Gescheiterte Schlecker-Verhandlung: FDP ist pleite

REUTERS11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824676,00.html
  1. #160

    Kuschelpolitik

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.

    Gescheiterte*Schlecker-Verhandlung: FDP ist pleite - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Es wäre unfair, anderen kriselnden Unternehmen oder besser ihren Belegschaften in Zukunft Bürgschaften für Transfergesellschaften zu versagen - wenn Schlecker sie nach Jahren des Missmanagements heute bekäme. Ich habe jedenfalls schon seit Jahren immer wieder Meldungen zur Schieflage von Schlecker mitbekommen.

    Tatsächlich drängt sich einem der Verdacht auf, die FDP spiele ein Spiel; was bleibt ihr auch übrig mit dem Rücken an der Wand. Sie wird damit aber vermutlich eher keine Stimmen holen. Eher im Gegenteil - sie wird ja nun umsomehr in die Pfanne gehauen, weil sie sich ach so asozial verhalten hat.

    Dabei hat Herr Rösler durchaus Recht: schäbig ist es, überhaupt die Hoffnung auf eine Transfergesellschaft geweckt zu haben. Und: keiner der heute so lautstark gescholtenen FDP-Wirtschaftspolitiker hat je Wohlwollen gegenüber den Bürgschaften signalisiert, oder?

    Die anderen Kuschelpolitiker - bis hin zu Herrn Seehofer - hätten ja so gerne geholfen, wenn die FDP sie nur gelassen hätte. Aber so: schade, schade. Wie praktisch, möchte man meinen, dass seine Partei das Nein nicht selber vertreten musste.

    Ich werde die FDP wegen dieser einen Aktion auch künftig nicht wählen - und habe das auch noch nie getan. Aber ich habe mehr Respekt vor einem Nein gegen die allgemeine Stimmung als vor einem "tja, ich hätte ja wenn ich gekonnt hätte, aber leider habe ich irgendwie nicht gedurft". Das hören wir seit vielen Jahren aus viel zu vielen Richtungen.

    Mehr offene Worte und deutlichere Entscheidungen wären einem klareren Profil aller Parteien förderlich. Wir haben schon viel zu lange Stillstand, Entscheidungslosigkeit, "Ausgleich" und eben Kuschelpolitik als dass ich mich noch von irgendeiner Partei tatsächlich vertreten fühlen könnte.

    Insofern: Respekt für die FDP. Und, ja, Ihr Anderen, haut drauf, es ist absolut legitim, die Sache anders zu sehen! Aber bitte nicht mit den nächsten Wahlen im Hinterkopf, sondern mit Blick auf die Sache!
  2. #161

    ausnahmsweise

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.

    Gescheiterte*Schlecker-Verhandlung: FDP ist pleite - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    und auch nur dieses eine mal: die FDP hat recht. Es ist einfach nur populistisch, wenn man hier nun eine Transfergesellschaft auf Kosten der Beitrags- und Steuerzahler installieren will. 400,- EUR _ Kräften nutzt die ohnehin nichts.
  3. #162

    Zitat von Eutighofer Beitrag anzeigen
    Da hat eine Partei endlich mal den Mut, die Wahrheit zu sagen, nämlich die, dass Transfergesellschaften teuer und nutzlos sind - und im SPIEGEL wird auch das kritisiert.

    Hätte die FDP der Transfergesellschaft zugestimmt, wäre ihr das als "anbiedernder Populismus" ausgelegt worden.
    Was das Ganze unglaubwürdig macht: Bei Schlecker stellt sich die FDP auf die Hinterbeine, stimmt aber dem Verbrennen der deutschen Steuergelder bei den vielfach größeren Euro-Rettungsschirmen zu, ohne mit der Wimper zu zucken.

    Das soll ein Normalbürger verstehen???

    ThomasS1
  4. #163

    Das stimmt leider nicht

    Zitat von LuisCortez Beitrag anzeigen
    Das mit der Gerechtigkeit ist gerade der Punkt. Man darf
    eben nicht alle gleich behandeln.

    Ein 35jähriger diplomierter Ingenieur ist bei einer Insolvenz nun mal
    in einer anderen Situation als eine 55jährge die den ganzen Tag
    Deos einsortiert hat.

    Und da erwarte ich von Politkern mehr Fingerspitzengefühl.

    Bis auf die FPD hatten das heute ja auch alle verstanden
    Auch als Ingenieur finden Sie in Deutschland keine Stelle - selbst erlebt. Der bisher einzige Arbeitsmarkt, wo es wirklich Stellen gibt, und wo Ingenieure auch wirklich eingestellt werden, nennt sich SCHWEIZ.
  5. #164

    Der FDP geht es nicht um Marktwirtschaft

    Zitat von Moewi Beitrag anzeigen
    Man kann in das "frei Spiel der (Markt-)Kräfte" auch durch Unterlassung eingreifen, und da hat die FDP je nach Branche sehr gegensätzliche Auffassungen, wie mir scheint.
    Komisch, dass die FreieMarkt-Partei mit Ihren Gesundheitsministern keine Deregulierung auf dem Medikamentenmarkt zustandebringt - welcher durch seine absurden Verzerrungen die Volkswirtschaft auch jedes Jahr um zig-Millionen schädigt.
    Kein Wort dazu von der FDP. Schade.
    Zunächst nochmal - weil es immer noch einige nicht ganz auf der Reihe haben: Es ging nicht um Steuergelder für die Rettung von Schlecker, sondern darum, den (teils nicht gerade hoch qualifizierten) Beschäftigten einen besseren Übergang in andere Bereiche des Arbeitmarktes zu erleichtern.

    Aber natürlich kann man aus ökonomischer Sicht über Sinn und Unsinn einer solchen Auffanggesellschaft reden - nur bitte nicht mit der FDP.

    Dass diese Partei ihr marktliberales Ethos - tatsächlich wohl in einem Akt der Verzweiflung - ausgrechnet im Angesicht der seit Jahrzehnten nach allen Regeln des Raubkapitalismus ausgebeuteten Schlecker-Frauen findet, sagt eigentlich alles.

    Das Gerede vom freien Spiel der Kräfte, in dem jeder Tüchtige seines Glückes Schmied wird, ist zum blanken Hohen geworden. Bei der FDP genauso wie bei ihren noch tausendmal schlimmeren Gesinnungsgenossen und Vorbildern jenseits des Atlantiks. Adam Smith, David Ricardo und Co. drehen sich im Grab um angesichts dessen, was heute als freie Marktwirtschaft bezeichnet wird. Um einen Wettbewerb, der ganzen Gesellschaften letztlich zugute kommt (The Nature and Causes of the Wealth of Nations) geht es den neoliberalen Trickbetrügern von heute längst nicht mehr, sondern nur noch darum, dass Jenen, die schon viel haben, noch mehr gegeben wird. Auch wenn man's von denen, die fast nichts mehr haben, nehmen muss.
  6. #165

    Ganz meine Meinung

    Zitat von peter-49 Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Das. was hier Politiker bezüglich der Transfergesellschaft getrieben haben, ist reiner Aktionismus für die intellektuell etwas minder bemittelten Wähler, den Schlecker-Mitarbeitern wird damit nicht wirklich geholfen. Lediglich die Anbieter von Umschulungsmaßnahmen verdienen daran.
    Die Politiker versprechen sich von sentimental eingestellten Gutmenschen Wählerstimmen! Damit bringen wir Deutschland nicht voran. Wo man im Internet Jobangebote findet und wie man dann pünktlich (!) mit dem ÖPNV zum Vorstellungsgespräch kommt, das haben heutzutage auch Schlecker-Mitarbeiter drauf. Solche Lernmaßnahmen müssen wir mit unseren Steuern sinnvollerweise nicht länger bezahlen.
  7. #166

    Geil diese FDP

    [QUOTE=sysop;9913101]11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.

    An alle Liberalen Wähler, wo seit ihr denn geblieben?
    Es ist kein Problem, Banken, Versicherungen und Großkonzerne mit Millarden zu unterstützen, ist doch die Klientel der FDP. Was bilden sich die Schleckermitarbeiter an rund 75 Millionen Euro für eine Auffanggesellschaft zu fordern. Eine Unverschämtheit.

    Rösler "Die Arbeitsmarktlage ist gut, die finden schon einen neuen Job"

    Richtig, Herr Rösler! Wir leugnen, dass wir eine Partei der "Besserverdienenden" sind, der Wähler ist doch eh doof.

    Meine Frau (aus Bosnien) sagt:"FDP=Faschistische Partei Deutschtland." Vielleicht soll gerade die falsche Partei verboten werden.
  8. #167

    Welches Interesse

    Zitat von nouwo Beitrag anzeigen
    Habe auch ein Hotel, eine Apotheke und mein Bruder ist
    RA.
    Was interessiert mich der Rest des Drecks, der hier in
    D rumläuft!!
    Zy. aus
    Von mir aus kann diese Lobbyisten-Republik Deutschland den Bach runtergehen. Bin vor zwei Jahren von der asozialen Personalpolitik Deutscher Unternehmen nicht aus dem Paradies, sonderns INS Paradies mit EU-Freiheit und harter Währung vertrieben worden.
  9. #168

    Einige Teilnehmer der Forendebatte scheint nicht so ganz klar zu sein, worum es bei der Auffanggesellschaft eigentlich ging.

    Da wird lauthals dagegen gewettert, dass es ja auch gut wäre, dass Schlecker nicht mit Steuergeldern gerettet wird - gutes Argument, nur inwiefern hätte eine Auffanggesellschaft für die Angestellten Schlecker denn gerettet? Ob eine fristlose Kündigung erfolgt oder die Übergabe in eine solche Gesellschaft, macht für das Unternehmen Schlecker nahezu keinen Unterschied, von einer Rettung für Schlecker mit Steuergeldern kann also keine Rede sein.

    Es ging ausdrücklich NICHT darum, dem Unternehmen Schlecker Geld für die Weiterführung des Geschäfts oder ähnliches an die Hand zu geben.

    Weiter scheinen einige den Unterschied zwischen einer Bürgschaft und einer Zahlung nicht zu kennen - es ging nämlich NICHT darum, dass die Bundesländer Zahlungen leisten, sondern sie sollten Bürgschaften für einen vom Unternehmen Schlecker aufgenommenen Kredit übernehmen, mit dem anschließend die Gesellschaft gegründet worden wäre - Preisfrage an die Empörten, wer wäre in einem solchen Fall der Schuldner und damit primär zur Rückzahlung verpflichtet gewesen?
    Kleiner Tipp - es sind nicht die Bundesländer.

    Statt dessen landen die gekündigten Mitarbeiter/innen nun bei der Bundesagentur für Arbeit, die sich wiederum wie finanziert? Ach ja, aus Steuern und Versichertenbeiträgen.

    Insofern kann man den mutigen Steuerzahler-Verteidigern von der FDP nur danken, dass sie aus einem möglichen Risiko für den Steuerzahler (das real erst dann eingetreten wäre, wenn Schlecker ohne Rechtsnachfolge aufgelöst wird und der Insovelzverwalter keinerlei Tilgung des Kredits aus der Konkursmasse des Unternehmes vorgenommen hätte) eine definitive Belastung des Steuerzahlers geworden ist.

    Und den Verteidigern dieser mutigen Tat gratuliere ich zu ihrer Kurzsichtigkeit.

    P.S.: Den offenen Stellen für Verkaufspersonal, auf die Herr Rösler seine Argumentation gegen die Bürgschaften stützte, steht übrigens eine etwa zehn Mal so hohe Zahl an Arbeitssuchenden im selben Segment gegenüber.
  10. #169

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    11.000 Schlecker-Mitarbeiter stehen bald auf der Straße - und die FDP feiert das als ihren Erfolg. Die Liberalen haben mit der harten Haltung die Verhandlungen über eine Transfergesellschaft platzen lassen. Doch die taumelnde Rösler-Partei spielt mit dem kalten Manöver ein heikles Spiel.

    Gescheiterte*Schlecker-Verhandlung: FDP ist pleite - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Hurra, auch diese Partei haben wir geschafft! Keiner spricht über die Wahrheit. Marktwirtschaft oder Sozialstaat ! Wir suchen Arbeitskräfte - dann bewegt Euren Ar.....!