dapd/ PolizeiMänner: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.
Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
"Um zu üben, ein Vorschlag: Wir verordnen uns ein Jahr Pause. In dieser Zeit darf Geschlecht nicht zur Erklärung der Komplexitäten unserer Welt herangezogen werden. Keine Sätze mehr, wie 'Männer haben die Finanzkrise erzeugt' oder 'Frauen sind die Lösung für globale Herausforderungen'. Keine Aussagen mehr, die mit 'Männer sind..., Frauen sind...' beginnen. Ein Jahr, in dem wir uns diese Simplifizierung verkneifen.
Und danach schauen wir mal, ob wir sie vermissen."
Wenn hier doch endlich jemand ganz ehrlich sein könnte. (Oder dürfte?) Dann würden Sie, der diesen Vorschlag erdacht hat, sehen:
"Männer sind", "Frauen sind NICHT".
Und nein, wir werden uns diese Simplifizierung nicht besonders gut verkneifen können. Denn wir lieben Einfachheit. Denn Komplikationen sind kompliziert.
Wir sind jetzt wie schon immer einfach: NICHTS.
Dies ist auch der Grund, warum die Herren der Schöpfung immer so viel arbeiten müssen. Die nicht existierenden (lebenden) Frauen müssen nur eins beherrschen: ein freundliches Lächeln. Wirklich.
Danke für den Link. Zwar finde ich diesen Text nicht wesentlich besser, nur länger. Aber wenigstens ist mir jetzt klar geworden, was mir hier wie dort missfällt, warum der Autor so viel richtiges und falsches vermischt und sich zum Teil in Widersprüchen und absurden Schlussfolgerungen verirrt (etwa Homophobie als Resultat von Männerfeindlichkeit erklärt): Er argumentiert rein idealistisch, oder, wenn mans positiv formulieren will, ideologiekritisch. Um eine materialistische Analyse von Machtverhältnissen drückt er sich aber. Sonst müsste er nicht immer nur von Sprache und Geschlechterklischees reden, sondern von Androzentrismus oder gar, Gott bewahre, Patriarchat.
Eigentlich wollte ich nicht mehr antworten, ich muss mich jetzt um andere Dinge kümmern, aber eines noch:
Es sind ja zum Glück nicht meine eigenen. Aber diejenigen, die immer gegen die Verteufelung des Mannes wettern, die alles mit "Natur" und "so sind Männer halt, da müssen sich die Frauen mit abfinden" begründen, sind oftmals genau die, die gegen Männer aus fremden Kulturen massiv losledern. WEGEN deren zur Schau gestellten Männlichkeit. Da ist es dann plötzlich die Kultur und nicht mehr die Natur, da ist es dann auch plötzlich nicht mehr in Ordnung.
Auf dieses Doppeldenk wollte ich hinweisen. Wenn es um einen deutschen Mann geht, da soll sich die deutsche Frau nicht so anstellen. Und überhaupt, diese Kampfemanzen, die will doch keiner! Die Frau braucht schließlich einen überlegenen Partner mit starken Muskeln, der sie noch wirklich schützen kann, keinen Schlappschwanz. Aber der Türke, der Macho, der sich da hinstellt und seine Muckis präsentiert und jedem, der seine Freundin anschaut, Schläge androht, den muss man schnell bekämpfen, abschieben, sofort!
Sorry, so sind die Stammtische nun mal drauf.
Als Mutter von Jungs kann ich das nur bestätigen. Nicht nur dass Erzieherinnen und Lehrerinnen das eigene Geschlecht bevorzugen, sponsern, in Schutz gegen Jungs nehmen, auch männliche Sozialisierungsexperten machen es. Ich könnte ein Buch darüber schreiben. Nur ein Beispiel einer Erzieherin aus der Kita: "Da kommt ja meine kleine Kati/Marie/Janina. Guten Morgen. Hast du gut geschlafen? usw." Und zu den Jungs: " Zieh die Jacke aus und häng' sie auf. Das Frühstück steht schon auf dem Tisch."
Das ist schlichtweg falsch.
Familiäre Gewalt geht etwa zu gleichen Teilen von Männern und Frauen aus und wenn es um Gewalt an Kindern geht liegen die Frauen sogar leicht vorne.
Die Quellen dazu dürfen Sie sich selber raussuchen, denn es darf bei Menschen, die sich an dieser Diskussion beteiligen, von einer gewissen thematischen Grundbildung ausgegangen werden.
Was man zumindest nicht wegdiskutieren kann, ist, dass Männer für kriminelles Verhalten eher zur Rechenschaft gezogen werden als Frauen.
Würden Frauen z. B. regelmäßig mit angemessenen Strafen für die falsche Unterstellung sexueller Gewalt belegt werden - dann wären ein paar Neubauten schnell fällig.
Ich kann mir das gut ausmalen.
Wenn man die familiäre Statistik extrapoliert, dann...
...würde es besser werden.
Ein schwachsinnigeres Beispiel als eines, zu dem es kein weibliches Äquivalent zur Überprüfung gibt haben Sie nicht gefunden?