Forum


 

Geschichte des Sonnensystems: Jupiter stoppte Mars-Wachstum

Der Jupiter prägte unser Sonnensystem stärker als bislang angenommen. US-Forscher haben bei Simulationen untersucht, wie der*Gasgigant zu Urzeiten durch den Raum wanderte. Wie ein Staubsauger reinigte er ganze Areale von kleineren Himmelskörpern - und hinderte so den Mars am Wachsen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...766731,00.html
  1. #1

    Migrationshintergrund

    Toll, was die "Planetenwanderung" alles erklären soll.

    Bleibt nur die Frage, was die Kepler'schen Gesetze außerkraft setzt und die Planeten "wandern" lässt. Der eingesammelte Staub ? Und was hat dann die Umkehr veranlasst, gerade noch rechtzeitig vor der Kollision mit der Erde ?
  2. #2

    Alter Hut

    Die im Artikel angesprochenen Thesen stehen schon seit Jahren bekannt - nix Neues.
  3. #3

    Sehr interessante Ergebnisse

    Wirklich spannende Ergebnisse, vor allem schön dass soetwas wieder einmal auch laiengerecht aufbereitet wird. Klar, da fehlen einem oft die tieferen Erklärungen, aber so versteht man wenigstens den Kern ohne überfordernde Theorie, den Rest findet man ja auch in Fachmagazinen.

    Zitat von wühlmaus_reloaded Beitrag anzeigen
    Toll, was die "Planetenwanderung" alles erklären soll.

    Bleibt nur die Frage, was die Kepler'schen Gesetze außerkraft setzt und die Planeten "wandern" lässt. Der eingesammelte Staub ? Und was hat dann die Umkehr veranlasst, gerade noch rechtzeitig vor der Kollision mit der Erde ?
    Genau dass habe ich im ersten Moment auch gedacht, aber wenn man sich klar macht, dass die Planeten nur auf gleichen Bahnen fliegen, wenn ein Kräftgleichgewicht zwischen Anziehungskraft und Fliehkraft herrscht, dann wird einem auch intuitiv plausibel, dass ein Planetenwachstum nicht nur zum Ändern der stabilen Bahnen führen kann, sondern sogar muss.
  4. #4

    ...Danke,Jupiter!

    Zitat von lmxlmx Beitrag anzeigen
    Die im Artikel angesprochenen Thesen stehen schon seit Jahren bekannt - nix Neues.
    ...ja, für Spezialisten vielleicht! Aber dies ist doch kein spezielles astronomisches Fachforum, sondern für mich ein informativ-unterhaltsames Forum für Otto Normalverbraucher mit etwas ausgeprägterer Neugierde...
    Im SPON-Artikel habe ich daher etwas anders leicht vermißt: Lenkung unserer Aufmerksamkeit auf die bei intensiverer Betrachtung immer deutlicher werdende Seltenheit der Situation unseres Heimatplaneten.
    Rein rechnerisch müßte es im Universum zwar Millionen erdähnliche Planeten geben, aber tatsächlich und dann auch noch in erreichbarer Nähe? - wohl kaum! Der Vatikan kann ganz beruhigt sein...;-)
    Übrigens sind Jupiter und auch Mars immer noch hilfreiche Staubsauger für unsere Erde, ohne Jupiter wäre Shoemaker sicherlich auf Mars oder unsere Erde gekracht - Danke, Jupiter!
  5. #5

    Kepler'sche Gesetze

    Zitat von wühlmaus_reloaded Beitrag anzeigen
    Toll, was die "Planetenwanderung" alles erklären soll.

    Bleibt nur die Frage, was die Kepler'schen Gesetze außerkraft setzt und die Planeten "wandern" lässt. Der eingesammelte Staub ? Und was hat dann die Umkehr veranlasst, gerade noch rechtzeitig vor der Kollision mit der Erde ?
    Ich denke ich habe schon mal einen Artikel darüber gelesen. Dort hieß es, dass Jupiter und Saturn gemeinsam nach innen gewandert sind.
    Die einfachen elliptischen Planetenbahnen der Keplerschen Gesetze erhält man nur im Zweikörperproblem, also wenn ein Körper einen anderen umkreist. Wenn sich 2 Planeten gegenseitig beeinflussen, ergeben sich andere Bahnen.
  6. #6

    Alter Hut

    Zitat von lmxlmx Beitrag anzeigen
    Die im Artikel angesprochenen Thesen stehen schon seit Jahren bekannt - nix Neues.
    Seit Jahren nicht, aber seit letztem Jahr. Hatte ich hier auch schon drüber berichtet.

    http://www.skyandtelescope.com/news/105108519.html
  7. #7

    Okay...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Jupiter prägte unser Sonnensystem stärker als bislang angenommen. US-Forscher haben bei Simulationen untersucht, wie der*Gasgigant zu Urzeiten durch den Raum wanderte. Wie ein Staubsauger reinigte er ganze Areale von kleineren Himmelskörpern - und hinderte so den Mars am Wachsen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...766731,00.html
    Interessanter Bericht, der aber leider mehr Fragen offen lässt als er beantwortet. Trotzdem, schön auch so etwas in Spon zu lesen!
  8. #8

    Planetenwanderung

    Zitat von wühlmaus_reloaded Beitrag anzeigen
    Toll, was die "Planetenwanderung" alles erklären soll.

    Bleibt nur die Frage, was die Kepler'schen Gesetze außerkraft setzt und die Planeten "wandern" lässt. Der eingesammelte Staub ? Und was hat dann die Umkehr veranlasst, gerade noch rechtzeitig vor der Kollision mit der Erde ?
    Die Keplerschen Gesetze gelten streng genommen nur bei einem Zweikörper-Problem mit einer großen Masse (Sonne) in einem der Brennpunkte, die von einer viel kleineren (Planet) umkreist wird. Schon zwei gleich große Sterne umkreisen jeweils einen leeren Brennpunkt im Massenschwerpunkt der beiden, was Kepler 1 verletzt.

    Im Sonnensystem haben wir aber viele Körper, und die können sich gegenseitig stören. Die Bahnen in einem Mehrkörper-System lassen sich nicht geschlossen lösen, sondern nur durch Simulation: http://de.wikipedia.org/wiki/Mehrk%C3%B6rper-System

    Das Sonnensystem ist, so wie es jetzt aussieht, seit Jahrmilliarden ziemlich stabil und für jeden Planeten gelten annähernd die Keplerschen Gesetze. Als es entstand, war die Situation völlig anders, da gab es eine "protoplanetare" Scheibe aus vielen kleineren Objekten, mit denen z.B. Jupiter wechselwirken konnte, und die inneren Planeten wie die Erde wuchsen noch unter dem Bombardement dieser Meteoroiden, Asteroiden, Planetesimale und Kometen.

    Objekte, die sich Jupiter näherten, konnten dabei auf Bahnen nach außen oder innen im Sonnensystem abgelenkt werden. Offenbar wurden mehr Objekte nach außen als nach innen gelenkt (z.B. in die heutigen Kuiper-Gürtel und Oortsche Wolke), wobei Jupiter Bahnenergie an sie abgab, und somit nach innen wanderte. Dabei räumte er einen großen Teil der protoplanetaren Scheibe weg. Auch Saturn und die anderen Gasplaneten wanderten.

    Wenn sich nun eine Resonanz ergibt, d.h. zwei Planeten haben ganzzahlige Brüche ihrer Umlaufzeiten, z.B. auf zwei Jupiter-Umläufe kommen drei des Saturn, dann begegnen sie sich immer wieder an der gleichen Stelle ihrer Bahn, und durch die immer wiederkehrende Störung durch die Anziehungskraft der Planeten untereinander werden die Bahnen allmählich verändert. Durch diesen Mechanismus wurde Jupiter dann wieder weiter nach außen an seine jetzige Position gezogen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Genaues steht in dem Sky & Telescope-Artikel.
    http://www.skyandtelescope.com/news/105108519.html

    Die Theorie erklärt nebenbei noch die verschiedenen Populationen von Asteroiden, die Zahl der inneren Planeten, und warum Uranus und Neptun so weit draußen schweben, wo sie eigentlich nicht haben entstehen können.
  9. #9

    ^_^

    Interessant.
    Ich dachte bisher, der Asteroidengürtel sei seit der Entstehung des Sonnensystems schon dort gewesen und Jupiters Schwerkraft verhinderte irgendwie, daß sich dort ein Planet bildete.
    Zitat von eikfier Beitrag anzeigen
    Lenkung unserer Aufmerksamkeit auf die bei intensiverer Betrachtung immer deutlicher werdende Seltenheit der Situation unseres Heimatplaneten.
    Rein rechnerisch müßte es im Universum zwar Millionen erdähnliche Planeten geben, aber tatsächlich und dann auch noch in erreichbarer Nähe? - wohl kaum! Der Vatikan kann ganz beruhigt sein...;-)
    Was soll das mit dem Thema zu tun haben? Der Grund, warum man so wenig Erdähnliche Exoplaneten findet, ist daß sie kleiner und leichter als Gasriesen sind, und deshalb schwerer aufzulösen sind.


TOP



TOP