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Geschäft mit Studienplatz-Klagen: Anwalt der Reichen

Gunter GlücklichDen Studienplatz nicht bekommen oder die Prüfung verhauen? Immer häufiger ziehen junge Leute gegen Unis vor Gericht. Für Anwälte ist die akademische Klagewelle eine Goldgrube. Doch meist können sich das nur Kinder wohlhabender Eltern leisten - manchmal steigen die Kosten auf 20.000 Euro.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830949,00.html
  1. #20

    Noten und Einklagen

    Hier werden wohl zwei Dinge vermischt: Einmal die benötigten Noten um einen Studienplatz zu ergattern.
    Worauf schon einige Schreiber vor mir zu Recht hinwiesen: Unser Schulsystem kann alleine aufgrund von Noten nicht feststellen, wer für welchen Beruf wirklich begabt ist. Dazu gibt es zu viele Unwägbarkeiten. Aufgrund familärer Schwierigkeiten habe ich z.B. auch kein gutes Abitur, habe aber einen Mensa-IQ und bin auch sonst nicht dumm.
    Im Übrigen habe ich in der letzten Zeit öfters Kontakt mit Medizinern gehabt, die aufgrund ihres NCs studieren durften. Ob ich sie für gute Ärzte halte steht auf einem anderen Blatt.
    Aufgrund des geringen Stellenwertes den die Politik dem Bildungswesen einräumt haben wir die Misere, dass nicht jeder nach seinem Belieben studieren darf. Interessant wäre auch mal zu sehen, wie viele Studienabbrecher gar nicht das Fach studieren welches sie wollten.

    Nun müssen wieder einmal die Gerichte richten, was die Politik versäumt hat. Wie schon bei HartzIV kostet das einen Haufen Geld. Wie bei allen Gerichtsverfahren ist dies äußerst ungerecht, denn nicht alle haben das Geld für eine Klage. Subjektiv gesehen ist es richtig, sich auf einen Platz einzuklagen. An den Pranger gehören hier allerdings nicht die Kläger sondern die Poltiker!
  2. #21

    Einspruch

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Wer ein sehr gutes Abi an einem vernünftigen Gymnasium ablegt, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit die intellektuelle Befähigung, auch ein schweres Fach zu studieren.
    Die hat er oder sie auch schon dann, wenn nur in einzelnen Fächern Bestnoten vorhanden sind. Außerdem müsste man definieren, was ein "schweres Fach" ist. Was dem einen leicht fällt, fällt anderen halt schwerer.
  3. #22

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Wer ein sehr gutes Abi an einem vernünftigen Gymnasium ablegt, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit die intellektuelle Befähigung, auch ein schweres Fach zu studieren.
    Eben, das ist ja das Lustige an der Argumentationsstruktur der Kritiker.
    Denn nur Leute mit schlechtem Abischnitt beschweren sich über die "Nicht-Aussagefähigkeit" des Abischnitts - komisch oder?

    Ich kann jedenfalls aus eigener Erfahrung sagen, dass das Abitur im Vergleich zum Studium der reinste Spaziergang ist. (Meine Leistungsbilanz: Abitur 1,1 Ing.-Diplom an der RWTH 1,2)
    Solche Noten zu erreichen ist allerdings ein teilweise wirklich schmerzhafter Weg, während andere ihre Zeit mit poppen, saufen und Urlaub verbringen muss man auch bei 35° im Schatten am Schreibtisch sitzen und sich den Stoff reindrücken. Aber am Ende gibt es dafür die reiche Ernte...
    Am köstlichsten finde ich diese Sarah aus dem Artikel, erst mal 3 Jahre rumgebummelt und dann noch arrogant werden und andere aus dem Hörsaal schicken. *Prust*
    Wenn sie Glück hat und so reich erbt, dass sie auf einen normalen Verdienst nicht angewiesen ist - okay. Aber wenn sie sich selbst durchschlagen muss, dann wird sie irgendwann selbst Leistung bringen müssen.
  4. #23

    Minderwertigkeitskomplex?

    Zitat von max_copernicus Beitrag anzeigen
    Eben, das ist ja das Lustige an der Argumentationsstruktur der Kritiker.
    Denn nur Leute mit schlechtem Abischnitt beschweren sich über die "Nicht-Aussagefähigkeit" des Abischnitts - komisch oder?

    Ich kann jedenfalls aus eigener Erfahrung sagen, dass das Abitur im Vergleich zum Studium der reinste Spaziergang ist. (Meine Leistungsbilanz: Abitur 1,1 Ing.-Diplom an der RWTH 1,2)
    Solche Noten zu erreichen ist allerdings ein teilweise wirklich schmerzhafter Weg, während andere ihre Zeit mit poppen, saufen und Urlaub verbringen muss man auch bei 35° im Schatten am Schreibtisch sitzen und sich den Stoff reindrücken. Aber am Ende gibt es dafür die reiche Ernte...
    Und seltsamer Weise sind es immer Absolventen technischer Studiengänge die keine Gelegenheit auslassen, um zu betonen dass sie während ihres Studiums schier übermenschliches geleistet haben...

    Ihre Leistung in allen Ehren, aber Ihre Selbstbeweihräucherung kotzt mich an.

    Manche Leute haben/hatten halt auch noch ein Leben neben dem Studium. Tut mir Leid, wenn das bei Ihnen anders war und sie es als Makel ansehen, wenn jemand während seines Studiums auch noch "gelebt" hat. Nicht jeder wird als "Arbeitstier" geboren...
  5. #24

    Zitat von Ostwestfale Beitrag anzeigen
    Und seltsamer Weise sind es immer Absolventen technischer Studiengänge die keine Gelegenheit auslassen, um zu betonen dass sie während ihres Studiums schier übermenschliches geleistet haben...

    Ihre Leistung in allen Ehren, aber Ihre Selbstbeweihräucherung kotzt mich an.
    Manche Leute haben/hatten halt auch noch ein Leben neben dem Studium. Tut mir Leid, wenn das bei Ihnen anders war und sie es als Makel ansehen, wenn jemand während seines Studiums auch noch "gelebt" hat. Nicht jeder wird als "Arbeitstier" geboren...
    Darum geht es hier noch gar nicht. Ich sehe das auch nicht als Makel, jeder setzt seine Prioritäten anders.

    Sie argumentieren hier aber nach dem Schema: Man hat sich nicht angestrengt, weil man ein Leben nebenbei haben wollte. Und wenn dann die Leistungsbilanz (Abitur für Studienplatz, Diplomnote für Berufseinstieg) herangezogen wird, ist diese Note nicht maßgeblich, weil man sich eben nicht angestrengt hat, da man noch andere Dinge machen wollte...?!
    Die Sichtweise ist vollkommen legitim, man darf sich dann nur nicht wundern, wenn man an den Stellen, wo diese Leistungsbilanz maßgeben ist, eben "durchfällt".
  6. #25

    Zitat von max_copernicus Beitrag anzeigen
    Darum geht es hier noch gar nicht. Ich sehe das auch nicht als Makel, jeder setzt seine Prioritäten anders.
    Man kann dem Studium Priorität einräumen und trotzdem noch so was wie Freizeit haben. Ist alles `ne Frage der Organisation.
    Ich meine man kann auch hin und wieder feiern gehen, Sport machen etc. und trotzdem ein guter Student sein. In Ihren Augen scheint das nicht zusammen zu passen und das finde ich geradezu besorgniserregend.Man braucht doch einen Ausgleich zu seiner beruflichen/studentischen Tätigkeit.
    Zitat von max_copernicus Beitrag anzeigen
    Sie argumentieren hier aber nach dem Schema: Man hat sich nicht angestrengt, weil man ein Leben nebenbei haben wollte. Und wenn dann die Leistungsbilanz (Abitur für Studienplatz, Diplomnote für Berufseinstieg) herangezogen wird, ist diese Note nicht maßgeblich, weil man sich eben nicht angestrengt hat, da man noch andere Dinge machen wollte...?!
    Sie haben mich nicht richtig verstanden. Ich bezog mich ausschließlich auf`s Abitur und habe die Frage gestellt, warum z.B. jemand der sehr gute Noten in Mathe, Physik und Chemie hat und in Englisch,Deutsch und Latein vielleicht nur `ne drei und zwei vieren auf dem Zeugnis aufweist nicht trotzdem ein sehr guter Informatiker, Ingenieur oder Chemiker werden könnte. Und darauf hat mir bisher Niemand eine Antwort gegeben. Vermutlich weil es keine vernünftige Antwort gibt...

    Wie gesagt, es ging mir nur um denn Sinn oder besser den "Nichtsinn" des NCs.
  7. #26

    Kompetenzen

    Zitat von Xircusmaximus Beitrag anzeigen
    wenn allerdings ein junger Mensch ganz genau weiß, dass ein entsprechender Notendurchschnitt Vorraussetzung für das gewünschte Studium ist, auch wenn diese Vorraussetzung aus guten von Ihnen genannten Gründen teilweise durchaus fragwürdig ist, dann finde ich sollte dieser junge Mensch auch den Mumm aufbringen sich diesen Studienplatz mit entsprechenden Notendurchschnitt zu erobern, statt sich diesen, mit dem Geld seiner Eltern im Rücken zu erklagen. Einen HATZ IV Empfänger fragt auch Niemand, der muss auch noch den letzten Job machen.
    Sie argumentieren an der Sache vorbei!

    Ob der Student sich mit Geld der Eltern oder Prozesskostenhilfe oder gar nicht auf den Studienplatz einklagt, hat mit dem von mir geschilderten Problem gar nichts zu tun. Ein Studium soll auf den späteren Beruf vorbereiten und das möglichst optimal. Dazu gehört ein ordentliches Studienangebot - und im Vorfeld eine vernünftige Auswahl der Studenten. Die nur nach dem Abischnitt auszuwählen ist nicht Ziel führend.

    Mir ist bspw. ein sozial engagierter Abiturient, der seinen Abischnitt "nur" mit 2,3 oder 2,7 gemacht hat, dafür aber beim THW, Rotkreuz oder den Pfadfindern gearbeitet hat allemal lieber als ein 1,0er Kandidat, der in den letzten Jahren nicht rechts nicht links geguckt hat und vielleicht gar massiv Ellbogen eingesetzt hat, um an den Schnitt zu kommen. Das soll mitnichten heißen, dass jeder 1,0 Abiturient eine emotionale Flachpfeife ist. Aber das heißt umgekehrt, dass nicht jeder 2,3er Kandidat ungeeignet für das Studium und den Job ist.

    Gerade bei dem Berufsgruppen Psychologie und Medizin ist das etwas, was uns alle angeht! Da spielt eine große Rolle, was das Selektionskriterium für die Menschen ist, denen ich mich später völlig anvertrauen muss.
  8. #27

    Rückschluss falsch

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Aber die Fähigkeit, 20.000 Euro für eine Klage in die Hand zu nehmen, sagt etwas darüber aus?

    Wohl kaum.
    Studienplatzklagen sollten generell ausgeschlossen werden, die Begründungen sind doch hanebüchen.
    Wenn Sie das Abi als Selektionswerkzeug ungeeignet finden, schlagen Sie ein besseres vor. Viele Unis und Fakultäten haben ja mittlerweile eigene Auswahlverfahren, die Mediziner schon ziemlich lange.
    Ich habe nirgendwo gesagt, dass ich es gut finde, wenn ein Studium nur mit teurer Klage möglich ist. Aber DASS die Möglichkeit besteht, sich so einklagen zu können, zeigt ja, dass am Auswahlsystem etwas falsch ist.

    Es gibt m.E. Auswahlkriterien, die auch bis vor einigen Jahren noch viel stärker eine Rolle gespielt hat. So hat bspw. eine Krankenschwester, die im Nachgang noch ein Medizinstudium anhängen wollte, bis vor wenigen Jahren beinahe automatisch einen Platz bekommen. Das geht heute nicht mehr.

    Richtig ist, dass die Unis auch heute anders selektieren KÖNNTEN - nur sie tun es nicht! Weil ihnen das zu aufwändig ist, was weiss ich. Nur wenn die Möglichkeit besteht - und nichts getan wird - und andererseits das einzige Selektionskriterium Abischnitt unsinnig, dann ist es sehr gut, dass die Möglichkeit zur Klage besteht. Die steht übrigens grundsätzlich auch Kindern aus HartzIV-Familien zu. Ich kenne selbst eine Studentin, die mit dem Hintergrund gerade klagt.
  9. #28

    ihr habt doch alle keine ahnung!!!

    Ich habe letztes jahr mein Abitur nachgeholt und habe leider nur einen 2.9-er schnitt.. mit dem Schnitt kannst du es jahrelang knicken auch nur irgendwas vernünftiges zu studieren. Nach einem langen praktikum habe ich festgestellt, dass Grundschullehramt der perfekte Beruf für mich ist.. Die Lehrer waren begeistert von meiner Art und haben gesagt, dass ich perfekt geeignet bin. Die Kinder liebten mich (nicht übertrieben) und ich liebte das unterrichten und die Kinder.. Leider kann ich aber nicht studieren, weil ich eben keinen 1.5-er Schnitt hab, den ich bräuchte..

    So, nun kommt ihr mir hier mit dämlichen (sorry ist aber so) behauptungen von wegen dass man sich mal besser hätte anstrengen sollten usw.. Die die das sagen, sind einfach schlichtweg nur unfair. Ich hab meine ganzen Abiturzeit (zwei Jahre hat das nachholen gebraucht, da ich vorher Fachabi hatte) ständig gelernt und zb sogar Mathenachhilfe genommen um gut zu sein. Mit der Konsequenz, dass ich am Ende in der Prüfung zwar inhatlich gut war jedoch so aufgeregt war , dass ich "aufgrund von der Aufregung leider nur eine 3 " bekam.. O-Ton!!!

    Es geht nicht immer alles fair zu, grad als hübsches Mädel biste oft in den hintern gekniffen, weil man als "hohl" abgestempelt wird ohne den Mund aufgemacht zu haben.. So ist es einfach!!! Es haben bei uns Männer das Abi mit 1.0 gemacht die teilweise keinen ton im unterricht über zwei jahre gesagt haben und das selbst zugegeben haben....

    Es ist einfach nicht alles fair und genauso unfair ist es für ärmere Leute, dass die etwas besser betuchten sich einklagen... sorry aber ich freu mich auf meine klagen und auf mein studium was dann endlich begonnen werden kann.. Ich liebe diesen Job und bin einfach dankbar wenn es losgeht!!!
  10. #29

    Befähigung

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Wer ein sehr gutes Abi an einem vernünftigen Gymnasium ablegt, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit die intellektuelle Befähigung, auch ein schweres Fach zu studieren.
    Sehr richtig. Wer ein sehr gutes Abi hat, hat mit einiger Wahrscheinlichkeit -aber nicht mit Sicherheit - die Befähigung, ein schweres Fach zu studieren. Er hat vielleicht auch die Fähigkeit, Medizin zu studieren. Und eventuell hat er auch die Fähigkeit, ein guter Mediziner zu sein.

    Nur dass das alles keine automatischen Kausalketten sind und schon gar nicht umgekehrt gelten. Will heißen: Nur weil jemand keinen guten Abischnitt hat, bedeutet das nicht, dass jemand dem Studium intellektuell nicht gewachsen ist. Das gilt schon alleine deshalb, weil unser Abitur so ausgelegt ist, dass die Intellektuellen und die Intelligenten nicht automatisch - selbst nicht bei Fleiß - ein sehr gutes Abi schreiben.

    Und dann gilt, was ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: Intelligenz ist nur eine Voraussetzung, die ein Mediziner mit sich bringen muss. Was nützt es, nur diese eine Fähigkeit abzufragen und die anderen zu ignorieren. Wobei für die Intelligenz gilt: Es reicht ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz - damit ist nicht ein IQ von 75 gemeint!, sondern nur, dass es nicht die Intelligentesten sein müssen.


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