Vielleicht hat er auch einfach gelogen. Möglicherweise behauptet, dass seine Frau ihn plötzlich für einen anderen verlassen hat etc.
Die wenigsten Menschen sehen sich ja persönlich nie als Täter, da glaubt man die eigene Geschichte selbst am meisten.
Und grundsätzlich kann ich sagen, dass die Polizei ja sehr stark inzwischen drauf konditioniert ist, dass bei häuslicher Gewalt der Mann halt mitgenommen wird. Das kann gutgehen (zumindest hat der Polizist, dem ich erzählt habe, dass ich gestalkt werde, der mir die rechtliche Situation erklärt hat, aber persönlich meinem Stalker auch auf die Mailbox gesprochen hat), kann aber auch teils schwierige Folgen haben (ein Freund wollte das alleinige Sorgerecht der Mutter und Exfreundin eben in ein gemeinsames umwandeln, sie hat den Telefonhörer genommen und gemeint, dass sie jetzt die Polizei ruft und sagt, dass er sie geschlagen hätte und er nie wieder seine Tochter sieht).
Es gibt halt immer 2 Seiten. In Ihrem Fall ist es gut, weil jeder Ihnen sofort geglaubt hat, dass Ihr Exmann ein assoziales... ist. Schlecht wäre es aber, wenn Frauen grundsätzlich als Täter darstünden und Sie entweder ausgelacht würden oder Ihnen einfach nur nicht geglaubt würde. Der Schutz von Opfern steht halt meiner Meinung nach vor dem Schutz von Stereotypen. Und darum sollte das Problem mit der Gewalt gegen Männer eben nicht einfach immer unter den Teppich gekehrt werden, sondern ebenso wie Gewalt gegen Frauen als ein Verbrechen angesehen werden.



