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Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier

dapd/ PolizeiMänner: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.

Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
  1. #30

    Von Wissenschaft wenig Ahnung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Männer: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.

    Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
    Nachdem die steile These, es gebe keine Geschlechtsunterschiede in Fähigkeiten, bereits in der ZEIT zu finden war, wird sie jetzt auf SPIEGEL wiederholt. Aber Wiederholung macht eine falsche Aussage nicht richtiger. Zur Klarstellung: allein schon aus wissenschaftstheoretischer Sicht ist die Aussage, es gebe keine Unterschiede, nicht haltbar. Null-Hypothesen werden früher oder später immer widerlegt. Denn wie wahrscheinlich ist es schon, dass z.B. zwischen Männern und Frauen exakt KEIN Unterschied in der Empathiefähigkeit oder Aggression besteht?

    Zweitens: der Verweis darauf, dass man Geschlechtsunterschiede durch entsprechende experimentelle Manipulationen in die eine oder andere Richtung "primen" kann, heisst noch lange nicht, dass es gleichzeitig keine biologisch verankerten Unterschiede gibt oder geben kann. Wie jeder Wissenschaftler weiß, kann es zwei unabhängige Haupteffekte nebeneinander geben (also einer des Primings, einer der Biologie, und natürlich auch noch viele andere), und der Verweis auf den einen macht den anderen in keiner Weise ungültig. Schlimmer noch: es könnte sich hinter dem Priming-Effekt ja ein Interaktionseffekt zwischen Priming und biologischen Dispositionen verbergen, und zwar dergestalt, dass das geschlechtskonforme Priming ja vor allem bei den Männern und Frauen gut funktioniert, die sehr ausgeprägte geschlechtstypische Dispositionen haben, nicht aber bei anderen. All das sieht man einem einfachen Haupteffekt des Primings aber nicht an!

    Drittens: es gibt mittlerweile ausreichend Meta-Analysen, die Geschlechtsunterschiede in Fähigkeiten wie mentaler Rotation oder verbaler Kompetenzen, aber auch beim Sozialverhalten, wie z.B. in den Bereichen Impulsivität und Aggression, klar nachweisen. Ob's einem ins ideologische Weltbild passt oder nicht -- die Unterschiede existieren. Allerdings nicht in schwarz-weiß, ja-nein, Frau-Mann, sondern in diffusen, mehr oder weniger überlappenden Verteilungen. Diese zeigen, dass es natürlich auch Männer gibt, die in bestimmten Fähigkeiten und Eigenschaften eher einer durchschnittlichen Frau ähneln, und vice versa.

    Die Argumentation scheint nach dem Motto zu laufen: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Für manche Egalitisten scheint es unerträglich zu sein, wenn man tatsächlich mal Unterschiede zwischen Menschengruppen findet. Gemäß der oben skizzierten Probleme mit der Nullhypothesentestung ist die Findung solcher Unterschiede aber letztlich unausweichlich. Das weist auf die viel wichtigere Frage hin: wie gehen wir mit den beobachteten Unterschieden um? Was können wir wertschätzen, was sehen wir als modifikationsbedürftig an, auch im Sinne der Schaffung besserer soziokultureller Bedingungen, die Eigenschaften und Fähigkeiten sozialverträglich verändern? DAS wären Themen, deren Diskussion Sinn machen würde! Nicht die pauschale Negierung von Unterschieden, die nicht ins Weltbild passen.

    Oliver C. Schultheiss
    Erlangen, Bayern
  2. #31

    .

    "Systemische Probleme des globalen Handels, der Euro-Zone und der überschuldeten Wohlfahrtsstaaten haben die Finanzkrise ausgelöst."

    Ja, ja, der "Wohlfahrtsstaat" ist schuld! Das ist auch so eine "Wahrheit", die inzwischen jeder glaubt und unkritisch auch in solche, ansonsten interessante, Artikel übernimmt.

    Auch von dieser platten "Wahrheit" sollten wir alle bitte mal 1 Jahr Pause nehmen...
  3. #32

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Nicht, wenn man den Frauen erzählt, sie seien dazu ebenso begabt; dann erzielen sie ähnliche Testergebnisse. Das Verfahren nennt sich Priming, die Impfung mit oder gegen Geschlechterklischees ...
    Das ist faktisch falsch. Männer haben grössere Abstände zwischen den Augen, dies ist ein Vorteil in der 3-D Sicht. Männer haben grössere Muskelmasse, dies ist ein Vorteil in der Entwicklung, da die Handelsoption Kämpfen oder Weglaufen effizienter sind und damit Sicherheit vermitteln.

    Allerdings sind die höheren Hirnfunktionen bei Mann und Frau identisch und das lässt hoffen,s das die Unterschiede auf das tatsächliche Schrumpfen, in der nächsten Generation.

    Übrigens kann ich den Frauen das "wahllose Herumvögeln" (Klein-Augstein) durchaus empfehlen. Die entsprechenden Rezeptoren und das Dopamin ist durchaus im Gehirn der Frauen vorhanden.

    Nur ist "loslassen" gefragt also der Fokus auf "Beziehung", "Nachwuchs", "voller Schuhschrank" sollte bei der ampulanten Triebabfuhr endlich nebensächlich werden.
  4. #33

    Zitat von chrimirk Beitrag anzeigen
    Ob die "Verursacher(Innen)" hier was wie, schlechtes Gewissen empfinden? Das wäre schon viel.
    Vielleicht sollten Sie den Artikel lesen, bevor Sie hier posten. Da findet sich nämlich ein Absatz: "Männerphobie ist keine Erfindung des Feminismus"!

    Die meisten Beiträge hier beweisen leider, wie zementiert die Geschlechterklischees immer noch sind.
  5. #34

    Bravo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Männer: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.

    Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
    Nun, der Gedanke ist schon charmant:"Frauen sind weniger konfliktfreudig als Männer und sagen daher eher das, was der Gegenüber hören möchte." Das es dann emphatischer klingt und weniger kontrovers, liegt auf der Hand. Ein Test mit männlichen Babies in rose Strampelanzug zeigte, dass die Frauen diese eben wie Mädchen behandelten und die weiblichen Babies in blauen Anzügen wie Buben und damit einfach grober und weniger feinfühlig. Da fängt m.E. die Konditionierung schon an.
  6. #35

    Zitat von koboldine_2011 Beitrag anzeigen
    Selbstverständlich ist nicht jeder Mann gewaltbereit, machthungrig und egoistisch, und selbstverständlich ist nicht jede Frau einfühlsam, kommunikativ und friedfertig.
    Dennoch ist Fakt, dass Männer in den Kriminalitätstatistiken führend sind, auch innerfamiliale Gewalttaten zu 95 % von Männern verübt werden. Diese deutlich sichtbare, signifikant höhere Gewaltbereitschaft und Neigung zur Kriminalität von Männern lässt sich nicht wegdiskutieren.

    Statt zu greinen, gilt es wohl eher, zu fragen, warum das so ist. Die von dem Autor erwähnte indirekte Gewalt geht übrigens jeder direkten Gewalt voraus bzw. mit ihr einher.
    Und so mag man sich gar nicht ausmalen, in welchem Ausmaß Schutzbefohlene misshandelt würden, wenn pflegerische Aufgaben statt von Frauen überproportional von Männern übernommen würden.
    Traurig dokumentieren dies auch die Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche.

    Wenn Sie mit dem Ist-Zustand, der durch das Klischee bedingt sein mag, das Klischee bestätigen wollen, dann ist Ihnen argumentatorisch ein ziemlicher Lapsus unterlaufen, fürchte ich.
  7. #36

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Männer: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.

    Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
    Leider ist das ganze kein Unsinn.

    "Gewalttätig werden nicht Menschen, sondern Männer" - Gegen Gewalt an Frauen - dieStandard.at

    Wer sich ansieht, wie weltweit die Männer die Frauen durch Gewalt
    kontrollieren, demütigen und erniedrigen, durch Zwangsheirat,
    Prostitution, Vergewaltigung etc. der weiß, dass die überwiegende
    Anzahl von Männern ein absolutes Gewaltproblem haben, das mit
    so einem Bericht wie oben bestimmt nicht besser wird, wenn man
    die Frau und ihr Verhalten in der Gemeinschaft auch nur annähernd
    mit dem Verhalten der Männer vergleicht.
    So wird das nichts mit einer friedlicheren Gesellschaft, wenn man
    das gewalttätige Verhalten der Männer weiter verleugnet und kleinredet.
    Es wird Zeit, dass sich die Männer weltweit endlich einmal ihrem
    absolut machthungrigem, gewaltbereiten und egoistischem Gebaren
    stellen, damit die überwiegend einfühlsamen, kommunikativen und friedfertigen Frauen und Kinder hier in Ruhe und Frieden leben können.
  8. #37

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Männer: machthungrig, gewaltbereit, egoistisch. Frauen: einfühlsam, kommunikativ, friedfertig. Die heutigen Geschlechter-Klischees sind mehr als 200 Jahre alt. Die Forschung hat sie längst als Unsinn entlarvt - doch bis heute schaden sie Männern und Frauen.

    Geschlechterdebatte: Der Mann, das Tier - SPIEGEL ONLINE
    Schöner Artikel. Man erlebt, wie sich jeder Wahn irgendwann durch seine eigens praktizierte Übertreibung abstumpft und überlebt.

    Erst wird das Klischee durch Wiederholung zur "Wahrheit" und dann durch noch mehr Wiederholung doch wieder absurd.
    Es gibt nebenbei einen ganze simplen Grund, weshalb Priming so gut funktioniert:
    Menschen wollen anerkannt werden, positiv beachtet und dazu gehört zu allererst, Teil der Gesellschaft zu sein.
    Zieht sich ein Mann "Frauen"kleider an, fällt er zwar auf, aber sofern nicht Teil einer Show, negativ, er ist ein klarer Außenseiter, anerkannt wird das nicht. Und zieht sich ein Mann "Frauen"verhalten "an", läuft es ebenso.

    Umgekehrt gab und gibt es das zwar auch noch, jedoch weit weniger brutal. Eine Frau darf sich durchaus Abseits des Klischees Verhalten und kleiden, dabei ist der rationale Grund für eine Frau in Hosen kein besserer als für einen Mannin Kleid. Beides ist Kleidung und hat als Schutzfunktion und Tragekonfort seine Vor- und Nachteile

    Und genauso sieht es natürlich bei den Verhaltensweise aus.
    Männer gelten ja letztlich deshalb auch als aggressiver und fehlbehaftete, weil von ihnen weit mehr Aktivität verlangt wird, als von Frauen, um Anerkannt zu werden.
    Schon in der Schule reicht für ein Mädchen für eine recht gute Note, passiv, nett und still zu sein. Ein Junge, der sich so verhält, wird jedoch, aufgrund des Klischees, als dumm angesehen, der nur deswegen schweigt, weil er halt nichts weiß.

    Männer werden dazu erzogen, das aktive Geschlecht zu sein, doch wie das dazu geführt hat, dass viele Männer Erfindungen gemacht, Häuser und Straßen gebaut und Menschenleben gerettet haben, hat natürlich auch das aktiv sein müssen eine negative Seite. Denn wer es gesellschaftlich nicht mit legalen Mitteln schafft, der greift dann in der Not eben zu illegalen und wird dort aktiv.

    Weil es nunmal verlangt wird.
  9. #38

    Zeit, dass sich was ändert ...

    Zitat von skade Beitrag anzeigen
    netter Artikel und schön wenn Spon daraus lernen könnte. Aber ich wette spätestens in ein paar Tage kommen wieder neue Genderartikel und Kolumnen über überlegene Frauen und böse Männer.
    Spon unterhält ja einige Autorinnen die nur Genderartikel zu Lasten der Männer herausbringen.
    Das Thema ist sozusagen schon lange überfällig. Denn diese Klischees sind so leicht zu unterschätzen, und sie stecken tatsächlich sehr, sehr tiefer in den Köpfen, als es vielen bewusst zu sein scheint ...
    Die zwei Seiten einer Medaille: Solange Männer gewillt bleiben, sich im Zweifelsfall eher als Täter zu gebärden, werden Frauen auch dabei bleiben, sich im Fall eher als Opfer wahrzunehmen und darzustellen.

    Frauen haben es (verstärkt durch die Emanzipationsbewegung) vorgemacht und gezeigt, dass, und wie, erfolgreich gegen ähnlich beengende Klischees vorgegangen werden kann.

    Nun sollten auch die Männer sich gesellschaftlich sehr viel mehr gegen diese Unterstellungen und Stigmatisierungen zu wehren beginnen. Erst so können beide Seiten darüber sich darüber austauschen, was sie sich damit antaten.

    Bis dahin wird aber wohl noch viel Wasser den Rhein herunter fliessen müssen ...
  10. #39

    Was in dem Artikel steht ist soweit alles richtig. Aber das die Frau (vor und auch nach den besagten 200 Jahren) trotzdem eine eher untergeordnete Rolle gegespielt hat, wird nicht erwähnt. Die Philosophen, denen wir angeblich unser heutiges Geschlechterbild zu verdanken haben, sahen die Lösung nicht in der Frau. Vielmehr würde ich behauten, für diese Männer waren Frauen zu unwichtig um Teil des "Problems" zu sein und die Lösung war eher eine Geschlechtslosigkeit auf geistiger Ebene. Überspitzt könnte man nun sagen das der Artikel etwas ähnliches fordert.

    Ich werde mich einfach versuchen weiter so zu verhalten wie ich bin und die Frauen denen das nicht passt können mir gestohlen bleiben.








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