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Gesetz gegen Sinnlos-Medikamente: Union will Pharmalobby beschenken

Medikamente dürfen jetzt nur noch zu Höchstpreisen verkauft werden, wenn sie besser sind als bisherige Arzneien. Doch kaum ist das entsprechende Gesetz in Kraft, will die Union es weitgehend entschärfen. Den Gewinn hätten die Pharmakonzerne, den Schaden die Patienten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...812269,00.html
  1. #40

    Lob für Herrn Rösler (FDP)

    Das Gesetz zum Schutz der Verbraucher und der öffentlichen Kassen gegen die Raubtiere der Pharmaindustrie wurde - das wusste ich bisher nicht und modifiziert zumindest ein Stück weit mein Urteil über ihn - von Herrn Rösler (FDP) durchgedrückt, offenbar gegen den Widerstand der Pharmalobby und weiter Teile der CDU.
    Ich habe nun wahrlich oft genug (ich denke, meist berechtigt) die FDP und ihre Protagonisten kritisiert - hier besteht offenbar einmal ein Grund für das Gegenteil: ein ausdrückliches Lob für Herrn Rösler.
    Noch mehr solche Aktionen und diese Partei würde (wieder) wählbar.
    Das Gesetz muss gut sein, sonst würde es die CDU nicht aufweichen wollen. Man muss etwas dagegen unternehmen (siehe mein erster Beitrag vor wenigen Minuten).
  2. #41

    Zitat von basti313 Beitrag anzeigen
    [...] Ein weiteres "Geschenk" ist die Vertraulichkeit von Erstattungsbeträgen, die so niedrig sind das in anderen Ländern Anstoß an den deutschen Preisen genommen wird [...]
    Das verstehe ich jetzt nicht:

    Kaufe ich 50 Tabletten à 10 mg V. in Deutschland, zahle ich 12 € und ein paar zerquetschte.

    Fahre ich über die Brücke nach Luxemburg, lege ich für die gleiche Schachtel vom selben Generikahersteller aus Ulm 2,60 € auf die Apothekentheke.

    14 Tabletten H. 2,5 mg kosten mich in Deutschland ca. 10 €, in der Schweiz bekomme ich für etwas mehr als 3 Stutz 30 identische Tabletten, den dort üblichen Ärzterabatt noch nicht einmal abgezogen ...
  3. #42

    Union will Pharmalobby beschenken

    Es ist nicht nur die Pharmalobby, es sind auch die Ärzte und Krankenkassen, die immer mehr fordern und gleichzeitig für den Kassenpatienten immer weniger leisten. Und der kommt gegen dieses Wolfsrudel nicht an. Man muss sich fragen, weshalb man noch in der Krankenkasse verbleiben soll, wenn sie sich doch immer mehr jeglicher Leistung verweigert. Geht man zum Arzt, so ist man schneller wieder draußen, als man brauchte, hineinzugehen. Und dafür sitzt man dann etwa eine Stunde im Warteraum. Was der Arzt verschreiben kann, sind beinahe alles Medikamente mit ähnlich klingenden Namen. Abgesehen von der Verwechslungsgefahr besteht der Eindruck, dass es sich bei diesen Präparaten um Secondhand-Medikamente handelt, die irgendwo extra für Kassenpatienten hergestellt oder aus Auslandseinkäufen umgepackt werden. Vorsorgeleistungen werden immer mehr eingeschränkt, weil es billiger ist, den Patienten früh sterben zu lassen. Wenigstens hatte der damalige Gesundheitsminister Rösler für die Abschaffung der sogenannten Hausarztvertäge gesorgt. Ich konnte damals meinen Arzt nicht mehr aufsuchen und bin deshalb auch von ihm gegangen, weil das erste, was er immer forderte, ich solle doch endlich diesen Knebelvertrag unterschreiben. So habe ich nun trotz meines recht höheren Alters seit beinahe drei Jahren keinen Arzt mehr aufgesucht. Ich kann mich nicht mehr dazu überwinden.
  4. #43

    Zum Wohle des Patienten

    Da macht diese Regierung mal was sinnvolles im Gesundheitssystem und kaum greift die Lobbyarbeit der Pharmaindustrie wieder , da machen se ne Rolle rückwärts, es ist einfach unglaublich, was da läuft! Wir haben europaweit die höchsten Arzneimittelpreise!

    Die Herren Spahn und Bahr und andere sogenannte Gesundheitspolitiker sind keine unabhängigen Politiker und nicht dem Wohl des Volkes sondern den Einflüsteren der Lobbyisten besonders der Pharmaindustrie verpflichtet.
    Es ist einfach nur beschämend!
  5. #44

    xxx

    Zitat von basti313 Beitrag anzeigen
    Es ist der Schutz vor kapitalistischen Heuschrecken, den Pick-Up Internetapotheken.
    Genau. Wir schützen den Patienten vor identischen, aber zig mal billigeren Medikamenten von seriösen Anbietern aus dem Internet. Die total nicht-kapitalistischen Apotheker sind die einzigen, die uns Aspirin verkaufen dürfen, zum Preis von 4€, während exakt dieselbe Packung in Griechenland 67 Cent kostet.
  6. #45

    Zitat von Maruk0815 Beitrag anzeigen
    Ja dann viel Spaß beim recherchieren, welches denn die wirkungsmäßig gleiche und günstigere Variante zu dem von ihrem Arzt verschriebenen Medikament ist...
    Rote Liste?

    Die aktuelle bekommen Sie zwar nicht auf Ihren Bildschirm, dazu braucht man DocCheck, aber die des letzten Jahres ist seltsamerweise öffentlich zugänglich - allerdings nicht unter "Rote Liste", da muß man etwas googlen - und beinahe ebenso aktuell ...
  7. #46

    Zitat von Waldesmeister Beitrag anzeigen
    Da haben Sie was falsch verstanden. Denn die Krankenkassen sind dazu verpflichtet, die Medikamente zu bezahlen, egal ob sie wollen oder nicht.
    Deshalb schrieb ich "wenn". Im Übrigen habe ich jetzt schon den Fall dass sich Medikamente gleicher Wirkung in der Zuzahlung unterscheiden.

    Zitat von Maruk0815 Beitrag anzeigen
    Ja dann viel Spaß beim recherchieren, welches denn die wirkungsmäßig gleiche und günstigere Variante zu dem von ihrem Arzt verschriebenen Medikament ist...
    Den Spass werden die Krankenkassen haben und für die lohnt sich das auch.

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Das tut er eben nicht. Was, glauben Sie, wird ein Patient tun, wenn der Arzt ihm dringend das teure Medikament empfiehlt? Vielleicht hat er bessere Erfahrungen mit dem teureren Medikament gemacht, vielleicht wurde ihm auch mithilfe hübscher Geschenke eingeredet, dass das teurere besser ist, wer weiß das schon.
    Man kann den Arzt mal fragen warum. Persönlich habe ich den Fall mit Dosieraerosolen (wg. Allergie) - in der letztlichen Wirkung sind sich da manche durchaus ähnlich, wenn es aber darum geht ob die Stimme beeinträchtigt wird oder nicht ist Auswahl angesagt und dann können Sonderwünsche die medizinisch nicht unbedingt nötig sind schon mal teurer werden. Aber ob ich das will entscheide ich und nicht der Arzt.

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Soll der Patient für sich privat eine Kotzen-Nutzen-Rechnung aufmachen? Das kann er nicht, dafür fehlt ihm das Wissen. Und genau dann - Informationsasymmetrie eben - funktioniert ein Markt nicht, wie er soll (also: gar nicht). Der Patient wird, so er kann, zahlen. Genau dafür sind die Kassen eben AUCH da: dafür zu sorgen, dass der Patient dem Arzt nicht einfach nur ausgeliefert ist.
    Eigentlich das was ich vorher geschrieben habe: Die Kasse analysiert was denn die kostengünstigste Variante ist die die gewünschte Wirkung hat und wer dann was anderes will muss draufzahlen. Ob er dabei seinem Arzt glaubt oder selbst noch recherchiert ist dabei egal.

    Zitat von max-mustermann Beitrag anzeigen
    wie das dann in der Praxis läuft wenn ihr Arzt dank der freundlichen "Unterstützung" seines Pharmavertreters ihnen ein solches Medikament mit der Aussage das es nichts anderes gibt verschreibt ? Nicht jeder ist so gut informiert was es für Alternativen auf dem Markt gibt und gerade ältere Menschen verlassen sich hier völlig auf die Aussage ihres Arztes.
    Der dann zu zahlende Eigenanteil dürfte dann für Verärgerung sorgen und Ärzte die ihre Patienten dann nicht entsprechend vorgewarnt haben haben irgendwann eine recht leere Praxis.

    Information ist nicht unbedingt eine Frage des Alters - und wie gesagt, da sind dann auch die Kassen in der Pflicht.
  8. #47

    Wer setzt schon auf die 2%-Partei

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Bisher galt die FDP als Ärzte- und Apothekerpartei.

    Ist das jetzt der Angriff der CDU, um die FDP unter die 1%-Grenze zu drücken?
    Tja, auch die CDU/CSU muss ja ihre Parteiposteninhaber honorieren!
    Das sollten Sie doch verstehen.
  9. #48

    Traurig aber wahr

    Zitat von Waldesmeister Beitrag anzeigen
    Die meisten Schwarzen und Gelben haben wahrscheinlich nicht mal gewusst, worüber sie da eigentlich abstimmen, geschweige denn, wer das Gesetz eigentlich geschrieben hat.
    Das ist leider genau der Hauptgrund, warum ich von jeglicher deutschen Demokratie mehr als Enttäuscht bin und es gilt leider nicht nur für dieses Gesetz. Wir haben einen sehr großen Haufen überbezahlter, ahnungsloser Ja-Sager und Stümper im Bundestag. Es wundert mich nicht, dass die Jugend kein Vertrauen, geschweige denn Interesse mehr für die Politik hat. Wer kann es ihnen denn noch verdenken?
  10. #49

    Zitat von Corinna Beitrag anzeigen
    Wo ist der Zusatznutzen den mir die Apotheke bringt wenn ich dort mit einem Rezept reinmarschiere? Beratung doch wohl kaum, das was ich wissen möchte habe ich doch vorher meinen Arzt gefragt.

    Mir fällt die relativ hohe Apotheken-Dichte in Städten auf. Irgendwoher müssen die doch alle ihre Mieten, Gehälter etc. bezahlen, und da bleibt die Frage mit wessen Geld?

    Warum nun Internetapotheken die mir genau das liefern was ich brauche, nämlich meine Medikamente, nun kapitalistische Heuschrecken sein sollen, erschliesst sich mir nicht. Mögen sie mir da näheren Aufschluss geben?

    Sind sie evtl. Apotheker?
    Nicht nur die Apotheker-Dichte?
    Ich bin selten krank, und dann natürlich akut, und muss gleich in die nächste Apotheke. (sonst bestelle ich auch online, 20% spart man da immer)
    Also wenn ich mal in die Apotheke gehe stehen immer 2, meistens aber gleich 4 Menschen hinter der Theke, für einen Kunden ????
    Wie will den eine Apotheke dieses Personal bezahlen ??
    Beim kleinen Laden um die Ecke nicht vorstellbar.








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