Gesundheitsreform: Rösler rechtfertigt Kostenschub für Patienten

Die Opposition sieht in der Gesundheitsreform einen "Brandbeschleuniger für die Zweiklassenmedizin". Doch Philipp Rösler rechtfertigt sein Prestigeprojekt. Es nutze den Patienten, bremse die Pharma-Industrie. Er gab aber auch zu: Gesundheit wird in den kommenden Jahren teurer.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...718817,00.html
  1. #210

    wqwvv

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    "Wer solche Ideen vor sich her schiebt..." schreiben Sie. Ich jedenfalls habe Fakten aus gewöhnlich sehr gut unterrichteten Quellen genannt.
    Naja.. bisher hatten Sie sich aber nicht dazu geäußert, wie die Umstellung finanziert werden soll.

    Die über 50-jährigen sind entweder bei der GKV (deren Rückstellungen bestehen nur aus Steuerzahlern + weiterer Reduzierung der Leistungen (seit 1990 in gewaltigen Schritten) oder bei einer PKV.[/QUOTE]Gehen Sie davon aus, daß sich die meisten bei der GKV befinden (> 90%).
    Schauen Sie doch mal auf folgende Überschlagsrechnung:
    Durchschnittsrente: 1176 €, entspricht ca. 180 € Gesamt-KV-Beitrag eines Rentner. Das ganze mal 12 (Monate) = 2160 €.
    Die Gesundheitskosten in der Altersklasse 65-85 liegen bei 6250 €. Das macht demzufolge eine Unterdeckung von 4090 €.
    Diese Unterdeckung wird multipliziert mit der Anzahl der Personen (15 Mio im Alter zwischen 65-85). Heraus kommt die Summe von 61,35 Mrd. €. Dazu kommen dann noch die älteren und teueren mit etwa 18 Mrd. Also müßten Sie für die Umstellung rund 80 Mrd. € pro Jahr in den Bundeshaushalt mit einbringen, bis die die jüngeren Einzahler entsprechende Rücklagen aufgebaut hätten.

    Oder wollen Sie denen jetzt sozialverträgliches Frühableben empfehlen, da die nicht mehr behandelt werden?

    Da gibt es natürlich große Qualitätsunterschiede. Die guten PKVs machen Jahr für Jahr Gewinne (die sie Rückstellungen und Rücklagen zuführen können), obwohl ihr Preis-/ Leistungsverhältnis ein Vielfaches besser ist als das der GKVs und sie zudem jährlich bis zu 6 Monaten Rückerstattungen vornehmen. Und in sehr vielen Fällen liegt der Monatsbeitrag unter dem der PKV.

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    Die guten haben in dem zurückliegenden Crash nur wenig Kursverluste gehabt (und die stehen ja bekanntlich nur auf dem Papier), die mittlerweile durch die bullishe Börse ja schon wieder weit überkompensiert sind.
    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaf...n/1598962.html
    Natürlich finanzieren wir via Bankenstützung die Kapitalanlagen der Versicherungen mit und das nicht zu knapp. Und wären die Banken gekippt wären diverse Unternehmen mit gekippt. Das gleiche gilt bei den Staatsanleihen...http://www.welt.de/wirtschaft/articl...sbankrott.html
  2. #211

    Es kommt darauf an

    Zitat von chefchen Beitrag anzeigen
    Naja.. bisher hatten Sie sich aber nicht dazu geäußert, wie die Umstellung finanziert werden soll.

    Die über 50-jährigen sind entweder bei der GKV (deren Rückstellungen bestehen nur aus Steuerzahlern + weiterer Reduzierung der Leistungen (seit 1990 in gewaltigen Schritten) oder bei einer PKV.
    Gehen Sie davon aus, daß sich die meisten bei der GKV befinden (> 90%).
    Schauen Sie doch mal auf folgende Überschlagsrechnung:............
    Das ganze mal 12 (Monate) = 2160 €.
    Die Gesundheitskosten in der Altersklasse 65-85 liegen bei 6250 €. Das macht demzufolge eine Unterdeckung von 4090 €.
    Diese Unterdeckung wird multipliziert mit der Anzahl der Personen (15 Mio im Alter zwischen 65-85). Heraus kommt die Summe von 61,35 Mrd. €. Dazu kommen dann noch die älteren und teueren mit etwa 18 Mrd. Also müßten Sie für die Umstellung rund 80 Mrd. € pro Jahr in den Bundeshaushalt mit einbringen, bis die die jüngeren Einzahler entsprechende Rücklagen aufgebaut hätten.

    Oder wollen Sie denen jetzt sozialverträgliches Frühableben empfehlen, da die nicht mehr behandelt werden?

    Da gibt es natürlich große Qualitätsunterschiede. Die guten PKVs machen Jahr für Jahr Gewinne (die sie Rückstellungen und Rücklagen zuführen können), obwohl ihr Preis-/ Leistungsverhältnis ein Vielfaches besser ist als das der GKVs und sie zudem jährlich bis zu 6 Monaten Rückerstattungen vornehmen. Und in sehr vielen Fällen liegt der Monatsbeitrag unter dem der PKV.

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaf...n/1598962.html
    Natürlich finanzieren wir via Bankenstützung die Kapitalanlagen der Versicherungen mit und das nicht zu knapp. Und wären die Banken gekippt wären diverse Unternehmen mit gekippt. Das gleiche gilt bei den Staatsanleihen...http://www.welt.de/wirtschaft/articl...sbankrott.html[/QUOTE]

    Ich bin kein GKV-Experte und schon gar nicht habe ich ein Patentrezept für die Beseitigung der Unterdeckung.

    Aber an dem Thema versuchen sich ja schon Generationen von Experten und Politikern. Vorschläge, wo man die Kostenaxt ansetzen könnte, gibt es ja genug. Aber offensichtlich schmerzt die jährliche Unterdeckung noch nicht so sehr, dass endlich die "heiligen Kühe" (z.B: Arzneimittel) geschlachtet werden. Bis das soweit ist, ist der geduldige Steuerzahler gefordert.

    Der GKV-Versicherte sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Versicherungsleistungen tendenziell weiter abschmelzen. Da hilft nur eine Zusatzversicherung bei einer PKV, was 20 Mio GKV-Versicherte schon begriffen haben (daneben gibt es ca. 9 Mio PKV-Vollversicherte).

    Und was Bankencrashs angeht, sind eben die Fähigkeiten des Anlagemanagers gefordert. Es gibt nach wie vor solide Banken und/oder Anlageformen, die im Falle eines Crashs relativ ungeschoren davon kommen (diverse Fonds). Aber audh hier gilt: Alle Risiken lassen sich nicht beherrschen.
  3. #212

    eaet bsatr

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    Ich bin kein GKV-Experte und schon gar nicht habe ich ein Patentrezept für die Beseitigung der Unterdeckung.
    Ich will ja auch nur darauf hinweisen, daß die "einfachen" Rezepte bei diesem Komplexen und monetär machtigen Thema zumeinst nicht helfen.

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    Aber an dem Thema versuchen sich ja schon Generationen von Experten und Politikern. Vorschläge, wo man die Kostenaxt ansetzen könnte, gibt es ja genug. Aber offensichtlich schmerzt die jährliche Unterdeckung noch nicht so sehr, dass endlich die "heiligen Kühe" (z.B: Arzneimittel) geschlachtet werden. Bis das soweit ist, ist der geduldige Steuerzahler gefordert.
    Die sogenannten Experten sind zumeist irgendwelche Lobbyisten. Die Politiker sind Weicheier, die sich Industrie beugen. Allein, daß die Arbeitgeber aus der paritätischen Bezahlung abrücken dürfen, ist ein Skandal, der dem Gesundheitwesen fast eine Milliarde kostet.
    Das zweite ist die Lohnentwicklung in Deutschland - trotz stetig steigendem BIP werden die Lohne niedrig gehalten. Dies hat nicht nur auf die Binnenkonjunktur verheerende Wirkung, sondern eben auch bei den Beitragseinnahmen der Krankenkassen. Gleiches gilt natürlich auch für die stetg steigende Zahl der Niedriglöhner.
    http://www.gbe-bund.de/gbe10/abrechn...string=9094#m1
    Natürlich kann man die Axt ansetzen (Arzeneimittel ganz sicher) und Optimierungspotentiale heben. Das Problem liegt aber eher auf der Einnahmenseite.

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    Der GKV-Versicherte sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Versicherungsleistungen tendenziell weiter abschmelzen. Da hilft nur eine Zusatzversicherung bei einer PKV, was 20 Mio GKV-Versicherte schon begriffen haben (daneben gibt es ca. 9 Mio PKV-Vollversicherte).
    Das ist ja die Krux...
    Hier mal ein interessante Zusammenstellung
    http://www.gbe-bund.de/gbe10/ergebni...r=2&p_janein=J
    Darin enthalten ist eine Grafik -> Entwicklung der Ausgaben, Anteil am BIP. Es schwankt zwischen 10 und 11 Prozent. Eine stetige Steigerung ist hier nicht festzustellen. Eine Explosion der Kosten ist also gar nicht so ohne weiteres ableitbar.

    Zitat von androlski Beitrag anzeigen
    Und was Bankencrashs angeht, sind eben die Fähigkeiten des Anlagemanagers gefordert. Es gibt nach wie vor solide Banken und/oder Anlageformen, die im Falle eines Crashs relativ ungeschoren davon kommen (diverse Fonds). Aber audh hier gilt: Alle Risiken lassen sich nicht beherrschen.
    Darauf hat der Versicherte aber keinen Einfluß. Was passiert, wenn eine Versicherung crashed?
    vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Mannheimer_Versicherungen
    Bei einem großen Crash hilft dann auch die Protektor nicht mehr... http://de.wikipedia.org/wiki/Protekt...rsicherungs-AG