Gescheiterte Rettung: Insolvenzverwalter gibt FDP Mitschuld an Schleckers Zerschlagun

dapdSchlecker wird zerschlagen, Insolvenzverwalter Geiwitz zieht im SPIEGEL eine bittere Bilanz: Das Management der Drogeriekette sei überfordert gewesen, die Gründerfamilie habe keinen finanziellen Beitrag geleistet. Das Nein der FDP zu einer Auffanglösung war laut Geiwitz eine "Farce für die Betroffenen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...836642,00.html
  1. #110

    Es ging nie um Rettung von Schlecker

    Zitat von sorry ich bin bloß arzt Beitrag anzeigen
    Schlecker mit staatlichen Mitteln zu retten ist der falsche (sozialistisch-planwirtschaftliche) Weg.
    Das war aber nie das Ziel. Es war das Ziel dass die Mitarbeiter von der Insolvenzmasse profitieren und das wenigsten die standordgünstigen Filialen unter einem neuen Unternehmenr gehalten werden können.
  2. #111

    Ehrlich?

    Zitat von ehrlich Beitrag anzeigen
    Wenn die FDP für Ihre Hotelies Steuergeschenke verteilt, scheind das OK zu sein, aber den Schleckerfrauen beim wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu helfen, da heißt es vollmundig, wir dürfen uns nicht in die Marktwirtschaft einmischen. Wäre es um ein Steuergeschenk für Herrn Schlecker gegangen, hätte die FDP sicher nichts dagegen.
    Ganz ehrlich ist das nicht, was Sie da schreiben. Zunächst waren auch andere Parteien sehr dafür die MWST im Hotelgewerbe zu senken. Grund dafür war, dass in den Grenzregionen die Hotelgäste lieber im Ausland übernachtet haben, da dort ein niedrigerer MWST Satz gilt. Man hoffte über die Senkung der MWST die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen. Ob das sinnvoll war und ist lasse ich mal dahingestellt. Die FDP war nur so doof sich nicht rechtzeitig wieder aus dieser Sache zurück zu ziehen, wie es andere Parteien - auch Grüne und SPD - gemacht haben. Zeigt auch wie wirksam Medienbashing ist und wie kurz die Erinnerung.
    Die ganze Sache zeigt ein Hauptproblem unserer EU Konzeption auf. Nämlich, dass jedes EU-Mitglied im Steuersektor machen kann was es will und nichts aufeinander abgestimmt wird.
  3. #112

    ...

    Zitat von jens.kramer Beitrag anzeigen
    Wenn die FDP tatsächlich marktwirtschaftlich denken würde, wäre z.B das Aufstockerunwesen nicht denkbar. Denn der Unternehmer, der einen Aufstocker beschäftigt, lässt sich einen Teil seiner Lohnkosten vom Staat, also den Steuerzahlern bezahlen.
    Wenn Sie damit meinen, dass eine Einzelperson ohne Aufstockung von ihrem Einkommen leben können sollte gebe ich Ihnen recht. Wenn es um kinderreiche Familien geht sieht die Sache wohl anders aus.
  4. #113

    Zitat von c++ Beitrag anzeigen
    Welche Bedeutung die Transfergesellschaft zur Rettung von Arbeitsplätzen gehabt hätte, wurde hier schon deutlich umschrieben. Niemand ist Hellseher, aber es gibt durchaus sehr gute Gründe anzunehmen, dass der Verzicht auf die Transfergesellschaft dem Steuerzahler teuer zu stehen kommt.
    Um überhaupt eine Transfergesellschaft zu ermöglichen, hätten die Mitarbeiterinnen auf ihre Klagerechte verzichten müssen.
    Woher wollen Sie also wissen, dass diese 4500 Mitarbeiterinnen nicht trotzdem geklagt hätten?
    Und bezüglich der Kosten solcher Transfergesellschaften ist zu bedenken, dass dort die Mitarbeiter großteils vom Arbeitsamt bezahlt werden (-> Transferkurzarbeitergeld)
  5. #114

    Transfer - wohin?

    Zitat von Medianet Beitrag anzeigen
    Was soll also das ganze Gesabbere bezüglich der Kosten...wir zahlen doch so oder so...eine Transfergesellschaft hätte den Steuerzahler rund 70 Millionen gekostet/Jahr....so zahlen wir 75 Mio in drei Monaten...

    erklärt das mir bitte einer mal ???
    Die wichigsten Gründe für den Ruf nach einer Transfergesellschaft war nicht das Schicksal der Schleckerfrauen, sondern die Verbesserung der Aussichten auf einen Investor.
    Denn erstens hätten die Schleckerfrauen auf ihr Klagerecht verzichten müssen und die 5.000 Kündigunsklagen wären vom Tisch gewesen.
    Und zweitens hätten die Schleckerfrauen auf ihre Abfindungen verzichten müssen.
    Und was hätten sie dafür bekommen - 1 Jahr länger gekürzte Bezüge!

    Die Drogeriemarktkette war einst das Aushängeschild für die Gewerkschaft. Ver.di hatte weitgehende Ansprüche der Mitarbeiter durchgesetzt. Das hat aber wohl auch zur Pleite der Firma beigetragen. Statt mit der Inhaberfamilie die neuen Konzepte umzusetzen, hat Ver.di zum Kundenboykott aufgerufen!
  6. #115

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schlecker wird zerschlagen, Insolvenzverwalter Geiwitz zieht im SPIEGEL eine bittere Bilanz: Das Management der Drogeriekette sei überfordert gewesen, die Gründerfamilie habe keinen finanziellen Beitrag geleistet. Das Nein der FDP zu einer Auffanglösung war laut Geiwitz eine "Farce für die Betroffenen".

    Insolvenzverwalter Geiwitz rechnet mit Schlecker ab - SPIEGEL ONLINE
    Herr Geiwitz soll doch mal sagen, wie das mit dem Lohnverzicht war, den er von den restlichen Mitarbeiterinnen gefordert hat und bei dem er sich mit den Gewerkschaften nicht einigen konnte.
    Gibt es denn überhaupt etwas, dass dieser Herr erreicht hat?
    Außer großen Ankündigungen kam Nichts von Herrn Geiwitz.
  7. #116

    FDP-die Partei für gute Beziehungen

    Zitat von tueftler Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich ist das nicht, was Sie da schreiben. Zunächst waren auch andere Parteien sehr dafür die MWST im Hotelgewerbe zu senken. ...
    Das ist richtig. Die FDP hat aber einen ganz extremen Klientel-Wahlkampf daraus gemacht. Ich vermute, sie wollte andere potentielle Wähler die FDP schmackhaft machen. Ein Teil der FDP Wähler scheint auf Vergünstigungen zu spekulieren.
  8. #117

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Denn erstens hätten die Schleckerfrauen auf ihr Klagerecht verzichten müssen und die 5.000 Kündigunsklagen wären vom Tisch gewesen.
    Und zweitens hätten die Schleckerfrauen auf ihre Abfindungen verzichten müssen.
    Und was hätten sie dafür bekommen - 1 Jahr länger gekürzte Bezüge!
    Ich dachte es wären nur 6 Monate gewesen, sofern sie nicht vorher vermittelt werden?
    Wobei sie während der Kündigungsfrist volle Bezüge bekommen. Darauf hätten sie bei einer Transfergesellschaft auch noch verzichten müssen.
  9. #118

    Zitat von Medianet Beitrag anzeigen
    so...eine Transfergesellschaft hätte den Steuerzahler rund 70 Millionen gekostet/Jahr....so zahlen wir 75 Mio in drei Monaten...
    Sind sie sicher, daß Sie in den 75 Millionen den Anteil der Agentur für Arbeit schon eingerechnet haben? Mir scheint nämlich eher, den haben Sie ignoriert. In dem Fall sollten Sie konsequenterweise auch klarmachen, daß die jetzige Lösung die Steuerzahler genau 0 Euro kostet.
  10. #119

    Zitat von paulhaupt Beitrag anzeigen
    ... daß sich Leute hinstellen und verkünden, es sei unrealistisch anzunehmen, daß die BA für Arbeit, ähh die Arbeitsagentur, ähh wie heißt der Laden eigentlich richtig?, jedenfalls, daß die ihrer Aufgabe wirklich nachkommen und arbeitslosen Frauen wieder Arbeitsstellen vermitteln.

    Das heißt, unrealistisch ist das nur weil der Rösler das gesagt hat, ist klar!
    Ob Herr Rösler dazu etwas sagt und wenn ja was, spielt dabei keine Rolle.

    13000 Schleckermitarbeiter/innen gegen 26000 Einzelhandels-Stellenangebot aufrechnen zu wollen, ist in etwa so, als würde man 500 arbeitslose Malergesellen gegen 1000 Stellenangebote aus dem gesamten handwerklichen Bereich aller Gewerke aufrechnen.

    Und noch ein paar Worte zur "Vermittlung" von Arbeitslosen durch die Arbeitsagentur: Diese besteht in erster Linie darin, Angebote, die Arbeitgeber aus eigenem Antrieb in den Computer gestellt haben, den registrierten Arbeitlosen zukommen zu lassen - eine schlichte EDV-Abfrage, die jeder Arbeitslose mit ein paar Mausklicks auch selbst durchführen kann.

    Ein Zugehen auf Arbeitgeber mit dem konkreten Ziel, die Einstellung bestimmter Personen zu erreichen - also eine wirklich aktive Vermittlung - findet praktisch nicht statt.

    In den online nachlesbaren Informationen der Arbeitsagentur steht auch explizit drin, daß der Arbeitslose in erster Linie selbst gefordert sei, sich einen neuen Job zu suchen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, allerdings:

    Hat der Arbeitslose einen selbstgesuchten neuen Job angetreten, gilt er als erfolgreich vermittelt.

    Da schmückt man sich ganz eindeutig mit fremden Loorbeeren, und dagegen ist durchaus etwas einzuwenden.