DDPDas Justizministerium will gewerbsmäßig organisierte Sterbehilfe in Deutschland unter Strafe stellen. Ausgenommen sind Angehörige - aber auch Ärzte und Pfleger, wenn sie dem Sterbewilligen nahestehen. Kritiker finden den Gesetzentwurf zu vage und leicht zu umgehen.
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...847824,00.html
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wenn ich wüsste, welches, in der Apotheke erhältliche Medikament, meinen letzten Wunsch zuverlässig und schmerzfrei erfüllt. Dann muss ich niemanden mit Gewissensbissen belasten.
Die Vorstellung, nach einem ernst gemeinten Versuch mit Gott-weiß-welchen Schäden wieder zu mir zu kommen, finde ich beängstigend und entwürdigend.
Ich kann verstehen, dass man der gewerblichen Sterbehilfe einen Riegel vorschieben will. Aber wenn jemand Sterbehilfe aus Überzeugung leistet und sich diesen Dienst nicht bezahlen lässt, sollte es einen Weg für diese Person geben, das straffrei zu tun.
Wenn ein Mensch schon nichts mehr hat, dann sollte er wenigsten die Umstände seines eigenen Todes so weit wie möglich mitbestimmen können.
Diese unerträgliche Doppelmoral bei diesem Thema ist schrecklich. Einerseits zweifelt niemand daran, dass in Menschenleben eingegriffen wird, wenn es um andere Bereiche geht. Wir tun auch alles, um z.B. Frühgeborene zu retten, Schwerkranke zu behandeln, da sagt auch niemand: Pech, das ist so (Von Gott oder der Natur, wie man will) gewollt. Aber wir verwehren Menschen ein selbstbestimmtes Ende, unter dem fadenscheinigen Argument des Missbrauchs.
Dann denke ich, sollte Organspende ja auch kein Thema mehr sein, oder? Denn da haben wir ja jetzt einen Fall von Missbrauch, der diesem heiklen Thema einen schlechten Beigeschmack gibt, nicht wahr?
Ich habe auch ein praktisches Beispiel dazu: Meine Großmutter leidet seit knapp 2 Jahren an Altersdemenz, sie ist 92. Mehrfach schon hat sie ihr Pflegepersonal angeschrien (ich war selbst dabei): Ich will sterben!
Warum soll man Menschen, die sterben möchten, ein humanes Ende verwehren? Diese zwangsweise Verordnung des christlichen Siechtums ist wirklich ein Graus.
Wir praktizieren erst dann HUMANE STERBEHILFE, wenn es moeglich ist, z.B. im Hospiz sein eigenes, als qualvoll empfundes Leben (nicht zu ueberwindende Schicksalsschlaege, unheilbare Krankheit etc.) BEENDEN ZU LASSEN. Dies auf der Basis eigener Entscheidung und Willenserklaerung, angelehnt an die Wirklichkeit und nicht ans "juristische Laboratorium" und christliche Glaubens- sowie Ethiklehre. Ein klarer "DEFINITIONSKATALOG" fuer den LEGALISIERTEN EXITUS muss erstellt werden (Liebeskummer gilt natuerlich nicht). Ueberwiegend wird es aeltere und alte Menschen betreffen, die sich durchs Dasein quaelen und kaum eine Moeglichkeit haben, ihrem Leben wuerdevoll ein Ende zu bereiten. Die HUMANSTE METHODE : SCHLAFTRUNK und dann die "ENTSCHEIDENDE INJEKTION". Dies im Beisein von Freunden und Bekannten, natuerlich auch zweier "staatlicher Zeugen", damit alles "seine buerokratische Ordnung" hat. (Fast) alles andere ist HEUCHELEI und COMMERZ.
wenn ich - aus welchen gründen auch immer - entscheide meinem leben ein ende zu setzen, kann mich dafür niemand bestrafen. und wenn ich - aus welchen gründen auch immer - dazu nicht mehr aus eigener kraft in der lage bin, dann hat auch niemand denjenigen zu bestrafen der mir diesen (letzten) wunsch erfüllt und mir hilft. es muss auch möglich sein wege zu finden unter bestimmten vorraussetzungen aktive sterbehilfe leisten zu können. es geht hier nicht um eine religiöse frage, oder um ein recht auf leben - es geht um ein recht auf selbstbestimmtes sterben! in dem moment in dem man ein physisches funktionieren erreicht hat aber nicht mehr leben kann muss man so einen wunsch und auch den wunsch nach hilfe respektieren und akzeptieren! ich frage mich warum man so eine debatte überhaupt noch führen muss?! "Die Würde des Menschen ist unantastbar." - Dann wünsche ich, als chronisch Kranker, der durchaus in diese Situation kommen kann, mir auch (irgendwann einmal) ein würdevolles Sterben!
Wie hat unser Tierarzt neulich so richtig bemerkt: "Tiere kann man erlösen, nur Menschen müssen elendig verrecken."
So einfach scheint es ja nicht zu sein. Die Amis haben ja schon Probleme ein ordentlich ergangenes Todesurteil zu vollstrecken. Ein Staat, der die halbe Welt mit Krieg überzieht, benötigt dt Hilfe, weil nur die Deutschen wissen wie das geht. Das Problem scheint da die Moral zu sein, Deutschland ist zwar einer der größten Waffenhersteller der Welt, aber eine schmackhafte Mischung für Mörder und oder Selbstmörder herzustellen, da quält alle das sonst so robuste Gewissen.
Man könnte lachen, wenn es nicht so ernst wäre.
MfG. Rainer