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Generation Bachelor: Optimiert und abgeschmiert

DPASchneller, besser, effizienter: Der Turbo ist das Markenzeichen der Generation Bachelor. Das kann man beeindruckend finden - oder langweilig. Denn wenn alle brillieren, fällt keiner mehr auf. Etwas wirklich Besonderes sind nun Lebensläufe mit Brüchen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...834713,00.html
  1. #70

    Was ist die Botschaft?

    Zitat von pvb4245 Beitrag anzeigen
    amerikanische bachelor-Absolventen selbst von renommierteren Colleges hatte ich schon vor 40 Jahren bei meinem Fortune-500-Arbeitgeber als durchweg hopeless erlebt. Heute nicht anders : Ein erhebliches Kontingent der derzeit ueber 400,000 an der CUNY (City University of New York) Studierenden werden mit ueber $40 Mio. jaehrlich in Rechtschreibung und Mathe auf Schwung bzw. Niveau gebracht. Wenn man durch Angst oder Wissensdurst motiviert und Glueck, potente Eltern oder Stipendien hat, dann bringt erst der Master's ein gewisses Allgemeinwissen und evtl. sogar fachwissentlich verwertbare skills und Wissenaneignungsmethodik. Aber auch das eher nur an einer beschraenkten Anzahl von Instituten.
    Das alle US Absolventen doof sind?
  2. #71

    Schöner Bericht

    Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Meine Tochter und ihr gleichaltriger Freund waren noch in der glücklicher Lage, zu den letzten G9ern zu gehören, das heißt: Sie hatten in der Oberstufe nicht allzu viel Streß, schafften es gut, nebenher noch zu jobben, gingen einigermaßen ruhig ins Abitur und kamen sehr gut wieder heraus.
    ...
    Ging mir mit meinen Kindern ähnlich.
    Das Glück, noch G9 absolviert und Zeit für Hobbies gehabt zu haben relativierte sich allerdings schnell, als klar wurde, dass Doppeljahrgänge an die Hochschulen drängen.
    Hatte die Große noch Zeit für ein Jahr Ausland, war das beim Junior nicht mehr so. Da hieß es: Gas geben! Reinkommen! Und die ersten Semester mit Rekordzahlen bei den Studienanfängern über die gnadenlosen Klausur - Filterungen kommen. (Nicht dass es bei mir anders gewesen wäre;o))
    Das Ausland muss dann eben warten.

    Ich halte zudem die von geneigten Kreisen allseits beklagte Fachkräftemangelei für höchst bedenklich.
    Die so beschleunigt ausgebildeten Akademiker werden m.E. in ausgesprochener Unreife auf den "Arbeitsmarkt" geworfen.
    Dass im späteren Job Erfahrungen gesammelt werden können, steht außer Frage. Nur müssen die einstellenden Unternehmen das auch akzeptieren und von ihrem hohen Ross herunterkommen, nur passgenau in die Firma integrierbare Neulinge zu bekommen.

    Früher war das anders. Da haben Unternehmen noch Zeit und Geld in die "High Potentials" investiert, um sie an die Firmenbedürfnisse heranzuführen. Heute scheint eine erfolglose Suche nach der mundgerecht servierten Fachkraft stattzufinden, die dann dazu führt, dass das Märchen von deren Nichtauffindbarkeit noch einige Jahre zwischen Lobbygruppen und dumpfgläubigen Politikerhirnen hin- und hererzählt wird.
  3. #72

    ...

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Ehrlich gesagt verstehe ich diese Diskussion nicht. Man hat früher länger studiert und vielleicht mehr anderes nebenher gemacht und breiter oder tiefer studiert. Okay. Nun studiert man heute kürzer und schneller, ist dafür früher fertig. Man muss dann eben selbst sehen, wie man die übrige Zeit nutzt.
    4 Jahre Studium plus 2 Jahre Arbeiten kann ja auch mehr sein als 6 Jahre Studium, jedenfalls wenn das Studium "nur" Berufsausbildung ist. Oder man fängt ein Jahr später an, macht danach ein Jahr etwas anderes etc. pp. Man muss es natürlich vor sich selbst und anderen vertreten können.
    Andere Länder hatten schon immer kürzere Studienzeiten und haben auch keineswegs nur Fachidioten hervorgebracht. Die Gestaltung der eigenen Ausbildung ist die grundlegendste Entscheidung im Leben überhaupt, sie lässt sich später kaum und nur mit grossem Aufwand korrigieren. Dann muss man eben mal selbst Verantwortung für das eigene Leben übernehmen und sich seine Gedanken dazu machen. Die Studenten sind doch alle über 18 und keine kleinen Kinder mehr.

    Wie gesagt, ich versteh's nicht.
    ...ist auch alles maßlos übertrieben.
    Ich stehe seit über 20 Jahren im Berufsleben, Studium auf dem 2. Bildungsweg, aber schon immer viel in Studentenkreisen verkehrt (whooo)
    Also der Ausspruch "4 gewinnt" ist definitiv schon viel älter als die Bachelor-Studiengänge und wurde auch von den tiefsinnigen Diplomern damals schon nahezu inflationär verwendet.
    Es gab damals wie heute faule und gute Studenten.... und auch mit Diplom kam nur allzu oft ne Pfeife ins Unternehmen, die mit knapp 30 noch absolut unselbständig war.
    Komischerweise sehe ich da keinen Unterschied bei den neuen Leuten, die eben "nur" mit Batchelor oder Master kommen.

    Ach ja - aber mit Leuten aus dualen Studiengängen zusammen mit einer Berufsausbildung haben wir bislang AUSSCHLIESSLICH gute Erfahrungen gemacht... vielleicht wird das Studium an sich etwas überbewertet. Lebenserfahrung und Selbständigkeit lernt vielleicht doch jeder für sich alleine und nicht an der Uni.
  4. #73

    ...

    Zitat von karhu1 Beitrag anzeigen
    Das alle US Absolventen doof sind?
    ...aber das sind doch Amerikaner - da erübrigt sich die Frage doch fast schon.

    Irgendwie vermittelt sich mir gerade ein wenig der Eindruck, dass aus dieser hochgelobten guten alten Zeit, in der die Studenten so viel verinnerlichen konnten, vor allen Dingen ein Hang zu Vorurteilen übrig geblieben ist.
  5. #74

    alle sind gleich?!

    Ich habe den Eindruck, dass hier im Forum viele ihre Meinung zum Thema "Bachelor" äußern, die damit (außer über die Medien) noch nicht in Berührung gekommen sind. Deshalb mal ein paar Fakten:
    - Der Bachelor ersetzt nicht das Diplom. Erst Bachelor entsprechender Master zusammen sollen inhaltlich etwa auf dem Stand sein wie das Diplom vorher (in meinem Studiengang: Bachelor 6 Semester, Master 4 Semester, früher Diplom 10 Semester Regelstudienzeit). Deshalb sind Vergleiche nach dem Motto "Die Diplomer können aber so viel mehr als die Bätschelors!" unsinnig, da man Äpfel mit Birnen vergleicht.
    - Verallgemeinerungen machen damals wie heute keinen Sinn. Weder gab es früher nur Bummelstudenten, noch gibt es heute nur Karriere-geile BWL-, Jura-,... -Studenten
    - Die Studienlandschaft in Deutschland ist mit Bologna nicht unbedingt besser aber auf jeden Fall vielfältiger geworden. Beispielsweise lassen mit Bachelorstudiengängen sehr viel besser duale Studiengänge (ausbildungsintegrierender Studiengang (IHK-)Ausbildung) kombinieren.
    - Das Bachelor-Master-System erlaubt in gewissem Maße eine inhaltliche Umorientierung bzw. Spezialisierung zu einem Zeitpunkt im Studium, an dem man besser als zu Beginn einschätzen kann, wo die eigenen Stärken und Interessen liegen.
    - In einigen Bereichen reicht das Wissen aus einem Bachelorstudiengang durchaus für das Berufsleben (z.B. im IT-Bereich - allerdings bekommt man dann eher das Gehalt wie die Kollegen mit entsprechender Ausbildung als das "Master"/"Diplom"-Gehalt)

    Liebe Mitforisten,
    ich finde es wirklich schade wie hier verallgemeinert wird. Ich hatte nach meinem Abitur keine Wahl, ob ich einen Diplom- oder einen Bachelor-Studiengang besser finde. Es gab in meiner Fachrichtung schlicht keinen Diplomstudiengang mehr. Mein Bachelor-Studiengang war sehr gut ausbalanciert und absolut "studierbar". Auch mein Master-Studiengang ist gut strukturiert. Wenn sich Studenten beklagen, dass sie überlastet sind, kann es sowohl an ihnen selbst als auch an ihrem Fachbereich und einer schlechten Strukturierung liegen. Deshalb sind aber nicht alle Bachelor-Studiengänge mies!!
    Viele Grüße von einer Master-Studentin (die sehr froh über ihren Bachelor ist, weil sie so bereits "im Beruf" arbeiten und Berufserfahrung sammeln kann...)
  6. #75

    Ja stimmt,

    Zitat von MartinS. Beitrag anzeigen
    ...aber das sind doch Amerikaner - da erübrigt sich die Frage doch fast schon.

    Irgendwie vermittelt sich mir gerade ein wenig der Eindruck, dass aus dieser hochgelobten guten alten Zeit, in der die Studenten so viel verinnerlichen konnten, vor allen Dingen ein Hang zu Vorurteilen übrig geblieben ist.
    wenn frueher alles so toll war, muessten die Menschen heute etwas gluecklicher sein !?
  7. #76

    Zitat von blub2blub Beitrag anzeigen
    ... ich denke vor allem die Vermehrten Praktikas und Auslandssemester tragen stark dazu bei, mehr Lebenserfahrung zu sammeln ...
    Genau das ist der verbreitete Irrglaube, gestützt durch den modernen Wahn, alles strukturieren, dokumentieren und evaluieren zu müssen, und nur noch das zu sehen, was auf irgendeinem Dokument bescheinigt wird. Oder um es schlicht auszudücken: es ist die uralte Verwechslung von Theorie und Praxis, also von dem, was auf dem Papier steht, mit der Wirklichkeit.

    Die ganzen „Praktika und Auslandssemester“ sind doch eingebunden in ein völlig verschultes, vorstrukturiertes und „akkreditiertes“ Schubladensystem*. Auf dem Papier steht dann, Herr Maier hat ein Semester in Barcelona studiert, einen Monat bei Daimler gearbeitet, und war während eines Semesters eingebunden in die Forschungsgruppe Röntgenspektroskopiedemodulation. Aber um keines davon hat er sich selbst gekümmert. Andere hatten das bereits so festgelegt und er musste nur noch ein Kreuz auf dem Modulwahlbogen machen. So wie die Eltern festlegen, wohin es in den Urlaub geht, und der kleinen Sohn dann eben mitkommt. Er hat also ein bisschen Spanisch gelernt, weiß, wie die Kantine eines Autokonzerns aussieht, und hat schon mal einen Impulsröhrenanalysator gesehen. Aber „Lebenserfahrung“ ist etwas völlig anderes.

    Das fängt schon mit so „Kleinigkeiten“ an, wie der Frage, wo er denn während seines Aufenthalts in Spanien gemeldet und krankenversichert war. Natürlich „zu Hause“ bei seinen Eltern und bei denen in der GKV mitversichert. Und gewohnt hat er vermutlich in einem Studentenwohnheim, in dem spezielle Plätze für die Absolventen dieses „internationalen Studiengangs“ reserviert sind, denn das war ein wichtiges Kriterium („Infrastruktur“) bei dessen „Akkreditierung“. Mit anderen Worten, davon, wie das „Leben“ in Spanien funktioniert, weiß er genau nichts. Und entsprechendes gilt für Autokonzerne und den Forschungsbetrieb. Es sieht nur auf seinem Zeugnis so aus. So wie auf seinem Abiturzeugnis steht, er habe „ausreichende“ Kenntnisse in Mathematik, obwohl er noch nicht einmal eine einfache Gleichung lösen kann.

    ----
    *) Als vor ein paar Jahren die ersten Universitäten damit warben, „internationale“ Bachelor-Studiengänge eingerichtet zu haben (d.h. sie hatten Schulungspläne aufgestellt, bei denen Modul A und B in Freiburg, Modul Q und P und Montpellier, und Modul W und Z in Amsterdam stattfanden), hat eine gewisse Frau Schavan allen Ernstes(!) behaupten, nun wäre es zum ersten Mal möglich, ein Studium an mehreren europäischen Universtäten zu absolvieren. Ich war ein wenig baff, denn mehrere meiner Kommilitonen waren während des Studiums einfach mal ein Jahr weg, haben Scheine mitgebracht, auf denen stand, was sie in dem Jahr gelernt haben, und haben am Ende mit mir, der ich mit nur den Luxus gegönnt habe, mitten im Studium die Uni zu wecheln, gemeinsam das Diplom bekommen. Anscheinend war das damals alles illegal.
  8. #77

    Ja, Ja, Ja ....

    Zitat von schensu Beitrag anzeigen
    Ging mir mit meinen Kindern ähnlich.
    Das Glück, noch G9 absolviert und Zeit für Hobbies gehabt zu haben relativierte sich allerdings schnell, als klar wurde, dass Doppeljahrgänge an die Hochschulen drängen.
    Hatte die .....
    .... früher war alles besser. Unternehmen haben Zeit und Geld in High Potentials gesteckt. Ja, ja war alles besser.....

    Ich habe das Gefühl, dass Sie weder früher noch heute kennen ...
  9. #78

    Zitat von Calculon100 Beitrag anzeigen
    Für eigenständige wissenschaftliche Arbeit sind u.a. Semester- und Abschlussarbeiten da. Das hat sich nicht geändert.
    Natürlich hat sich das geändert. Die Bearbeitungszeit meiner Diplomarbeit war zwölf Monate, und es war üblich, dass man schon etwa ein Semester vor der Anmeldung derselben in der Forschungsgruppe und an seinem Thema arbeitete, weil so einen längere (Vor-)Arbeitszeit erfahrungsgemäß erheblich mehr zur „Qualität“ der Arbeit beitrug als alles, was heute so mit „Qual...“ anfängt.
  10. #79

    Zitat von robbitob Beitrag anzeigen
    ... wobei er selber sagt, er würde überhaupt gar nichts von dem verstehen, was er da geschrieben hat (kann ich nun nachvollziehen)..
    Was erwarten Sie? „Verstehen“ kommt in den Lehrplänen der Schulen nicht vor. Durch Schulzeugnisse werden „Kompetenzen“ bescheinigt. Also genau das, was der von Ihnen erwähnte Student in hohem Maße besitzt.


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