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Gescheiterte Schlecker-Verhandlung: FDP ist pleite
REUTERS11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824676,00.html
- #160 29.03.2012 21:13 von
Kuschelpolitik
Es wäre unfair, anderen kriselnden Unternehmen oder besser ihren Belegschaften in Zukunft Bürgschaften für Transfergesellschaften zu versagen - wenn Schlecker sie nach Jahren des Missmanagements heute bekäme. Ich habe jedenfalls schon seit Jahren immer wieder Meldungen zur Schieflage von Schlecker mitbekommen.
Tatsächlich drängt sich einem der Verdacht auf, die FDP spiele ein Spiel; was bleibt ihr auch übrig mit dem Rücken an der Wand. Sie wird damit aber vermutlich eher keine Stimmen holen. Eher im Gegenteil - sie wird ja nun umsomehr in die Pfanne gehauen, weil sie sich ach so asozial verhalten hat.
Dabei hat Herr Rösler durchaus Recht: schäbig ist es, überhaupt die Hoffnung auf eine Transfergesellschaft geweckt zu haben. Und: keiner der heute so lautstark gescholtenen FDP-Wirtschaftspolitiker hat je Wohlwollen gegenüber den Bürgschaften signalisiert, oder?
Die anderen Kuschelpolitiker - bis hin zu Herrn Seehofer - hätten ja so gerne geholfen, wenn die FDP sie nur gelassen hätte. Aber so: schade, schade. Wie praktisch, möchte man meinen, dass seine Partei das Nein nicht selber vertreten musste.
Ich werde die FDP wegen dieser einen Aktion auch künftig nicht wählen - und habe das auch noch nie getan. Aber ich habe mehr Respekt vor einem Nein gegen die allgemeine Stimmung als vor einem "tja, ich hätte ja wenn ich gekonnt hätte, aber leider habe ich irgendwie nicht gedurft". Das hören wir seit vielen Jahren aus viel zu vielen Richtungen.
Mehr offene Worte und deutlichere Entscheidungen wären einem klareren Profil aller Parteien förderlich. Wir haben schon viel zu lange Stillstand, Entscheidungslosigkeit, "Ausgleich" und eben Kuschelpolitik als dass ich mich noch von irgendeiner Partei tatsächlich vertreten fühlen könnte.
Insofern: Respekt für die FDP. Und, ja, Ihr Anderen, haut drauf, es ist absolut legitim, die Sache anders zu sehen! Aber bitte nicht mit den nächsten Wahlen im Hinterkopf, sondern mit Blick auf die Sache! - #161 29.03.2012 21:13 von
- #162 29.03.2012 21:14 von
- #163 29.03.2012 21:14 von
- #164 29.03.2012 21:14 von
Der FDP geht es nicht um Marktwirtschaft
Zunächst nochmal - weil es immer noch einige nicht ganz auf der Reihe haben: Es ging nicht um Steuergelder für die Rettung von Schlecker, sondern darum, den (teils nicht gerade hoch qualifizierten) Beschäftigten einen besseren Übergang in andere Bereiche des Arbeitmarktes zu erleichtern.
Aber natürlich kann man aus ökonomischer Sicht über Sinn und Unsinn einer solchen Auffanggesellschaft reden - nur bitte nicht mit der FDP.
Dass diese Partei ihr marktliberales Ethos - tatsächlich wohl in einem Akt der Verzweiflung - ausgrechnet im Angesicht der seit Jahrzehnten nach allen Regeln des Raubkapitalismus ausgebeuteten Schlecker-Frauen findet, sagt eigentlich alles.
Das Gerede vom freien Spiel der Kräfte, in dem jeder Tüchtige seines Glückes Schmied wird, ist zum blanken Hohen geworden. Bei der FDP genauso wie bei ihren noch tausendmal schlimmeren Gesinnungsgenossen und Vorbildern jenseits des Atlantiks. Adam Smith, David Ricardo und Co. drehen sich im Grab um angesichts dessen, was heute als freie Marktwirtschaft bezeichnet wird. Um einen Wettbewerb, der ganzen Gesellschaften letztlich zugute kommt (The Nature and Causes of the Wealth of Nations) geht es den neoliberalen Trickbetrügern von heute längst nicht mehr, sondern nur noch darum, dass Jenen, die schon viel haben, noch mehr gegeben wird. Auch wenn man's von denen, die fast nichts mehr haben, nehmen muss. - #165 29.03.2012 21:15 von
Ganz meine Meinung
Die Politiker versprechen sich von sentimental eingestellten Gutmenschen Wählerstimmen! Damit bringen wir Deutschland nicht voran. Wo man im Internet Jobangebote findet und wie man dann pünktlich (!) mit dem ÖPNV zum Vorstellungsgespräch kommt, das haben heutzutage auch Schlecker-Mitarbeiter drauf. Solche Lernmaßnahmen müssen wir mit unseren Steuern sinnvollerweise nicht länger bezahlen.
- #166 29.03.2012 21:15 von
Geil diese FDP
[QUOTE=sysop;9913101]11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.
An alle Liberalen Wähler, wo seit ihr denn geblieben?
Es ist kein Problem, Banken, Versicherungen und Großkonzerne mit Millarden zu unterstützen, ist doch die Klientel der FDP. Was bilden sich die Schleckermitarbeiter an rund 75 Millionen Euro für eine Auffanggesellschaft zu fordern. Eine Unverschämtheit.
Rösler "Die Arbeitsmarktlage ist gut, die finden schon einen neuen Job"
Richtig, Herr Rösler! Wir leugnen, dass wir eine Partei der "Besserverdienenden" sind, der Wähler ist doch eh doof.
Meine Frau (aus Bosnien) sagt:"FDP=Faschistische Partei Deutschtland." Vielleicht soll gerade die falsche Partei verboten werden. - #167 29.03.2012 21:17 von
- #168 29.03.2012 21:17 von
Einige Teilnehmer der Forendebatte scheint nicht so ganz klar zu sein, worum es bei der Auffanggesellschaft eigentlich ging.
Da wird lauthals dagegen gewettert, dass es ja auch gut wäre, dass Schlecker nicht mit Steuergeldern gerettet wird - gutes Argument, nur inwiefern hätte eine Auffanggesellschaft für die Angestellten Schlecker denn gerettet? Ob eine fristlose Kündigung erfolgt oder die Übergabe in eine solche Gesellschaft, macht für das Unternehmen Schlecker nahezu keinen Unterschied, von einer Rettung für Schlecker mit Steuergeldern kann also keine Rede sein.
Es ging ausdrücklich NICHT darum, dem Unternehmen Schlecker Geld für die Weiterführung des Geschäfts oder ähnliches an die Hand zu geben.
Weiter scheinen einige den Unterschied zwischen einer Bürgschaft und einer Zahlung nicht zu kennen - es ging nämlich NICHT darum, dass die Bundesländer Zahlungen leisten, sondern sie sollten Bürgschaften für einen vom Unternehmen Schlecker aufgenommenen Kredit übernehmen, mit dem anschließend die Gesellschaft gegründet worden wäre - Preisfrage an die Empörten, wer wäre in einem solchen Fall der Schuldner und damit primär zur Rückzahlung verpflichtet gewesen?
Kleiner Tipp - es sind nicht die Bundesländer.
Statt dessen landen die gekündigten Mitarbeiter/innen nun bei der Bundesagentur für Arbeit, die sich wiederum wie finanziert? Ach ja, aus Steuern und Versichertenbeiträgen.
Insofern kann man den mutigen Steuerzahler-Verteidigern von der FDP nur danken, dass sie aus einem möglichen Risiko für den Steuerzahler (das real erst dann eingetreten wäre, wenn Schlecker ohne Rechtsnachfolge aufgelöst wird und der Insovelzverwalter keinerlei Tilgung des Kredits aus der Konkursmasse des Unternehmes vorgenommen hätte) eine definitive Belastung des Steuerzahlers geworden ist.
Und den Verteidigern dieser mutigen Tat gratuliere ich zu ihrer Kurzsichtigkeit.
P.S.: Den offenen Stellen für Verkaufspersonal, auf die Herr Rösler seine Argumentation gegen die Bürgschaften stützte, steht übrigens eine etwa zehn Mal so hohe Zahl an Arbeitssuchenden im selben Segment gegenüber. - #169 29.03.2012 21:17 von
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