Gesperrte Tauchspots: Korallensterben*in Thailand beschleunigt sich

Der Kampf um Thailands Riffe ist entbrannt. Die Regierung hat 18 Gebiete für Taucher sperren lassen, um das dramatische Korallensterben zu bremsen. Doch die Wassersportler allein sind nicht das Problem - alle Beteiligten schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...747538,00.html
  1. #1

    aha

    Viele Faktoren, niemand hat Schuld. Wenn doch bleibt es ungeschoren - im Gegensatz zu den Schönheiten unserer Biosphäre. Der Mensch bekommt das schon noch hin, das mit dem letzten Fisch . . .
  2. #2

    Wenn in Thailand ein Problem ist werden fast immer Auslaender

    verantwortlich gemacht. Die Touristen (Taucher)haben mit dieser Sache ueberhaupt nichts zu tun, es sind die Thais die ihre Natur zerstoeren. Wers nicht glaubt braucht bloss mal in Phuket zum Rawai beach zu fahren, dort gibt es das Muschelmuseum und shops wo alle diese Sachen zu kaufen angeboten weren, Korallen, grosse Muschel usw. na woher kommt das wohl ? In Krabi ist's bei Fossil Shell beach usw. ich kann mich noch an den letzten Besuch auf der Similan Hauptinsel erinnern wo der ganze Strand, einer der schoensten in ganz Thailand total mit Abfall wie Plastikkanister, Kuechenabfaelle usw. uebersaeht war, wenn man beim Marine National Park HQ dort vor dem Pier nachfragt sieht man ein paar junge Damen die ausser tratschen am Mobile bla bla machen und zu jeder Tageszeit essen und nichts zu tun haben. Wenn man etwas zum Dreck sagt..warens automatisch die Touristen. Dabei sieht man dem Dreck an vorher der kommt, da sind z.B. aufgeschnittene Oelkanister wie die Longtailboats als Benzinkanister verwenden und jede Menge anderer Abfaelle die eindeutig nicht von Touristen stammen, Kuechabfaelle wie Oelplastikflaschen etc. Auch trampeln keine Touristen auf den Korallen herum, dazu sind die zu tief unten und so schauts ueberall aus. Ich glaube eher das da gar nichts ist mit den Korallen, in der Regel werden solche Sachen nur als Aufhaenger benutzt um von irgendwoher Geld zu bekommen das dann in der Taschen der betreffenden Leute verschwindet, siehe die Zeilen im Artikel bezueglich des "Galadinners". Alles nur Manipulation, es braucht keiner glauben dass dies absurd ist, die machen das immer so.
  3. #3

    Nicht die Nachricht, der Ueberbringer ist das Problem!

    Eigene Erfahrungen, gerade im Sueden, in Phuket und PhiPhi, sowie auch mit den Similan und Surin Nationalparks, haben mich einige Sachen gelehrt:
    Nicht das Problem ist das Problem, sondern derjenige, der es anspricht. Und der wird dann entsprechend bekaempft.
    Die Nationalpark Korruption ist seit langem bekannt, und faengt an mit 'Sondergenehmigungen' gegen bares, um vor Oeffnung der parks dort tauchen zu koennen, und endet noch lange nicht mit der foerderndenn Gesetzgebung, das Eintritte und Tauchentgelte IN den Nationalparks zu bezahlen sind.
    Was wuerde hier passieren, einem 1000 Euro/monat Verdienstler taeglich mehrere hunderttausend Euro haendeln zu lassen? Mit entsprechenden Moeglichkeiten zur Absprache "Du bezahlst nur fuer 15 von deinen 20, und ich gebe dir dafuer nur 10 Marken"!
    Und die Fischerei ist in der Lowseason die Ueberlebenshilfe fuer die Nationalparkmitarbeiter. Glaubt wer, die melden fischen im Park? Das machen nichtmal in der Season die Thai Skipper der Tauchboote!
    Und wir brauchen uns nichts vor zu machen, da wird sich nichts aendern. Einige Showeinlagen, aehnlich der Phuket Polizei mit den Sperrstunden, und ne Woche spaeter gibt es dann entsprechend mehr Freiheiten. Solange alle am Geldfluss partizipieren, oder hoffen, spaeter mal partizipieren zu koennen: Pustekuchen!!
    Oder, wie in Patong, Familienangelegenheit:
    Boss der "Taxi (TukTuk) Association ist der Sohn des Buergermeisters, der der Eigentuemer des Safaris"Restaurant" ist.
    Warum sich da die Leute wundern, das die Buergerbehoerden nix gegen den Wildwuchs der TukTuk Gebahren tun, verstehe ich weniger als garnicht!
  4. #4

    Oops, fast vergessen:

    Wenn denn weitere kuenstliche Riffe angelegt werden, hoffen wir mal, das sie aus den verschollenen Flugzeugwracks gelernt haben.
    Und noch etwas:
    Es spricht fuer die Geschaeftsfrau, das vor dem eigenem Rsort/Beach ein Riff angelegt werden soll.
    Es spricht noch mehr fuer die Geschaeftsfrau, das sie in der Lage ist, dafuer Spenden einzusammeln.
    Oder fragt sich da jemand, wer den groessten Vorteil von zukuenftigen Tauchplaetzen vor dem eigenem Resort hat??
    ;-)
  5. #5

    Nicht nur Thailand!

    Hier ist zwar Thailand der aktuelle Aufhänger, aber es ist längst nicht das einzige Land, das systematisch marine Lebensräume ruiniert. Fischer (und an Land die Bauern) haben eine riesige Lobby in jedem Land, schließlich will sich kein Minister nachsagen lassen, dass er eine Branche vernichtet und sein Volk verhungern lässt. Ignorieren und Wegsehen ist üblich. Einige Beispiele:
    Ecuador erlaubt im Weltnaturerbe Galapagos intensive Fischerei auf Großfisch.
    Rund um Kreta ist das Meer nahezu fischleer, Fisch in Rstaurants ist Importware.
    Riffgebiete in Burma werden systematisch mit Sprengstofffischerei zerbombt.
    Die Tauchgebiete im Norden von Mindoro sind derart von Fischen leergesiebt, dass sich die sonst nachtaktiven Federsterne zu Hunderttausenden mangels Fressfeinden tagsüber aus ihren Löchern begeben und Plankton fangen, für das es auch fast keine Fische als Fresser gibt.
    In der Deutschen Bucht wird täglich die gesamte benthische Nahrungskette mit schweren Grundschleppnetzen umgepflügt, rund 90 % des Netzinhalts ist unvermarktbarer Beifang und wird weggeworfen.
    In der Ostsee haben sich angeblich die Dorschbestände erholt, und die Fischer landen kistenweise untermaßige juvenile Dorsche an, die ein Hobbyangler nie verwerten dürfte.
    In Ägypten zahlen Taucher für die südlichen Nationalparks 80 Euro Eintrittsgebühr, aber sudanesische, ägyptische und sogar jemenitische Fischer haben Narrenfreiheit und fangen, was ihnen an Haihaken und ins Schleppnetz kommt. Fischereiaufsicht/Küstenwache ist Fehlanzeige.

    Und wer als Taucher oder Meeresbiologe sowas anprangert, ist entweder Nestbeschmutzer oder hat aus Gutmenschelsicht kein Herz für hungernde Kinder.
  6. #6

    Zustimmung

    Ich kann fast allem vorher Gesagtem zum Thema Thailand nur beipflichten.
    Ich leben nun schon etliche Jahre in Thailand und das alles ist wohlbekannt und der normale Alltag. Die grössten Umweltverschmutzer sind die Asiaten, also Inländer und asiatische Touristen.
    Auf der anderen Seite, die Unmengen von Tauchbooten hier in Phuket sind schon ein Kreuz. In der Hauptbucht der vorgelagerten Insel Racha Yai tummeln sich täglich eine Unzahl dieser Tauchdampfer. Offensichtlich sind die meisten dieser "Taucher" zu blöde oder zu faul ein paar Meter zu schwimmen, also fahren die schweren Boote permanent im Kreis herum um ihre Schäflein einzusammeln. Man hat Angst da zu schnorcheln, ein Verkehr wie im Ärmelkanal. Und das sollen alles Leute mit der Taucherehre sein? ich würde in dieser Bucht nicht tauchen, zumal es auch nichts zu sehen gibt. Das ganze dient nur dem Profit. Mittlerweile sind diese Tauchboote genauso ein Übel wie die Jetskies.
    Aber eltztendlich ist die Sache ganz einfach, der Massentourismus fordert seinen Preis. Und Langatmigkeit ist keine Sache der Thais. In zwanzig Jahren hat sich das Problem von selbst erledigt.
  7. #7

    Fischfang und Tauchen

    Es ist natürlich einfach, die Folgen des industriellen oder illegalen Fischfangs anzuprangern. Nur darf man eins dabei nicht vergessen, die Fische werden gefangen, um den unstillbaren Hunger der Touristen auf Fisch auch in einem Urlaubsland wie Thailand zu befriedigen. Die fangen das nicht nur zum Eigenbedarf und erstaunlicher- und unverständlicherweise sind gerade Taucher ganz groß darin, die Sachen, die sie tagsüber bewundern abends am Buffet zu "fressen". Ich halte mich selbst in Thailand auf und tauche hier und kann diese Sachen täglich beobachten. Hier kann jeder auch seinen Beitrag leisten. Das rettet die Riffe auch nicht direkt, aber schafft schon mal das Bewusstsein im ersten Schritt nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern bei sich selbst zu starten. Wo keine so große Nachfrage, da kein Fischfang im großen Stil. Ist zwar einfach, aber zieht natürlich nach sich auf etwas zu verzichten.
  8. #8

    @ globalwings

    Das die Touristen zu viel Fisch oder Meeresfrüchte essen halte ich aber für ein sehr fragwürdiges Statement.
    Wenn Sie mal alleine die Unmengen von Fischprodukten betrachten, z.B. als Chips in Miniverpackungen, das isst kein Tourist. Im Süden von Thailand wird aufgrund des Glaubens kaum Rindfleisch oder Schweinefleisch gegessen. Tiere haben auch eine Seele, große Tiere also eine große Seele, da greift man halt zu Huhn und Fisch, Fisch hat keine Seele. Sicher ist, der Fisch ist in Thailand zu billig. Er wird vom Staat mit niedrigen Dieselkosten subventioniert. Kann nur kostendeckend arbeiten mit Sklaven entweder aus Burma oder aus Kambodscha. Aus Thailand ist nur noch der Kapitän. Ich habe selber ein Boot und habe mal meinen Kapitän gefragt warum die Fischerboote immer so seltsam reagieren wenn wir uns nähern. Ganz einfach, mein Stahlboot ist geschnitten wie die Polizeiboote. Die hatten alle Angst vor einer Razzia. Also es sind nicht die Touristen, ich denke die haben sich ihren Fisch redlich verdient. Nur, wie ein Forist schon sagte, wer will nun hier ein Hauptnahrungsmittel verteuern? Und abschliessend sei noch erwähnt daß ich etliche Thais kenne, die keinen Süsswasserfisch essen, also Farmen sind auch nicht die Lösung. Mal sehen was passiert wenn der Brunnen leer ist, das wird schon bald sein.
  9. #9

    Bild 1 der Fotostrecke zum Thema!!!

    Da ich das Dilemma vor Ort nur aus Berichten und Reportagen kenne, halte ich mich dazu mal zurück.

    Aber zum Thema, wenn´s in der Gesamtheit auch geringfügig erscheinen mag, auch Taucher tragen ihr Schärflein dazu bei.
    Schaut auf den abgelichteten Taucher in Bild 1!

    Riesiges UW-Gehäuse vor dem Gesicht, aufrechte Position...so kann man kaum exakt austariert sein. Der UW-Fotograf scheint in den Korallen zu "stehen"...aber selbst wenn er tatsächlich noch frei schwebt oder zumindest nur auf Sand steht, so hängt seine Konsole (für Nichttaucher: im Bild rechts von ihm das Gebamsel) ungesichert weit ab herum. Sie wird zwangsläufig zum Treibanker, spätestens, wenn er über den Korallen in den Makroaufnahmebereich eintreten will..ponk...ponk...ponk...was derweil seiner Flossen hinten anrichten mögen...nun ja...

    Es ist in gewisser Weise selbst-entlarvend ... das Bild
    (was natürlich nicht nur für Thailand gilt)