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Geplante Transfergesellschaft: Das bessere Konzept für Schlecker
dapdSollen 11.000 Schlecker-Mitarbeiterinnen mit Staatsgeld vor der Arbeitslosigkeit gerettet werden? Die Erfahrung lehrt: Wenn die Politik einspringt, wird kein Problem gelöst, sondern nur Zeit gekauft. Besser wäre es, die Angestellten zu Unternehmerinnen zu machen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...824280,00.html
- #10 28.03.2012 17:08 von
nur zum Teil Recht
Ich gebe ihnen Recht, das ins kalte Wasser werfen, wäre unverantwortlich. Nur, der Ansatz des Autors ist so schlecht nicht.
Was jetzt geschehen müsste wäre, dass die einzelnen Länder ein Strukturförderungsprogramm für den ländlichen Raum aufsetzen würden, wo es z.B. eine vom Land bezahlte "Tante-Emma-Beratungsholding" mit entsprechendem Know-How geben könnte, welche dann interessierten Initiativen in den Dörfern (und somit auch vielen Mitarbeiterinnen in den Noch-Schleckfilialen), wo es jetzt schon (oder spätestens nach Weggang des Schleckers) keine Nahversorgung mehr gibt, die entsprechende Begleitung und Unterstützung in den ersten 3 Jahren zukommen ließen (Standortanalyse über die Chancen eines Dorfladens, eventuell vorübergehende Stellung eines erfahrenen Markleiters mit Anlernung einer zukünftigen Markleiterin, Unterstützung in der Disposition etc.). Dann hätten diese Filialen wirklich eine Chance... - #11 28.03.2012 17:09 von
Hört sich toll an!
Hat allerdings einen Haken. Schlecker ist am Modell Dorfladen gescheitert. Aus Frauen, die zu Niedriglöhnen angestellt waren, sollen nun Kleinstunternehmerwerden, die auch noch ihre Kranken- und Rentenversicherung zahlen müssen. Es mag den einen oder anderen Fall geben, wo sich ein solches Kleinstunternehmen halten und profitabel wirtschaften kann. In der größten Zahl der Fälle dürften die Zwangsunternehmerinnen (Unternehmerin oder 6 Monate früher Hartz IV) dann auf einem Schuldenberg sitzen bleiben, für den niemand aufkommt - oder wer bürgt dafür. Geradezu zynisch ist der Satz, dass einige weniger verdienen werden. DIESE FRAUEN HABEN HEUTE SCHON SEHR WENIG VERDIENT. Weniger von wenig - das muss man sich durch den Kopf gehen lassen. Das ist Neoliberalismus in seiner abstoßesten Form. Armut produzierende Selbständigkeit - Armut produzierendes Unternehmertum.
- #12 28.03.2012 17:12 von
Ich bin selbst nie unternehmerisch tätig gewesen, stimme Ihnen aber vollkommen zu. Wenn ein Konzern wie Schlecker mit all seinen Rabatten und Querfinanzierungsmöglichkeiten eine Filiale am Arsch der Welt nicht rentabel führen kann, wie soll das dann eine kleine Angestellte, deren größte unternehmerische Leistung es gewesen sein dürfte, Ware im Lager nachzubestellen (ohne den Frauen zu nahe zu treten.)
Es ist absehbar, dass eine kleine Drogeriefiliale nicht mehr als hochverschuldete Unternehmer hinterlassen würde. Und wie kommt der Autor auf die Idee, Edeka als Modell dafür zu nehmen? Ein Edeka (in den neuen Bundesländern das Modell "Konsum") führt vornehmlich Lebensmittel, die wirklich jeder Mensch braucht. Bei der Drogerie sind es selten Produkte, die man innerhalb von Stunden benötigt. Dass sich diese Filialen in den Kleinstädten nicht rechneten, hat meiner Meinung nach nicht so sehr damit zu tun, dass die Ware schlecht war. Nein! Selbst in den kleineren Kommunen gibt es andere Läden, Verwandte, Nachbarn, Sozialdienste, die die fehlenden Produkte günstiger woanders herholten.
Insofern. Es tut mir leid um die Schlecker-Leute, aber lasst euch bloß nicht zu so einem Unsinn verführen. - #13 28.03.2012 17:22 von
- #14 28.03.2012 17:23 von
- #15 28.03.2012 17:24 von
Na dann
... möchte ich bei Ihnen nicht arbeiten. Gut, vielleicht auch aus einer anderen Branche, aber wenn man dann meint man könnte über lokal eingebundene Einzelhändler des alltäglichen Bedarfs unterrichten.
Klug gesch....
Es wird hier schon von begünstigten Standorten gesprochen, sollte Ihnen geläufig sein, was sowas bedeutet. Konnte mein Großvater zumindest auch, der mit der entsprechende Konzession ausgestattet ordentlich verdient hat. Die Gewinnmargen wie früher sind nicht mehr zu erwarten, aber ich sehe hier in meiner Nachbarschaft wie sich so eine günstige Lage auswirkt.
Eine Wohnsiedlung (Merhfamilien und Hochhäuser) mit arbeiter/bürgerlicher Struktur eine kleines Einkaufszentrum. Zu klein für die großen Ketten. Ein Leerstand. Was siedelte sich an? Ein kleiner Supermarkt, der über einen Kooperationsverbund an günstige Waren kommt, so günstig, dass so ziemlich das ganze Viertel dort einkauft, weil es sich einfach nicht lohnt in die Innenstadt oder in die Randbezirke zu fahren, wo Aldi etc. stehen.
Klar ist das nicht überall möglich, aber davon redet ja keiner. - #16 28.03.2012 17:30 von
Entweder der Autor
ist grenzenlos naiv oder es ist Vorsatz.
Wieviele - so glaubt er wohl "werden es schaffen"?
Und das nicht nur über ein paar Monate, sondern über längere Zeit.
Wie wäre noch der Vorschlag der Schleckertruppe noch Abschlagszahlungen zu überweise weil man den Namen nutzen darf, damit die noch weicher fallen?
Es mag ja durchaus sein dass es einige "schaffen werden" - aber diejenigen, die es eben aufgrund unterschiedlicher Gründe eben nicht schaffen werden dem Autor keine einzige Zeile wert sein.
Ja, jetzt wird es wieder heissen - was sind die Deutschen doch negativ eingestellt, aber ich denke eher das der Autor nur ein wenig Aufmerksamkeit braucht und Hoffnung säen möchte, wo nur wenig Hoffnung ist. - #17 28.03.2012 17:40 von
Jepp, leider mehr auch nicht.
Leider leben wir nicht mehr in der Zeit Ihres Großvaters. Begünstigte Standorte, die nicht von großen Ketten bedient werden sind mit der Lupe zu suchen.
Schön wäre es ja, aber das Konzept Tante Emma ist schon lange gescheitert.
Da wo es möglich sein könnte, sind schon längst andere. Da wartet mit Sicherheit keiner auf engagierte Neuunternehmer mit rudimentären kaufmännischen Kenntnissen. Die wären trotz Selbstausbeutung und guter Lage schneller Pleite als Sie und ich "Piep" sagen können, leider. - #18 28.03.2012 17:41 von
Super Vorschlag
Auch ich denke: Erst als Gesellschaft zuschauen, wie Schlecker seine Mitarbeiter mehr oder weniger ausbeutet und dann noch Geld hinterherwerfen - nein. Dafür gibt es die Arbeitslosenversicherung, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzahlen. In einer Transfergesellschaft werde ich aus Verkäuferinnen keine Softwareentwicklerinnen machen. Und wenn Pflegedienste Personal brauchen, dann müssen sie's halt selbst qualifizieren.
Eine Klippe müsste man bei der Gründerinitiative noch umschiffen:
Wettbewerbsverzerrung: Wieso bekommt der eine Gründer eines Drogerie-Einzelhandels Subventionen - und ein anderer nicht?
Eigentlich ist die Schließung vieler Filialen vor Ort die beste Anschubsubventionierung überhaupt. Und die reicht auch.
Denn dadurch:
- Kann ich als gründungswillige Filialleiterin die Miete nach unten handeln
- Bekomme ich ein bisschen Ladenausstattung für umsonst
- Habe ich einen festen Kundenstamm
- Und das Know-how, was der Kundenstamm nachfragt
Besser geht's kaum.
Wenn dann eine Filiale wieder pleite geht - Pech. Dann funktioniert der Standort nicht. Und Einkaufs-Solidarität auf dem flachen Land - auch auf dem Land ist der Mensch dem Menschen ein Wolf. - #19 28.03.2012 17:47 von
Unrentabel
Alle Schlecker-Märkte, die rentabel sind oder eine Chance auf zukünftige Rentabilität haben, betreibt das insolvente Unternehmen doch weiter. Die unrentablen Märkte sollen von unerfahrenen Unternehmerinnen weiterbetrieben werden ...? Wie soll das gehen?
Ich bin dafür, dass der Markt die Situation bereinigt. Nicht nur bei Schlecker, sondern auch bei Opel und den Investmentbanken.
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