Getty ImagesBisher stand Stefan Raab für fetzige Unterhaltung. Mit einer Mischung aus Polit-Talk und Gewinnshow will der Entertainer nun gegen die drögen politischen Gesprächsrunden im Abendprogramm ankämpfen. Politiker sind begeistert - warnen aber auch vor populistischen Scheindebatten.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...855199,00.html
Talkshows standen schon immer in der Kritik, seit es sie gibt. Weil da Menschen zusammen sitzen die Meinungen äußern, die nicht jedem gefallen. Dass Herr Raab nun eine Talkshow mit politischem Inhalt plant ist für mich weiterhin so unvorstellbar, wie am Tag der Erstmeldung. Andererseits, die meisten Dinge die er realisiert hat sind erfolgreich geworden und gleich wie Banane seine Politik-Talkshow werden könnte, vielleicht ernten wir daraus sinnvolle Ideen für die Gemeinschaft.
Nein, ich habe nichts gegen Herrn Raab und ich gönne ihm seinen Erfolg. Nur, er macht mittlerweile genau das, worüber er sich mal lustig gemacht hat bzw. was er mehr als kritikwürdig fand. Ab einer gewissen Zahl vor dem Komma entwickelt man sich ebend "weiter".
Grundsätzlich ist die Idee zu begrüßen, denn dass Stefan Raab desinteressierte Zielgruppen erreichen wird, steht außer Frage. Gegen Politainment an sich ist auch nichts einzuwenden. Vereinfachung von Debatten ist zudem ebenfalls notwendig, um wie im Beitrag angeschnitten, wenigstens rudimentäre Positionen zu vermitteln. Aber wozu bitte die 100.000 Euro Prämie!?? Weil die Politiker so arme Schlucker sind oder welches Signal soll da gesendet werden? Zudem kann einem jetzt schon schlecht werden, wenn man Raabs andere Dauerwerbesendungen betrachtet. Zu Anfangszeiten war TV-Total ein unterhaltsames Format und ist über die Jahre zu eben einer "Dauerfernsehsendung" verkommen, wie es Raab unverblümt selbstironisch nennt. Eine Polit-Talksendung in solch einem rahmen tut schon jetzt in der Vorstellung weh!
schlimemr als die schwatzrunden im öffentlich kann es nicht sein.
ich tippe sogar auf deutlich besser.
ist auf jeden Fall gut fuer seine Brieftasche. Ob das "ehrlich" ist spielt keine Rolle. Wir haben in Deutschland keine Journalisten von Format, die in der Lage sind Politiker so zu interviewen, dass der Buerger etwas davon hat. Ernst Dieter Lueg war einer der letzten dieser Zunft. Was bei uns zaehlt ist Infotainment. Jauch liest von Kaertchen Stichworte ab, die Gaeste profilieren sich, reden durcheinander, nix kommt fuer den Zuschauer raus, allein die Quote zaehlt. Wie man als Gast "ruebergekommen ist" ist wichtig. Inhalte stoeren hier nur. Die juengeren Mitbuerger kennen ernsthafte Debatten nicht, weder vom Bundestag und schon garnicht vom Fernsehen. Seit die oefffentlich rechtlichen Sender sich den Privaten anpassen, verflachen auch diese Kanaele in Richtung Proll TV. Vor 30 Jahren hatte man noch Angst wie die USA zu werden. Alles im TV komplett kommerzialisiert, weichgespuelt, kurze Beitraege (short attention span), viel Werbung, etc. Wir haben das Niveau von dem US Muell schon lange erreicht, nur im Bereich Serien werden wir wohl ewig hinterher hinken.
Man muss Herrn Raab nicht unbedingt mögen oder sympathisch finden. Man muss jedoch respektieren, dass er im Bereich der Samstagabendunterhaltung ein neues erfolgreiches Genre erfunden hat (Nennen wir es mal "Pseudo-Sportveranstaltung"), was man sich durchaus angucken kann.
Ich denke ich werde seiner Talkshow daher mal eine Chance geben.