Sie meinen, dass die Deutschen nach einer Börsen-Fusion das Sagen gehabt hätten. Dies ist vollkommen unrealistisch, auch angesichts der Vorgehensweise bei der Fusion mit der Pariser Börse. Aus persönlichem Interesse habe ich mal wochenlang recherchiert. Glauben Sie bitte nicht, dass die Absichten transparent gemacht werden. Die Folgen der Übernahme der Pariser Börse von NYSE Euronext sind gravierend und dürften als abschreckendes Beispiel dienen. Die ursprünglich vereinbarte Fusion unter Gleichen endete zielsicher in US-amerikanischer Dominanz.
Die NYSE Euronext, die als amerikanisch-europäisches Unternehmen 2006 entstand, befindet sich fest in US-amerikanischer Hand. Der Umstand, dass sich die Deutsche Börse schon heute zu mehr als 30 Prozent in US-amerikanischer Hand befindet, führt dazu, dass die künftige Gesellschaft tatsächlich zu beinahe 60 Prozent von Amerikanern beherrscht wird. Quelle:
Dax-Geflüster: Scheitert*Francioni, gewinnt Frankfurt - manager-magazin.de - Unternehmen (11-12-18)
Bei der geplanten Fusion wäre die Machtstruktur eindeutig auf den Seiten der US-Amerikaner gewesen. Diese für Deutschland ungünstigen Machtverhältnisse wären bei einer Fusion unwiderruflich zementiert worden. Die Einflussnahme einer fremden Gruppe über den Kapitalmarkt in Deutschland ist nun verhindert. Diese Konzentration der Machtverhältnisse lag nicht im Interesse der deutschen Unternehmer, der Mitarbeiter der Börse, der Realwirtschaft und schon gar nicht im Interesse aller zukünftigen Generationen.