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Gerichtsurteil: Gunther von Hagens durfte sich Professor nennen
APDer Leichenpräparator Gunther von Hagens trug seinen Professorentitel stets rechtmäßig. Ein Gericht entschied nun: Obwohl der Titel aus China kam, musste der Plastinator nicht darauf hinweisen.Damit endet ein jahrelanger Rechtsstreit.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...842734,00.html
- #1 05.07.2012 12:22 von
Sauber entwertet
Gratulation an das Gericht. Es hat aus einer Gastprofessorentätigkeit einen akademischen Titel gemacht. Jetzt aber ran an alles was im Ausland die Bezeichnung "University" führt und sich eine Lehrtätigkeit geben lassen, die irgendwie das Wort "Professor" in Landessprache in der Bezeichnung führt. Wer jetzt noch eine deutsche Hochschule umgarnt, um an einen Honorarprofessor zu kommen, der ist selber schuld. Und wie soll man jetzt richtige Professoren bezeichnen? Dazu hat das Gericht einen Vorschlag vermissen lassen.
- #2 05.07.2012 12:27 von
Ist es profan, wenn Professoren profitieren?
Professor war noch nie ein akademischer Titel/Grad!
Es ist lediglich eine Tätigkeitsbezeichnung.
In D.land bedeutet sie heute Hochschullehrer.
Früher sprach man auch von Gymnasialprofessoren.
Im Grunde heißt es bloß "Lehrer".
In Österreich werden, glaube ich, auch heute noch Schullehrer so tituliert.
Was ist denn ein "richtiger" Professor?
Gastprofessor sagt lediglich, daß der betreffende Lehrbefugte nicht hauptamtlich an der betreffende Hochschule tätig ist.
Alles überhaupt kein Grund für eine Echauffage. - #3 05.07.2012 14:16 von
Ohne Zusatz ist es eine Amtsbezeichnung. Als "Gastprofessor der medizinischen Hochschule Dalien" hätte Hagens nie Probleme bekommen, allerdings durch die Beschränkung auf "Professor".
Machen Sie Witze? Z.B. DAX-Vorstände scheuen keinen müden Euro ihrer Unternehmen, um an diesen Titel heranzukommen. Der Professor ist ihnen kostbar, da er sich in seiner Ehren- und Honorarform auch ohne verräterischen Zusatz führen lässt, wie das honoris causa beim Dr. h.c. Auch ein Gastprofessor kann ein Professor sein, doch den muss er von einer anderen Uni mitbringen. Dazu wird er nicht an der Gastuniversität. Er ist aber jetzt vom Gericht dazu gemacht. Ähnliche Fälle sollten sich einfach selber anzeigen und den Fall am gleichen Gericht verhandeln lassen. Auf diese Weise kann auch die exotischste Herkunft "gewachsen" werden.Alles überhaupt kein Grund für eine Echauffage. - #4 05.07.2012 14:51 von
Tja, schon seit geraumer Zeit wird der akademische Betrieb durch Politik und Gerichte zunehmend proletarisiert: Die "Hochschulreife" ist mittlerweile Standard. Wer sie trotzdem nicht hat, kann trotzdem über Fachhochschulen (früher als Fachschulen bezeichnet) "studieren" und von FH-"Professoren" gelehrt werden - und bald auch promovieren. Manchmal kommt dann nur so ein Schwachmaten-Titel wie "Bachelor" heraus, mit dem man nix anfangen kann. Aber Hauptsache "studiert haben" und einen akademischen Abschluss haben.
Wer soll eigentlich noch die Straße fegen? Naja, vielleicht macht das in Zukunft jemand mit Bachelor-Abschluss.
Schade, dass die Universitäten durch die Wissenschaft als Alleinstellungsmerkmal nicht gut genug von den anderen Ausbildungsstätten abgegrenzt werden. Vielleicht haben sie es aber auch gar nicht besser verdient. - #5 05.07.2012 15:09 von
Nein
Bachelor-Studenten studieren unter einem sehr hohen Druck. Für Schwachmaten ist das nichts. Wer einen Bachelor schafft, hätte auch locker das Diplom geschafft. Umgekehrt wäre ich mir da nicht so sicher. Außerdem sind Fachhochschulen den Unis meist überlegen was den fachpraktischen, also realitätsbezogenen, Anteil der Lehre angeht. Theorie, die man nie wieder braucht, ist eh nach wenigen Wochen wieder vergessen, weswegen die FHs sich hier rationalerweise auf das Notwendigste beschränken. Fragen Sie doch mal die Bundesmutti, ob sie noch einen Hamiltonoperator berechnet bekommt.
- #6 05.07.2012 15:43 von
- #7 05.07.2012 16:13 von
- #8 05.07.2012 17:23 von
Der Mann ist ein Genie. Man soll ihn doch endlich mal in Ruhe arbeiten lassen und ihn nicht mit solchen Schnurksereien behelligen. Warum muss man jeden, der nicht alles nach Schema F gemacht hat, derart den Weg verbauen? Typisch deutsch, diese verbohrte Einstellung. Und dann noch das hanebücherne Argument mit der "verletzten Menschenwürde". Ein Mensch mit Würde, die man zu achten hat, ist einer der am Leben ist. Eine Leiche ist ein Haufen totes Fleisch. Kein Unterschied zwischen einem toten Menschen und einem toten Rindvieh, im Bezug darauf wie sie sich fühlen.
- #9 05.07.2012 17:42 von
Das kann ich verstehen: Bei einem Überangeboten von Leuten mit Magister und Diplom - wo soll man da mit einem Bachelor-Abschluss bleiben? Insofern ist der Bachelor wirklich etwas für Leute mit Nerven.
Das ist jetzt nicht Ernst gemein, oder? Wenn Bachelor schon so super sind, was sind dann Magister-Abschlüsse? Etwas für Genies? Und warum wollen so viele Professoren das alte Diplom wiederhaben? Weil es so einfach gewesen ist?Wer einen Bachelor schafft, hätte auch locker das Diplom geschafft. Umgekehrt wäre ich mir da nicht so sicher.
Ja, klar. Wofür brauchen wir dann überhaupt noch Unis, wenn da nur realitätsfremder Theoriekram vermittelt wird.Außerdem sind Fachhochschulen den Unis meist überlegen was den fachpraktischen, also realitätsbezogenen, Anteil der Lehre angeht. Theorie, die man nie wieder braucht, ist eh nach wenigen Wochen wieder vergessen, weswegen die FHs sich hier rationalerweise auf das Notwendigste beschränken.
Offensichtlich haben SIE überhaupt keine Ahnung worauf es in einem wissenschaftlichen Betrieb ankommt. Und das ist ja des Pudels Kern: Die weitverbreitete Unkenntnis über das akademische Wesen und die Reduktion der Unis auf die Ausbildung von zukünftigen Arbeitskräften.
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