt in Massakern) sondern auch bisher Unverdächtige machen bei der peinlichen Kumpanei mit.
So z.B. Schweden. "Anfang Dezember vergangenen Jahres verhinderte Stockholm die Aufnahme eines Verbots von Handelsbeziehungen mit in Syrien aktiven Telekomgesellschaften in die EU-Sanktionen".
Dahinter steckt der Ericsson-Faktor, denn dieser Konzern "wird schon länger bezichtigt, Telekomausrüstung, mit der auch die Überwachung des Mobiltelefonverkehrs möglich ist, an Diktaturen zu verkaufen. Neben Iran und Weißrussland hat auch Syrien die "Ranos"-Technik ("Radio Access Network Operational Support") bekommen. Diese ermöglicht, einzelne Handys zu orten." (Zitate aus taz 07.02.2012)
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