Forum


 

Gerichtsentscheid: Größter*Schiffs-Goldschatz*geht an*Spanien

Es war ein Sensationsfund: 2007 hatte ein US-amerikanisches Unternehmen im Atlantik 17 Tonnen Gold entdeckt. Die Firma beanspruchte den größten*Schatz, der jemals aus einem Wrack geborgen wurde. Doch nun entschied ein Gericht anders. Auch die*Quelle des Vermögens*steht inzwischen fest.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...787812,00.html
  1. #10

    Na ja...

    Zitat von HariboHunter Beitrag anzeigen
    Gehoert dieses Gold nicht rechtmaessig den suedamerikanischen Ureinwohnern?
    "Rechtmäßig" gehört das dem spanischen Staat. Ein versenktes Schiff bleibt samt Inhalt immer noch Eigentum desjenigen, dem es zuletzt gehört hat. Ob das nun gerecht ist, ist eine ganz andere Frage.

    Letztlich ist es aber auch irrelevant. Wir können nicht jedes Unrecht, das irgendwann mal in der Weltgeschicht geschehen ist bis in alle Ewigkeit hinter uns her ziehen, irgendwann muss auch mal Schluss sein. Kein heute lebender Spanier kann irgendwas dafür, dass seine Vorfahren mal die Welt erobern wollten, genausowenig hat meiner Ansicht nach irgendein heute lebender Südamerikaner dadurch irgendeinen Anspruch gegenüber dem spanischen Staat.
  2. #11

    Schade..

    unabhängig von den Eigentumsverhältnissen ärgere ich mich mal wieder über den SPON: In der Headline "17 Tonnen Gold.." und im Text "17 Tonnen, darunter Silber usw.." Wer liest eigentlich noch mal gegen? Journalistische Sorgfalt? Bei N-TV ists noch schlimmer, aber hier leider auch immer öfter zu beklagen..
  3. #12

    Kein Titel

    Zitat von malekith Beitrag anzeigen
    Kein heute lebender Spanier kann irgendwas dafür, dass seine Vorfahren mal die Welt erobern wollten, genausowenig hat meiner Ansicht nach irgendein heute lebender Südamerikaner dadurch irgendeinen Anspruch gegenüber dem spanischen Staat.
    Und was ist daran richtig?
    Vermutlich ist es mit ach und krach immerhin rechtens.
    Aber Recht wird ja von den Siegern geschrieben.
  4. #13

    Wohl kaum mehr

    Zitat von HariboHunter Beitrag anzeigen
    Gehoert dieses Gold nicht rechtmaessig den suedamerikanischen Ureinwohnern?
    Nein, zu dieser Zeit (1804) waren die Ureinwohner schon seit Jahrhunderten unterworfen und alles von ihnen erbeutete Gold schon ebensolange in Spanien (oder durch Piraterie und Handel in Holland, England bzw. Deutschland). Ich glaube, bei diesem Schatz handelt es sich eher um die Steuereinnahmen aus den spanischen Kolonien in Süd- und Mittelamerika. Und die kamen v.a. von den (oft sehr wohlhabenden) Nachkommen der spanischen Siedler. Diese waren (noch) Angehörige des spanischen Königreichs und als solche steuerpflichtig. Somit gehört das Gold (wenn auch nicht unbedingt moralisch, so doch rechtlich) nach Spanien.
  5. #14

    ....

    Zitat von malekith Beitrag anzeigen
    "Rechtmäßig" gehört das dem spanischen Staat. Ein versenktes Schiff bleibt samt Inhalt immer noch Eigentum desjenigen, dem es zuletzt gehört hat. Ob das nun gerecht ist, ist eine ganz andere Frage.
    Nun, ganz so einfach dürfte es nicht sein! Spanien erhebt doch nur wegen des Wertes des Fundes Anspruch und dies mit fragwürdigen Argumenten. Wenn dieses Schiff südwestlich(!) von Portugal versenkt wurde, frage ich mich, wie dies spanisches Anspruchsgebiet sein kann.

    Man könnte ja auch fragen, warum Spanien den Meeresboden nicht von spanischem Müll befreit und gesunkene Schiffe umweltgerecht entsorgt?
    Wer an Land sein Auto zig Jahre in der Landschaft rumstehen läßt, darf sich auch nicht wundern, dass vielleicht doch noch jemand Interesse am Wrack zeigt!
  6. #15

    Nun ja

    Zitat von malekith Beitrag anzeigen
    "Rechtmäßig" gehört das dem spanischen Staat. Ein versenktes Schiff bleibt samt Inhalt immer noch Eigentum desjenigen, dem es zuletzt gehört hat. Ob das nun gerecht ist, ist eine ganz andere Frage.

    Letztlich ist es aber auch irrelevant. Wir können nicht.....
    Nun ja, dann könnten (entsprechend Ihrer Ansicht) ja die Deutschen die von den Nazis einkassierten Gelder und Kunstgegenstände anderer Völker wieder zurückfordern von den momentan rechtsmäßigen Eigentümern.

    MaW: Ich finde, Unrecht muss Unrecht bleiben, und deshalb gehört z.B. dieser Schatz zumindest nicht Spanien.
    Jetzt aber noch herauszufinden, aus welchem heutigen Staat das Gold und Silber stammt, ist wohl unmöglich. Die Azteken und Inka hatten wahrscheinlich mehrere Lagerstätten ausgebeutet, und wo die genau liegen, ist z.T. unbekannt.
  7. #16

    Realistisch gesehen...

    Zitat von snickerman Beitrag anzeigen
    Dann hört das mit dem professionellen Wrackplündern vielleicht endlich auf!
    Es darf ja auch keiner zur "Bismarck" runtertauchen und sich dort .....
    ...hätte wenn nicht dieser private Unternehmer niemand danach gesucht. Und wahrscheinlich eher früher als später hätte niemand mehr etwas davon gehabt. In über 500m Tiefe effizient Unterwasserarchäologie zu betreiben ist derzeit Science Fiction. Was die Bismark in knapp 5000m (!) Tiefe angeht... es gibt nur eine Hand voll Fahrzeuge welche überhaupt für derartige Tiefen ausgelegt sind und was sollte es denn dann dort dem Aufwand angemessen zu holen geben? Aber vielleicht ist mir entgangen wie hoch der aktuelle Schrottpreis ist.

    Das die Spanier einst über große Teile der damals bekannten Welt geherrscht und ihr gierig geraubtes Staatskapital recht ertragslos in hübsche Kniestrümpfe und Stofftapeten investierten ist wohl kaum dem Bergungsunternehmen anzulasten. Wenn der Fund überhaupt Irgendjemand zusteht dann wohl den Nachfahren der südamerikanischen Ureinwohner.
  8. #17

    Steuereinnahmen

    Zitat von ojc Beitrag anzeigen
    Nein, zu dieser Zeit (1804) waren die Ureinwohner schon seit Jahrhunderten unterworfen und alles von ihnen erbeutete Gold schon ebensolange in Spanien (oder durch Piraterie und Handel in Holland, England bzw. ......
    Ich denke, dass die spanischen Siedler kein Gold und Silber mit in die Provinzen genommen haben, um damit Steuern zu bezahlen.
    Die Edelmetalle stammen mit Sicherheit aus den dortigen Minen und wurden den Einheimischen schlicht und einfach abgenommen. Und dann nach Spanien verschifft. Sonst machen derartige Provinzen ja auch keinen Sinn.

    Dass ich mich in meinem vorigen Post in den Zeitaltern vertan habe, bitte ich zu entschuldigen. Ich hatte das Wrack mit der Nuestra Señora de Atocha verwechselt (1622 untergegangen).
  9. #18

    o^o

    Zitat von toledo Beitrag anzeigen
    Wenn dieses Schiff südwestlich(!) von Portugal versenkt wurde, frage ich mich, wie dies spanisches Anspruchsgebiet sein kann.
    Weder suedwestlich (wie von Ihnen behauptet) noch westlich (wie im Artikel erwaehnt. Auf dieser Karte ist die Position des Wracks gekennzeichnet:

    http://upload.wikimedia.org/wikipedi...2009-06-18.svg

    In dem Geschaeft wird offensichtlich mit harten Bandagen gekaempft, Schiffe von Odyssey wurden wohl mehrfach von der spanischen Marine aufgebracht und durchsucht und die Legalitaet der Bergung des Schatzes wurde schon 2007 bezweifelt. Die Details lesen sich wie ein Thriller von Clive Cussler. ;)
  10. #19

    zurück nach Perú!

    Also, soll dieses verlorengegangene Raubgold nach Jahrhunderten doch noch in der Räuberhöhle ankommen?
    Nazi-Beutegold und Beutekunst werden doch auch den Erben der ursprünglichen Eigentümer zurückerstattet.
    Im Falle des Goldschatzes ist der rechtmäßige Besitzer daher der peruanische Staat, der damit jede Menge sinnvoller Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur tätigen könnte.


TOP



TOP