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Geschlechterklischees: Mad Women

AP/ AMCDie Damen üppig, devot, angepasst, die Kerle lässig, arrogant, triebgesteuert. Die US-Serie "Mad Men" strotzt vor längst überholten Klischees. Trotzdem sind vor allem Frauen begeistert. Warum bloß?

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...852249,00.html
  1. #1

    Artikel erlaubt Rückschlüsse auf den Autor

    Die Lesart der Serie durch Herrn Petschek lässt eher Rückschlüse auf ihn zu als auf die zahlreichen Zuschauer.

    Vielmehr kann es auch interessant sein, bestimmte Dinge von damals zu sehen (neben den Anzügen, Büro- und Wohnungseinrichtungen oder der Werbebranche), die es heute so nicht mehr gibt - zum Glück oder auch nicht.

    Beispiele? Rauchende und trinkende Schwangere. Der Müllhaufen nach dem Picknick. Die Despektierlichkeit Frauen, Homosexuellen und Schwarzen gegenüber - und der beginnende Aufstand dagegen von allen drei Parteien. Der Aufstieg des Fernsehens.

    Die Serie lebt vom Zusammenprallen von alten und neuen Welten. Dass der Autor hier nur eine Serie sieht, die alte Klischees bedient und wieder hoffähig machen möchte, ist schade.
  2. #2

    Was für ein Quark!

    Verzeihung, aber das ist der mit Abstand größte Quark den ich jemals las. Ein Haufen küchenpsychologie mit Lagerfarbe durchmengt. Vielleicht ist die Serie so interessant, weil die Figuren gut gespielt sind, man die Charaktere glaubhaft findet, die Story interessant ist, einen Einblick in die spät 50er/ früh 60er Gesellschaft gibt, zu sehen, wie ältere oder konservative Figuren mit den neuen Wendungen einer neuen Zeit umgehen. usw usw. Echt, so ein besserwisserischer, aufgeblasener Quatsch. Unglaublich, wie manche Leute ihr Geld verdienen.
  3. #3

    Die Serie funktioniert

    auf mehreren Ebenen. Zeitgefühl, Analyse und Ironie sind dem Autor offensichtlich entgangen.
  4. #4

    medialer Rückschlag

    Da gibt sich das deutsche Fernsehen seit Jahren die größte Mühe, seine Zuschauerinnen in allen möglichen TV-Formaten mit alleinstehenden, kinderlosen und erfolgreichen Karrierefrauen zu konfrontieren und dann kommt so eine reaktionäre US-Serie daher, die den Leuten auch noch zu gefallen scheint. Das geht gar nicht.
  5. #5

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Damen üppig, devot, angepasst, die Kerle lässig, arrogant, triebgesteuert. Die US-Serie "Mad Men" strotzt vor längst überholten Klischees. Trotzdem sind vor allem Frauen begeistert. Warum bloß?

    "Mad Men": Warum Frauen die Serie so lieben - SPIEGEL ONLINE
    ich liebe diese serie und muss bestätigen, dass bisher jeder frau, der ich sie gezeigt habe, vor allem die bösen, arroganten, siegertypen lagen.

    und wo ist das jetzt ne neuerung ? das erlebe ich im alltag jeden tag. als verdummemanzipierter mann kriegt man halt nichts mehr ab, das ist tatsache. und wenn, dann sieht man sich allzu schnell als gehörnter, spätestens wenn der eisprung naht und frau sich wieder ihren trieben (die sie ihrem mann ja erfolgreich abgewöhnt hat) nachgeht.

    einen grossen dank an die wunderwaffe emanzipation.


    back to the 60s würde ich begrüßen - da durfte MANN noch MANN sein.
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Damen üppig, devot, angepasst, die Kerle lässig, arrogant, triebgesteuert. Die US-Serie "Mad Men" strotzt vor längst überholten Klischees. Trotzdem sind vor allem Frauen begeistert. Warum bloß?

    "Mad Men": Warum Frauen die Serie so lieben - SPIEGEL ONLINE
    Erstaunlich, dass man so sehr den Sinn dieser Serie fehlverstehen kann. Weibliche Sehnsüchte, sich von der anstrengenden Emanzipation zu verabschieden? Na, vergessen wir mal die komplexen Charaktere, das Porträt einer Gesellschaft mit oberflächlicher Heiler-Welt-Optik aber tiefgreifenden Spannungen, die Parallelen und Differenzen zu unserer heutigen Welt...

    Die Qualität des Artikels: gespickt mit Platitüden und Küchenpsychologie. Im Ernst, dafür besuche ich nicht SPON. Kann sein, dass es sich bei dem Text um eine lustige Satire des Geschlechterklischees-Denkens handeln sollte. Aber in dem Fall war es nicht witzig genug, den Sinn hat der Autor so oder so verfehlt.
  7. #7

    Thema verfehlt!

    Ich muss Herrn Petschek vehement wiedersprechen! Die Serie spielt in den 60er. Seinerzeit waren Männer ausnahmslos das stärkere Geschlecht. Frauen hatten zu Hause zu bleiben oder waren beispielsweise als Krankenschwester im Berufsleben. Wenn man sich aber die Serie über vier Staffeln angesehen hat, wird man feststellen, dass die weiblichen Protagonisten maßgeblich „die Zügel in der Hand halten“: Betty schafft den Absprung von Ihrem egomanischen Ehemann, Peggy kann sich von Folge zu Folge in ihrem Durchsetzungsvermögen steigern und Joan hält den Laden am Laufen. Dagegen fallen die männlichen Charaktere immer tiefer in den Abgrund. Don verliert die Kontrolle über seine Ehe und seine Bettgeschichten, Roger muss feststellen, dass er nicht mehr der Jüngste ist und bei seinen Großkunden zu Kreuze kriechen darf und Pete ist und bleibt der kleine Junge, der oftmals nicht ernst genommen wird. Ich könnte hier endlose Beispiele auflisten, die das Gegenteil von den Ausführungen von Herrn Petschek belegen.
    Mad Men ist neben Breaking Bad einer der besten Serien der letzten Jahre. Absolut sehenswert und voller Details und Storywendungen. Und gerade das macht Mad Men so einzigartig und entspricht gerade deshalb in keinster Weise den Darstellungen von Herrn Petschek. Meiner Meinung nach hat er nicht genau hingesehen. Gäbe es hier Schulnoten für eine Interpretation von Mad Men zu vergeben, würde ich eine glatte „6“ unter den Artikel setzen: „Thema leider verfehlt!“ Oder hat Herr Petschek nur ein paar Folgen gesehen? Denn so zu sein wie Don Draper ist nicht erstrebenswert - Don ist einsam, seinem Job verfallen und leidet ein Leben lang unter seiner Vergangenheit. Da helfen auch kein täglicher Alkoholkonsum, Zigaretten und zahlreiche Bettgeschichten! Hier hilft nur noch ein Psychiater!
  8. #8

    Quark indeed

    Dass Mad Men diese Klischees zeigt um sie zu kritisieren und zu hinterfragen, ist dem Autoren wohl nicht aufgefallen. Warum braucht Peggy wohl vier Seasons, um in der Agentur voranzukommen? Weil ihr sexistische Männer immer wieder Steine in den Weg legen.
    Ja, Don Draper ist ne coole Sau, und er ist gleichzeitig ein armes Schwein, der keine gesunde Beziehung führen kann. Dass Frauen runde, dreidimensionale Charaktere mögen, ist dem Autoren anscheinend nicht in den Sinn gekommen. Ach stimmt, wir mögen's ja lieber einfach und schlicht, wünschen uns heimlich doch hinter den Herd. Sicher.
    Arm, ganz ganz arm.
  9. #9

    Vielleicht finden viele Frauen die Serie so gut...

    ...weil sie langsam die Nase voll haben, von den Biobrause schlürfenden, FlipFlop tragenden Großstadtluschen unserer Tage. Möglicherweise geht vielen Leuten die verlogene politische Überkorrektheit so sehr auf die Nerven, daß sie sich nach Zeiten zurücksehnen, wo man nicht wie ein potentieller Massenmörder behandelt wurde, wenn man sich eine Zigarette ansteckte und den schreienden Kindern des Tischnachbarn im Restaurant auch mal deutlich machen konnte, daß sie sich benehmen sollen. Ich finde Mad Men auch toll. Nach den Sopranos auf Rang 2 meiner Hitliste.


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