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Gesundheitskosten: Novartis blockiert faire Preisfindung
ddpDie Nutzenbewertung von Medikamenten steht auf der Kippe - und damit eine Milliardenentlastung für die Verbraucher. Novartis hatte gegen die Methode geklagt und vorerst Recht erhalten. Gesundheitspolitiker der CDU wollen die Bewertung nun notfalls gesetzlich festschreiben.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-883179.html
- #1 13.02.2013 19:06 von
- #2 13.02.2013 19:45 von
Die CDU will die Wahlen gewinnen,
daher jetzt plötzlich die großen Töne, daher die Ankündigung, für den Bürger und nicht mehr für die Pharmaindustrie zu arbeiten (obwohl das eigentlich schon vor Jahren hätte umgesetzt werden können). Bis zu den Wahlen liegen die Akten sowieso erst mal alle beim Gericht. Und nach den Wahlen können sich die CDU-Granden ggf. wieder hinter der FDP verstecken. Merkel hat ja jetzt auf einmal auch das Thema Mindestlohn für sich entdeckt... als ob der eine Erfindung der Kanzlerin wäre und nur die böse böse FDP Schuld dran ist, dass es den noch immer nicht gibt. Das läuft alles nach dem Motto: Links antäuschen, und dann rechts den Treffer versenken. Das Wahlvolk umfasst sehr viele Dumme, die sich bestimmt wieder rumkriegen lassen.
- #3 13.02.2013 20:29 von
Institutionalisierte Korruption!
Man muss sich so etwas einmal vorstellen: Da ist ein Industrieunternehmen -offensichtlich mit besten Lobbyverbindungen -, das will verhindern, dass sich eine halbwegs neutrale Institution -vorerst zumindest noch halbwegs neutral- seine Produkte bewerten will, mit dem Ziel dass die Kassen als Vertreter der Kunden nur einen einigermaßen angemessenen Preis bezahlen müssen-denn die Kassen müssen bekannterweise zahlen. Das Ziel ist eindeutig: Hier sieht jemand seine offensichtlich unangemessenen Pfründe bedroht und will die Öffentlichkeit per Verfahrenstricks zwingen, das sie weiterhin seine Phantasiepreise zahlen müssen. Das ist ein Ausbund von institutionalisierter Korruption ohnegleichen und es ist nach den bisherigen Erfahrungen mehr als fraglich, ob die Regierung tatsächlich im Sinne der Kunden vorgehen wird, denn meistens stand sie auf den Seiten der Abzocker.
- #4 13.02.2013 20:57 von
Ausgerechnet Novartis...
... die, die komplett damit überfordert waren, genügend Grippemittel herzustellen.
Nicht nur das - es waren ja auch diverse Chargen nicht einwandfrei und mussten zurückgerufen werden.
Ausgerechnet die wehren sich nun gegen die Bewertung ihrer Medikamente.
Das ist ja fast so, als ob der ex-Dr. von-und-zu oder die ex-Dr. Bildungsministerin sich gegen die Bewertung ihrer Dissertationen wehren...
Allerdings habe ich schon lange kein Vertrauen mehr in deutsche Gerichte. - #5 13.02.2013 22:11 von
- #6 13.02.2013 23:11 von
Novartis hatte genügend hergestellt: für die in den Ausschreibungen der GKV gewonnenen Lose. Warum sollten sie mehr herstellen, wenn ja klar ist, dass sie es nicht verkauft bekommen? Das sind eben die negativen Folgen der in diesen Debatten immer wieder mal geforderten "europaweiten Ausschreibungen"; wer das will, muss auch mit den Konseqeunzen daraus leben. Früher wurde immer im Überschuß produziert, weil jeder Hersteller ja gehofft hat, sein Produkt so breit wie möglich in den Markt zu drücken.
Dass bei der Produktion von Impfstoffen mal so etwas vorkommen kann wie diese Proteinausflockungen ist bei solch komplexen Biotech-Produkten mit z.T. bis heute nicht vollständig verstandenen Produktionsprozessen völlig normal; das entscheidende Problem war, dass das Paul-Ehrlich-Institut anders als andere europäische Aufsichts- und Zulassungsbehörden (z.B. die in Italien, wo der betroffene, in Italien gefertigte Impfstoff ja als "Agrippal" auf dem Markt ist) eine einmal erlassene Chargensperrung nicht wieder aufheben kann. Also waren die betroffenen Chargen von "Begripal" in Deutschland "tot", wenngleich letztlich völlig unproblematisch, weil keine Verunreinigung drin war. - #7 14.02.2013 07:22 von
Einsparung? Woran soll denn gespart werden?
"Einsparvolumen von mehreren Milliarden". So weit so gut. Aber wieso kommen hier nie Patientenverbände zu Wort? Wenn man gesund ist klingen diese Einsparungen toll. Unterm Strich wird es so sein dass der Trend dass bestimmte Medikamente nicht mehr in Deutschland erhältlich sein werden verstärkt wird. Aber da eh alles Scheininnovationen sind, ist das ja auch kein Thema. Dann lass uns doch alle wie in dem besprochenen Fall Methformin nehmen und fröhlich um die Ecke kotzen. Ist jedenfalls sehr billig und wir sparen alle wie bekloppt zumindest so lange wie man selbst betroffen ist. Jed er darf sich freuen: Wir sparen, nehmen nur noch Medis deren Preis durch Leute festgestzt werden, die nur an den Kosten und nicht wirklich an den Patienten interessiert sind. Die Hersteller nehmen dann die Mittel vom Referenzmarkt Deutschland um ihre Gewinne in anderen Ländern nicht zu gefährden. Nattürlich wird die Patientenversorgung dadurch viel besser!
- #8 14.02.2013 07:30 von
Auf den Tisch hauen
Wozu haben wir eigentlich Instanzen wie den BGH und den Bundespräsidenten? Warum landet solch hinhalterischer und offensichtlichst für die Volkswirtschaft schädlicher Schwachsinn nicht direkt auf einem Tisch "ganz oben", der einmal einen sinnvollen Riegel vorschiebt? Allein die ganze Prozessiererei kostet Millionen, während die Abzocke munter weiter läuft.
- #9 14.02.2013 08:42 von
Novartis blockiert........
....hat denn so ein Spähnchen von "Versprecher" überhaupt die Kraft um gegen die Lobby von dem Augenarzt anzustinken? Alles nur Wahlkampfgetöse. Beeindruckt hätte mich wenn sich der junge Spahn, wobei hier nicht auf die Stärke eines Spahns hingewiesen wird, ganz einfach für den gleichen Preis eines Medikamentes in ganz Europa verwendet hätte. Aber, Herr Tutnichts oder Kannnichts hat dazu keine Zähne weil marktpolitsch die Kohle der Pharmamafia generiert wird. Bleibt auch so.
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