Forum


 

Gesetzentwurf: SPD-Länder wollen Vermögensteuer wiederbeleben

Die Sozialdemokraten schaffen sich ein starkes Thema für die nächsten Wahlen. Vier SPD-geführte Länder fordern eine Wiedereinführung der Vermögensteuer, ein Gesetzentwurf soll bald in den Bundesrat eingebracht werden. Im Gespräch ist eine Abgabe von einem Prozent - für Betriebe und Privatpersonen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...828418,00.html
  1. #70

    Wirtschaftliche Vernunft

    [QUOTE=sappelkopp;10043191]...ist doch OK. Wer viel hat, soll auch viel an die Gemeinschaft zurückgeben -wobei ein Prozent sehr moderat ist. Das ist nicht mehr als fair.[

    So etwas kann nur jemand sagen, der nicht zwischen Vermögen und Einkommen unterscheidet und meint, dass 1%bei Vermögen wenig sind, weil es ja auch bei Einkommen wenig wäre. Bei einer Vermögenssteuer müssen einen Zugewinn abführen, den Sie möglicherweise gar nicht haben. In Frankreich mussten Einheimische auf der Ile de Ré ihre Häuser verkaufen, weil die Insel unter Reichen (diesmal sind echte Reiche gemeint, nicht Besserverdienende) schick geworden war. Auf einmal war das eigene Haus/Grundstück Millionen wert und darauf mussten nun Steuern gezahlt werden. Das gleiche gilt für Firmen, die keinen Gewinn machen und nun noch mehr Leute entlassen müssen.

    Außerdem ist der Erfassungsaufwand immens. Jeder Deutsche, auch unterhalb der Freigrenze, muss nun detailliert aufzählen, was er hat. Da Einheitsbewertungen verfassungswidrig sind, muss immer neu nach Marktwert bewertet werden, jedes Haus, jedes Schmuckstück, jedes Bild, einfach alles.

    Das alles haben Sie nicht bedacht.
  2. #71

    Aber gerne

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Ja, wo denn? Sagen Sie mal an, wo Sie da die Brechstange ansetzen wollen und wie viel Sie damit konkret einsparen möchten/können.
    obwohl ich nicht angesprochen bin, präsentiere ich hier gerne meine Streichliste:

    - Militärische Beschaffungen: 5,1 Mrd €
    - Entwicklungshilfe: 6,2 Mrd

    - Zuschüsse für den Absatz deutscher Steinkohle: 1,35 Mrd €
    - Zuweisungen für betriebliche Investitionen: 610 Mio €
    - Beitrag an die ESA: 611 Mio €
    - Nationales Raumfahrtpogramm: 240 Mio €
    - Technologieförderung Mittelstand: 389 Mio €

    Natürlich lasssen sich nicht von heute auf morgen alle Ausgaben einsparen, aber das ist ein Potential von 14,5 Mrd €, von denen sich mit Sicherheit 20 -30 % schnell realisieren lassen. Ich habe mal mit Absicht die Personalausgaben in den Ministerien und bei der Truppe aussen vor gelassen, weil die nur langfristig zu senken sind.
  3. #72

    -

    Zitat von fleischwurstfachvorleger Beitrag anzeigen
    100 Minus 1 = 99

    Da bleibt noch genug zum re-investieren!!
    Warum dann nicht die Vermögensteuer ab 100€ - da bleiben Ihnen noch 99€ zum investieren!
    Dass die 100% möglicherweise schon investiert sind... egal.
  4. #73

    Was hierzulande boomt

    .
    sind Armut und Reichtum gleichermaßen. Ersteres für die große Mehrheit, letzteres für eine schwindende Minderheit. ein Arbeitsplatz der den Arbeitenden den Lebensunterhalt nicht einbringt, ist kein Gewinn sondern ganz objektiv eine Form von Sklaverei. Ganz davon abgesehen,
    dass die knabbernden europäischen Nachbarn gleichzeitig die größten Kunden der deutschen Exportindustrie sind. Wenn die nix mehr kaufen,
    weil die sparen müssen, gehen auch hier die Lichter aus. Nur halt ein bisserl später. Das derzeitige Wachstum in Deutschland, ist ein Wachstum auf Kreditkarte.
    Ansonsten ist es immer wieder erstaunlich wie man den Leuten, das Schrumpfen Ihrer Einkommen, das Streichen Ihrer sozialen Ansprüche, die allgemeine Verschlechterung der Lebensverhältnisse der großen mehrheit als wirtschaftlichen erfolg verkaufen kann. Vom Titel eines Exportweltmeisters Deutschland, kann sich die große Mehrheit nämlich nix kaufen.
    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Unter anderem Dank der Agenda 2010 haben wir heute in Deutschland eine niedrige Arbeitslosigkeit. Das Land boomt, während die europäischen Nachbarn an der Krise zu knabbern haben. Es wäre mehr als dumm, die Agenda wieder zurückzunehmen.
  5. #74

    In der Schweiz liegt die Vermögenssteuer bei rund 1,6°/oo

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    ... Und wie gesagt ... in fast allen vergleichbaren Ländern der Welt liegt die Vermögenssteuer höher als die von der SPD angestrebten 1%.....
    Aber gelle, 1,6°/oo ist viel mehr, als 1% :-)
  6. #75

    Zitat von Cifer Beitrag anzeigen
    zum Beispiel bei subventionen für die Lufthansa, VW, BMW, Müller etc. da können wir schon mal ne menge geld "locker" machen.
    Und damit mein ich nicht die Aktienpakete oder sonstige Beteiligungen an Unternehmen die Länder und Bund halten, sonder das ganze Geld das nebenbei dort reingebuttert wird!
    Gebe ich Ihnen recht, aber ich denke mal, der Forist, auf dessen Beitrag ich mich bezog, hatte etwas anderes im Sinn, als er schrieb "man müsse mal mit der Brechstange an die Ausgaben rangehen".
  7. #76

    ----------

    Zitat von blitzunddonner Beitrag anzeigen
    .
    eher fände ich eine deutliche erhöhung des spitzensteuersatzes effektiv. vielleicht noch eine erhöhte mehrwertsteuer auf luxusprodukte.

    vermögen kann nämlich auch zur reinvestition in die wirtschaft der gesellschaft verwendet werden. das sollte gefördert, nicht verhindert werden.
    Spitzensteuersatz ist wieder nur einseitige Belastung von Arbeit. Viel einfacher wäre eine umfassende Steuerreform, die alle Ausnahmetatbestände abschafft. Dann bräuchten wahrscheinlich nicht einmal Steuern erhöht werden. Wirkliche Großverdiener und Vermögende werden nach jetzigem Steuerrecht immer Umgehungslösungen finden.

    Grundsätzliches Ziel der SPD ist doch nach wie vor der Irrglaube, dass man mit erhöhtem Steuereinkommen als Staat für alle der Problemlöser sein könne. Das klingt natürlich toll, bleibt aber eine Sackgasse. Besser wäre eine gerechte Besteuerung für alle, die dann im Verhältnis niedrige Einkommen entlastet und und hohe aus Einkommen und Kapital ohne Ausnahme besteuert werden.

    Aber nein, der SPD-Staat weiß ja besser was er mit dem Steuergeld der Bürger macht, als den Bürger generell mehr Freiheit über sein Einkommen zu lassen. Deshalb blockieren die SPD-Länder auch die Abschaffung der Kalten Progression, die tatsächlich mehr Steuergerechtigkeit gerade für kleine und mittlere Einkommen schaffen würde.

    Meine Konklusion: eine weitere populistische Verzweiflungstat der SPD!
  8. #77

    -

    Zitat von politikverdrossen100 Beitrag anzeigen
    Oh, das freut mich aber, dass ich als Lediger mit 70.000€ Jahreseinkommen zur Oberschicht gehöre. Und es freut mich noch mehr, dass ich von dem was ich erarbeite, noch mehr abgeben soll. Das ist die wahre soziale Gerechtigkeit!

    Da würde ich doch vorziehen, dass die Reichen vielleicht auch mal einen Beitrag leisten - wenn die Sozis schon unbedingt noch mehr Geld raushauen wollen.
    Soso.... reich sind immer die anderen, nicht? Das ist ja auch das Prinzip der SPD. Schön auf eine kleine Gruppe dreschen. Würde man ab 100.000€ kassieren (was ich dann wenigstens konsequent fände), würden auch Leute wie Sie jaulen. So aber, wenn's erst ab Millionen losgeht, kann man die systematische Frage ignorieren - es trifft ja andere.

    Wenn Sie die Vermögensteuer gut finden - warum dann nicht ab 100.000 €? Über die Hälfte der Deutschen hat nicht mal so viel! Wäre es nicht gerecht, wenn sich die andere Hälfte mit denen solidarisiert? Der Besitzer eines kleinen Eigenheims zahlt dann ja auch nur 3-4.000€ p.a., der Millionär noch immer 10.000 € und mehr. Ist doch "fair", oder?
    Ach ja - und bei Beamten kapitalisieren wir natürlich den Pensionsanspruch bis ca. 75. Kann ja nicht sein, dass der Selbstständige sein erspartes fürs Alter versteuert und der Beamte / Angestellte nicht, nur weil der Auszahlungsanspruch nicht gegenüber einer Bank sondern der Rentenkasse bzw. dem Dienstherrn entsteht.
  9. #78

    Zitat von scribbles Beitrag anzeigen
    Irgendwie Abstrus: Wer Vermögensmillionär ist (Haus für € 700,000 und Aktienpaket für € 300,000) soll unangetastet bleiben. Wer € 110,000 im Jahr verdient, soll mehr zahlen.

    Bei Steuerklasse I (single oder "wilde ehe") bleiben vom €110,000 ca. € 60,000 netto. Wer spart, schafft davon vielleicht € 40,000 im Jahr zurück zu legen. Er müsste also 25 Jahre.....
    Wo ich schonmal am Rechnen bin wäre noch zu erwähnen, dass der Vermögensmillionär für 50 Jahre auf dem Niveau des "sparenden" Gutverdieners leben könnte, ohne einen Finger krumm zu machen. Wer € 100,000 und mehr verdienen will, muss hingegen oft 50 bis 70 Stunden pro Woche arbeiten.

    Und wer ist es jetzt nochmal, den die SPD höher besteuern will? Den Millionär oder den Gutverdiener?

    Wer ist der Buhmann? Der mit Häusle und Aktienpaket, oder derjenige, der erstmal 25 Jahre arbeiten müsste um soweit zu kommen?
  10. #79

    Anyway

    Die SPD sollte sich in erster Linie um einfache Leute kümmern. Das scheint sie aber vergessen zu haben.


TOP



TOP