DPADie Idee scheint verlockend: Wenn die Menschheit das Weltklima durch ihren Ausstoß an Treibhausgasen aufheizt, könnte sie es einfach wieder künstlich kühlen. Doch eine neue Studie legt nahe, dass solche Eingriffe massive Nebenwirkungen hätten.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...837379,00.html
Nachdem der Spiegel meinen letzten Post versenkt hat:
Klimasensitivität gibt an mit welcher Temperaturänderung die Erde auf eine erhöhte Energiezufuhr (forcing) reagiert.
Die Klimasensitivität ist strittig, das forcing nicht.
Forcing ist die Kraft, Sensitivität der Hebel.
Siehe auch Wikipedia :Climate sensitivity - Wikipedia, the free encyclopedia
Radiative forcing due to doubled CO2
CO2 climate sensitivity has a component directly due to radiative forcing by CO2, and a further contribution arising from feedbacks, positive and negative. "Without any feedbacks, a doubling of CO2 (which amounts to a forcing of 3.7 W/m2) would result in 1 °C global warming, which is easy to calculate and is undisputed. The remaining uncertainty is due entirely to feedbacks in the system, namely, the water vapor feedback, the ice-albedo feedback, the cloud feedback, and the lapse rate feedback";[9] addition of these feedbacks leads to a value of the sensitivity to CO2 doubling of approximately 3 °C ± 1.5 °C, which corresponds to a value of ? of 0.8 K/(W/m2).
Oder wattsupwiththat: An Observational Estimate of Climate Sensitivity | Watts Up With That?
Oder Jonova, Lindzen Monckton und was da noch für illustre Gestalten rumturnen.
Ok, habe das zwischenzeitlich nachgekuckt.
- forcing of 3,7W/m2: ja, die Rechnung geht bei der Ausgangsgleichung in Ordnung.
- 1 Grad global warming: bedeutet ~0,5 Grad bis 2100. Nicht sehr dramatisch und nicht geeignet, einer 'kleinen Eiszeit' etwas entgegen zu setzen, was ja ihre Absicht war. Die Prämissen der Ausgangsgleich nehme ich mir daher nicht mehr vor.
- easy to calculate: Nee, "Sie kann auf recht mühevolle Art mit Hilfe der sog. HITRAN-Datenbank errechnet werden, was sowohl vom IPCC als auch von mehreren Klimakritikern, P. Dietze sowie H. Harde, unabhängig voneinander durchgeführt wurde. Wegen des übereinstimmend gefundenen, jeweils genau gleichen Wertes von 3,7 W/m2 kann diese Zahl sicher als unstrittig angesehen werden." habe ich auf EIKE gefunden. Na da hätte ich den Orgelspieler doch mal den Quadratmeter-Watt-Eintrag in 15 km Höhe berechnen lassen sollen.
"Vahrenholt ist kein Sonnenforscher, Vahrenholt ist RWE-Manager."
Ich habe nicht gesagt dass Vahrenholt ein Sonnenforscher ist.
"Nein, es gibt auch noch andere mögliche Ursachen und eine davon sind Vulkanausbrüche. Zudem ist die Sonnenaktivität zurückgegangen und die Temperatur gestiegen. "
Ein Vulkanausbruch kühlt das Klima nur wenige Jahre ab, es müßten ja ununterbrochen Vulkane ausgebrochen sein um solch eine lange Abkühlung zu bewirken, das war aber nicht der Fall. Die Sonnenaktivität war im 20. Jh. extrem hoch, erst vor ein paar Jahren ist sie schwach geworden und seit dem steigen auch die Temp. nicht mehr bzw. fallen sogar. Alles nur Zufall?
Das Problem ist doch das das forcing seid der kleinen Eiszeit nur um 0,75W/m2 zugenommen hat, die Temperaturerhöhung aber deutlich höher als die zu erwartenden 0,2 Grad war.
Bei einer Verdoppelung von CO2 erhalten wir das 5-fache des forcings, dementsprechend kann man auch das 5-fache der Temperaturdifferenz Mittelalter - kleine Eiszeit erwarten. Wobei ich inzwischen auch nachgelesen habe das man nach dem vierteln der Sonneneinstrahlung noch das Albedo abziehen muss, aber auch so ist das ganze ja relativ eindeutig.
Selbst wenn die Sonne so schwach strahlen sollte wie in der kleinen Eiszeit hätten wir trotzdem noch 3W/m2 zur Erwärmung, oder das 4-fache der Differenz der kleinen Eiszeit zu heute.
Wer davon spricht das das Mittelalter so warm und die kleine Eiszeit so kalt war und das es die Sonne war, geht dann davon aus das ein solares forcing von 0,75w/m2 eine Temperaturdifferenz von 1-2 Grad verursacht, was dann bedeutet das 3,75W/m2 5-10 Grad Erwärmung bewirken.
wie man leicht sehen kann. Mehr als 25 % aller 15-Jahresintervalle, seit 1880, haben einen negativen Trend, dennoch ist die Temperatur insgesamt gestiegen.
Noch eine Beobachtung. Identifiziert man diejenigen Jahre, deren globale Mitteltemperatur größer ist als in allen vorhergehenden Jahren, seit 1880, so kann man sehen, dass die Abstände zwischen den Rekordjahren immer kürzer werden. Alles nur Zufall?
... dass Sie bei einer so einfachen Betrachtung auf einen zu hohen Wert kommen (müssen). Da fehlt dann doch der eine oder andere Faktor, der da, zum Glück, dämpfend wirkt. Insbesondere ist bei einem Anstieg der Temperatur auch mit einem ansteigen der Konvektion und der Evaporation (Verdunstung) zu rechnen, wodurch einiges an Energie nach oben abtransportiert wird. Nach meinen überschlägigen Betrachtungen ist bei 3,7 W/m2 in der Tropopause am Boden mit einer Erhöhung um etwa 3° zu rechnen. Dies trifft erstaunlich genau den Mittelwert, den die Wissenschaft nennt.
Da steige ich aus. Ich behaupte gar nichts über die Sonne. Ich habe keine Ahnung, was das Klima antreibt.
Nochmal zu den 3, 7W/m2 (Falls die Redaktion mich lässt):
- Prämisse für die Errechnung anhand der Strahlungsgleichung ist die Treibhausthese, die mit den 33 Grad. Die will ich bestimmt nicht entkräften. Dass es sich aber um eine These handelt und nicht um das Axiom als das der THE gern dargestellt wird, ist leicht vorzuführen.
- Weiter lassen sich die Relationen der Treibhausgase untereinander nicht eindeutig bestimmen. Je nachdem wie groß der Anteil des C02 am THE eingeschätzt bzw. berechnet wird, ändert sich auch direkt der Betrag 3,7. Eine sehr komfortable Situation für die agw-These. Die Temperaturen stagnieren? Kein Problem. Setzen wir den Anteil ein wenig runter und schon kann der C02-Effekt von was auch immer überlagert werden.
Die 3,7 sind damit schon also eine bloße Annahme, die je nach Anteil des C02 am THE zwischen, von mir nur überschlagen, 3 und 7 liegen könnte. (Oh oh, "Lockerungsgrad 2", würde meine Zahnärztin sagen.)
- Aber es kommt noch dicker. Die IR-Aktivität des C02, von mir bis jetzt als absolut gesetzt und bewiesen eingeschätzt und ebenfalls direkte Bedingung der Strahlungsgleichung, zeigt sich auch recht variabel. Ja, die gibt es, das ist klar, die Quantifizierung scheint aber doch Schwierigkeiten zu machen, und das in einem Bereich von einer ganzen Zehner-Potenz. Damit kommen wir locker runter auf Sensitivitäten von ein paar hundertstel Grad. Sorry, aber ab hier müsst ihr alleine weiter spielen. Danke.